XXL-Test: Technics SC-CX700 - kompaktes und hochwertiges vollaktives Wireless-Lautsprechersystem mit flexiblen Streamingfunktionen
Klang
Nun möchten wir auf die akustischen Eigenschaften der Technics SC-CX700 eingehen und starten mit der Klangwertung. Als ersten Titel haben wir uns "Dopamine" von Purple Disco Machine feat. Eyelar ausgesucht. Nach einigen Hörversuchen und bei höheren Pegel haben wir uns entschieden, manuell in den Equalizer einzugreifen, um den Bassbereich etwas abzusenken. Die zu Beginn des Titel erklingenden Synthesizer-Effekte werden nüchtern, aber mit einer sehr guten Klarheit abgebildet. Als bereits nach wenigen Momenten die niederländischen Sängerin Eyelar mit in den Track eingreift, sind wir begeistert, wie kultiviert und luftig die Stimme von den Aktivlautsprechern umgesetzt wird. Den Technics-Devices macht es auch nichts aus, dass die Stimmfarbe hoch angesiedelt ist und gerade bei höheren Pegeln schnell harsch und aggressiv werden kann - nicht aber bei unseren Testsamples. Die tieffrequenten Elemente des Tracks werden ebenfalls mit einem ordentlichen Volumen und Präzision dargestellt.
Als zweites Beispiel haben wir uns für "Under Your Scars" von Godsmack entschieden. Das zu Beginn des Track erklingende Klavier, welches von Godsmack-Frontmann Sully Erna bedient wird, und die kurz darauf erklingende Violine werden präzise und glaubwürdig von den Technics HiFi-Lautsprechern dargeboten. Selbst feinste Facetten und Strukturen, z.B. das Anschlagen der Klaviertasten, können wahrgenommen werden. Als Sully dann mit seiner sehr ausdrucksstarken Stimme in den Titel loslegt, sind wir von der Wiedergabe förmlich gefesselt. Die Vocals lösen sich überragend von den Lautsprechern und werden mit viel Gefühl transportiert. Selbst als der Titel dann etwas an Fahrt aufnimmt und an Effekten zulegt, schaffen unsere Testkandidaten noch eine klare Differenzierung der unterschiedlichen Nuancen. Selbst die Bläser werden mit einem robusten Fundament umgesetzt.
Etwas ruhiger und gefühlvoller geht es beim nächsten Klangbeispiel zu. Wir starten die Wiedergabe von "Your Learn" von den schwedischen Rockern von Takida. Der Titel beginnt mit klassischen Instrumenten, die sauber gestaffelt und realistisch in unseren Hörraum präsentiert werden. Als Frontmann Robert Petterson bereits nach wenigen Momenten mit seiner außergewöhnlichen Stimme einsteigt, können die Technics-Schallwandler uns erneut abholen. So wird die Stimmfarbe mit einer grandiosen Klarheit präsentiert, ohne dabei aber die Struktur der parallel agierenden Instrumente zu vernachlässigen. Selbst bei höheren Pegeln bleibt die Gesamtwiedergabe detailreich und klar, mit einer sehr breiten Stereokulisse.
Nachdrücklicher und explosiver wird es nun beim nächsten Titel. Dafür haben wir uns "Glitch" von der australischen Metalcore-Band Parkway Drive ausgesucht. Zu Beginn des Titel erklingt ein E-Gitarre, die aus dem Hintergrund agiert und sich dann in den Vordergrund schiebt. Dieses Vorgang meistern die Technics SC-CX 700 hervorragend. Innerhalb weniger Momente explodiert der Titel dann förmlich mit harten Drums und Gitarrenriffs, aber auch hier bleiben die Technics Akitvlautsprecher ihrer Linie treu und liefern einen satten Bassbereich sowie eine sehr gute Auflösung. Bei höherem Lautstärkepegel verlieren die sehr fordernd agierenden E-Gitarren etwas an Präzision und werden leicht harsch. Als Winston McCall, Frontmann der Band, dann loslegt, wird die Stimmfarbe exakt auf den Punkt getroffen und besitzt daher den gewünschen Wiedererkennungswert. Die verschiedenen Stimmfacetten, die der Frontmann beherrscht, werden von den aktiven Lautsprechern mit solider Akribie umgesetzt.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "I like the way you kiss me" vom britischen Musikproduzenten und Sänger Artemas. Die zu Beginn des Titels elektronisch verzerrte Stimme wird glaubwürdig umgesetzt. Innerhalb weniger Momente legt der Titel dann einen deutlichen Dynamiksprung an den Tag, was aber die Technics Aktivlautsprecher nicht aus der Fassung bringt. Selbst die teilweise sehr wirr wirkenden Facetten des Tracks können mit klarer Kontur umgesetzt werden. Die Stimmfarben der beiden Protagonisten werden exakt und präzise getroffen. Selbst als beide gleichzeitig mit ihren Vocals loslegen, gelingt eine klare Differenzierung der Stimmcharaktere. Die Bassperformance möchten wir als stimmig und knackig anführen. Selbst die komplexen, wuchtigen Basspassagen gelingen mit einer hervorragenden Performance.
Konkurrenzvergleich

KEF LS50 Wireless 2: Für derzeit knapp 2.000 EUR sind die sehr leistungsstarken KEF Aktivboxen mit satter Verstärkerleistung und UNI-Q-Koaxialtreiber inklusive KEFs MAT-Technologie mit revolutionärem Meta-Absorptionsmaterial zu haben. Sie sind iäußerst aufwändig gehalten, so kommt z.B. für den Hochtonbereich ein analoger Verstärker (100 W pro Box) zum Einsatz, während für Mittel- und Tieftonbereich kraftvolle digitale Einheiten (280 W pro Box) Verwendung finden. Signale mit bis zu 384 kHz/32-Bit werden intern verarbeitet, und die äußerst reichhaltig und sinnvoll ausgestattete Streaming-Plattform umfasst unter anderem AirPlay 2, Roon ready, Chromecast built-in, TIDAL Connect, Spotify Connect, Apple Music und Amazon Music. Innerhalb der KEF-App, mit der auch die Ersteinrichtung erfolgt, sind zahlreiche Audio-Funktionen verfügbar. Eine echte Raumeinmessung wie Space Tune bei Technics bringt die LS50 Wireless 2 nicht mit. Die Anschlussbestückung ist üppig, HDMI-eARC, optischer & koaxialer Digitalanschluss, Ethernetbuchse, Subwoofer Pre-Out und 3,5 mm Miniklinke (Analog-Stereo) sind vorhanden. Einen dedizierten Phonoeingang haben die KEF Aktivlautsprecher nicht im Angebot. Auf der Oberseite des Master-Lautsprechers finden sich Sensor-Bedienelemente, und die gesamte Verarbeitung macht einen außergewöhnlich hochwertigen Eindruck. Wie Technics liefert auch KEF eine kleine Fernbedienung mit, im Stil etwas an Apple-Remotes angelehnt Klanglich liefert die LS50 Wireless II voll ab und begeistert durch kultivieren Schub, feine Auflösung und eine dichte Räumlichkeit. Die Pegelfestigkeit ist hervorragend.

Nubert nuZeo 4: Mit einem Preis von 2.800 EUR sind die nuZeo 4 teurer, über Streamingfunktionen verfügen sie zudem nicht. Dafür ist Nuberts X-Room Calibration aus wirkungsvolle Raumkorrektur für den Bassbereich mit an Bord, und die nuZeo 4 ist selbstverständlich zu Nuberts X-Connect Surround-Standard kompatibel. Hoch entwickelte Treiber sorgen für ideale akustische Voraussetzungen. Verbaut sind ein 26 mm messender Hochtöner mit Tetoron-Kunstseide-Membran sowie ein 203 mm großer Tief-/Mitteltöner mit Karbonfasermembran. 320 Watt Dauerleistung und 400 Watt Impulsleistung stehen pro Box bereit. Die Verarbeitung ist Extraklasse, der schwarze Hochglanzlack unserer Testexemplare wurde sehr sorgfältig aufgebracht und biestzt eine hohe Tiefenwirkung. Der hochwertige Traversenfuss sieht hervorragend aus und sorgt dafür, dass die nuZeo 4 auf jedem Untergrund sicher steht. Klanglich lassen sich die schwäbischen Aktivisten ebenfalls nichts vormachen und marschieren mächtig voran, die Pegelfestigkeit ist schon fast abnormal. Präzision und Klarheit des Klangbildes liegen auf einem Level, der auc bei beinahe doppelt so teuren aktiven Schallwandlern noch standesgemäß wäre. Leider gibt es bei Ersteinrichtung und Handhabung Abzüge.

Klipsch "The Nines": Und wieder ein anderer Ansatz - im schicken, hochwertigen Retro-Style gehaltene aktive Lautsprecher, die allerdings ganz klassisch über ein Kabel miteinander verbunden werden. 1.650 EUR lautet hier der aktuelle Marktpreis. Dafür gibt es in edler Optik gehaltene Aktivboxen mit HDMI-ARC, Bluetooth 5.0 und USB-B. Hochauflösende Formate werden bis maximal 192 kHz/24-Bit unterstützt. Netzwerkfunktionen bietet The Nines nicht. Bei der klassische Master-/Slave-Konstruktion mit Kabelverbindung steckt die gesamte Elektronik im Master-Lautsprecher, während der Slave-Lautsprecher passiv ausgeführt ist. Für diese Preisklasse eher ungewöhnlich, solche Konfigurationen sind eher für günstige Aktivboxen-Sets typisch. Wie es sich für einen echten Klipsch-Schallwandler gehört, sind vom Wirkungsgrad her exzellente Hochtöner mit Hornvorsatz installiert. Es handelt sich um einen belüfteten Titan-Hochtöner mit Tractrix-Horn vornedran. Ein 8 Zoll messender Tief-/Mitteltöner kümmert sich um den Rest, seine Membran besteht aus Faserverbundwerkstoff. Auch Klipsch hält, wie Technics und KEF, einen kleinen Infrarot-Signalgeber bereit, anscheinend haben sich alle Hersteller hinsichtlich des Designs abgesprochen, denn eine gewisse Ähnlichkeit ist unverkennbar. Klanglich treten The Nines im Bassbereich nachdrücklich und auch sonst lebendig und mit guter Präzision auf.
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Tags: Aktivlautsprecher • Streaming • Streaming-Lautsprecher • Technics






