TEST: auna ANC-10 – Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung zum absoluten Tiefpreis

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Zum enorm günstigen Preispunkt von nicht einmal 55 EUR bietet der Berliner Unterhaltungselektronik-Versender auna den auna ANC-10 Kopfhörer an, der mit aktiver Geräuschunterdrückung ausgestattet ist. Bis zu 85% lästiger Nebengeräusche werden laut Hersteller vom ANC-10 gefiltert, insbesondere Motorenlärm von Flugzeugen. Bussen und U-Bahnen. Zusätzlich zum störungsfreien Musikgenuss wird ein hoher Tragekomfort versprochen. Für sicheren Transport sorgt das mitgelieferte Hardcase. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist das abnehmbare Audiokabel, ein Doppelklinken-Adapter sowie ein 6,3mm Cinch-Klinke-Kabel.

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Ansicht von oben

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Kopfband

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Hardcase und kleine Tasche für Adapter, Kabel, etc.

Der auna ANC-10 fühlt sich mit seinen 175g Gewicht recht leicht an und wirkt insgesamt recht kompakt. Der Kopfhörer besteht weitgehend aus Kunststoff und weist keine groben Verarbeitungsmängel auf. In der Preisklasse darf man natürlich auch keine allzu riesigen Erwartungen an den Tag legen. Die Scharniere bestehen aus Kunststoff, einige Kanten zeigen Grate. Direkt aus Verpackung kommend verbreitet der Kunststoff einen empfindlichen Geruch, der sich aber nach etwa 24 Stunden beinahe ganz legt. Damit der ANC-10 problemlos in die mitgelieferte Transporttasche passt, kann man die Ohrmuscheln drehen. Die Tasche selbst wirkt recht solide und schützt den Kopfhörer effektiv vor Stößen. Im Inneren ist ein weiteres Täschchen verborgen, das Batterien, Kabel, sowie einen Flugzeugadapter und einen 3,5 auf 6,35mm-Steck-Adapter beinhaltet- Praktisch: das Täschchen kann per Klett auf der Rückseite irgendwo in der Transporttasche befestigt werden.

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Ohrpolster

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Batteriefach

Der ANC-10 sitzt tatsächlich angenehm und, trotz des höheren Anpressdrucks, der häufig bei Noise-Cancelling-Kopfhörern anzutreffen ist, drücken die Ohrmuscheln nicht überdurchschnittlich unangenehm auf die Ohren. Die Ohrmuscheln sind allerdings nicht allzu riesig, Interessenten mit großen Ohren sollten darauf achten – da kommt es schnell mal zu „heißen Ohren“. Auch das Kopfband scheint gut gepolstert, denn auch an der häufig empfindlichen Stelle an der Kopfspitze tritt keine Druckstelle auf. Das mitgelieferte 1,5m Kabel macht einen soliden Eindruck und ist mit Metallsteckern versehen.

Das Batteriefach ist in der linken Ohrmuschel untergebracht und für zwei AAA-Batterien ausgelegt. Unterhalb des Fachs ist der Anschluss für das Klinkenkabel integriert. Das Kabel steckt fest und kann nicht leicht hinausrutschen. An der linken Muschel findet sich der Schalter zum Aktivieren und Deaktiveren der Geräuschunterdrückung, der Status wird auch von einer daneben sitzenden blauen LED bestätigt. Darüber sitzt ein einfaches Rädchen, mit dem die Lautstärke geregelt werden kann.

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Lautstärkeregelung und Schalter für das aktive Noise-Cancelling

Die Geräuschunterdrückung funktioniert recht gut. Wie bei derartiger Technologie üblich, ist ein leichtes Hintergrundrauschen zu vernehmen, das aber nicht enorm störend ausfällt. Typische Hintegrundgeräusche wie Verkehrslärm, kontinuierliches Brummen – wie es auch bei Flügen auftritt – und vorwiegend tiefe Frequenzen werden weitgehend herausgefiltert, Stimmen etc. werden aber nur gedämpft und bleiben hörbar. So effizient wie typische Konkurrenzprodukte, wie z.B. einem Bose Quietcomfort, arbeitet das aktive Noise Cancelling des ANC-10 nicht, bietet aber durchaus eine bessere Abschirmung gegenüber keiner bzw. ausschließlich passiver Geräuschreduzierung. Werden die Batterien mal schwach, schaltet sich das Noise Cancelling automatisch ab, Musik hören ist aber weiterhin möglich.

Mit einer Impedanz von 32 Ohm ist der Kopfhörer auch optimal mit mobilen Geräten wie Smartphones, Notebooks oder sonstigen tragbaren Musik-Wiedergabegeräten, die über keine überdurchschnittliche Ausgangsleistung verfügen, kombinierbar. Die akustische Performance des ANC-10 sehen wir, in der Preisregion, in der das Gerät angesiedelt ist, eher durchschnittlich. Bei einfach gestrickter elektronischer Musik macht der Kopfhörer eine solide Figur, bei komplexerem Geschehen wirkt er aber recht schnell überfordert und neigt im Bassbereich leicht zu Verzerrungen. Auch die charakteristische Stimmwiedergabe fällt ihm eher schwer, die Mitten wirken etwas zu sehr gedämpft, um Einzelheiten und Details der Vokalstimme auszumachen. Die Instrumentaltrennung gelingt dem ANC-10 recht gut und auch die Bühne bei Joe Bonamassas Auftritt im Wiener Opernhaus ist ordentlich gestaffelt und weitläufig. Die Räumlichkeit ist insgesamt nicht schlecht, könnte aber noch etwas ausgeprägter sein.

Dass auch bei leeren Batterien die Musik weiterläuft, können wir bestätigen – allerdings leidet der Sound des ANC-10 deutlich darunter. Über die gesamte Klangkulisse scheint sich eine Decke zu legen. Die Stimme bleibt zwar weiterhin recht klar, der Rest des Geschehens wie einzelne Instrumente geraten aber völlig in den Hintergrund und sind nur noch schwierig voneinander zu trennen. Ohne Stromversorgung sollte man daher nur in Notfällen hören. Der erreichte Pegel ist in Kombination mit einem Smartphone und Notebook ausreichend, aber nicht überdurchschnittlich hoch.

Der auna-Kopfhörer bietet durchaus Atmosphäre, eine sauber gestaffelte Bühne und Lebendigkeit. Nachsehen muss man ihm das Fehlen von Details und charakteristischen Feinheiten, die man mit hochwertigeren Hörern unproblematisch heraushören kann. Stahlsaiten von Gitarren, typische Holzbläser oder auch markante Stimmen werden nicht in ihrer Gänze erfasst, auch Percussion-Elemente gehen stellenweise verloren. Untenrum bietet er hingegen solides Volumen und gute Geschwindigkeit, wenn auch nicht unbedingt sehr knackigen Punch.

Fazit

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Solides aktives Noise-Cancelling und angenehmen Tragekomfort zum extrem günstigen Preis anzubieten – das steht für auna unserer Meinung nach im Fokus beim Kopfhörer ANC-10. Akustisch liefert er eine grundsätzlich ordentliche Performance ab, zeigt aber auch Schwächen, weshalb er für anspruchsvolle Hörer eher nicht in Frage kommt. Der günstige Hörer mit aktiver Geräuschunterdrückung bietet dafür relativ gute Verarbeitungsqualität und hohen Tragekomfort. Auch bei Langstreckenflügen oder beim täglichen Pendeln in der Straßenbahn wird er nicht unangenehm an Kopf und Ohren. Das beiliegende Hardcase und die vorhandenen Adapter sind ebenso praktisch wie das abnehmbare Kabel. Die Geräuschunterdrückung filtert einen gewissen Anteil vorhandener Umgebungsgeräusche heraus, kann aber mit, zugegeben teurerer, Konkurrenztechnologie nicht mithalten.

Enorm günstiger Kopfhörer mit aktivem Noise-Cancelling und angenehmem Tragekomfort
areadvd_gut
09.06.2016

+ Angenehm zu tragen
+ Abnehmbares Kabel
+ Hardcase, Flugzeugadapter und 6,35mm Steckadapter im Lieferumfang

– Gesamtes Klangbild wirkt gedämpft ohne Batterieversorgung

Test: Philipp Kind
Datum: 09.06.2016




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