XXL-SPECIAL: Das KEF-Lautsprechermuseum und der Hörraum in Maidstone/Kent + Teil 2: Aktuelle Modelle im Showroom

Das KEF-Museum in Maidstone zeigt Lautsprecher aus allen Dekaden der "Kent Engineering Foundry", die 1961 vom Elektroingenieur Raymond Cooke gegründet wurde, zu finden. KEF wollte seit den Anfängen nie ein Lautsprecher-Hersteller wie jeder andere sein.

Boxenmodelle der 70er Jahre

Boxen der 60er Jahre - 1961 wurde KEF gegründet

KEF Reference 104, links Coda, rechts KEFKIT

Im Detail

Unkonventionelle Wege wollte man auf dem Weg zum bestmöglichen Klang beschreiten, und zwar was Materialien, akustische Maßnahmen und nicht zuletzt die Optik der Lautsprecher anging. Schon in den ersten Jahren nach der Gründung wurden aufwändige 3-Wege-Lautsprechersysteme entwickelt, mit besonders leistungsfähigen Membran-Materialien. Die KEF K1 wurde zu einem großen Erfolg, es folgte auch ein Kompakt-/Regallautsprecher.

"Portable Celeste",  von 1963 bis 1970 gebaut

Der "Celeste" war ein ausgezeichneter, zudem bezahlbarer Lautsprecher, der auch zu einem kommerziellen Erfolg für die Lautsprecher-Schmiede aus der Grafschaft Kent wurde. Cooke, der 1966 erneut eine Partnerschaft mit der Britischen BBC einging, war stets auf der Suche nach neuen innovativen Materialien, und landete z.B, auch bei Neopren. Im weiteren Verlauf der 60er Jahre wurden zahlreiche neue Chassis entwickelt und zur Serienreife gebracht. Lautsprecher wie Concord, Concerto und Cresta wurden sehr erfolgreich. 1969 kam die Chorale auf den Markt. Schon 1973 wurde das computergestützte Konzept des "Total Speaker Designs" ins Leben gerufen.

KEFs Treiber sind seit jeher besonders innovativ

KEF übernahm somit in der globalen Lautsprecher-Industrie eine Führungsrolle, wenn es um Innovationen ging. 1973 kam die erste KEF Reference Serie auf den Markt. Das erste Modell überhaupt war die Reference 104. 1975 wurde ein Computersystem von Hewlett Packard im Firmensitz in Maidstone installiert. Die Lautsprechermodelle Corelli, Cantata und Calinda wurden mittels des "Total System" Konzeptes realisiert, was schon den zweiten "Queen's Award for Export" einbrachte. Den ersten gab es noch in den 60er Jahren. Besonders radikales Design gab es im Jahr 1977 zu bewundern, mit dem Modell 105. Weitere Reference-Modelle folgten, 1978 die Modelle 103 und 101, 1979 ein verfeinertes 105/2-Modell. In den 80er Jahre war die international anerkannte Reference-Serie ein weiteres Mal im Fokus, Modelle der Reference-Serie wurden von Broadcast-Ingenieuren als praktisch ideale Monitore angesehen. 1988 war das Geburtsjahr der ersten KEF Custom Installation Lautsprecher.

Der Uni-Q-Treiber, hier inmitten des 10.000 EUR-In-Wall-Speakers 5160REF-THX, kam in der ersten Generation 1988 auf den Markt

Auch 1988 kam eine Innovation heraus, die das Image von KEF bis heute maßgeblich mitbestimmt: Der koaxiale Uni-Q-Treiber. Die konsequente Umsetzung des Punktschallquellenprinzips wird bis heute mit immer besseren, weiter entwickelten Uni-Q-Chassis verfolgt. Neodym/Eisen/Boron-Magnete, NASA-Material, für die Magnete der Hochton-Treiber - Hightech pur. Die Reference 105/3 war ein riesiger Erfolg. Alle KEF-Schlüsseltechnologien, Uni-Q, Coupled-Cavity Bass Loading und computeroptimierte Frequenzweichen beispielsweise. 

Reference-Serie (1994)

Seit 1992 mit neuen Besitzern, wendet sich KEF neuen Produktideen und Marktbereichen zu. 1994 und 1996 kommen Lautsprecher der Q-Serie mit der mittlerweile dritten Uni-Q-Generation. Die Boxen waren, für den AV-Einsatz in Mehrkanalanlagen, magnetisch geschirmt. Zur Erinnerung: Damals waren noch CRT-TVs/Monitore beinahe überall im Einsatz. Die Modelle Q 100 Center-Lautsprecher, das Modell 90, das neue Modell 200c und die Reference-Modelle One, Two, Three und Four waren weitere Modelle dieser Ära. KEF führte ebenfalls ein neues Entry-Level Home Theatre System auf dem Markt ein. Am Ende des Jahres 1994 hatte KEF in aller Stille drei neue Lautsprecher auf den Markt gebracht, die für einen der spektakulärsten Erfolge in der Firmengeschichte verantwortlich waren. Diese Lautsprecher hießen schlicht und einfach "Coda". Unmengen an Testsiegen und Awards sorgten hier für Freude. Leider verstarb im Jahre 1996 der Firmengründer Raymond Cooke. Seit Geist lebt aber bis heute in der Firma weiter, die auch für das Reference Modell 4 viele Auszeichnungen entgegen nehmen durfte und bereits die 4. Generation des Uni-Q-Koaxialtreibers präsentieren konnte. In den 90er Jahren boomte das Thema "Home Theatre" ohne Ende, und auch KEF profitierte davon, Subwoofer wie 20B und 30B sowie die schon erwähnte Coda-Serie sorgen für durchschlagenden Erfolg.

Reference Series AV-3 - drei identische Front-Speaker sorgten für perfektes Heimkino-Feeling

TDM23F

Auch THX-Lautsprecher wie der TDM23F aus der "Reference Series" gehörten zum Sortiment. 

KEF Maidstone

Von 1997 bis 2000 baute KEF den Über-Lautsprecher "Maidstone", der bis heute noch tief beeindruckt durch Opulenz beim Materialeinsatz, durch den modularer Aufbau und durch das spezielle Design. 

Maidstone: Super-Tweeter

Aufwändige Terminals

Auch hier beim Supertweeter

Seitliche Ansicht

Reference 207/2 als Schnittmodell

HTS2001 Satellit aus dem KHT2005 Sub/Sat-System

Die 2000er Jahre bis heute brachten geniale Systeme wie z.B das KHT-2005 Subwoofer-/Satellitensystem, mit Mini-Uni-Q-Treiben in den Satelliten. Im Jahre 2000 gab es ein neues Design für die Reference-Serie. Komplexe, gerundete Gehäuse und aufwändige Chassis-Technik waren hier kennzeichnend. Das große Modell 207/2 wurde mit vielen Auszeichnungen bedacht. Aber auch die sehr schicke und klangstarke XQ-Serie startete 2002.

XQ One

XQ Five (Mitte)

Seit 2003 gab es (bis 2007) das KEF KIT100 Komplettestem im sehr schicken Design, mit hochwertiger Verarbeitung.

KIT100

Innenleben

Subwoofer und Satelliten

Erster "Muon" Prototyp (rechts)

Bereits 2006 wurde der Prototyp eines hoch entwickelten Flaggschiff-Lautsprechers in München auf der High End präsentiert. So jedoch kam er nie auf den Markt, vielmehr beauftragte man den bekannten Designer Ross Lovegrove, eine aufregende Formensprache für den neuen geplanten Top-Lautsprecher zu kreieren - die Geburtsstunde der Muon. 2009 gab es mit der "Concept Blade", wiederum auf der High End in München, dann gleich den nächsten "Kracher", deutlich preisgünstiger als die aktuell 160.000 EUR pro Paar kostende Muon. Eine neue Q-Serie mit komplett neu und weiter entwickelten Komponenten debütierte im Jahre 2010. Perfekte Ergänzung zu den mittlerweile praktisch überall verwendeten Flachbildschirmen wurde die KEF T-Serie mit minimalistischen Design und extrem flachen Gehäusen. Im Jahre 2011, zum 50-jährigen Firmenjubiläum, kam die LS50, ein extrem kompakter, aber leistungsfähiger Monitor mit Uni-Q-Chassis der neuesten Generation auf den Markt.

Blade

In Carbon-Optik

Im selben Jahr wurde aus der "Concept Blade" die Blade, wie wir sie heute kennen, und die einige Zeit später noch die kleinere, aber nicht minder faszinierende "Blade 2" zur Seite gestellt bekam. 2013 kamen die Kopfhörer der M-Serie auf den Markt, und in den letzten Jahren entwickelte KEF stets Produkte, die auch dem neuen Trend zu drahtloser Signalübertragung gerecht wurden, wie z.B. Wireless Speaker wie die KEF LS50 Wireless, die KEF LSX oder aber den "Muo" Bluetooth-Lautsprecher. Als das 3D Audio-Format Dolby Atmos, gefolgt von DTS:X, kam, und der Home Cinema Markt nach Atmos-Aufsatzmodulen verlangte, gehörte KEF zu den ersten, in in der (mittlerweile abgelösten) R-Serie so etwas anbot. 

Aktuelle Reference-Serie

Kopfhörer und "Eggs" als Wireless Digital Music System

KEF LSX

KEF-typisch in spezieller Optik, sehr schick

Innovative Heimkino-Lautsprecher sind schon seit den 90ern üblich bei KEF. Kein Wunder, dass die Firma zu den ersten gehörte, die auch Atmos-Module anbot

Aber auch traditionelle Felder werden nicht vernachlässigt, denn 2014 kam die bis dato letzte Generation der Reference-Serie mit der Reference 5 als großem Standlautsprecher, und die fürs Geld extrem schicke, edle und leistungsstarke R-Serie kam im Oktober 2018 in der zweiten Auflage. 

R-Serie (ab 2018)

Edle Verarbeitung

Zeitlose Formen

Flachmembrane

Hörraum im Museum

Akustische Elemente

Im Museum ist auch der Haupt-Testraum der KEF-Ingenieure zu finden. In diesem Testraum befinden sich derzeit die erste Prototyp der Blade 2, noch mit ausgelagerter Frequenzweiche. Der Raum ist ausgestattet mit speziellen Sound-Diffusoren, die im Rahmen einer Semesterarbeit entwickelt und angefertigt wurden. Mittels den speziellen akustischen Maßnahmen wird im Testraum eine authentische Wohnzimmeratmosphäre simuliert. Es finden sich Sitzgelegenheiten im Raum, aber weder Schränke noch Vorhänge, wie im normalen Wohnzimmer vorhanden. Natürlich findet sich auch ein schalltoter Raum im KEF-Firmengebäude, der ideale akustische Bedingungen zum Testen von Lautsprechern ermöglicht, nur da niemand in der Praxis solche Bedingungen im Wohnzimmer hat, legt man bei KEF viel Wert darauf, eben auch Wohnzimmer-Atmosphäre akustisch zu simulieren. 

Blade 2 Protoyp mit ausgelagerter Frequenzweiche

Rechte Box

Electrocompaniet Mono-Blöcke

Luxman Mono-Blöcke

Hegel Vorverstärker 

Die Anlage zur Ansteuerung der Boxen umfasst sehr hochwertige Komponenten. Der Hegel HD 30 DAC/Pre-Amp kommt zum Einsatz, dazu die "Nemo" Monoblöcke von Electrocompaniet, die enorme Leistungs- und Dynamikreserven bereitstellen, sowie vier Luxman B10 Signature Mono-Endstufen. 

Insgesamt verlassen wir das Museum und den Hörraum tief beeindruckt. KEF präsentiert sich als modern aufgestelltes, innovatives Unternehmen. Die Vision, unkonventionelle Wege zu gehen, ganz gleich, ob akustisch oder optisch, ist bis heute erhalten geblieben.

Special: Carsten Rampacher
Datum 16. Oktober 2019

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