TEST: TWS In-Ear-Kopfhörer Soundpeats Engine 4 - preiswertes Klangwunder mit koaxialem Treiber?

Klang

Freisprecheinrichtung: Man versteht den Gesprächsteilenehmer etwas leise, man sollte daher die Lautstärkeregelung am Smartphone etwas höher einpegeln. Ansonsten – alles top. Hohe Klarheit, keine Verzerrungen, kein Echo oder Hall und gar kein Rauschen, eine Spitzenleistung, ohne Frage.

Soundpeats Engine 4 Style

Detailreicher und dynamischer Klang, auch dank des cleveren 2-Wege-Treibersystems

Testen verschiedener Musikstücke mit den DSP-Programmen

Jonas Kaufmann, „Nessun Dorma“ – Standard-Betrieb (ohne DSP) versus DSP „Klassische Musik“:

Hier hören wir nahezu  keinen Unterschied zwischen diesen Modi. Insgesamt sind beachtliche dynamische Leistungen der TWS aus dem Hause Soundpeats zu verzeichnen, und auch Jonas’Stimme kommt sauber heraus. Erst ab circa 75 bis 80 Prozent des maximal möglichen Pegels (der enorm ist, bitte aufpassend wegen Schutz des Gehörs) mischen sich Verzerrungen in die vokalen Anteile. Sehr schön und stimmig gruppieren sich die Instrumente des Orchesters rund um Jonas‘ Auftritt, und sogar der Chor im Hintergrund kommt prima heraus. Hier merkt man deutlich die akustischen Vorzüge des aufwändigen 2-Wege-Treiber-Designs.

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Diana Krall, “The Look Of Love”, Standard-DSP versus Pop-DSP versus “Folk Balladen” (beide DSPs passen vom Anwendungsgebiet nicht 100 Prozent, wir haben sie trotzdem getestet):

Lebendig und klar im Modus ohne DSP-Einwirkung, mit sehr guter Detaillierung (exzellent in dieser Preisklasse), Dianas Stimme wirkt von den Konturen und der Tonalität her ausgewogen und präzise gezeichnet. „Pop“ kann man hier getrost vergessen, da die Stimme nun leicht belegt ertönt und Details im hochfrequenten Bereich fehlen. „Folk-Balladen“ ist ebenfalls nicht zu empfehlen, das Ganze klingt dann, als würden Diana und die Musiker hinter einem Vorhang auftreten.

Paul Kalkbrenner, Sky and Sand – Standard-Modus versus Elektronik-DSP versus Bassverstärkung:

Das Elektronik-DSP bietet hier erwartungsgemäß mehr Spektakel als das auf Homogenität getrimmte Standard-DSP. Beeindruckend ist, wie solide der tieffreuqente Unterbau zustande kommt, mit einer authentischen Räumlichkeit. Die Stimme zeigt trotzdem klare Prägnanz, und der Bass ist grandios: Hart und trocken, genauso muss es klingen. Das DSP „Bassverstärkung“ bewirkt hier wenig, uns gefällt „Elektronik“ am besten, da wirkt alles dynamischer, unmittelbarer auch im Vergleich zum Betrieb ohne DSP.

Disturbed, Land Of Confusion,  Rock-DSP versus Bassverstärkung versus Standard-DSP:

Das Rock-DSP lässt es gekonnt fetzen  - eine Top-Leistung! Das E-Gitarrenriff ertönt hart und direkt, die gewollte Aggressivität in der Stimme wird hervorragend zur Schau gestellt. Trotzdem wird der Song bis zu Lautstärken von rund 80 Prozent in Bezug auf den maximalen Pegel nicht zu harsch oder schrill präsentiert. Das DSP-Bassverstärkung kann man nicht gebrauchen. Der Sound wird  dumpf und es fehlt einiges im Hochtonbereich. Ohne DSP agiert der Engine 4 ausgewogen, aber nicht so dynamisch wie das Rock-DSP.

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Pet Shop Boys, “West End Girls”, Pop-DSP versus Standard versus Bassverstärkung versus Elektronik-DSP:

Hier checken wir nun nochmals das Pop-DSP – mit einer echten Chart-Legende der 80er Jahre.  Und hier kann es mit einer direkten und recht klare Wiedergabe punkten. Noch besser allerdings ist das Elektronik-DSP, das einen – hier passt das Wort wirklich – mitreißenden Sound entwickelt. Mit straffem, fundiertem Bass, der nahezu alle tieffrequenten Facetten zeigt, einer sauberen Stimmwiedergabe und einer exzellenten Herausarbeitung dynamischer Unterschiede. Bassverstärkung taugt auch hier nichts, deaktiviert man die DSP-Modi, ist das Ergebnis durchaus gefällig und rund, aber nicht mehr so emotional.

Konkurrenzvergleich

Soundpeats Capsule 3 Pro komplett 3

Soundpeats Capsule 3 Pro: Für 70 EUR (manchmal bei befristeten Angeboten sogar nur 50 EUR) sind die Konkurrenten aus eigenem Hause stark, klingen nicht ganz so detailreich, haben aber dafür eine aktive Geröuschunterdrückung. Die Akkulafuzeit ist auch hier trotz ANC überragend und toppt praktisch alle Konkurrenten. 

Teufel Airy TWS 3

Teufel Airy TWS: Derzeit (Stand Ende Juli 2023) für knapp 90 EUR zu bekommen, sind die Teufel-In-Ears quasi das "Naked-Bike" der TWS-Hörer - ohne ANC, ohne App-Steuerung. aber mit kräftigem und zugleich sauber detaillierten Klang. 

Sony LinkBuds S 3

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Sony LinkBuds S: Voll ausgestattet und kknapp 130 EUR (Marktpreis) kostend, sind die Sony-TWS extrem leicht und komfortabel zu tragen. Akustisch gut, aber nicht exzellent, mit einer unglaublich umfangreichen App mit diversen Justagen für ANC-Anpassungen und 360 Reality Audio-Funktionalität.

Apple AirPods 3 in Case 2

Apple AirPods 3: Ab rund 170 EUR zu haben, klingen die AirPods 3 nicht besser als die viel günstigeren Engine 4. Hier kommt klar der Apple-Brand-Bonus zum Tragen, plus der sehr guten Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Im Gegensatz zu den AirPods Pro 2 (rund 280 EUR) haben die AirPods 3 auch kein ANC.

Fazit 

Soundpeats Engine 4 komplett1

Soundpeats liefert mit dem Engine 4 TWS-In-Ear-Kopfhörer einen weiteren überzeugenden Beweis dafür ab, dass man den chinesischen Hersteller zu 100 Prozent ernstnehmen sollte. Ein preislich mehr als faires, optisch elegantes, sehr gute verarbeitetes Produkt mit einem hervorragenden Klang, mit Hightech (Koaxialtreiber) und guter App-Steuerung - das ist eine Ansage. Man verzichtete hier auf eine aktive Geräuschunterdrückung - die Engine 4 dichten aber bei Wahl des richtigen Ohrpassstücks gut ab und lassen nicht zu viele Umgebungsgeräusche durch. 

Eleganter, hochwertiger und technisch aufwändiger TWS-In-Ear-Kopfhörer mit klarem, fundierten Klang
Ueberragend neu
TWS-In-Ear-Kopfhörer bis 100 EUR
Test 04. August 2023

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Wolodimir Kostyshin
Datum: 04. August 2023

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