XXL-TEST: KEF Q Concerto Meta - innovativer Dreiwege-Regallautsprecher mit hervorragendem Klang

Im letzen Monat hatten wir das Vergnügen, uns den KEF "Experience Room" in der KEF-Gallery im schönen London genauer ansehen zu dürfen, wir haben darüber bereits berichtet: Klick. Nachdem wir uns von einem gigantisches KEF MUON 2.0 Setup sowie einen überragenden Mehrkanal Setup in einer 9.14.4 Konfiguration überzeugen konnten, haben die britischen Lautsprecherpioniere bei diesem Event auch die neue 2024er Q-Serie vorgestellt. Auch darüber haben wir bereits in einem ausführlichen Special informiert: Klick.
Die Q-Serie umfasst insgesamt acht Lautsprecher. Darunter befinden sich zwei Standlautsprechermodelle, die Q7 Meta sowie die Q11 Meta. Als besonderes Highlight kann auch der erste Wandlautsprecher der Q-Serie gelten, der Q4 Meta. Weiterhin gibt einen Centerlautsprecher in Form des Q6 Meta Center sowie einen Dolby Atmos Lautsprecher, die Q8 Meta. Den Abschluss bilden die beiden Regallautsprechermodelle, die KEF Q3 sowie Q1 sowie unser neuester Testkandidat, der Q Concerto Meta, der erste Drei-Wege-Regallautsprecher der Q-Serie, und eine Neuauflage der klassischen KEF Concerto von 1969.
Die KEF Q Concerto Meta Box ist in den Farben Satin Black (Schwarz), Satin White (Weiß) und Walnut (Walnuss) für einen Paarpreis von 1198 EUR im Handel erhältlich. Unsere Testmuster sind im Oberflächenfinish Satin White ausgeführt und besitzen eine graue Lautsprecherabdeckung.

Uni-Q Treiber in der Detailansicht
Highlight der neuen Q-Serie ist die Tatsache, dass bei dieser eher preisgünstigen Serie KEFs exklusive Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT) zum Einsatz kommt. Das innovative Feature wird bereits in den hochpreisigen Modellen von KEF erfolgreich verwende und sorgt nachweislich für höhere Präzision und Klarheit. Die Performance des Uni-Q-Treibers der 12. Generation wird damit auf ein neues Niveau gehoben, versprechen die Briten daher auch hinsichtlich der Q Meta-Serie.
Bei MAT handelt es sich um eine labyrinthartige, sehr komplexe Struktur, in der jeder der aufwändig konstruierten Kanäle eine bestimmte Frequenz mit hoher Effizienz absorbiert. In Kombination wirkt das Ganze dann wie ein "akustisches schwarzes Loch", in dem 99% alles unerwünschten Schalls verschwindet. Das Resultat: ein unverfälschter und natürlicher Klang.

"Metamaterial Absorption Technology" Schriftzug leicht versteckt, auf dem Uni-Q Chassis zu finden
Das flexible Decoupling-Chassis, welches in den Modellen Q11 Meta, Q7 Meta, Q Concerto Meta und Q6 Meta Verwendung findet, kam erstmals bei den aktuellen Blade- und The Reference-Lautsprechern zum Einsatz und wird beim Uni-Q-Treiber eingesetzt, um Klangverfärbungen, entstanden durch die Übertragung von Schwingungen im Mitteltonbereich auf das Gehäuse, hörbar herabzusetzen. Zugleich hat KEF das Problem des zusätzlichen Schalls, der durch den Treiberkorb entsteht und bei herkömmlichen Entkopplungsmethoden auftritt, aus der Welt geschafft. Der massive Mitteltönermotor wird vom Uni-Q-Chassis entkoppelt, so dass die Schwingungen abgeleitet werden, bevor sie sich aufs Gehäuse übertragen und als unerwünschter Nebengeräuschanteil abgestrahlt werden können.

.... sowie in der Komplettansicht

165 mm messender Hybrid-Aluminium-Basstreiber in der Detailansicht
Das neue Basstreiberdesign, welches in den Modellen Q11 Meta, Q7 Meta, Q Concerto Meta sowie Q6 Meta zum Einsatz kommt, ist eine Hybridstruktur mit einer flachen, konkaven Aluminiumhaut auf einer Papiermembran. Die Alu-Beschichtung verleiht Steifigkeit, um eine kolbenartige Bewegung für mehr Bassdruck und Geschwindigkeit zu erreichen. Kombiniert wird dies mit einer 3D FEA-optimierten Sickengeometrie für eine untadelige Linearität bei höherer Auslenkung. Dadurch soll ein präziser, agiler Bass entstehen, was man ebenfalls bei höheren Lautstärkepegeln merken soll. Ob dies den Tatsachen entspricht, dazu später gerne mehr in unserer Klangwertung.
Im Inneren der KEF Q Concerto Meta arbeitet eine Hochleistungsfrequqenzweiche, welche, so führt KEF aus, mithilfe einer Vielzahl von Messungen deutlich verbessert wurde. Sie spricht spürbar empfindlicher an und gewährt eine nahtlose Integration aller Lautsprecherkomponenten. Für die Optimierung kam der schalltote Raum im KEF-Firmensitz in Maidstone, Großbritannien mit einem speziellen Referenzmikrofon-Meßaufbau häufig zum Einsatz. Durch die umfassenden Prüfungen an und neben der Achse waren die Ingenieure in der Lage, die akustischen Interaktionen jedes Modells besser nachvollziehen und verstehen. Simulation und modernes Prototyping garantieren dann das neue, optimierte Frequenzweichen-Design. Erstmals kam dieser akribische Prozess bei der Entwicklung der LS50 Meta zum Einsatz und wurde bei den neuen Blade-, Reference und R-Serie-Modellen weiter verbessert. Bei jedem Lautsprecher können so ein präziser Signalweg und spezifische Optimierungen für eine bestmögliche Leistungsentfaltung ermittelt werden.
Ebenfalls verfügt die KEF Concerto Meta über die Shadow Flare-Technologie. Sie reduziert unerwünschte Reflexionen an den Ecken der Lautsprechergehäuse, sodass der Uni-Q-Treiber mit der MAT Technologie eine perfekte Symbiose ergeben. Bei Shadow Flare handelt es sich um eine präzise gestaltete Oberfläche zur Verbesserung der Schallabstrahlung des Uni-Qs. Der Hochtöner hat dann keine "Sichtlinie" mehr zu den Gehäusekanten. Es entsteht ein sogenannter "Schattenbereich", in dem das Potential für Reflexionen am höchsten ist, wodurch die akustischen Auswirkungen so weit reduziert werden, dass sie vernachlässigt werden können. Das verbessert die Klarheit feiner Details und ermöglicht die Abbildung subtiler Nuancen.
Der Frequenzgang (+- 3dB) ist mit 48 Hz bis 20 kHz angegeben, die Empfindlichkeit liegt bei 85 dB und die Nennimpedanz bei 4 Ohm. Der maximale Schalldruck kommt auf 108 dB und die empfohlene Verstärkerleistung liegt laut KEF zwischen 15 bis 180 Watt.

Die Kantenverarbeitung im Detail
Kommen wir nun zu weiteren Details und zur Verarbeitungsqualität der KEF Concerto Meta. Die Lautsprecher der neuen KEF-Serie überzeugen durch ein modernes, minimalistisches Design mit seidenmatter Oberfläche. Wie wir bereits erwähnt haben, sind diese erhältlich in den Ausführungen Satin Black (Schwarz), Satin White (Weiß) und Walnut (Walnuss) mit jeweils farblich abgestimmten Membranen.
Mit Abmessungen von 210 mm Breite, einer Höhe von 415 mm sowie einer Tiefe von 315 mm fühlen sich die 3-Wege Schallwandler auf einem Sideboard oder auf den optional erhältlichen SQ1 Lautsprecherstativen, pudelwohl. Das Stückgewicht beträgt 9,5 kg.

Frontansicht, teilweise mit Frontblenden
Die Verarbeitung der Kantenbereiche ist bei unseren Testmustern sehr sauber ausgeführt. Lediglich der Kantenbereich zur Schallwand empfinden wir als leicht scharfkantig. Die Lautsprecherchassis sind sehr gut in die Schallwand eingelassen und sitzen fast plan, mit dem Gehäuse. Auch ohne Lautsprecherabdeckung, machen die 3-Wege Lautsprecher einen sehr guten und frischen Eindruck.

Hervorragende Spaltmaße an den Lautsprecherchassis

Die Frontblende in der Detailansicht, mit KEF Schriftzug in der Mitte
Apropos Lautsprecherabdeckung, jedem Lautsprecher liegen spezielle Frontblenden bei, mit denen bei Bedarf die Membranen schützen werden können. Die farblich abgestimmten Frontblenden bewahren die in sich schlüssige Optik. Erfreulicherweise sind die Frontblenden magnetisch ausgeführt und es befinden sich in der Schallwand, keinerlei unschöne Löcher.

Die Rückseite der Lautsprecherabdeckung

.... sowie die Magnethalter im Detail

Die Rückseite der KEF Concerto Meta
Wenden wir uns nun der Rückseite der britischen Schallwandler zu. Wie wir zufrieden notieren, finden wir auf der Rückseite das gleiche und hochwertige Oberflächenfinish wie auf der Vorderseite und den Seitenwangen. Im oberen Teil der Rückseite ist ein aufgesetztes Bassreflexrohr untergebracht, das aus Kunststoff besteht und über ein schwarz/mattes Finish verfügt. Eine Etage stoßen wir auf die vergoldeten Lautsprecherdrehanschlüsse. Wenn die farbigen Staubkappen entfernt werden, nehmen diese Bananenstecker sowie herkömmliche Kabelverbindungen auf.
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