XXL-TEST: Canton Premium-Standlautsprecher Reference 1 - ideal für große Räume und kraftvolle, präzise Akustik

Bei "Vivo Per Lei" (Andrea Bocelli & Georgia) spielt sich die Reference 1 sofort Bestform. Das Klavier und Andreas Stimme kommen vielschichtig und kraftvoll heraus. Auch Georgias Stimme hat Substanz und Ausdruckskraft. Die große Standbox schafft ein weitläufiges akustisches Panorama und managt auch enorme Lautstärken mit einer Leichtigkeit, die wirklich verblüffend ist. Dynamische Sprünge kommen impulstreu und mit der nötigen Energie heraus, und das ganze Klangbild ist ausgesprochen harmonisch und gefällig, ohne es an Prägnanz und akustischer Kultur bei feinen Elementen mangeln zu lassen.

Bei der Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" haben wir einen Track gefunden, der dem großen hessischen Schallwandler sozusagen "wie auf den Leib geschneidert" ist. Denn in diesem Song steckt im Grunde das Wesen des Reference 1. Er kann zart, filigran, brillant und kristallklar, aber wenn es gefordert ist, wird er zum tosenden Orkan, mit herausragender Dynamik und einer beispielhaften Vielschichtigkeit. Genau so ist der Junge Cruise-Titel aufgebaut, mit vielen, facettenreichen, feinen Konturen, aber urplötzlich mit massiven Dynamiksprüngen, die im Punkt Belastbarkeit nahezu alles von den Komponenten der Kette fordern. 

Canton Reference 1 Setup 1

So gut, wie der große Standlautsprecher klingt, möchte man gar nicht mehr aus dem Hörraum gehen

Und da sind wir schon beim nächsten Stück, das ebenfalls ein enormes Maß an Dynamik bereithält: "In The Army Now" von Status Quo. Auch hier sind es zu eimem beträchtlichen Teil wieder die massiven Unterschiede hinsichtlich der dynamischen Ausprägung, die das Equipment fordern. Unserem Testkandidaten ist dies ziemlich gleichgültig, er feuert, brutal angetrieben von den AVM Endstufen, das Gewünschte präzise, praktisch verzerrungsfrei und energiegeladen in den Hörraum. Es ist für weniger HiFi-affine und hörerfahrene Anwender schier unglaublich, wie sich die Reference 1 zu immer höheren Pegeln aufschwingt, ohne dass irgendein klangliches Element nicht mehr an der absolut richtigen Stelle sitzt. Die Stimme wird geschickt fokussiert, ohne dass instrumentale Anteile unpassend in den Hintergrund rücken.

"Relax" von Frankie Goes To Hollywood wirkt enorm lebendig, kraftvoll und räumlich, wenn Cantons Reference 1 die Wiedergabe in die Hand nimmt. Mit großem Talent werden die unterschiedlichen musikalischen Ebenen in den Hörraum transportiert, wo sie sich homogen ausbreiten, aber stets, auch bei enormem Pegel, zu differenzieren sind. Obwohl das Quellmaterial nicht mehr das jüngste ist, holt der Standlautsprecher viel aus der Stimme heraus, die entschlossen und fest, mit klarer Kontur auftritt. 

Fluffig, mit einer allzeit dominanten Selbstverständlichkeit, führt die Reference 1 "When The Rain Begins To Fall" (Jermaine Jackson & Pia Zadora) in Pegelregionen, die bei eher zurückhaltenden Zeitgenossen für eine gewisse Angst sorgen dürften. Doch es besteht kein Grund zur Sorge - denn weder die Reference 1 noch die AVM Monoblöcke sind auch nur eine Sekunde in Reichweite einer Überforderung. Vielmehr wird auch bei extremen Lautstärken mit einer gefälligen Gesamtakustik und mit Verzerrungen, die gegen Null tendieren, aufgespielt. Für das alte Quellmaterial sind wir erneut überrascht, wie sauber die vokalen Elemente herausgestellt werden. 

Was an maximaler Basskraft im Reference 1 Standlautsprecher steckt, loten wir mit "Middle Of Nowhere" von Adan Hüjens & Dodobeatz aus. Und wir werden nicht enttäuscht. Die dicken AVM Monoblöcke schustern der Hightech-Box Kraft in Hülle und Fülle zu, und der Reference 1 Schallwandler setzt diese ohne jegliches Zögern extrem nachdrücklich um. Dabei wird eine sehr großzügige, trotzdem zu jedem Zeitpunkt realistische Räumlichkeit freigesetzt, die teils alternierenden akustischen Effekte umgeben den Zuhörer völlig. 

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Konkurrrenzeinordnung

Canton Reference 2 Front 1

Wir hatten den Canton Reference 2 Standlautsprecher bereits im Test. Dieser bietet auch schon weitaus mehr, als sich selbst sehr anspruchsvolle Hörer wünschen. Er begeistert durch enorme Dynamik, hervorragende Räumlichkeit, eine überragende Detailtreue und durch eine erstklassige Pegelfestigkeit. Ab 16.500 EUR Paarpreis kann der HiFi-Freund hier zugreifen, und es stellt sich die Frage, warum man dann noch die Reference 1 kaufen sollte - durchaus berechtigt, denn die Reference 2 ist einfach extrem leistungsfähig, und das zu einem Paarpreis, der eben doch 3.500 EUR unter dem der Reference 1 liegt. Noch mehr Tiefgang, noch mehr Kontur im Bassbereich, ein Plus ein Pegelfestigkeit gerade in Hörräumen oberhalb der 30 bis 25 Quadratmeter und ebenfalls noch mehr räumliche Weite sowie atmosphärische Dichte: Der Reference 1 Standlautsprecher schafft es tatsächlich, hinsichtlich vieler Faktoren nochmals nachzulegen. Bei Canton kann man beide Lautsprecher nach Terminabsprache Probe hören, dazu raten wir. Denn einen herausragenden Lautsprecher kauft man in jedem Fall, ganz gleich, ob man sich für die Reference 1 oder die Reference 2 entscheidet.  

Wilson Audio Sabrina X Komplett 4

Ein völlig anderes Konzept verfolgt die Wilson Audio Sabrina V. Hierbei handelt es sich um einen sehr kompakt bauenden Standlautsprecher, den kleinsten der US-amerikanischen Highend-Brand. Doch man sollte sich vom unschuldigen Äußeren nicht täuschen lassen. Die Sabrina kann zupacken, und der Bass ist vehement und sehr exakt. Auch die sorgsam abgestimmte, homogene Gesamtakustik ist überragend. Für Anwender, die das Besondere suchen, und die einen Hörraum bis rund 30 Quadratmeter besitzen, ist die Sabrina eine tolle Wahl - mit einem Wermutstropfen: Das Paar kostet ab 28.400 EUR, Luxus fordert eben seinen Tribut.

Kef Blade Two Meta Single

Das gilt auch für die KEF Blade Two Meta. Sie ist ein Kunstobjekt und ein hochbegabter Lautsprecher in Personalunion. Das dichte, ganz lässig erzeugte Maß an Räumlichkeit und die vielen speziellen KEF-Technologien sorgen für eine Ausnahmestellung. Ab 26.000 EUR, je nach Farbausführung, wechseln für die KEF Blade Two Meta den Besitzer. Für den gewiss nicht kleinen Betrag gibt es die erwähnte optische Exklusivität und die Möglichkeit, schon die "kleine" Blade Two Meta (es gibt auch noch die größere Blade Meta) auch in Räumen von gut 40 Quadratmetern einzusetzen. Pegelfester als die Canton Reference 1 ist sie jedoch nicht. 

Fazit

Canton Reference 1 Front 6

Besonders für große Räumlichkeiten und für den Betrieb an sehr leistungsstarker Elektronik ist der Canton Reference 1 Standlautsprecher hervorragend geeignet. Durch die elegante Formensprache kaschiert er zudem die durchaus beachtlichen Abmessungen geschickt. Superb verarbeitet und mit modernster Chassis- und Gehäusetechnik versehen, liefert er eine rundherum erstklassige Performance ab. Allerdings ist der kleinere Reference 2 beinahe ebenso gut - wer allerdings die bereits zu Beginn des Fazits beschriebenen großen Lokalitäten, 40 Quadratmeter und mehr messend, mit Nachdruck beschallen möchte, liegt bei der nochmals pegelfester und entschlossener auftretenden Reference 1 richtig - dann muss man die 3.500 EUR Mehrpreis pro Paar in Kauf nehmen, wird aber dann auch wunschlos glücklich sein. Das enorme Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich, die extrem sauber durchmodellierte Stimmwiedergabe und die nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Teilen des Frequenzspektrums teilen sich Reference 1 und Reference 2. 

Enorm klangstarker, bei hohen Lautstärken höchst souverän aufspielender Premium-Lautsprecher modernster Ausprägung
Referenz Neu
Referenz Standlautsprecher Ober-/Luxusklasse
Test 09. November 2024

Test und Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 09. November 2024

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