TEST: Ultima-Sound im Querformat? Die Teufel Cinebar Ultima im Test

Auf die Cinebar Lux (hier im Test) folgt die Cinebar Ultima - ebenfalls auf der IFA 2019 in Berlin im Flagship-Store vorgestellt, integriert Teufel bewährte Tugenden der überaus erfolgreichen Ultima-Serie in dieses All-In-One-Produkt. Kein Kunststoff- sondern ein MDF-Gehäuse, kombiniert mit leistungsfähigen Komponenten und Teufel-eigenen Technologien sollen ein hochperformantes System mit exzellentem Preis-/Leistungsverhältnis ergeben. Besonders die räumliche Atmosphäre und die Power im Bassbereich ohne Subwoofer haben uns in Berlin schon begeistert. Jetzt, nachdem auch der Preis mit 699,99 Euro feststeht, schauen wir ganz genau hin.

Cinebar Ultima ohne Abdeckungen

90 mm Fiberglas-Treiber rechts vorne

Zwei Treiber strahlen links und rechts seitlich ab - daneben die Bassreflexöffnung

Zusätzlich zu den Breitbändern sind zwei 200 x 100 mm Kevlar-Tieftöner integriert

In Räumen bis 25 Quadratmeter sieht Teufel den Anwendungsbereich der Soundbar, die auch ohne aktiven Subwoofer ein solides Tieftonfundament realisieren soll. Insgesamt sechs Töner stehen für hohe Pegel und ein authentisches Klangerlebnis bereit. Auch hier sind seitlich abstrahlende Treiber für Dynamore Ultra und virtuellen Surround Sound verbaut. Für die tiefen Frequenzen sind zwei in Berlin entwickelte Töner, die mit 300 Watt befeuert werden, verantwortlich. Praktisch: Die Bassreflexöffnungen befinden sich neben den Treibern an der Seite, so ist auch eine wandnahe Aufstellung bzw. eine Montage direkt an der Wand problemlos möglich.

Rückseite

HDMI-Schnittstellen

Weitere digitale und analoge Anschlüsse

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An Anschlüssen stehen ein HDMI-Ausgang inklusive ARC für die Ein-Kabel-Verbindung mit dem Fernseher sowie ein zusätzlicher Eingang bereit, der auch 4K-Signale durchschleift. Ebenso integriert sind ein optischer Digitaleingang und analoge Cinch-Eingänge. Außerdem an Bord: Bluetooth mit aptX. Wer möchte, kann der Cinebar Ultima natürlich trotzdem einen aktiven Subwoofer für noch mehr Bass-Performance zur Seite stellen (z.B. drahtlose Kombination mit Teufel T 8 oder T 10), auch mit den Wireless Rear-Lautsprechern "Teufel Effekt" für diskreten Surround Sound kann man die Soundbar kombinieren.

Die Cinebar Ultima ist mit einer integrierten USB-Soundkarte ausgestattet und kann so Audiosignale in digitaler Form von PC, Notebook oder Mac entgegen nehmen. Die in den Rechnern meist schwache Wandlung wird so komplett umgangen und die Teufel Soundbar übernimmt die komplette Signalverarbeitung. Angeschlossen wird das entsprechende Gerät am "Service"-Eingang, der als Micro-USB ausgeführt ist, ein entsprechendes Adapterkabel USB auf Micro-USB ist notwendig.

Ab Windows 7 und Mac OS X 10.5 sind keine zusätzlichen Treiber-Installationen notwendig. Die Cinebar Ultima wird automatisch in den Ausgabe-Einstellungen des jeweiligen Betriebssystems erkannt und kann als Standardgerät für die Tonausgabe festgelegt werden, eine genaue Beschreibung ist in der Bedienungsanleitung zu finden. Im Testbetrieb war die Verbindung mit einem MacBook kein Problem und nach wenigen Sekunden konnten wir der Cinebar Ultra bereits unseren PC-Sound entlocken.

Cinebar Ultima

Direkter Zugriff zu den wichtigsten Funktionen auf der Oberseite

"Schlüsselloch"-Aufhängung zur einfachen Wandmontage

Über 11 kg bringt die Cinebar Ultima auf die Waage, schon beim Hochheben wird hier ein Gefühl von Wertigkeit vermittelt, dass sich bei genauerem Hinsehen noch verstärkt. Das MDF-Gehäuse mit 9 Liter Netto-Innen-Volumen ist sauber foliert und weist auch keine "fransenden" Ecken auf. Nimmt man die magnetisch befestigte vordere Abdeckung ab, wird ein schicker, matt lackierter Bereich sichtbar, in den die Treiber eingeschraubt sind. Auch das Display ist hier sehr gut eingepasst und bietet ohne Abdeckung stets eine ausgezeichnete Ablesbarkeit, mit Abdeckung verliert man etwas Helligkeit, dennoch kann man die Infos mühelos erkennen. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind nach innen versetzt, um eine möglichst nahtlose Wandmontage zu ermöglichen. Auch die Bedienelemente an der Oberseite reagieren zügig und fehlerfrei.

Neben der sehr guten Haptik kann uns auch die zwar grundsätzlich eher klassische, aber sich nach vorne verjüngende Formensprache des robusten Gehäuses überzeugen. Aufrund der Höhe der Soundbar ist es kein zurückhaltender optischer Auftritt, dafür soll der Klangriegel aber ja akustisch für mächtig Furore sorgen. Wem die schwarze Variante trotzdem zu dezent und zurückhaltend ist, der kann die Cinebar Ultima auch im Bicolor-Design mit weißem Gehäuse und schwarzen Abdeckungen erwerben.

Beiliegende Fernbedienung

Eine sehr schicke und hochwertige Fernbedienung aus Metall liegt der Cinebar Ultima bei. Neben dem Metall-Gehäuse gefallen auch die sauber eingepassten, gummierten Bedientasten mit ausgezeichnetem Druckpunkt. Direkt kann man auf die Toneinstellungen für Bass/Treble sowie die EQ-Modi und Dynamore zugreifen, auch sämtliche Eingänge bringen eine eigene Taste mit. Der Nacht-Modus, einer der drei EQ-Modi (Nacht/Sprache/Normal) ist ebenfalls mit einer separaten Taste versehen. Hinzu kommen im Navigationskreuz angeordnete Wiedergabe- und Lautstärke-Tasten.

Die Bedienung gelingt dank dem großen Display problemlos, die Cinebar Ultima reagiert ohne Verzögerung auf sämtliche Eingabebefehle. Die Einstellungen der Bässe und Höhen reichen von - 10 dB bis + 10 dB.

Sehr gut ablesbares Display

Im Menü kann man in den Klangeinstellungen zusätzlich zu den genannten Optionen unter "Erweitert" noch DRC aktivieren und Upmixing-Möglichkeiten wählen. Mit "Direkt" kann man einen "All Channel Stereo" aktivieren, bei dem auch die prinzipiell für Surround-Signale dedizierten Treiber bei Stereo-Signalen einbezogen werden. Außerdem steht Dolby Pro Logic II zur Verfügung. Im Punkt "Lautsprecher" kann man den Abstand der Soundbar zur Hörposition wählen, außerdem Parameter für die Rears (Teufel Effekt) und einen optionalen Subwoofer festlegen. Zudem gibt es einen Punkt "Kalibr.", der allerdings nur in Kombination mit Rear-Lautsprechern zur Verfügung steht. Unter "System" gibt es dann noch Einstellungsmöglichkeiten zum Display, einen Timer zur automatischen Abschaltung des Gerätes, Spracheinstellungen (Deutsch/Englisch) sowie Optionen für LipSync und Auto On in Kombination mit dem TV-Eingang.

Klang

Zuspielung via Bluetooth - Electro

Wer die Cinebar Ultima zum ersten Mal hört, kann nur staunen: Wo verstecken sich die übrigen Komponenten? Wo ist der Subwoofer, der hier für Kraft und Nachdruck sorgt? Doch man sucht vergeblich, es kommt tatsächlich alles aus dem Teufel Klangriegel. Und was da kommt, ist mehr als beeindruckend. Gerade was den Tieftonbereich anbelangt, können wir komplett Entwarnung geben: Hier wird tatsächlich kein zusätzlicher Sub benötigt, zumindest wenn man sich an die angegebene Raumgröße von 25-30 qm hält und nicht unbedingt subsonische Frequenzen erwartet. Die Kraftentfaltung und der Nachdruck, der von der Cinebar Ultima realisiert wird, steckt so manchen Sub in die Tasche. Natürlich muss man beim Tiefgang ein paar Abstriche machen, insgesamt aber wirkt das Fundament voluminös und erstaunlich druckvoll. Zudem wird auch strukturiert und präzise agiert. Ebenfalls keine Kritik beim Kickbass, der hart, trocken und satt beim Zuhörer ankommt.

Hinzu kommt eine stark ausgeprägte Räumlichkeit und eine insgesamt weitläufige Bühne mit einer für eine Soundbar hohen atmosphärischen Dichte. Die Gesamtkulisse ist sehr lebendig und nimmt den Zuschauer bzw. Zuhörer komplett mit. Effekte können sehr gut lokalisiert werden. Bei zugeschaltetem Dynamore fühlt man sich beim Electro-Sound vom Klang umhüllt und ein wenig wie in der Großhallen-Disco. Absolut souverän präsentiert sich die Cinebar Ultima bezüglich der Pegelfestigkeit, nur im absoluten Maximalbereich kann man die integrierten Subwoofer im Einzelfall überfordern.

Zuspielung vom PC - Leonard Cohen, Avalanche

Auch bei der Zuspielung mit dem PC bzw. unserem MacBook Pro macht die Cinebar Ultima eine ausgezeichnete Figur und präsentiert eine natürliche Bühne mit authentischer Instrumentaltrennung. Hier gefällt uns die Gesamtdarstellung ohne Dynamore besser, da natürlich ein wenig Präzision verloren geht und die Bühnendarstellung ohne Dynamore schlichtweg echter wirkt. Die markante Stimme von Leonard Cohen wird sehr charismatisch wiedergegeben, wenngleich kleine Feinheiten nicht 100% von den Breitbändern erfasst werden. Sehr gut gefallen uns auch die Gitarrenklänge. Kickbässe oder ein stark ausgeprägtes Volumen gibt es hier zwar nicht, aber das voluminöse und tief wirkende Fundament begeistert uns auch hier. Die zwei Subwoofer greifen stets präzise ein und setzen an der richtigen Stelle klare Akzente.

Zuspielung Ultra HD Blu-ray Player - Mad Max: Fury Road, Kapitel 3 Verfolgung des Konvoys mit den "Breedern"

Die Cinebar Ultima dekodiert sowohl Dolby Digital als auch DTS und nimmt den digitalen Bitstrom via dem dedizierten HDMI-Eingang oder über den Audio Return Channels in Kombination mit dem TV-Gerät entgegen. Auch bei der Zuspielung von Ultra HD Blu-ray sind wir von der Pegelfestigkeit erneut begeistert. Man kann mit der Cinebar Ultima auch hohe Lautstärken zumuten, ohne dass die Gesamtdynamik leidet. Als sich Mad Max mit einem Gefährt überschlägt, kommt dieser recht gewaltige Effekt mit ordentlicher Wucht heraus. Die Cinebar Ultima verdeutlicht sehr überzeugend, dass man hier bestimmt nicht noch zwingend einen aktiven Subwoofer hinzuziehen muss. Durch die seitlich abstrahlenden Lautsprecher-Chassis und dem hauseigenen Dynamore-System wird während des gesamten Filmverlaufs eine breite, aber auch tiefe Bühne geboten. Auch in einer folgenden Sequenz, Immortan Joe hält eine kurze Rede und lässt dann kurz Wasser laufen, beeindruckt uns die Cinebar Ultra: Die Geräuschkulisse der aufgeregten Menge und das strömende Wasser kommen sehr plastisch zum Ausdruck. Einziger Kritikpunkt: Kein Dolby Atmos/DTS:X-Support, keine Top Firing-Lautsprecher. Hier sollte Teufel wirklich auch mehr Modernität bei der Ausstattung achten. Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein: Stimmen arbeitet die Soundbar stets gekonnt ein, auch bei aktivierter Dynamore-Funktion leidet die Präzision kaum-

Zuspielung Blu-ray, James Bond 007, Ein Quantum Trost, Ab Filmbeginn:

Bei der Verfolgungsjagd rund um den oberitalienischen Gardasee schlägt sich die Cinebar Ultima ein weiteres Mal bravourös. Das Hochschalten des Motors im Aston Martin DBS von James Bond, die knatternden Salven aus den automatischen Waffen der Killer und der Music Score verdichten sich zu einem intensiven Hörerlebnis. Wiederum fällt auf, wie komplett die Cinebar Ultima im Bassbereich klingt. Volumen, Struktur und Nachdruck sowie ein erstaunlicher Tiefgang sind herauszuhören. Und das Ganze funktioniert auch in Verbindung mit hohem Pegel richtig gut. Klar, ein Auflösungswunder ist die Berliner Soundbar nicht. Aber die Tonalität ist angenehm - was uns deutlich lieber ist als ein Device, das recht fein auflöst, aber tonal zu aggressiv daherkommt. Man merkt eben, dass die eingebauten Breitbänder auf Homogenität ausgelegt sind, was für ein Produkt dieser Art unserer Ansicht nach absolut passend ist. Der Crash, als der Land Rover Defender der Carabinieri im Steinbruch von der Strecke abkommt, wird richtig lebendig und mit Wucht wiedergegeben. Als 007 mit dem arg ramponierten britischen Sportwagen kurze Zeit später in Siena einrollt, gibt die Berliner Soundbar auch diese kurze ruhige Sequenz mit hoher atmosphärischer Dichte wieder. Das in Kürze folgende Verhört, als M und 007 den Gefangenen befragen, stellt die Cinebar Ultima vor keine Schwierigkeiten. Die leicht hallige Akustik im Gewölbe kommt ausgezeichnet heraus. Als der Leibwächter Ms das Feuer eröffnet und den Gefangenen tötet, haben diese Schüsse aus der Dienstwaffe erneut ordentlich Nachdruck.

Konkurrenzvergleich

Rund 750 EUR kostet die Dali Katch One Soundbar. Dafür gibt es ein extravagantes Design mit edlen Materialien (Standfüße aus Holz, Schlaufen für die Wandbefestigung aus Leder) und einen harmonischen, runden Klang mit sehr guter Auflösung. Bei Pegelfestigkeit und Basskraft schlägt die Cinebar Ultima aber gnadenlos zu.

Nubert nuPro AS-250: Das 585 EUR kostende Nubert-Soundboard bietet eine tolle Fertigungsqualität und Leistung satt. DSP-Modi finden sich bei diesem älteren Modell nicht. neuere Nubert-Modelle haben einen mehrstufigen "Wide" Mode, der fehlt bei der AS-250. Was räumliche Dichte und Gesamt-Atmosphäre im Filmtonbetrieb angeht, da ist die Cinebar Ultima besser. Vorteil nuPro AS-250: das bessere Auflösungsvermögen im Hochtonbereich, für Musik daher sehr gut geeignet. 

Samsung HW-Q70R: Für Marktpreise unterhalb der 500 EUR offeriert die HW-Q70R eine tolle Ausstattung inklusive Decodern für DTS:X und Dolby Atmos. Auf dem Papier gibt es auch Harman/Kardon Soundtuning, in der Praxis ist die Auslegung der HW-Q70R bei höheren Pegeln leicht spitz in den Höhen. Im gegensatz zu den anderen hier präsentierten Modellen (All-In-One) liefert Samsung einen leistungsstarken, gut verarbeiteten drahtlosen Aktiv-Subwoofer mit.

Fazit

Die Teufel Cinebar Ultima überträgt die bekannten Tugenden der Ultima-Baureihe nun in eine ausgewachsene Soundbar. Pegelfest, dynamisch, mit einem hervorragenden Bassbereich und einer tollen räumlichen Wirkung gerade bei aktiviertem Dynamore-System, erspielt sich die Cinebar Ultima exzellente Zensuren. Sie ist zudem robust verarbeitet und ist zwar kein optischer Zwerg, aber auch nicht zu ausladend. Kritikpunkt: Keinerlei 3D-Audio. Weder ein "hausgemachtes" System noch Dolby Atmos oder DTS:X. Das kann der Käufer aber bei einer Soundbar für knapp 700 EUR erwarten.

Extrem klangstarke und pegelfeste Soundbar mit hervorragendem Dynamore-System

Soundbar-Systeme Mittelklasse
Test 03. Dezember 2019

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Dezember 2019

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