XXL-TEST: Technics SU-G700M2 - potenter Stereo-Vollverstärker aus der "Grand-Class"-Serie von Technics
Klangwertung

Cambridge Audio Netzwerkplayer CXN100

Dali RUBIKORE 8
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften des Technics SU-G700M2 genauer eingehen. Für die Zuspielung und Umsetzung unserer digitalen Audiosignale haben wir uns für den Cambridge Audio Netzwerkplayer CXN100 entschieden und nach einigen Hörversuchen ist die Wahl als Ausgabeorgane, auf die Dali RUBIKORE 8 gefallen.
Wir beginnen unsere Klangwertung gefühlvoll sowie ausdrucksstark und haben uns für "Run" von Leona Lewis, Steve Robson, Paul Beard, Jon Garrison, Karl Brazil und Luke Potashnick entschieden. Dieser Titel besitzt genau diesen Umfang an Facetten. den hochwertige Verstärker herausarbeiten sollten. Zu Beginn des Tracks vernehmen wir ein klassisches Klavier, das von unserer Testkombo etwas nüchtern, aber sehr präzise präsentiert wird. Als Leona Lewis mit ihrem feinfühligen, fast zerbrechlichen Gesang loslegt, sind wir begeistert und dürfen feststellen, dass die Kombination aus den Dali-Schallwandler und dem Technics Stereo-Vollverstärker überragend zusammen passt. Die Stimmfarbe von Leona wird exakt getroffen und malt auch kleine Facetten filigran aus - und genau diese lebendigen, kleinen Strukturen sind es, was diese Stimme so außergewöhnlich macht. Mit viel Fingerspitzengefühl und Aussagekraft kann der Technics SU-G700M2 auch im weiteren Verlauf punkten und das Zusammenspiel aus den unterschiedlichen Instrumenten und dem facettenreichen Gesang entwickelt sich zu einer hervorragenden Gesamtperformance. Als der Titel etwas an Geschwindigkeit zunimmt und Leona zu den höher angesiedelten Gesangspassagen wechselt, gelingt noch immer eine hervorragende Differenzierung. Die Vocals werden bei höheren Lautstärkepegel etwas dominant, aber nie zu spitz oder aggresiv.
Vielschichtig und nicht weniger anspruchsvoll wird es beim nun von uns ausgesuchten Track: Die Junge Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" wird nun vom Technics dargeboten. Der Titel bietet viele Wechsel in der Dynamik, viele Iinstrumentale Konturen sowie einen aus dem Hintergrund agierenden Chorgesang. Die klassischen Instrumente werden feinfühlig in den Hörraum transportiert und sind differenziert wahrnehmbar. Das Zusammenspiel von kräftigen Bläsern und der fein modellierten Gitarre klappt grandios. Sie gelingt eine hervorragende und klare Gesamtwiedergabe, gepaart mit einer kraftvollen Dynamik.
Deutlich explosiver wird es bei unserem nächsten Musikbeispiel. Wir starten die Wiedergabe von "Bad Things" von I Prevail. Am Anfang vernehmen wir elektronisch erzeugte Effekten, die der Technics Stereo-Vollverstärker hervorragend umsetzen kann. Als Brian Burkheiser, Frontmann der Post-Hardcore-Band, anfänglich mit seinem gefühlvollem Gesang einsteigt, sind wir begeistert vom SU-G700M2, wie stimmig und mit wieviel Feingefühl Brians vokalen Elemente dargestellt werden. Als der Titel an Dynamik und Geschwindigkeit gewinnt und sich weitere klangliche Facetten hinzugesellen, sind sehr viele dieser eben genannten Einzelheiten noch klar ortbar, bei höheren Pegeln gelingt allerdings eine klare Differenzierung nicht mehr vollumfänglich. Der Bassbereich wird kräftig umgesetzt und punktgenau getroffen.
Wir wechseln wieder das Genre und starten die Wiedergabe von "Heavy Metal Love" von twocolors zu. Der Dancetrack beginnt mit Synthesizer-Effekten sowie einer leicht hallenden Gesangseinlage von Nina Chuba. Die beiden Facetten meistert unser Testsample hervorragend und generiert eine grandiose Differenzierung, gepaart mit einem tollen Stereo-Panorama. Innerhalb kürzester erlebt der Titel einen deutlichen an Dynamikschub, aber auch hier gibt sich der Technics-Vollverstärker keine Blöße und liefert einen akkuraten, facettenreichen Klang. So bleiben die Striukturen der elektronisch erzeugten akustischen Anteile ebenso erhalten wie die feinfühlige Stimme oder die mehrstufigen Kickbässe. Die in unterschiedlichen Ebenen agierenden Kickbässe werden exakt getroffen und mit dem nötigen Nachdruck auf hohem Level präsentiert.
Abschließen möchte wir unsere Klangwertung mit "Mockingbird" von Tiësto, Dimitri Vegas & Like Mike und Gabry Ponte. Der sehr basslastige Track startet mit dem elektronischen erzeugten Effekt einer Spottdrossel, die kristallklar vom Stereo-Vollverstärker dargestellt wird. Darauf folgt eine ebenfalls elektronisch verzerrte Frauenstimme, die absolut stimmig und mit guter Kontur präsentiert wird. Bereits innerhalb weniger Momente explodiert der Track förmlich und wir hören harte Bässe, gefolgt von zahlreichen Synthesizer-Effekte und den Vocals. Aber auch bei diesem harten Track können wir den Technics nicht ans Limit bringen. Die harten und schnellen Basspassagen fliegen uns förmlich um die Ohren. Die harten Bässe werden präzise und mit ordentlich Nachdruck präsentiert.
Konkurrenzvergleich

- Buchardt Audio I150: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem Buchardt Audio I150, der ausschließlich in der von uns getesteten schwarzen Farbvariante für 2.500 EUR bei Hifi Pilot erhältlich ist. Der Vollverstärker setzt auf die Hypex NCore Verstärkertechnologie und kombiniert dadurch die Stabilität des Class-D Konzepts mit verbesserter Lastunabhängigkeit, geringerer Verzerrung und niedrigerer Ausgangsimpedanz. Der Hersteller verspricht durch die Hypex NCore Technologie neue akustische Höhenflüge: Klarheit, Auflösung und vor allem auch die Muskalität, früher ein großes Problem bei digitalen Endstufen, werden auf ein neues Niveau gehoben - zum großen Teil richtig, wie es unsere Testreihen zeigten. Der Buchardt Audio I150 ist extrem pegelfest und gibt sehr viele Details mit ausgezeichneter Einarbeitung wieder. Der Bassbereich ist enorm präzise und trifft fast immer genau den richtigen Punkt. Der Vollverstärker wirkt allerdings stellenweise etwas nüchtern, was wir allerdings nicht dem Fakt zuschreiben, dass es sich um digitale Endstufen handelt - es ist einfach Auslegungssache. Die Vorzüge digitaler Endstufen bleiben ansonsten vollständig erhalten: Durch den geringeren Kühlbedarf müssen keine riesigen Kühlrippen installiert werden, das Gerät kann angenehm kompakt gehalten werden. Satte 300 Watt pro Kanal (4 Ohm, 2 Kanäle) stehen zur Verfügung und sind auch für größere Hörraume ab 25 bis 30 Quadratmeter üppig bemessen. Durch die Integration der Buchardt App erhält man Zugriff auf eine umfangreiche Raumeinmessung, die innerhalb von wenigen Minuten durchgeführt werden kann. Wir haben uns für unsere Messungen keinen leichten Raum ausgesucht, dennoch war das System in der Lage, Raummoden effektiv zu eliminieren. Dadurch, dass man selbst per einfachem Knopfdruck zwischen "EQ aktiv" und "EQ inaktiv" hin- und herschalten kann, lassen sich die Resultate auch sehr gut vergleichen.

- Yamaha A-S1200: Der Yamaha A-S1200 ist in zwei unterschiedlichen Farbvarianten für eine unverbindliche Preisempfehlung für 2.099 EUR im Handel erhältlich. Zur Auswahl stehen die Ausführungen Schwarz, mit Seitenwangen in Hochglanz schwarz, sowie Silber, ebenfalls mit hochglanzschwarzen Seitenwangen. Der Vollverstärker mit solider Ausgangsleistung ist für klassische HiFi-Fans mit Vorliebe für analoge Signalketten konzipiert und verzichtet deshalb bewusst auf jegliche Art von digitaler Signalverarbeitung - dafür selektiert Yamaha die verwendeten Baugruppen im Inneren streng und setzt auf enorme Qualität. Um die Wertigkeit des Sterevollverstärkers zu unterstreichen, wird dieser ausschließlich im Hauptwerk in Japan gefertigt. Die Designsprache des Yamaha A-S1200 orientiert sich an Vollverstärkern aus den 70er Jahren und nimmt daher zahlreiche Retro-Elemente auf. Der A-S1200 wartet mit einer massiven Frontplatte aus Aluminium auf, un an den beiden Außenflanken stoßen wir auf ebenfalls sauber verarbeitete Zierblenden, wie erwähnt in schwarzer Hochglanzausführung. In unserer Klangwertung lieferte der Yamaha A-S1200 einen kultivierten, feinfühligen und facettenreichen Klang. Gerade bei langsamen und gefühlvollen Titeln zeigt das Yamaha-Device, dass ein sorgfältiger Aufbau und enorme Bauteilqualität auch zum akustischen Erfolg führen. Musik hat immer hauptsächlich mit Gefühl zu tun, und uns Testern ist es wichtig, dass diese charismatische Aussagekraft bei der Wiedergabe übermittelt wird - das hat der A-S1200 definitiv geschafft. Der Bassbereich wird vom Stereovollverstärker ebenfalls tatkräftig bedient und wird mit einem sehr schönen Volumen punktgenau umgesetzt.

- HiFi Rose RA280: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem HiFi Rose RA280. Das optisch aus der Masse herausstechende Device präsentiert sich als äußerst kraftvoller (250 Watt pro Kanal), von den Anschlüssen her ebenfalls rein analog gehaltener Zweikanal-Vollverstärker für 3.299 EUR. Wahlweise ist er in einer silbernen oder in einer schwarzen Ausführung. Ein spezielles Class AD-Layout der Endstufen, welches die Vorteile der Digitalverstärkung mit der Class A- und Class AB-Technologie zusammenbringt, kommt beim RA280 zum Einsatz. Die Südkoreaner verbauen beim RA280 ein äußerst leistungsfähiges und aus hochwertigen Bauteilen bestehendes Netzteil, um die Basis für eine dauerhaft hohe und stets souveräne Ausgangsleistung zu schaffen. Eine penibel konstruierte Phono MM-Vorstufe gehört zum Ausstattungsumfang. Das Finish des RA280 ist exzellent. Hebt man den Vollvestärker aus der Verpackung, so fragt man sich zunächst, warum er relativ leicht ist. Zu begründen ist dies mit der speziellen Endstufentechnologie, bleischwere Zutaten, die für den zuverlässigen Betrieb klassischer analoger Endstufen zwingend notwendig sind, fehlen. Die Gerätefront erinnert uns etwas an das Cockpit eines klassischen kleinen Flugzeuges, und alles wurde mit großer Liebe zum Detail gestaltet, seien es die griffgünstigen, massiven Drehregler für die Eingangswahl oder auch die Skala der beiden kleinen beleuchteten VU-Meter. HiFi rose liefert eine kompakte Aluminiumfernbedienung mit wenigen Tasten mit. Standby-Schalter, Mute-Bedienelement und Lautstärkeregelung, das ist schon alles. In unserer Klangwertung spielt der Vollverstärker enorm kraftvoll auf, zugleich extrem angenehm, er detailliert exzellent und darüber hinaus setzt das rund 3.300 EUR kostende Gerät Maßstäbe hinsichtlich der Pegelfestigkeit.
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