XXL-SPECIAL: Drei Stereo-Vollverstärker in drei Preisklassen - VTL IT-85, Krell K-300i und Dan D'Agostino Progression Integrated

Weiteres Equipment

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Setup

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Perlisten S5M

Der S5 Monitor ist, obwohl absolut gesehen nicht extrem ausladend, auf akustische Höchstleistungen ausgerichtet und mit innovativer Treiber-Technologie versehen. Die untere Grenzfrequenz liegt bei beeindruckenden 29 hz und generell ist die Akustik auch für Studio-Monitoring geeignet. Die gesamte S-Serie von Perlisten ist übrigens die erste Lautsprecher-Baureihe mit THX Dominus-Lizenz. THX Dominus zertifizierte Systeme müssen Kinoräume bis zu einer Größe von 184 Quadratmetern mit Pegeln von 120 dB beschallen können. Und das bei niedrigsten Verzerrungswerten an jedem Hörplatz und mit jedem Material.

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dCS APEX Rossini DAC/SACD+CD-Player

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Display des dCS

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Das Multitalent innerhalb der Rossini-Serie ist der dCS Rossini APEX Player. Ausgestattet ist er mit der dCS Ring DAC APEX Technologie. Der Rossini Player bietet neben dem äußerst hochwertigen CD/SACD-Laufwerk zudem Audio-Streaming von vielen Plattformen: TIDAL, Qobuz und Deezer und Internetradio mittels der dCS Mosaic Control-App. Zudem ist der Rossini Player auch Roon Ready. AirPlay, Spotify Connect und dem UPnP-Standard werden ebenfalls unterstützt, und vollwertiger MQA-Decoder befindet sich in der Ausstattungsliste. USB, AES, Dual AES and S/PDIF digitale Audioeingänge sorgen für Vielseitigkeit. 

Klang

Diana Krall, The Look Of Love

Hier beeindruckt uns bereits das günstigste Gerät in diesem hochkarätigen Feld, der VTL IT-85, mit seinem Röhren-typischen kultivierten, homogenen Klang. Allerdings bringt der VTL nicht die recht weiche Auslegung mancher Röhrenverstärker mit, die dann Details leicht verschwimmen lassen. Er bleibt hier klar auf Linie und hellwach. Er schafft es wunderbar, Dianas Stimme frei und akkurat im Raum zu präsentieren, und stellt die Instrumente charismatisch und mit sauberer Trennung zu den vokalen Anteilen dar. Der K-300i von Krell punktet mit seinem ungefiltert-dynamischen, spontanen Sound, der ein hohes Maß an Emotionen beim Zuhörer freisetzt. Er klingt, was auch zu erwarten war, weniger feinperlig als der VTL und gefällt uns vor allem auch durch die enorme Lebendigkeit über den gesamten Frequenzbereich. Keine Frage, der K-300i schafft es leicht, für sich einzunehmen. Bleibt der Progression Integrated. Er sticht mit seiner extrem souveränen, unaufgeregten und zugleich sorgsam aufbereiteten, feinen, bei Bedarf jederzeit kraftvollen Wiedergabe hervor. Das ist wahrer High End-Hörgenuss - dieses Maß an Vollkommenheit ist also auch schon beim Einstieg in die exklusive Welt von Dan D'Agoastino sozusagen "serienmäßig" mit an Bord. Mit Leichtigkeit gibt der noble Vollverstärker aus Arizona sämtliche dynamischen Differenzen wieder und lässt Dianas Stimme exakt so wirken, als stünde sie mitten im Hamburger Hörraum.

Antonio Vivaldi, Vier Jahreszeiten, Frühling, 1. Allegro

Noch herrscht eher trübes Winterwetter vor, aber wir möchten uns bereits mit positiven Ereignissen im weiteren Verlauf des Jahres beschäftigten: Dem Frühling, und zwar so, wie ihn Antonio Vivaldi sah. Der VTL Vollverstärker fällt durch seine gefällige Wiedergabe mit solidem Fundament sofort auf. Er bietet eine tolle Räumlichkeit und behält immer eine saubere akustische Balance bei. Natürlich und nachdrücklich, aber nie undefiniert oder harsch spielt der Krell auf, der zugleich auch bei beträchtlichem Pegel immer genug Leistung aus dem Ärmel zaubert und mit kompromissloser Impulstreue bei der Sache ist. Feine instrumentale Konturen arbeitet er trotz seiner Rolle als kraftvoller Dynamiker sehr gewissenhaft ins Gesamt-Klangbild ein. Der Progression Integrated zieht auch hier wieder alle Register seines Könnens. Extrem filigrane Passagen des Allegros gibt er am besten von allen drei Verstärkern wieder. Das haben wir aufgrund des stolzen Preises aber auch erwartet. Wie homogen und in sich schlüssig die gesamte akustische Charakteristik ist, empfinden wir trotzdem als faszinierend - hier muss man zuhören und den zugegebenermaßen hohen Preis ausblenden. Mit einem dreidimensionalen räumlichen Aufbau beeindruckt der Vollverstärker aus den USA auch extrem anspruchsvolle Anwender.

Phil Collins, I Wish It Would Rain Down, 2016er Remaster-Version

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Manch einer könnte denken, dass das Röhrengerät aus dem Hause VTL schwerfälliger und sehr üppig "dekoriert" auftritt. Doch weit gefehlt! Der IT-85 tritt kräftig an, spielt hier nicht so warm, wie man es von einem Röhrengerät erwartet, ist vielmehr flink bei der Sache und kommt mit dem Rhythmus des Klassikers bestens zurecht. Es kristalliert sich immer mehr heraus, dass auch der günstigste Verstärker in diesem Trio eine hervorragende Wahl ist. Auch die tollen vokalen Konturen sind hervorzuheben. Der Krell agiert mit noch klareren Linien aller musikalischen Ebenen und klingt sehr lebendig. Er beeindruckt uns wieder mit seiner Pegelfestigkeit und durch seinen straffen, kontrollierten Bass. Er agiert absolut direkt, zugleich aber immer souverän und bleibt unter nahezu allen Bediungen stets "Herr der Lage". Der Progression Integrated ist bei enormer Hörlautstärke ebenfalls überragend und baut selbst bei enormem Pegel noch jede Kontur ins Klangbild ein. Phils Stimme befindet sich bezüglich der akustischen Wahrnehmung direkt vor dem Auditorium auf und verteilt sich mit höchster Präzision ausbalanciert im Raum. Das Schlagzeug wird genau mit dem richtigen Punch auf den Punkt serviert, und die Background Voices arbeitet der Dan D'Agostino-Vollverstärker ungemein differenziert ein. 

Land Of Confusion, Disturbed Cover-Version

Hier müssen wir ausnahmsweise mit dem Krell starten, denn der zieht hier alle Register seines Könnens. Es geht massiv, aber immer mit voller Kontrolle, voran, die E-Gitarren sind fetzig und weisen genau das Maß an Aggressivität auf, das zum Hörspaß beiträgt. Die Stimme arbeitet er vorzüglich ein und punktet mit realistischer Räumlichkeit. So gut haben wir diesen Track praktisch noch nie gehört. Der VTL wirkt hier etwas indirekter, nicht ganz so spontan, erfreut das Ohr aber mit einem sehr soliden, standhaften Bassbereich und mit einer weitläufigen Räumlichkeit. Unser teuerster Kandidat leistet sich hier natürlich auch keine Schwäche, nicht einmal ansatzweise. Er nimmt schlichtweg jedes Quellmaterial entgegen und holt ein Optimum heraus. Impulstreu, wuchtig-kräftig, wenn es darauf ankommt, und mit enormer akustischer Gradlinigkeit meistert er auch diese Hürde mit einer Gelassenheit, die ihn als weit überdurchschnittlich hochwertigen Stereoverstärker auszeichnet. 

Sky and Sand, Paul Kalkbrenner

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Der VTL kommt mit diesem Track sehr gut zurecht, denn er verleiht dem mit elektronischen Effekten gespickten Titel eine ungemein tiefe und breite, aber trotzdem sehr präzise definierte räumliche Wirkung. Man kann auch lauter hören, der IT-85 behält seine angenehme, klare Auslegung bei und garniert seine Vorstellung mit einem satten, schwarzen Bass, der gut den richtigen Punkt trifft. Der Krell marschiert erneut voran, erweist sich als spontan, impulstreu und kraftvoll. Der Bass ist zugleich exakt und akkurat gestaffelt. Mit einer besonders plastischen Präsentation macht sich der Dan D'Agostino-Vollverstärker ans Werk. Er scheint jede akustische Komponente in Sekundenbruchteilen zu analysieren und sofort in ein räumlich dichtes klangliches Gesamtkunstwerk zu integrieren. Hier sitmmt alles, Grobdynamik, Feindynamik, Ausdruckskraft, Homogenität und tieffrequente Kraft. 

Erstes Fazit

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Alle drei Vollverstärker machen richtig gute Laune. Der VTL IT-85 durch seinen speziellen Sound, angenehm wie eine typische Röhre, zugleich aber nicht weich. Hier werden auch feine Details scharf abgebildet. Die spezielle Optik sorgt dafür, dass der VTL sofort aus der Masse heraussticht. Der Krell K-300i ist ein Meister der Dynamik, der Klarheit, der Direktheit und der Pegelfestigkeit - aber zugleich zieht er eine klare Linie und wird nie unangenehm aggressiv.

Als wahres akustisches Genie entpuppt sich der Progression Integrated, der nicht nur mit seiner "U-Boot-Instrumente-Optik" einen eigenen Weg geht. Er kann klanglich alles - feinfühlig auftreten, unglaubliche Grobdynamik freisetzen oder aber eine überaus dichte Räumlichkeit entfalten. Er ist monumental solide verarbeitet und ist überaus kostspielig, aber auch überaus leistungsfähig. 

Könnten wir uns einen aussuchen - das als kurzes Fazit und natürlich subjektiv - wir würden den K-300i aus dem Hause Krell nehmen. Er spielt so kraftvoll, so unmittelbar, so enorm dynamisch auf, dass er vielleicht für zurückhaltende Naturen zu üppig, zu ungefiltert performt, für den, der Musik als großartiges Erlebnis ansieht, aber die perfekte Wahl ist. 

Special & Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 12. Februar 2024

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