DOPPELTEST: AKG Y50 und Y45BT – leistungsstarke On-Ear-Kopfhörer mit und ohne Kabel

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Neues Klang-Talent für den Kopf? AKG Y50 im trendigen Design, lieferbar für 99,99 EUR in schwarz-roter, schwarz-gelber, schwarz-schwarzer und schwarz-blauer Variante

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 Transportbeutel

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 Kabellose Freiheit – der AKG Y45 mit Bluetooth für rund 130 EUR

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 Transportbeutel

AKG erkennt die Trends – dafür spricht der nagelneue On-Ear-Kopfhörer Y50, der mit großem AKG-Logo auf den Ohrmuscheln außen auftritt. Zusätzlich wird die Oberfläche der Ohrmuscheln von einer attraktiven Plexiglasschicht veredelt. Für rund 100 EUR Kaufpreis hat man nicht nur die Auswahl zwischen vier Farben (schwarz mit rot, schwarz, gelb oder blau), sondern auch eine Universalfernbedienung für die meisten Smartphones und ein Mikrofon für die Nutzung als Freisprecheinrichtung im Lieferumfang.

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Y45BT verpackt

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Y50 verpackt

Weiteres Trend-Produkt aus der Y-Serie ist der ultrakompakte Y45BT – dieser ist wahlweise in weißer oder schwarzer Variante erhältlich und hat ebenfalls ein integriertes Mikrofon, ist aber kleiner und ist zusätzlich ein Bluetooth-Kopfhörer für die große Hör-Freiheit ohne störendes Kabel.

Der dynamische Kopfhörer verfügt über einen eingebauten Akku für bis zu 8 Stunden Laufzeit. In den Kopfhörer sind Bedienelemente für die Lautstärkeregelung und für weitere Grundfunktionen integriert. Sie befinden sich unten an der rechten Ohrmuschel. Obere und untere Taste sind für Erhöhen bzw. Absenken der Lautstärke, mit dem kleinen mittleren Knopf wird ein eingehendes Telefongespräch angenommen. Wenn man sich mit dem Gesprächspartner unterhält, ist die Stimmwiedergabe ist recht dumpf und manchmal etwas abgehackt.

Wenden wir uns wieder den Bedienelementen zu. Drückt man die „Lautstärke Minus“ Taste nur einmal kurz, pausiert die Wiedergabe, ein weiterer kurzer Druck, und die Wiedergabe wird fortgesetzt. Drückt man die Minus-Taste zweimal, wird ein Titel vorgesprungen, bei dreimaligem Drücken geht es um einen Titel zurück. Man braucht etwas Übung für die perfekte Bedienung, denn die Tasten sind nicht allzu groß. Nach einiger Zeit aber klappt alles so, wie man es sich wünscht. 

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Bedienelemente beim Y45BT

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Kabel-Universalfernbedienung des Y50

Beim kabelgebundenen Y50 funktioniert alles etwas anders. Hier wird mittels der Kabel-Fernbedienung wird ein eingehendes Gespräch durch Knopfdruck angenommen, man versteht seinen Gesprächspartner recht gut, wenn auch der Klang etwas bedeckt ist und man den Eindruck hat, dass der Gesprächspartner etwas vom Hörer entfernt ist. Der Klang ist besser als beim Y45BT. Im Musikbetrieb stoppt durch Tastendruck die Wiedergabe, bei wiederholtem Tastendruck wird der aktuelle Titel weiter wiedergegeben. Drückt man länger, aktivierte sich bei unserem Samsung Galaxy S5 die Sprachsteuerung. 

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40 mm Treiber des Y50

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 Treiber des Y45BT, auch hier setzt AKG auf 40 mm Bauteile

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3D Axis-Falt-Mechanismus des Y50

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Faltmechanismus des Y45BT

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 Zusammengefalteter Y50

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Eingeklappter Y45BT

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 Kopfhörerbügel des Y50

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Kopfhörerbügel des Y45BT

Wenden wir uns dem Y50 zu. Dank 40 mm Treibern sollen ein kräftiger, klarer Klang und eine gute Pegelfestigkeit weitere Kennzeichen sein. Der Kopfhörer wirkt bezüglich der Verarbeitung recht edel, für den Transport im mitgelieferten Beutel lässt sich er relativ kompakt zusammenfalten. Bei AKG heißt dies „3D Axis Falt-Mechanismus“. Im Lieferumfang enthalten ist ferner ein 6,25 mm Steckeradapter. Das mitgelieferte, 1,2 Meter messende Anschlusskabel ist abnehmbar. 

Der Kopfhörer im geschlossenen Layout wiegt 190 Gramm – daher wird der Y50 auch bei längerem Tragen keine Last. Im Gegenteil – er sitzt tadellos auf dem Kopf, und mit dem präzise justierbaren Kopfband hat man schnell die korrekte Trage-Position gefunden. Ds Kopfband ist gut gepolstert, das gilt auch für die Ohrmuscheln. Das verwendete Material trägt sich recht angenehm.

Der darstellbare Frequenzbereich geht von 16 Hz bis 24 kHz, die Empfindlichkeit gibt der Hersteller mit 115 dB SPL/V an. Die Eingangsimpedanz beträgt 32 Ohm, also ideal für den Einsatz an mobilen Endgeräten. 

Beim Y45BT, der wie der Y50 mit klangstarken 40 mm Treibern arbeitet, wird ebenfalls ein 1,2 Meter langes Kabel für die passive Nutzung mitgeliefert. Der Kopfhörer weist eine Empfindlichkeit von 120 dB SPL/V auf und stellt Frequenzen von 17 Hz bis 20 kHz dar. Die maximale Eingangsleistung liegt bei 100 mW. Das Nettogewicht, also ohne eventuell verwendetes Kabel, beträgt 149,5 g.

Die Verarbeitung ist auch beim Bluetooth-Kopfhörer tadellos, er lässt sich überdies kompakt zusammen falten. Ein praktischer Transportbeutel befindet sich im Lieferumfang. Bei der sehr stabilen Bluetooth-Übertragung unterstützt der Y45BT auch aptX und AAC. Das Aufladen des internen Akkus erfolgt einfach mittels des im Lieferumfang enthaltenen USB-Kabels. 

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Polsterung des Kopfhörerbügels beim Y50

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Auch beim Y45BT stimmt die Verarbeitungsgüte, nur die Micro USB-Buchse sitzt nicht perfekt

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 Zurückhaltend-elegantes Design beim Y45BT

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Sehr gute Detailverarbeitung beim Y50

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Hier wird das Anschlusskabel eingesteckt, so kann man beim Y50 auch ein anderes, z.B. ein längeres, Anschlusskabel verwenden

Und wie klingen die AKG-Neuheiten? Wir beginnen mit dem kleinen Y45BT und hören zunächst den Sommerhit „Misfit“ von Darius&Finlay. Der Bassbereich gefällt uns sehr gut, straff und mit ordentlichem Nachdruck. Auch die Räumlichkeit ist richtig gut. Elektronische Effekte werden impulstreu aufgebaut, und die Stimme trennt sich nachvollziehbar von den anderen akustischen Anteilen. Nicht ganz überzeugt der Hochtonbereich, er ist zwar sehr angenehm, aber es fehlt etwas an Transparenz und Durchhörbarkeit. Bei „Everybody Is In The Place“ von Hardwell sammeln wir ähnliche Eindrücke – pegelfest und räumlich aufspielend, überzeugt der Y45BT überdies mit solider Grobdynamik.

Dank des recht geringen Gewichts trägt er sich exzellent. Die Polsterung der Ohrmuscheln ist sehr angenehm. Der Hochtonbereich  ist auch bei diesem Hörbeispiel etwas bedeckt – dadurch wird der Y45BT zwar nie schrill, lässt es aber auch etwas an Brillanz missen. Bei „Self Esteem“ von The Offspring entpuppt sich der Y45BT erneut als kraftvolle Wiedergabemaschine, die E-Gitarre kommt fetzig heraus, die Stimme hat das nötige Maß an Aggressivität. Meister der Detaillierung ist der Y45BT nicht, dafür macht er richtig Spaß durch seinen nachdrücklichen Auftritt.

Das merkt man auch beim 007-Titelsong „A View To A Kill“ von Duran Duran. Mit Schwung geht es voran, dabei wird die Stimme sehr passend eingearbeitet. Der Bass hat Substanz und Kraft – mit höherer Lautstärke kann man aufgrund der tadellosen Pegelfestigkeit noch problemlos hören, sollte aber aufpassen, dass man sein Gehör nicht über Gebühr belastet. Auch sanfter kann der Y45BT, dies stellt er bei Sheena Eastons „For Your Eyes Only“ (Titelsong aus dem gleichnamigen 007-Film) unter Beweis. Durchaus emotional und mit Tiefgang erfolgt die Wiedergabe, man hört dem ausgewogenen Y45BT gern auch über längere Zeit zu. Hörer mit gewissem Anspruch und großer Hörerfahrung werden aber auch hier etwas Finesse im Hochtonbereich vermissen.

Hören wir uns den Y50 an. Bei „Misfit“ erzeugt er noch mehr Bassdruck als der schon gute Y45BT und eine höhere Brillanz im Hochtonbereich. Er klingt in keinster Weise bedeckt, sondern klar, kraftvoll und souverän. Für nicht einmal 100 EUR sind Grob- und Feindynamik erstklassig. Bei „Everybody Is In The Place“ legt sich der Y50 ebenfalls in überzeugender Manier „ins Zeug“. Sein toller Tiefgang und das tadellose Volumen im Bassbereich, das präzise Treffen des Kickbasses und des darunter liegenden Bassanteils sowie die enorm dynamische Ausbreitung aller Effekte im virtuellen Hörraum sind sehr zu loben. Man merkt, dass AKG auch bei diesem relativ preiswerten Modell alle Kernkompetenzen der Marke – hohe Belastbarkeit, sehr gute Dynamik, enorme Räumlichkeit bei der Wiedergabe – treffsicher umgesetzt hat.

Der Sitz ist nochmals etwas bequemer als beim Y45BT, gerade, wenn man etwas größere Ohren hat. Bei „Self Esteem“ bleibt der On-Ear-Hörer seiner Entschlossenheit treu, ein erstklassiges Testergebnis einzufahren. Lebendig, mit Schwung, gibt er Stimme und E-Gitarre wieder. Präzision und Räumlichkeit sind für die Preisklasse deutlich über dem Durchschnitt. Und das Spiel wiederholt sich bei „A View To A Kill“: Das präzise Schieben im Bassbereich, der enorme Tiefgang, die ausgezeichnete feindynamische Qualität – der Y50 hält noch mehr, als er aufgrund des Namens AKG und der soliden verbauten Technik verspricht.

Er macht Spaß, gleichzeitig driftet er nie ins Oberflächliche ab, sondern vermittelt auch gewisse Finesse im Detail: Seien es die klaren Höhen, die gut strukturierten Mitten oder der präzise Bass. Und bei „For Your Eyes Only“ zeigt er erneut die feindynamische Flagge – mit sehr gutem Feingefühl auf der einen und mit einem soliden, exakten Bassfundament auf der anderen Seite stellt er klar, dass es viele teurere Kopfhörer gibt, die bei Weitem nicht so fundiert, lebendig und detailreich klingen. Mit seiner nach vorn strebenden, umfassenden Spielweise spricht er deutlich den aktiven, nach einem erlebnisreichen Hören strebenden Anwender an. 

Fazit

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Der AKG Y45BT ist ein angenehm klingender, gut sitzender und sauber verarbeiteter Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer, der zusammengeklappt nur wenig Platz benötigt und mit stabiler, fehlerfreier Bluetooth-Verbindung überzeugt. Kritikpunkte: Die nicht besonders gut klingende Freisprecheinrichtung und der etwas bedeckte Hochtonbereich. 

Preislich sehr fairer Bluetooth-Kopfhörer mit ausgewogenem Klang und sehr gutem Tragekomfort
ausgezeichnet
Bluetooth-Kopfhörer bis 200 EUR
Test 28. Juli 2014

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Der AKG Y50 brilliert für nicht einmal 100 EUR in allen Disziplinen. Er sieht exzellent aus, ist ausgezeichnet verarbeitet und besticht durch enormen Tragekomfort. Sein Klang ist ohne Abstriche erstklassig, gerade für den Kaufpreis. Da werden sich viele Konkurrenten anstrengen müssen, um in die Nähe des Klangerlebnisses zu kommen, das der kultiviert, kraftvoll und detailreich aufspielende Y50 bietet. Ein echter Volltreffer ohne Kompromisse. 

In allen Disziplinen erstklassiger On-Ear-Kopfhörer zum Sonderpreis
preisklassenreferenz
On-Ear-Kopfhörer bis 100 EUR
Test 28. Juli 2014

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28. Juli 2014




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