TEST: Dali Rubicon Vokal mit SUB M-10 D in 2.1-Konfiguration

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Nach dem ausführlichen Preview wollen wir uns nun dem finalen Testbericht unserer besonderen 2.1-Konfiguration mit den Rubicon Vokal von Dali widmen. Bereits in einem früheren Testbericht spielte der Schallwandler, der eigentlich als Center-Lautsprecher gilt, sich aber als Universaltalent entpuppt, eine zentrale Rolle und bewies eine exzellente akustische Performance im Test. Besonders die Detaillierung, die harmonische Integration in die Gesamtkulisse und die hohe Leistungsfähigkeit, die schnell bereit steht, haben uns überzeugt. So sehr hat uns das Modell überzeugt, dass wir für eine erneute Betrachtung einen, auf den erste Blick vielleicht atypischen, Einsatzzweck für den Schallwandler gewählt haben.

In Kombination mit den eleganten Connect M-600 Bodenständern nutzen wir die Rubicon Vokal mit dem M-10D in einem 2.1-Setup. Zugegeben: Natürlich sind wir nicht die ersten, die auf diese Idee kommen. Dali selbst hat ja den drehbaren Hybrid-Hochtöner integriert und ist sich der ausgezeichneten Performance des Lautsprechers voll bewusst.

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Rubikon Vokal auf einem Connect M-600 Ständer

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Hybrid-Hochtoneinheit des Rubicon Vokal

Dali-Rubicon-Vokal-Tiefmitteltoener

Tieftöner mit Holzfasermembran

Die Leistung kommt natürlich nicht von ungefähr. Abgesehen von den typischen und bewährten Holzfasermembranen ist der Schallwandler großformatig und kann so ein mehr als ausreichendes Gehäuse-Volumen bieten. Zwei 165mm Tieftöner, eine 29mm Gewebekalotte und ein zusätzlicher Bändchenhochtöner, der erst ab 14 kHz eingreift, realisieren einen Frequenzbereich von 49 bis 34.000 Hz. In aufrechter Position und der Rotation des Hybrid-Hochtöners um 90°, wie wir Sie vorgenommen haben, bietet der Rubicon Vokal eine D’Appolito-Anordnung der Chassis. Der spezielle Gehäuse-Aufbau sorgt dafür, dass die einzelnen Chassis in einer jeweils separaten Kammer arbeiten und sich gegenseitig geringstmöglich beeinflussen.

Wie bereits erwähnt, bildet der Rubicon Vokal 2,5 Wege-Lautsprecher laut Datenblatt einen Frequenzbereich von 49 Hz bis 34 kHz ab. Die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB und der maximal mögliche Schalldruckpegel bei 111 dB. Das Gewicht beträgt 13,8 kg pro Lautsprecher.

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SUB M-10D

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Rückseite des Subwoofers

Dali-Sub-M10D-Anschluesse-Bedienelemente

Anschluss-Sektion und Bedienelemente

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Tieftöner des Subwoofers

Dali-Sub-M10D-Fernbedienung

 

Fernbedienung für den SUB M10-D

Auch der Subwoofer M-10D ist kein Unbekannter. Mit 500 Watt Maximal- und 300 Watt RMS Dauerleistung unterstützt er die Rubicon Vokal in den tiefsten Frequenzbereichen mit schlagkräftigen Argumenten. Der Sub bringt zwei User-Modi, eines für Filmbetrieb und eines für HiFi, mit, die mittels der kompakten Scheckkartenfernbedienung ausgewählt werden können. Auch die Steuerung der Lautstärke sowie die übrigen Einstellungen können damit bedient werden. Der SUB M10-D spielt auf bis zu 25 Hz hinunter und arbeitet nach dem Downfire-Prinzip. Eine vierlagige Schwingspule, gewickelt auf Alu-Träger und mit einem Durchmesser von 63,5mm sowie zwei im Abstand von 12mm fixierte Zentrierspinnen und der große zweiteilige Ferrit-Magnet, garantieren maximale Belastbarkeit und hohe Präzision.

Dali-Rubicon-Vokal-Rueckseite-Seitlich

Rückseite Rubicon Vokal

Dali-Rubicon-Vokal-Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Dali-Rubicon-Vokal-Anschluesse-Rueckseite

Bi-Wiring-Terminals mit installierter Verbindungsbrücke

Bei der Verarbeitung überzeugen uns sowohl die Rubicon Vokal-Lautsprecher als auch der kompakte Subwoofer mit hoher Wertigkeit, tief sitzender, makelloser Hochglanz-Lackierung und perfekten Passungen. Da es keine separate Schallwand gibt, wirken die Lautsprecher wie aus einem Guss. Auch die Chassis sind sauber integriert. Das Stoffgitter an der Front des Rubicon Vokal ist zwar nicht magnetisch befestigt, die zur Befestigung verwendeten Stifte verschwinden aber sauber im Gehäuse. Die Bi-Wiring Terminals sind ebenfalls sehr hochwertig ausgeführt, gekapselt, und nehmen Kabel mit größerem Querschnitt und auch Bananenstecker problemlos auf.

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Connect M-600 Bodenständer

Dali-Rubicon-Vokal-Standfuesse

Zweite Ansicht

Auch der Connect M-600, der als Bodenständer der senkrecht stehenden Rubicon Vokal dient, überzeugt uns mit tadelloser Verarbeitung und Materialqualität. Mittelstück und Auflagefläche des Ständers bestehen aus Metall, die untere Bodenplatte aus Glas. Die Auflagefläche ist plan und der Bodenständer wirkt insgesamt sehr stabil. Der Entkopplung dienen höhenverstellbare Metall-Spikes. Auf Holzfußböden können die beiliegenden Gummifüßchen verwendet werden. Der Standfuß ist in schwarz und weiß zu haben und kann natürlich auch mit Lautsprechern anderer Hersteller kombiniert werden. Wer möchte, kann eine mitgelieferte Dali-Plakette auf den Ständern platzieren.

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Bändchen

Schon in den ersten Sekunden von Mozarts Violinkonzert no.4 in D-Dur (KV 218) begegnet uns die Dali Vokal 2.1-Konfiguration mit einer sehr luftigen und detailreichen Klangkulisse. Die Bühne, die sowohl in ihrer Breite als auch ihrer Tiefe sehr ausgeprägt wirkt, gefällt mit hervorragender Instrumentalstaffelung. Die erste Geige unter den Streichern ist klar erkennbar, aber auch die weiteren Instrumente können präzise geortet werden und klingen insgesamt sehr differenziert. Angenehm samtig gelingt die Darstellung der Violinen, auch bei höherem Pegel geht diese einladende Charakteristik nicht verloren. Schwammig oder zu wenig aussagekräftig wirken die Vokal-Lautsprecher aber zu keinem Zeitpunkt, auch unschöne Spitzen bzw. ein aggressives Temperament kann man ihnen problemlos absprechen. Stets harmonisch und, unabhängig vom gewählten Pegel, sehr dynamisch und präsent agieren die Dalis.

Auch bei der Sonate für zwei Klaviere macht die Dali-Kombination einen hervorragende Figur und liefert einen sehr klaren und natürlichen Sound mit charakteristischem warmen Timbre der Tasteninstrumente. Beide Pianos lassen sich problemlos erkennen. Hervorragend gefällt hier auch, wie zurückhaltend und dezent sich der Subwoofer eingliedert – wird er aber am entsprechenden Zeitpunkt gefordert, ist er sofort sehr kraftvoll und präzise zur Stelle. Und dann zeigt er auch wieder, welch enormer Punch und Nachdruck aus dem kompakten Gehäuse realisiert werden kann. Stets kontrolliert und souverän, aber mit geballter Power ausgestattet, präsentiert er sich als perfekter Spielpartner der beiden Rubicon Vokal-Komponenten. Auch die Lautsprecher agieren stets flink und meistern Dynamiksprünge absolut kompromisslos. Die gesamte Kulisse wirkt aufgrund des optimalen Zusammenspiels wie aus einem Guss und versetzt den Zuhörer in die erste Reihe eines Klassik-Konzerts. Wiederum begeistert der breite und authentische Bühnenaufbau.

Auch bei einem Genrewechsel auf Rock und progressives Elektro, bei dem die Rubicon-Komponenten besonders schnell agieren müssen, wird eine dichte Atmosphäre und eine hervorragend reaktionsschnelle Einbindung der akustischen Effekte realisiert. Auch im Alleingang beweisen die beiden Rubicon Vokal-Lautsprecher, dass es um ihren Tiefgang sehr gut bestellt ist. Das vergleichsweise große Gehäusevolumen macht sich bezahlt. Beim Zuschalten des leistungsfähigen Subwoofers wird die Klangkulisse aber schon spürbar um die tiefsten Frequenzen bereichert, die dann insgesamt ausdrucksstärker und voluminöser wirken. Die Präzision bleibt dabei erhalten, auch schnelle Kickbässe werden flink und mit sattem Punch abgebildet.

Besonders bei Track 2 und 3 von Dj Tiestos Elements of Live Tour beweisen die Vokal-Lautsprecher, wie exzellent sie mit harten Kickbässen und verschiedenen Ebenen im tieffrequenten Bereich umgehen können. Trotz des sehr komplexen Geschehens werden feine Details herausgearbeitet und einzelne akustische Elemente sauber in die Klangkulisse integriert. Auch als im dritten Titel der Gesang von Teagan und Sara das komplexe Geschehen um ein weiteres, zentrales Element erweitert, wirken die Dali Vokal stets souverän und nie überfordert. Den einzelnen Frequenzbereichen wird stets identisch hohe Aufmerksamkeit gewidmet, so dass im Stereo-Setup eine sehr homogene und geschlossen wirkende Bühne entsteht. Diese stört der Subwoofer überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, bei diesen harten und blitzschnellen Elektro-Klängen bietet der dänische Woofer klare Benefits und untersützt besonders beim Tiefgang bis hin zum subsonischen Bereich. Dabei wird der M-10D nicht als zusätzlicher dritter Lautsprecher wahrgenommen, sondern fügt sich exzellent ein. Die Kraftentwicklung ist gewaltig und kommt bei Paul Kalkbrenners Interpretation des Leonard Cohen-Originals „Darker“ exzellent zur Geltung. Ohne angestrengt zu wirken, liefert der kompakte Woofer sensationell kraftvolle, voluminöse und tiefe Bassgewalt.

Natürlich darf es auch an einem Filmbeispiel nicht fehlen. Bevor wir allerdings Christopher Nolans Klassiker „The Dark Knight“ zum Spektakel bitten, wählen wir am Dali Subwoofer die Cinema-Einstellung. Das geht einfach per Knopfdruck mit der Fernbedienung. Auch Pegel, Phase und Übergangsfrequenz kann darüber eingestellt werden. Dabei wählt man zunächst die gewünschte Option mit per Knopfdruck aus und stellt dann mithilfe der Pfeiltasten den jeweiligen Zahlenwert, der auch am Subwoofer-Display angezeigt wird. Bei Dark Knight legt der Subwoofer in der ersten Sequenz auch direkt los und verpasst uns satte Häken in der Magengrube, als die verkleideten Schergen ihre Vorbereitungen für den Banküberfall treffen. Auch mit nur zwei Komponenten liefern die Dalis ein sehr räumliches Empfinden und betten den Zuschauer in eine dichte Klangkulisse mit toller Atmosphäre. Mit etwas Raumoptimierung lassen sich hier hervorragende Ergebnisse erzielen, die manchen Standlautsprecher alt aussehen lassen dürften. Die kleinkalibrigen Schüsse der Uzis werden ebenfalls mit entsprechendem Nachdruck versehen, obenrum wirken die Waffen klar und lassen den Zuschauer ihre Gefährlichkeit spüren, ohne dabei zu aggressiv zu werden. Die Sprachwiedergabe ist trotz des chaotischen Spektakels sehr gut zu verstehen und zeigt sich bei den verschiedenen Protagonisten auch mit charakteristischer Ausprägung. Die verschiedenen Ebenen des pulsierenden Fundaments, dass den Bankraub begleitet, sind jederzeit nachvollziehbar, eine erstklassige Präsentation mit tollem räumlichen Eindruck aus einer 2.1-Konfiguration.

Der erste John Wick bildet hier keine Ausnahme. In der hervorragenden Szene im Nachtclub, als Keanu Reeves aka der „Boogeyman“ sein nächstes Ziel anvisiert, ist die gebotene Klangkulisse von progressiver elektronischer Musik geprägt, bietet aber auch eine ganze Reihe an akustischen Details und vereinzelten Klangelementen, die es sauber in die Gesamtheit des Film-Soundtracks zu integrieren gilt. Diese Feinheiten werden von den Dali Lautsprechern exzellent eingearbeitet und stets mit der notwendigen Aufmerksamkeit versehen. Der Subwoofer komplimentiert das Gesamtgeschehen wieder exzellent und schiebt sich weder zu sehr in den Vordergrund, noch fehlt es an Kraft und Nachdruck, wenn es die Musik oder die Schwusswechsel erforderlich machen. Selbst bei einem Maximalpegel, der vielen deutlich über einen angenehmen Genuß hinausgehen würde, bleiben alle Dali-Komponenten absolut souverän und behalten ihren kultivierten Klang ohne jegliche Kompromisse. Trotz der hohen Komplexität wirken Lautsprecher und Subwoofer unbeeindruckt und unangestrengt. Räumlich, sauber, mit hoher Geschwindigkeit und exzellenter Präzision geht man auch beim Filmton zu Werke.

Fazit

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Keine Überraschung! Die Rubicon Lautsprecher begeistern uns auch in dieser etwas außergewöhnlichen Konfiguration und liefern eine hervorragende Stereo-Performance inklusive Subwoofer-Unterstützung ab. Gerade im modernen, aber nicht allzu großzügig bemessenen Wohnzimmer, in dem man kein vollwertiges Surround-Setup installieren möchte, können die Rubicon Vokal und der SUB M10-D audiophile Nutzer begeistern. Preislich liegt das Trio natürlich im oberen Bereich, ist aber mit einer noch kompakteren Lösung, wie z.B. einer Soundbar, nicht vergleichbar. Ein erstklassiges Musik-Erlebnis mit astreiner Bühnendarstellung, hervorragender Räumlichkeit und absolut homogener, geschlossener Soundkulisse liefern die Dänen ab. Aber auch Film-Liebhaber werden nicht enttäuscht: Die 2.1-Konfiguration ist bei packenden Action-Thrillern blitzschnell zur Stelle und realisiert stets eine absolut authentische akustische Untermalung des Bildgeschehens. Sowohl die Lautsprecherkomponenten selbst, als auch die Connect M-600 Bodenständer überzeugen mit makelloser Verarbeitungsqualität. Sicher, mit den zwei Rubicon Vokal und dem SUB M10-D dringt man schon in Preisregionen vor, die manche bei einem vollwertigen Surround-Setup zum Schlucken bringen. Allerdings erhält man dafür auch ein Setup der Spitzenklasse. Die Komponenten arbeiten derart gut zusammen, dass die Vorteile ausgewachsener Standlautsprecher nur geringfügig als Gegenargument zählen können. Zudem erhält man mit dem Dali Subwoofer einen überdurchschnittlich potenten Tieffrequenzemitter, der es trotz seiner Kompaktheit mit jedem Heimkino-Boliden aufnehmen kann.

Ganz großes Kino – im „Kompaktformat“!
referenz
08.11.2017

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08.11.2017




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