TEST: Dreamwave Harmony – Optisch extravaganter BT-Speaker im Alu-Gehäuse

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Nach dem klassischen Outdoor-Speaker „Elemental“ haben wir uns ein weiteres Modell aus dem Portfolio des jungen US-Amerikanischen Unternehmens „Dreamwave“ herausgepickt. Neben den robusten Bluetooth-Komponenten, denen man ihren Outdoor-Einsatzzweck bereits an der klassichen olivgrünen Farbgebung ansieht, hat das Start-Up auch den Harmony in petto. Das deutlich kompaktere Modell wirkt so gar nicht wie der typische Begleiter des Backpackers oder Survival-Begeisterten. Edel und hochwertig, mit viel Aluminium und Leder-Optik strahlt er eine Menge Eleganz aus. Aber auch mit den inneren Werten will der Lautsprecher im extravaganten Design überzeugen und bringt satte 16 Watt Musikleistung mit. Der Dreamwave HARMONY ist zum Preis von 169,99 EUR erhältlich.

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Dreamwave HARMONY

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Sehr solide Materialqualität

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Kunststoffpart

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Unterseite

Massive Aluminium-Oberflächen dominieren die äußere Erscheinung des HARMONY. Während die Seiten in geschliffenem Alu Natur gehalten sind, erscheinen Front- und Rückseite Orange eloxiert. Wenn man bei dieser Gattung der Dreamwave-Lautsprecher auch auf ein IPX-Zertifikat für entsprechenden Spritzwasser- und Staubschutz verzichten muss, schützt das Gitter mit wabenartiger Struktur die innenliegenden Treiber solide vor Stößen und Stürzen. Die Ummantelung, in der auch die stationären Bedienelemente untergebracht sind, setzt einen hübschen optischen Akzent. Allerdings: bei einer solch edlen Anmutung hätten wir uns diesen Part des Lautsprechers in echtem Leder oder zumindest Kunstleder gewünscht, hier handelt es sich allerdings um harten Kunststoff mit einer Haptik, die zwar in Ordnung geht, aber niemanden „vom Hocker reißt“. Die Knöpfe sind ebenfalls aus Kunststoff und in identischer Farbe gehalten, sie bieten einen soliden Druckpunkt. Eine großzügig dimensionierte Gummierung auf der Unterseite sorgt für hohe Stabilität und Standfestigkeit auf vielen Untergründen.

Den wertigen Eindruck unterstützt auch das nicht zu unterschätzende Gewicht von 800g des Dreamwave HARMONY. Zum großen Teil ist dies natürlich auf den leistungsfähigen Li-Polymer-Akku zurückzuführen, der mit einer Kapazität von 4.500 mAh bis zu 18 Stunden Musikgenuss realisiert. Bei voller Lautstärke wird man sich allerdings mit etwa 6 Stunden begnügen müssen. Die satte Leistung haben wir ja bereits angesprochen, in Zahlen sind dies 16 Watt RMS – für den kompakten Speaker eine klare Ansage. Befeuert werden damit zwei Breitband-Lautsprecher, von denen jeweils einer auf der Vorder- und Rückseite platziert ist.

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Rückseite

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Stromanschluss und Miniklinkeneingang

Neben der Bluetooth-Verbindung, die übrigens auch aptX unterstützt, können auf der Rückseite per analogem Miniklinken-Eingang weitere externe Geräte verbunden werden. Davon abgesehen ist aber nur ein Stromanschluss integriert, ein Smartphone laden kann man mit dem HARMONY nicht. Hands-free-calling ist dank der integrierten Freisprecheinrichtung möglich. Die Verständlichkeit des Anrufers ist sehr gut, und auch der Angerufene ist ohne extremes Rauschen gut wahrnehmbar, allerdings hört der Anrufer seine eigene Stimme und sich selbst damit doppelt, das ist nicht ideal gelöst.

Im Lieferumfang wurde an alles gedacht, selbst ein Klinkenkabel ist im Paket enthalten. Außerdem ein Netzteil mit insgesamt vier Adaptern, so dass man den HARMONY in jedem Part der Welt laden können sollte. Allerdings handelt es sich um ein konventionelles Steckernetzteil, der Bluetooth-Speaker wird nicht via Micro-USB geladen. Ein Samt-Transportbeutel für den HARMONY rundet die Ausstattungsliste des Dreamwave-Lautsprechers ab.

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Bedienelemente

Schaltet man den BT-Lautsprecher mittels kurzem Knopfdruck an, zeigt er den Betriebsstatus mit einer roten LED im Power-Button unübersehbar an. Rechts daneben ist eine kleine blaue LED integriert, die eine bestehende Bluetooth-Verbindung mit langsamen Blinken attestiert. Bei der ersten Inbetriebnahme wird der HARMONY automatisch in den sichtbaren Modus versetzt und als kopplungsbereites Gerät am Smartphone angezeigt. Die Verbindung steht binnen weniger Sekunden. Will man ein neues Gerät koppeln, kann per Bluetooth-Button direkt am Gerät der Kopplungsmodus erneut gestartet werden. Rechts daneben finden sich die Tasten für die Lautstärkeregelung.

Er gehört zwar nicht zu den typischen Outdoor-Vertretern, die für uns das junge US-Amerikanische Unternehmen ausmachen, kann aber durch das massive Alu-Gehäuse ebenfalls mit Robustheit überzeugen – und tut dies mit elegantem Chic. Doch wie schlägt sich der Dreamwave HARMONY bei der Klangwiedergabe?

Zunächst darf er sich an einem Remake des Krachers „Let The Sunshine In“ von Aquarius aus dem Jahre 1969 versuchen. Die Klänge des Frauen-Trios von „Heavy Tiger“ gelingen dem Harmony schwungvoll und mit charakteristischem Gitarren-Sound. Auch die Vokalstimmen gehen im doch recht komplexen Geschehen nicht unter. Die Bühne könnte insgesamt noch etwas differenzierter sein und das Schlagzeug mit etwas mehr Struktur herausgearbeitet werden, insgesamt bieten die Breitbänder aber ein mitreißendes Spektakel. „Harmonie“ ist ja das Steckenpferd des passend betitelten HARMONY-Lautsprechers, und damit punktet der Kompakt-Lautsprecher auch. Struktur und Detaillierung ist nicht auf höchstem Niveau, aber die Kulisse fügt sich zu einem stimmigen und angenehmen Ganzen zusammen und gefällt auch bei höherem Pegel.

Auch bei „Get yourself free“ von The Temperance Movement begeistert der Harmony mit angenehmem und spielfreudigem Sound, der durchaus zum mitswingen einlädt. Natürlich darf man von den Breitbändern nicht den letzten Feinschliff erwarten, was man einerseits daran erkennt, dass nicht alle Feinheiten bei der Stimmwiedergabe herausgearbeitet werden, und andererseits auch an der nicht perfekten Differenzierung der Instrumente innerhalb der Bühne. Die Bühne könnte etwas breiter und die Instrumente etwas klarer lokalisiert sein. Gut hingegen ist die Balance der einzelnen Frequenzbereiche und die Souveränität, die der Harmony auch bei hohem Pegel an den Tag legt. Bei „A Pleasant Peace I Feel“ zeigen sich auch weitere Stärken des Harmony-Lautsprechers. Bei Titeln mit hoher atmosphärischer Dichte schafft der Dreamwave-Vertreter eine sehr ausgewogene Balance und hüllt den Zuhörer mit einem angenehm warmen Sound ein, ohne das Gesamtbild zu verwaschen. Untenrum knallt er nicht mit Bass-Tiraden auf, legt aber ein solides Fundament und zeigt besonders bei Kickbässen eine solide Performance. Wer hier massiven Druck und präzisen Punch benötigt, wird von der eher sanft balancierten Auslegung des Harmony vielleicht etwas enttäuscht sein.

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Ansicht von oben auf den HARMONY

Dass der Harmony auch im Rock-Bereich klarer aufspielen kann, zeigt die sehr gute Aufnahme von „Laugh ‚N‘ a 1/2“ von D-A-D. Das Geschehen ist schlichtweg nicht so komplex und sowohl die Stimme als auch die Stahlsaiten der Gitarre werden vom Harmony sauber und mit charakteristischen Eigenschaften sauber präsentiert. Beeindruckend, und das wollen wir an dieser Stelle nochmal erwähnen, ist die mehr als solide Lautstärke des Dreamwave-Modells. Auch die Pegelfestigkeit ist exzellent, der Harmony bleibt stets souverän und spielt bei hohem Pegel auch hervorragend räumlich auf und gefällt mit zentraler Stimme. Auch die Trennung Instrumente und Stimmen gefällt hier sehr gut, je komplexer das Geschehen, umso schwieriger fällt die Differenzierung.

Bei Parov Stelars „Libella Swing“ gefällt der Harmony mit einem schwungvollen Auftritt und zeigt, dass er auch untenrum bei hohem Pegel nicht an Dominanz verliert. Klar, Tiefgang und Nachdruck sind hier bei größeren Lautsprechern und Systemen stärker ausgeprägt, der Harmony sorgt aber schon für Punch und ein solides Fundament. Die übrigen elektronischen Synthi-Elemente werden gut eingearbeitet und auf der Bühne platziert, auch die typischen 30er-Jahre-Akzente kommen klar heraus. Auch hier gefällt die Räumlichkeit ausgezeichnet. Bei „Catgroove“ wächst er gar über sich hinaus und liefert uns die Kickbässe mit kräftigem Punch und bringt sogar unsere massive Holztischplatte leicht zum erzittern. Wie bereits erwähnt, schafft der Harmony eine hervorragende Balance der einzelnen Frequenzbereiche und integriert auch die übrigen Soundelemente sehr gut ins Gesamtbild.

Den Abschluss macht Mine mit „Essig auf Zucker“. Die tiefen Bässe sind beinahe zu viel für den kompakten Speaker. Allerdings nur beinahe, denn man spürt, wie er am Limit kratzt, die bereits vorher attestierte Souveränität lässt er sich aber auch hier nicht nehmen und kommt ohne Durchschlagen durch den Track. Die Stimme der Baden-Württembergerin wird überraschend klar und sogar mit solidem Charakter wiedergegeben. Mit den spartanischen Klängen kommt er sehr gut zurecht und auch die vereinzelten Geschwindigkeitssprünge meistert er ohne Probleme. Auch hier agiert der Harmony mit sehr guter Räumlichkeit und platziert die Stimme zentral im Raum. Das komplexere Geschehen bei „Katzen“ bereitet auch keine großartigen Probleme, auch wenn die Stimme nicht mehr ganz so fein strukturiert wirkt, wie bei der einfacheren Kulisse des vorherigen Titels. Insgesamt auch hier eine sehr gute Performance mit hoher Souveränität.

Der HARMONY befindet sich in einem starken Konkurrenzumfeld. Etwas günstiger gibt es zum Beispiel den brandaktuellen JBL Flip 4, der ebenfalls mit exzellenter Klangstärke daherkommt und besonders im Tieftonbereich manch größerem Konkurrenten den Schneid abkauft. Er ist zwar gegenüber dem Vorgänger feature-technisch etwas abgespeckt, bietet aber IPX-Zertifizierung und ebenfalls solide Verarbeitung. Die Akkulaufzeit beim HARMONY liegt höher, außerdem bietet der Dreamwave-Vertreter mit dem Aluminium-Gehäuse eine exzellente Materialqualität und Solidität. Ähnlich edel, wenn auch optisch eher dezent und unauffällig, ist der Dockin von D Fine, der sogar spritzwassergeschützt und staubresistent ist. Beim Akku liegt der HARMONY klar vorne, dafür kann mit dem D Fine dank USB-Slot auch ein Smartphone geladen werden. Als Stereo-System ist er im Gegensatz zum Dreamwave mit zwei Hochtönern und zwei Tiefmitteltönern bestückt. Das Alu ist beim HARMONY massiver.

Fazit

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Der HARMONY bietet bezüglich der akustischen Leistungsfähigkeit stets ein souveränes, balanciertes und angenehmes Klangbild. Obwohl es sich um Breitbänder handelt, ist stets eine solide Ausgewogenheit der einzelnen Frequenzbereiche gegeben. Klar, untenrum gibt es kompakte Verteter mit mehr Power und Nachdruck, der Harmony will lieber mit einem angenehmen Gesamteindruck überzeugen. Obwohl er nicht im typisch olivgrünen Outdoor-Survival-Outfit daherkommt, strahlt er dank der massiven Aluminium-Oberfläche Robustheit und Wertigkeit aus. Auch die Verarbeitung ist insgesamt sehr solide und die Ausstattung kann sich mit 16 Watt RMS, Bluetooth mit aptX und einem 4.500 mAh Akku sehen lassen. Schade ist eigentlich nur, dass es nicht zum Design-Akzent in (Kunst)Leder gereicht hat und dass kein USB-Anschluss zum Laden für ein Smartphone integriert ist.

Sehr solide verarbeiteter BT-Speaker im Alu-Gehäuse mit hoher Leistungsfähigkeit
ausgezeichnet
05.05.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 05.05.2017




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