XXL-TEST: KEF LS50 Wireless II - die Neuauflage auf dem Weg zur Krone?

Vom britischen Lautsprecherspezialisten KEF haben wir die nun zweite Generation der sehr beliebten LS50 Aktivlautsprecher bekommen, nachdem uns zu Beginn des Jahres 2018 schon die erste Generation im Test begeistert hat. Die LS50 Wireless II sind in neuen und vor allem sehr edlen Farbgebungen erhältlich. Unsere Testmuster sind im klassischen Farbton Carbon Grey gehalten. Der geneigte Käufer kann aber noch zwischen den Farben Carbon Black, Titanium Grey, Mineral White sowie in einer Crimson Red Sonderedition auswählen. Bei allen Farbvarianten handelt es sich um Mattlacke - was auch belegt: Die großen Zeiten hochglänzender Gehäusevarianten ist vorbei.

KEF selbst stellt mit Stolz vor: "Das Ergebnis aus drei Jahren intensiver Forschung und Entwicklung ist die neue KEF LS50 Wireless II, ein vollständig aktives und wireless Musiksystem. Die LS50 Wireless II wurde auf einer völlig neuen Akustikplattform, den LS50 Meta-Passivlautsprechern, aufgebaut, während die brandneue Wireless Plattform von Grund auf neu entwickelt wurde".

Werden die LS50 Wireless II im Netzwerk betrieben, ist eine Verarbeitung von bis zu 384 kHz/24 Bit möglich. Der koaxiale Eingang sowie der HDMI-Eingang liefern Hi-Res Qualität in 192 kHz/24 Bit und wird der optische Eingang benutzt, so stehen maximal 96 kHz/24 Bit zur Verfügung. Werden die Lautsprecher im WLAN betrieben, werden alle Quellen werden auf 96 kHz/24 Bit PCM neu berechnet und verwendet der Nutzer ein LAN-Kabel, werden alle Quellen auf 192 kHz/24 Bit PCM neu berechnet

Die britischen Schallwandler sind ab November für 2499 EUR/Paarpreis im Fachhandel erhältlich.

Aufgesetzte Schallwand

Im Inneren verborgen, arbeiten hochleistungsfähige Verstärker und diese sind ebenfalls eine Eigenentwicklung von KEF. Jeder Hochtöner wird von einem 100 W Class A/B-Verstärker angesteuert. Dedizierte 280 W Class-D-Verstärker treiben die Mittel-/Tieftöner an und sorgen für raumfüllenden, transparenten Sound mit bis zu 108 dB. Somit stehen 760 Watt Verstärkerleistung zur Verfügung, zum Vergleich, die LS50 Wireless hatte 460 Watt Verstärkerleistung. Hier kann man ohne Übertreibung von einem gewaltigen Sprung sprechen.

Uni-Q Treiber der 12. Generation mit Metamaterial-Absorptionstechnologie

Herzstück der Neuauflage ist die Metamaterial-Absorptionstechnologie. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Technologie? KEF bringt hier ein synthetisches Material zum Einsatz, das die Fähigkeit besitzt, alle unerwünschte Frequenzen, die von der Rückseite des Lautsprechers abgestrahlt werden, zu absorbieren und Verzerrungen zu reduzieren. 

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Diese Verbesserungen, darunter ein neuer Konushals-Entkoppler und ein neues Antriebssystem, verteilen den Schall absolut gleichmäßig im Raum. Natürlich arbeitet auch in der neuen LS50 Wireless wieder ein koaxiales Uni-Q-Chassis. Bei diesem Arbeitsprinzip sitzt der Hochtöner im Zentrum des Tief-/Mitteltöners. Vorteil: Der Schall (Punktschallquelle) geht genau von einem Punkt aus, alle Klanganteile treffen zur gleichen Zeit beim Hörer ein.

Der Uni-Q besteht aus der 25 mm großen und belüfteten Aluminium-Hochton-Kalotte mit Metamaterial Absorption Technology sowie der 130 mm Aluminium Membrane für den Tief- und Mitteltonbereich.

Alle bislang erwähnten Leistungsmerkmale der LS50 Wireless II werden durch die "Music Integrity Engine" von KEF unterstützt. Diese Sammlung spezieller Algorithmen für die digitale Signalverarbeitung ist für den Uni-Q-Treiber optimiert und ermöglicht so eine optimale Abstimmung.

Der Hochtöner im Detail

Carbon Grey im Detail und auf der Oberseite sitzt der KEF Schriftzug

Um dem Nutzer vielseitige Möglichkeiten bei der Musikwiedergabe zu bieten, unterstützen die neuen KEF Schallwandler Streaming-Dienste wie zum Beispiel Spotify, Apple Music, Amazon Music, TIDAL, qobuz, Deezer, Podcasts sowie das Internetradio. QQ Music soll durch ein Update ebenfalls bald verfügbar sein. Weitere Streaming-Protokolle wie z.B. Airplay 2, Chromecast built-in und Bluetooth 4.2 werden natürlich ebenfalls unterstützt. Roon ready soll auch demnächst verfügbar sein. Zudem unterstützen die KEF LS50 Wireless II seit letzter Woche TIDAL Connect. KEF ist damit einer der weltweit ersten Gerätepartner bei TIDAL Connect und ermöglicht zusammen mit den neuen Wireless Aktiv-Lautsprechern den Streamingkomfort von der nativen TIDAL-Anwendung. Die neue HiFi-Casting-Technologie TIDAL Connect ermöglicht es Anwendern direkt von der TIDAL-App aus auf die LS50 Wireless II-Lautsprecher streamen.

Frontansicht im Detail

Rückseite des Master-Lautsprechers

Wenden wir uns nun der schmucken Rückseite der Lautsprecher zu. Beide Lautsprecher arbeiten aktiv, besitzen aber unterschiedliche Anschlussbestückungen. Oben im Bild zu sehen ist der Master Lautsprecher, der wie auch bei der ersten Generation kabellos und mittels Funkverbindung mit dem Slave Lautsprecher verbunden werden kann.

Die Anschlussbestückung des Master-Lautsprechers zeigt sich sehr vielseitig. So befinden sich auf der Rückseite der HDMI-Anschluss zur komfortablen Verbindung mit dem TV. Daneben befindet sich der optische Digitaleingang, der maximal 96 kHz/24 Bit unterstützt. Der koaxiale Digitaleingang unterstützt 192 kHz/24 Bit und daneben ist der analoge 3,5 mm AUX-Eingang untergebracht. Zusätzlich befindet sich auf der Rückseite noch der Anschluß für den LAN-Betrieb, und wem die Bassleistung seiner LS50 Wireless II noch immer nicht ausreichen sollte, kann einen externen Subwoofer anschließen. 

Aber nicht nur Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Lautsprechers. So befinden sich des weiteren Bedienelemente für die Funkverbindung zwischen den beiden Lautsprechern, ein Taster für die Bluetooth Verbindung sowie ein Reset-Taster, um die Werkseinstellungen wieder herzustellen. 

Bedienelemente und Anschlüße vom Hauptlautsprecher

Bassreflexrohr im Detail

Im oberen Teil der Lautsprecher sind die Bassreflexrohre untergebracht, die farblich sehr schön an die Uni-Q Treiber angepasst sind: Dadurch das optische Konzept der Frontansicht weitergeführt.

Die Rückseite des Slave-Lautsprechers

Nun sehen wir uns die Rückseite des Slave-Lautsprechers an. Es befinden sich der TO P/S Netzwerkanschluß, der eine Kabelverbindung zum anderen Lautsprecher ermöglicht sowie ein Service USB-Anschluß auf der Rückseite. Weiterhin kann zusätzlich an die Slave-Box noch ein externer Subwoofer angeschlossen werden. Ein Taster für die Funkverbindung der beiden Lautsprecher befindet sich neben den Anschlüssen.

Anschlüsse des Slave-Lautsprecher

Bedienelemente

Auf der Oberseite des Master-Lautsprechers sind Sensor-Bedienelemente formschön untergebracht. So können mittels der Sensor-Bedienelemente die Lautsprecher Ein- und Ausgeschaltet werden sowie die Quelle ausgewählt werden. Zusätzlich befinden sich noch die Bedienelemente für die Lautstärkeregelung und eine Mute Taste auf der Oberseite. Die Sensor-Bedienelemente reagieren sehr schnell auf unsere Berührungen. Zusätzlich informiert auf der linken Seite ein WLAN Symbol, ob die Speaker mit dem Netzwerk verbunden sind.

Fernbedienung

Die KEF LS50 Wireless II können, dank der im Lieferumfang befindlichen Fernbedienung, natürlich auch konventionell bedient werden. Ebenfalls ganz neu, ist die neuentwickelte KEF Connect App, die wir natürlich im folgenden etwas genauer betrachten und vorstellen möchten. Dafür haben wir wieder einige Screenshots von der App erstellt:

So sieht die neue KEF Connect App aus

Unsere LS50 Wireless II werden sofort beim Start der App erkannt und können eingerichtet werden

Es wird noch Netzwerkverbindungen gesucht

Hier die Auswahl der verfügbaren Heimnetzwerke

Innerhalb weniger Sekunden ist die Verbindung mit dem heimischen WLAN hergestellt

Die App in der Übersicht 

KEF Culture Hub

Da Konzerte in diesem Jahr ja bekanntlich nicht mehr stattfinden werden und können, engagiert sich KEF bei dem "Sound of Life" Projekt und dem darin angesiedelten "Culture Hub". Auf dem Internet-Hub Sound of Life kann der Nutzer in Bild und Ton erleben, was Künstler und Entwickler antreibt, wie sie arbeiten und wie sich die Ergebnisse anhören. Im Culture Hub können Interviews, Klangbeispielen sowie interaktive Aktionen abgerufen werden.

Eingangswahl in der App

Hier können die verschiedenen Streaming-Dienste verwaltet sowie die Internetradiosender ausgewählt werden

Die App verfügt über einen Equalizer, mit dem der Nutzer Einfluss auf verschiedene Klangeinstellungen nehmen kann

Das Einstellungsmenü unserer KEF LS50 Wireless II

Weitere Einstellungsmöglichkeiten

Weitere Einstellungsmöglichkeiten II

Weitere Einstellungsmöglichkeiten III

Firmware-Version

In der App wird automatisch die Firmware Version der Lautsprecher geprüft. Im Falle unserer Testgeräte ist ein Software-Update verfügbar, welches wir natürlich installieren lassen.

Die Firmware wurde aktualisiert

Für die Audioqualität stehen dem Nutzer die Einstellungen Normal, High sowie Hi-Fi zur Verfügung

Die Ersteinrichtung der KEF LS50 Wireless II gestaltete sich in der Praxis sehr unspektakulär. Der Nutzer muss sich für die beiden Lautsprecher einen geeigneten Standort suchen und beide dann mittels Kabel an das Stromnetz anschließen. Danach wird die KEF Connect App, die natürlich für iOS und Android kostenfrei erhältlich ist, auf das Smartdevice geladen. Startet man dann die App, wird sofort mit dem Suchlauf nach geeigneten Speakern begonnen. Danach läuft die Einrichtung fast automatisch ab. Die App funktionierte im Großen und Ganzen im Testbetrieb fast störungsfrei, nur gab es hin und wieder kleinere Probleme beim Verwenden eines iPhones (App reagierte leicht verzögert). Was wir etwas schade finden ist, dass es keinerlei Sprachauswahl bei der KEF Connect App gibt und der Nutzer somit nur auf die englische Variante zurückgreifen kann. Wir haben jedoch die Info von KEF erhalten, dass bereits an Versionen auf Deutsch, Französisch, Japanisch sowie Chinesisch gearbeitet wird. Zum Jahresbeginn 2021 sollen die zusätzlichen Sprachen verfügbar sein. Worauf aber wir in diesem Punkt noch hinweisen möchten: Sollte ein Software-Update verfügbar sein und aufgespielt werden, kann es bis zu einer halben Stunde dauern, bis die Lautsprecher wieder betriebsbereit sind, auch wenn die App behauptet, dass Update sei fertig. Sollte also nach dem Update das Sensor-Bedienelement für die Eingangswahl abwechselnd mit dem Lautstärkesymbol Minus blinken, ist das Softwareupdate noch nicht beendet.

Separat erhältliche KEF S2 Lautsprecherstative

Wer seine neu erworbene KEF LS50 Wireless II nicht einfach auf ein Schränkchen stellen möchte, für den halten die britischen Lautsprecherspezialisten auch formschöne Lautsprecherstative bereit. Diese Lautsprecherstative gibt es aber nicht nur in einer schwarzen Variante, sondern sie greifen das Farbspektrum der LS50 Wireless II komplett auf. So gibt es die Ständer in den Farben Carbon Black, Titanium Grey, Mineral White, Royal Blue Special Edition sowie in Crimson Red Special Edition. Damit die LS50 Wireless II auch sicher auf den Stativen stehenbleiben, befinden sich auf der Unterseite der Lautsprecher Gewindebohrungen mit denen die Stative und Lautsprecher verschraubt werden. Zusätzlich befinden sich in den Stativen ein Kabelmanagement. Weiterhin sind und Spikes und Spike-Discs im Lieferumfang enthalten.

Klang

Nun möchten wir unsere Klangtestreihen starten und da wir in unseren Testräumen einen eher höherpreisigen Lautsprecher haben, müssen wir natürlich die Titelauswahl etwas genauer und komplexer gestalten - schließlich kostet das Set LS50 Wireless II eine gute Stange Geld. Wir starten mit dem Titel "Shallow" von Bradley Cooper und Lady Gaga aus dem Film "A Star Is Born. Der Song beginnt mit einer Gesangseinlage von Bradley Cooper, begleitet von seiner Gitarre. Sofort sind wir gefesselt von der luftigen Wiedergabe im Hochtonbereich, hier wird ein deutlich höherer Standard offeriert als beim Vorgängermodell. Der Uni-Q Treiber zeigt uns ein extrem großes Bühnenbild auf, ohne das die Lautsprecher direkt geortet werden können. Auch die Stimmwiedergabe von Lady Gaga setzt Bestmarken, dass rauchige und etwas gedämpfte ihrer Stimme wird fabelhaft dargeboten. Bradleys Gitarre klingt absolut natürlich und authentisch. Auch die Bassleistung ist hier toll und kann den Tester begeistern: Denn man mag es kaum für möglich halten, wie solide und standhaft das Fundament ist. Natürlich, zaubern kann auch KEF nicht. Das relativ kleine Gehäusevolumen merkt man beim Tiefgang - ohne Zweifel. Aber das, was ab ca. 80, 90 Hz geboten wird, ist wirklich außergewöhnlich gut. 

Auch beim nächsten Stück schlagen wir nochmal ruhigere Töne ein und lassen uns von den britischen Lautsprechern das Stück "Sweet Child O' Mine" wiedergegeben. Die normale Variante von Guns'N'Roses erscheint uns aber für diese Lautsprecher nicht würdig und so wählen wir den Titel in einer Acoustic Version aus, am Mikro ist Myles Kennedy von Alter Bridge und an der Gitarre gibt sich Slash von den Gunners die Ehre. Warum aber genau diesen Titel, werden sich sicherlich einige Leser fragen und darauf möchten wir natürlich gerne darauf eingehen. Myles Kennedy hat eine sehr fordernde Stimme, die schon manchen Hochtöner an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Wie schlagen sich hier aber die KEF LS50 Wireless II ? Auch hier sind wir begeistert von der hervorragenden Qualität im Hochtonbereich. Gerade diese Luftigkeit und Leichtigkeit bei der Stimmwiedergabe kann uns voll und ganz überzeugen. Auch die Gitarreneinsätze werden absolut plastisch und realistisch dargestellt und schließt man die Augen, könnte man meinen, man sitzt direkt zwischen den beiden Musikern bei der Darbietung des Stücks. Weiterer Pluspunkt ist hier die Uni-Q-Koaxialtechnologie. Alle akustischen Anteile kommen parallel beim Zuhörer an, der sich dadurch von einem absolut homogenen, in sich schlüssigen Klangbild umgeben fühlt. Die empfundene Räumlichkeit konnte ebenfalls nochmals optimiert werden. Im Verhältnis zur Größe der beiden Boxen ist das Gefühl, räumlich eingebunden zu sein, deutlich intensiver. 

Für knapp 2500 EUR Paarpreis sollten die Lautsprecher aber nicht nur langsamere Titel perfekt wiedergeben, deswegen wechseln wir nun das Genre. Wir starten die Wiedergabe von "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Der sehr Kickbass-lastige Song wird aber auch von den KEF LS50 Wireless II tadellos wiedergeben. Der Hochtonbereich wird in keinster Weise spitz und die Kickbässe werden sauber strukturiert und staubtrocken an den Hörraum abgegeben. Auch als der Bass richtig tief in die unteren Frequenzen geht, bleibt die KEF Lautsprecher absolut stabil bei der Wiedergabe. Wir erfreuen uns auch an der exzellenten Pegelfestigkeit. Ja, auch wenn man es nur schwer für möglich hält zunächst, auch im Hörraum über 30 Quadratmeter sind die LS50 Wireless II keine "Notlösung", sondern ein vollwertiges System. Dass die KEF-Techniker so üppig Endstufenleistung eingeschenkt haben, ist allzeit durch die Souveränität der aktiven Lautsprecher auch bei hohem Pegel zu bemerken. 

Etwas klassischer lassen wir es beim nächsten Titel angehen und spielen den KEF LS50 Wireless II "Vivo per lei" von Andrea Bocelli und Giorgia zu. Auch hier zeichnen die KEF Lautsprecher ein sehr großes und voluminöses Bühnenbild mit allen Facetten wieder ab. Auch die Gesangeinlagen der beiden Darsteller klingen absolut fantastisch. Gerade auch der Mitteltonbereich wird von den Uni-Q Treiber nicht vernachlässigt - und diese nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Teilen des Frequenzspektrum sind wirklich grandios, denn dadurch wirkt das Klangbild schlüssig, rund und harmonisch.

Und zu guter Letzt lauschen wir den Titel "The Look Of Love" von Diana Krall. Wir erinnern uns an den feinen, gefühlvollen Hochtonbereich aus den ersten beiden Klangbeispielen und an die überragende Stimmwiedergabe. Genau diese Vorzüge der LS50 Wireless II lassen auch das Diana Krall-Stück im besten Licht erscheinen. Das Rauchige, Markante in der Stimme Dianas wird sehr gut herausgearbeitet. Lobenswert ist es aber auch, wie gut sich der Klang vom Lautsprecher löst und sich frei im Raum ausbreitet. 

Das Konkurrenzumfeld

Nun, die KEF LS50 Wireless in der zweiten Generation trifft auf durchaus unangenehme Konkurrenten. Zu nennen wäre hier die nuPro X-4000 RC, die auf einen Stückpreis von 833 und einen Komplettpreis für ein 2er Set von 1.666 EUR kommen. Dafür gibt es eine ausgezeichnete Pegelfestigkeit, einen sauber abgestimmten und ungemein kraftvollen Bassbereich sowie ein geniales, App-basiertes Einmesssystem für den eben angesprochenen Bassbereich. Die Einmessung ist völlig problemlos und einfach - zeigt aber Wirkung: Ein sauberer, reiner Bass ohne Dröhnen ist die hörbare Folge. Also ein rundherum gelungenes Konzept, allerdings sind die nuPro X-4000 RC nur mit Bluetooth ausgestattet, bieten aber keine Netzwerk- und Streaming-Funktionen. Der Mehrpreis für die LS50 Wireless II ist demnach fair, zudem bringen die Briten auch nochmals mehr Verstärkerleistung mit. 

Die Canton Smart Vento 3 erweist sich ebenfalls als hartnäckiger Kontrahent. Allerdings: Veraltete Bluetooth-Version, keine Streaming-Optionen (kann man aber z.B. durch einen Streaming-fähigen Vorverstärker/Smart Connect 5.1 aus Cantons Smart World ändern, 499 EUR extra) und kein HDMI. Auf der Habenseite: Decoder für Dolby Digital und DTS, exzellente virtuelle Surroundfunktion, erweiterbar zu 4.0 oder 5.1 Mehrkanalset (letzteres zusammen mit dem Smart Connect 5.1) und natürlich ein exzellenter Klang. Die Endstufen leisten pro Box 350 Watt, was auch für größere Hörräume reicht. 

Schauen wir zu Dali. Hier erwähnen wir die Dali Callisto 2c zusammen mit dem Sound Hub - denn das Paket (beides auch einzeln erhältlich) ist mit knapp 3.000 EUR deutlich günstiger als der Einzelkauf (damals zum Zeitpunkt unseres Tests war alles noch teurer). Kostspielig wird es dann, soll die Anlage noch Streaming-fähig werden. Dann benötigt man das sehr gut ausgestattete BluOS-Modul für den Hub, das allerdings weitere 489 EUR extra verschlingt. Mit dem Hub, der Modular auf den neuesten Stand gebracht werden kann und der erstklassig verarbeitet ist, bietet Dali eine gute, aber teure Lösung. Akustisch sind die Callisto 2c sehr ausgewogen und lebendig zugleich. Die Endstufenleistung fällt im Vergleich zur Konkurrenz, die wir hier ausgeführt haben, geringer aus. 

Fazit

Kommen wir nun zum Ende unseres Test der KEF LS50 Wireless II und wir dürfen uns nun die Frage stellen: Ist die Neuauflage wirklich nochmal besser als die Vorgänger) Geht man nach der Materialanmutung und der Optik aus, müssen wir zunächst festhalten: Optisch wird das gleiche Konzept verfolgt, eine optische Revolution ist die zweite Auflage nicht - da sagen wir aber "Gottseidank", denn das LS50 Design ist zeitlos schön. Frischer Wind bei der Farbpalette: Die neuen Mattlacke sehen toll aus und sind auch tadellos aufgebracht. Die zweite Generation wirkt dadurch insgesamt etwas aktueller, gerade wenn die LS50 Wireless II frei im Raum stehen. Und: Die Rückseite ist nun deutlich schöner gestaltet.

Auch leistungstechnisch haben die KEF Ingenieure nochmal eine Schippe draufgelegt und so stehen 760 Watt Gesamtleistung zur Verfügung, was bei der Musikwiedergabe spürbar ist. Auch die 12. Variante des Uni-Q Treibers wurde weiter verbessert, auch wenn es ehrlich gesagt hauptsächlich für versierte Hörer möglich ist, die Unterscheide herauszuhören. Uns gefiel besonders die Leichtigkeit und Luftigkeit gerade bei der Stimmwiedergabe. Aber auch der Tief- und Mitteltonbereich konnte uns hier überzeugen, der Bassbereich hat noch mehr Volumen, die Pegelfestigkeit stieg und auch Kontrolle sowie die gesamte Souveränität.

Die Einrichtung ging dank der App einfach vonstatten. Auch macht die neuentwickelte App den Weg frei, um moderne Streaming-Dienste auf seinen KEF Lautsprechern zu nutzen. Spotify, Apple Music, Amazon Music, TIDAL, qobuz, Deezer, Podcasts sowie das Internetradio stehen zur Verfügung. QQ Music soll durch ein Update ebenfalls bald verfügbar sein. Weitere Streaming Protokolle wie z.B. Airplay 2, Chromecast built-in und Bluetooth 4.2 werden natürlich ebenfalls unterstützt. Roon ready soll auch demnächst verfügbar sein. Die neue KEF Connect App weist aber teilweise leichte Schwächen auf, gerade beim Zusammenspiel mit iOS 14. Hier sollte noch etwas an der Betriebsstabilität gearbeitet werden und bei einem Kaufpreis von knappen 2500 EUR erwartet der Nutzer auch eine Sprachauswahl, sind wir der Meinung. Zusätzliche Sprachen, darunter auch Deutsch, werden zum Jahresbeginn 2021 kommen.

Erstklassige Klangeigenschaften kombiniert mit modernen Wiedergabemöglichkeiten, verpackt in einem edlen Gehäuse
Aktive Wireless-Kompaktlautsprecher 
Oberklasse
Test 26. Oktober 2020

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 26. Oktober 2020

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