TEST: SIVGA ANSER - offener Over-Ear Kopfhörer mit edlen Materialien und hervorragendem Klang?

Klangwertung
 
Avm Evolution As 3.3 Frontansicht2

Der AVM Evolution AS 3.3 mit exzellentem Kopfhörerverstärker

Nun möchten wir auf die klangliche Auslegung des SIVGA ANSER genauer eingehen. Auch in diesem Test, hat sich der Kopfhörerverstärker des AVM Evolution AS 3.3 aufgrund seiner akustischen Dynamik und klanglichen Neutralität als perfekter Zuspieler herauskristallisiert.

Im ersten Schritt möchten wir wissen, wie sich der SIVGA ANSER bei der Wiedergabe von klassischer Musik schlägt. Sehr gerne verwenden wir hierfür "The Kiss" von Trevor Jones. In „The Kiss“ spielt eine Geige eine übergeordnete Rolle in mehreren Durchgängen. In den ersten beiden Durchgängen sind nur die Geige und eine Trommel zu hören, und beide Instrumente werden mit einer für die doch recht günstige Preisklasse hervorragenden Tiefenstaffelung präsentiert. Im dritten Durchgang verstummen die Trommeln, und die sehr prägnante Geige wird von einem Cello begleitet, was der ANSER erneut treffsicher und mit einem ausgezeichneten Volumen umsetzen kann, gerade in Anbetracht des günstigen Kaufpreis. Nach diesem Durchgang gesellen sich weitere klassische Instrumente hinzu, die facettenreich und mit klarer Struktur dargestellt werden. Zu Beginn des sechsten Durchgangs setzen weitere Geigen mit einer Gegenmelodie ein und die sehr prägnante Geige rutscht etwas in den Hintergrund, auch dieses Facettenspiel gelingt ausgezeichnet.

Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "Sleepless Nights" von Armin van Buuren, Martin Garrix & Libby Whitehouse gefallen. Die zu Beginn des Titels erklingenden vokalen Elemente von Libby Whitehouse werden sehr klar, homogen und mit tadelloser Aussagekraft präsentiert. Als sich nach wenigen Momenten Synthesizer-Klänge hinzugesellen, ermöglicht der ANSER eine ausgezeichnete Differenzierung der musikalischen und vokalen Elemente. Als der Titel dann deutlich an Dynamik und Facettenreichtum gewinnt, liefert unser Testkandidat eine ausgezeichnete Gesamtwiedergabe mit einem satten und präzisen Bassfundament. 

Dynamisch wird es auch bei unserem nächsten Klangbeispiel. Wir haben uns für "Mockingbird" von Tiësto, Dimitri Vegas & Like Mike und Gabry Ponte entschieden. Gemächlich beginnt der Titel mit dem elektronisch erzeugten Klang einer Spottdrossel, ein Element, das der SIVGA ANSER klar und deutlich umsetzen kann. Bereits nach wenigen Momenten gesellt sich eine elektronisch verzerrte Frauenstimme in den sehr dynamischen Titel hinzu, die sehr akkurat und mit klarer Kontur präsentiert wird. Als dann der Track förmlich explodiert mit harten Bässen sowie aggressiven Synthesizer-Effekten, das Ganze gepaart mit der elektronisch verzerrten Damenstimme, ermöglicht der ANSER weiterhin eine gut gestaffelte und sehr dynamische Wiedergabe.

Weiter geht es mit CYRIL Remix von "The Door" von Teddy Swims. Der Track beginnt sofort mit einem schnellen Bassfeuerwerk sowie fordernden Synthesizer-Klängen. Die elektronisch erzeugten Akustikelemente werden sauber sowie homogen dargeboten und werden auch im weiteren Verlauf des Titel nie zu harsch. Die tieffrequenden Signale bieten die 50 mm messenden Treibereinheiten ebenfalls überzeugend dar. Dadurch gelingt ein solides Bassfundament, das nachdrücklich, aber nie überzogen dargestellt wird. Überrascht sind wir von der Darstellung von Teddy Swims spezieller Stimmfarbe, die relativ hoch angesiedelt ist - sie wird ausgesprochen ausdrucksstark vom ANSER dargestellt.

Abschließen möchte wir unsere Klangwertung mit "Gold" von der deutschen Künstlerin Loi. Der Track startet mit verzerrten elektronischen Akustikelementen, die glaubwürdig und inklusive aller Nebengeräuschen wie z.B. einem Knistern/Knacken vom ANSER präsentiert werden. Als der Titel nach wenigen Momenten einen deutlichen Dynamiksprung erlebt, und die musikalischen Ebenen ebenfalls zahlreicher werden, kann der SIVGA ANSER weiterhin überzeugen und stellt auch bei diesem Titel unter Beweis, dass ihm dynamische Tracks absolut liegen. Die elektronisch erzeugten Effekte werden erstaunlich klar und in allen relevanten Einzelheiten umgesetzt, und die tieffrequenden Elemente werden ebenfalls hervorragend präsentiert.

Insgesamt verdeutlicht der ANSER auch wieder gut die Pluspunkte offener Kopfhörer. Klar, es dringt mehr Schall nach außen, und auch derjenige, der mit dem ANSER hört, sollte dies im eigenen Interesse am besten in einer ruhigen Umgebung tun. Aber dafür glänzt der ANSER mit einer ausgezeichneten Weitläufigkeit und einer authentischen Räumlichkeit, die das Musikhören realistisch und zugleich angenehm macht. 

Konkurrenzvergleich
 
Beyerdynamic Dt 900 Pro X Ansicht Oben
 
  • beyerdynamic DT 900 PRO X: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem beyerdynamic DT 900 PRO X. Der Heilbronner Kopfhörer ist derzeit für reduzierte 199 EUR direkt im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Der DT 900 PRO X setzt auf die von beyerdynamic speziell entwickelten STELLAR.45 Treiber, die über einen starken Neodym-Magneten und einer Schwingspule aus kupferplattiertem Hightech-Kabel verfügen. Zusammen mit der dreilagigen Lautsprechermembran mit eingelassener Dämpfungsschicht ist das gesamte Treiber-System in der Lage, extrem effizient zu arbeiten. Zusätzliche akustische Bonus-Punkte führt beyerdynamic in Form der hervorragenden Impulstreue und der feinen Detaillierung des Klangs an. Die STELLAR.45 Treiber inklusive der Schwingspule kommen überdies auch mit hohen Belastungen souverän zurecht, sodass es bei hohem Pegel nicht zu Verzerrungen kommt. Die Impedanz des DT 900 PRO X liegt bei 48 Ohm. Im Lieferumfang befinden sich zwei Kabel, jeweils 1,8 und 3 Meter lang. Sie werden mit einem Mini XLR-Anschluss einseitig am Kopfhörer befestigt und sind leicht auszutauschen. Auf der anderen Seite befindet sich ein 3,5 mm Miniklinkenanschluss plus 6,35 mm Adapter, der wahlweise aufgeschraubt werden kann. Der DT 900 PRO X gibt Frequenzen zwischen 5 Hz und 40 kHz wieder und erzielt bei 1 mW/500 Hz einen maximalen Schalldruck von 100 dB SPL. Bei 1V/500 Hz sind es 114 dB SPL. Die höchste Kurzzeit-Belastbarkeit gibt beyerdynamic mit 100 mW an, die höchste Dauerbelastbarkeit mit 30 mW. Der DT 900 PRO X wiegt ohne Kabel 345 Gramm. Der beyerdynamic DT 900 PRO X konnte uns auf ganzer Linie überzeugen. Mit den typischen Vorzügen eines offenen Kopfhörers, die ein angenehmes Langzeithören und eine luftige, zugleich aber auch atmosphärisch dichte Wiedergabe umfassen, kann er im Speziellen aufwarten. Die exzellente Verarbeitung ist ein großer Pluspunkt der PRO X-Kopfhörer aus dem traditionsreichen Hause. Für den sehr fairen Kaufpreis ist der DT 900 X PRO ein klassischer Kopfhörer, ideal fürs Musikhören und für die Filmtonwiedergabe, aber auch fürs Abhören von Tracks im Studio. 

Fiio Ft3 Gesamt2

  • FiiO FT3: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit dem FT3 von FiiO.  Dieser ist ebenfalls als kabelgebundener und dynamischer Over-Ear-Kopfhörer konzipiert, welcher für einen Kaufpreis von 299 EUR im Handel erhältlich ist. Im Lieferumfang ist eine Transporttasche enthalten. Dabei handelt es sich um ein Hard-Case mit Leder-Bezug und Tragegriff. Außerdem liegen folgende Stecker/Adapter bei: 3,5mm / 4,4mm / 6,35mm / 4-Pin XLR. Dazu gibt es zwei Paar Ohrpolster, wahlweise aus Stoff oder Leder, die auch, wenn auch nicht in erheblichem Maße, akustisch Einfluss ausüben. Der FiiO FT3 ist ausschließlich in Schwarz verfügbar. Unser Testsample, welches das 32-Ohm-Modell gewesen ist, verfügt über einen 60mm großer aluminiumbeschichteter LCP-Treiber für die Schallwandlung. Das Open-Back-Design steckt in einer Konstruktion aus eloxiertem Aluminium und für die Signalübertragung setzt der Hersteller auf ein 392-adriges monokristallines Kupferkabel. Beim Material setzt FiiO auf Metall und zwar auf leichtes, eloxiertes Aluminium. Das "Hohl-Design" hat natürlich auch Vorteile beim Gewicht. Der FiiO FT3 bringt es auf (real gewogen) 392,5g. An der Unterseite der Hörerschalen befinden sich die Klinkenanschlüsse, recht gut eingepasst, mit der jeweiligen Beschriftung für links und rechts. Die Ohrpolster machten einen sehr guten Eindruck und können mit einem festen Handgriff einfach ausgeklippst und getauscht werden. Der FT3 von FiiO präsentiert sich als echte Alternative im Bereich der kabelgebundenen HiFi-Kopfhörer und bietet zu einem Preis von unter 300 Euro sowohl eine sehr gute Material- und Verarbeitungsqualität als auch eine imposante akustische Performance. Die Stärken liegen im Bereich Transparenz, Klarheit, Durchhörbarkeit der Kulisse. Lediglich bei komplexem Geschehen büßt man hier etwas an Differenzierungsvermögen ein. Der Bassbereich ist straff und trocken und, wie die gesamte tonale Auslegung, eher von nüchternem Schlag. Dennoch schafft es der FiiO FT3 Emotionen zu wecken und den Zuhörer mit lebendiger Atmosphäre stets mitzunehmen. Auch bei geringerem Pegel gelingt eine solide Dynamik-Performance und bei sehr hoher Lautstärke neigt der FT3 nicht zu verzerren oder zu überspitzen.

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