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Filmkritik: „Mad Max: Fury Road“

George Miller präsentiert mit „Mad Max: Fury Road“ einen kompromisslos harten Action-Film der alten Schule. Über die Story sollte man so wenig Worte wie nur möglich verlieren – sie hat eigentlich auch keine besondere Bedeutung. Denn für das Erzählen großer Geschichten bleibt in den rund 120 temporeichen Minuten nur wenig Zeit.

Auf seiner Flucht durch die Wastelands ist Mad Max (Tom Hardy) mitsamt Begleitung ständig Angriffen seiner gnadenlosen Verfolger ausgesetzt. Der Film ist im Wesentlichen ein gigantischer Roadtrip voller Gewalt und Explosionen. Die bereits aus den früheren Teilen bekannten Szenen mit bombastischen Kampffahrzeugen und schrägen Outlaws, die bis zum Äußersten gehen, sind in „Mad Max: Fury Road“ noch gigantischer, explosiver und durchgeknallter. Der Großteil des Films besteht aus ständigen Attacken grimmiger Gestalten, die nichts zu verlieren haben. Und man bekommt vor allem wirklich echte Action zu sehen – oder zumindest solche, die fast immer täuschend echt und nicht wie im Computer inszeniert wirkt – und das von einem Regisseur, der 2015 bereits seinen 70. Geburtstag feierte.

Das in den USA erhaltene R-Rating für „Mad Max: Fury Road“ kann man durchaus als Gütesiegel betrachten. Hier wirkt nichts glattgebügelt. Da der Film trotzdem nicht die roten Linien der Gewaltdarstellung überschreitet, die gerade in den 80ern nicht für nur den ersten „Mad Max“ sondern auch viele andere Action-Filme eine Indizierung in Deutschland zur Folge hatte, läuft der Film in deutschen Kinos sogar bereits mit einer FSK 16-Freigabe. Es erweist sich in diesem Fall wirklich als Segen, dass man im Unterschied zu vielen anderen Hollywood-Remakes und Fortsetzungen großer Klassiker die Verantwortung demjenigen überlassen hat, der bereits die ursprüngliche „Mad Max“-Trilogie erschaffen hat und sich in dieser Welt einfach auskennt.

Obwohl alles, was man bereits aus den vorherigen Filmen kannte, in „Mad Max: Fury Road“ noch einmal auf die Spitze getrieben wird, wirkt das Ganze aber nicht übertrieben sondern passt haargenau in diesen dystopischen Mikrokosmos hinein, weswegen man schon nach kurzer Zeit vergisst, dass wirklich 30 Jahre seit dem letzten „Mad Max“-Film „Jenseits der Donnerkuppel“ vergangen sind.

Viel erfährt man nicht über das, was mit Mad Max in der Zwischenzeit geschehen ist und am Ende des Films ist der Zuschauer auch nicht viel schlauer als vorher. Aber „Mad Max: Fury Road“ gibt doch immer wieder neue Einblicke in seine geheimnisvoll-chaotische Welt mit vielen apokalyptisch wirkenden Eindrücken, krachenden Sounds und spektakulären Kamerafahrten, die in 3D auch richtig viel Tiefe bieten.

Auch wenn Tom Hardy als Mad Max nicht ganz so finster wie einst Mel Gibson wirkt, nimmt man ihm die Rolle durchaus ab. Allerdings stiehlt ihm Charlize Theron als harte Kämpferin „Furiosa“ auch immer wieder die Show, so dass es keineswegs überraschen würde, wenn Warner in den nächsten Jahren nicht nur noch einen weiteren „Mad Max“ drehen sondern zusätzlich einen eigenen „Furiosa“-Film nachlegen würde.

„Mad Max: Fury Road“ läuft seit dem 14.05.2015 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im September/Oktober auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und DVD.

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