TEST: Saxx trueSOUND 5.2 mit trueSOUND TS 900, TS 500 face und TS 300 - Echter Kino-Sound für rund 2.500 Euro?

Nanu, was ist denn hier los? Horn-Hochtöner? Bei Saxx? Ja genau! Der niedersächsische Lautsprecher-Hersteller, der längst nicht mehr als "attraktive Alternative" gelten kann, sondern mit einem hochwertigen Speaker-Portfolio, dass in allen Preisklassen mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis zu überzeugen scheint, bringt eine neue Einsteiger-Serie auf den Markt. trueSOUND heißen die optisch sehr klassisch wirkenden Heimkino-Lautsprecher, die laut Saxx auf maximale Performance getrimmt sind. Große Standlautsprecher, ein mächtiger Center und kompaktere, gut für die Wandmontage geeignete Komponenten zeichnen die neue trueSOUND-Serie aus. Für die tiefsten Töne perfekt passend dazu: der DS 12 cineSUB (Test!), der uns mit einem aktuellen Preis von unter 400 Euro bereits mit einer exorbitanten Performance überzeugen konnte. Wir sind natürlich brutal gespannt zu erfahren, was die günstigsten Schallwandler im Saxx-Sortiment leisten und haben uns ein 5.2-System in die Redaktion bestellt.

Das Setup im Überblick:

  • Front: 2x Saxx trueSOUND TS 900 - Stückpreis: 449 Euro
  • Center: 1x Saxx trueSOUND TS 500 face - Stückpreis: 359 Euro
  • Surround: Saxx trueSOUND TS 300 - Stückpreis: 239 Euro
  • Subwoofer: 2x Saxx deepSOUND DS 12 cineSUB - Stückpreis: 395, 10 Euro
  • Gesamtpreis: 2525, 20 Euro

Saxx trueSOUND TS 900

Saxx trueSOUND TS 500 face

Saxx trueSOUND TS 300

Saxx deepSOUND DS 12 cineSUB

Nach dem Auspacken der neuen Komponenten blickt uns ein für den Preis von insgesamt ein wenig über 2.500 Euro ein sehr erwachsen wirkendes System entgegen. Die klassischen Holzboxen mit klaren Kanten und traditioneller Formensprache sind sicher keine Anwärter irgendwelcher Design-Preise. Das wollen sie auch gar nicht sein. Wie eingangs erwähnt, soll hier maximale Performance im Heimkino in überaus bezahlbaren Sphären geboten werden. Dass die Komponenten sich in der optimierten Heimkino-Höhle am wohlsten fühlen, bekräftigen auch die verfügbaren Modellvarianten in Bronze und Schwarz, jeweils matt ausgeführt. Es handelt sich um durchweg sauber aufgebrachte Dekorfolie, die  auch an den meisten Gehäusekanten sehr gut anliegt und bei der auch bei genauerer Betrachtung keine Einschlüsse oder sonstige Makel zu erkennen sind. Sicher ist eine Folierung weniger exklusiv als ein Lack-Finish, allerdings muss man ebenso festhalten, dass es deutlich teurere Komponenten gibt, die ebenfalls auf Dekorfolie setzen. Das Finish der Saxx-Lautsprecher steht hier in keiner Weise hintenan.

In Schwarz und Bronze sind die Lautsprecher verfügbar

Die Dekorfolie ist sauber aufgebracht

Klare Gehäusekanten zeichnen die trueSOUND-Serie aus

Lautsprecher-Schraubterminals

Passend zu unserem DS 12 cineSUB ist auch unser trueSOUND-Setup in Bronze gehalten. Dieses wirkt auch recht dunkel und ist, unserer Meinung nach, ebenso gut für die Verwendung in Helligkeits-optimierten Umgebungen geeignet. Das Material spiegelt auch sehr wenig, was wiederum beim Einsatz im Heimkino, insbesondere wenn die Lautsprecher nicht hinter einer akustisch transparenten Leinwand verschwinden, sehr vorteilhaft ist.

Darüber hinaus bieten die trueSOUND-Modelle auch Features, die in den niedrigsten Preisregionene keinesfalls zum Standard-Repertoire gehören. So sind z.B. die Chassis, abgesehen vom Hochtöner, ohne sichtbare Verschraubung montiert. Auch die Lautsprechergitter weisen eine robuste, solide Holzkonstruktion auf und haften magnetisch an der Front der Komponenten. Es gibt auch keine sichtbare, aufgesetzte Schallwand. Die Standfüße sind ebenfalls breit und gut dimensioniert. Die Lautsprecher-Terminals (Single-Wiring) sind zwar nicht gekapselt, aber vergoldet, nehmen problemlos größere Kabelquerschnitte sowie Bananenstecker auf und wirken sehr robust.

Alles in allem ist die Angriffsfläche für Kritik, immer den Preis im Hinterkopf habend, verschwindend gering.


trueSOUND TS 900

Standlautsprecher TS 900

Seitenansicht

Rückseite

Unterer Bereich

Sehen wir uns die Komponenten im Einzelnen genauer an, beginnend mit der großen TS 900. Dem neu entwickelten Horn-Hochtöner, der ebenso verzerrungsarm wie klar aufspielen soll, werden hier zwei 8 Zoll große Tiefmitteltöner zur Seite gestellt. Wohl definierte Mitten, tiefe Bässe und eine insgesamt satte, kraftvolle Performance soll gegeben sein. Der Wirkungsgrad von 96 dB spricht Bände. Im Inneren wurde das Gehäuse laut Hersteller aufwändig verstrebt, auch in die Frequenzweiche sei erheblicher Entwicklungsaufwand geflossen.

Horn-Hochtöner und Mitteltöner

Horn im Detail

Solide Integration der Töner in das Gehäuse

  • Dauerbelastbarkeit: 150 W
  • Impulsbelastbarkeit: 300 W
  • Frequenzbereich: 26 – 25.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 96 dB
  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Hochtöner Anzahl: 1 x Horn
  • Hochtöner Material: Seide
  • Tief- und Mitteltöner Anzahl u. Ø: 2 x 20 cm (8″)
  • Tief- und Mitteltöner Material: Papier, beschichtet
  • Anzahl Wege: 3
  • Gehäuseaufbau: Bassreflex
  • Oberfläche: Gehäuse foliert
  • Farben: Bronze, Schwarz
  • Gehäusematerial: MDF
  • Frontabdeckung: Schwarz, magnetisch gehalten
  • Volumen ca. (l): 64,3
  • Terminal: Schraubanschlüsse, vergoldet
  • Bananenstecker geeignet: Ja
  • Maximaler Kabel-Ø (mm): 4
  • Abmessungen B x H x T + Abdeckung (mm): 250 x 1050 x 350 + 12
  • Gewicht: 25,7 kg
trueSOUND TS 500 face

Tiefmitteltöner und vertikal montiertes Horn

Horn mittig

Standfuß

Der Tiefmitteltöner ist sauber verbaut

Folierung an der Kante

Rückseite

Ein echter Heimkino-Center ist der neue TS 500 face. Das sieht man ihm sofort an. Er weist zwar immer noch ein bedeutend geringeres Volumen als die TS 900 Standlautsprecher auf, kommt aber mit Abmessungen 605 x 250 x 350 + 12 mm (BxHxT + Abdeckung) sehr wuchtig daher und verspricht eine sehr homogene Front-Balance. Der eindrucksvolle Auftritt ist aber nicht nur den Gehäusedimensionen, sondern auch der vorhandenen Membranfläche geschuldet: auch hier arbeiten 2 x 8" Woofer für den Tief- und Mitteltonbereich. Der Wirkungsgrad des geschlossenen 2-Wege-Centers liegt immer noch bei beachtlichen 92 dB. In puncto Verarbeitung und Material steht er den großen Fronts in nichts nach.

  • Dauerbelastbarkeit: 150 W
  • Impulsbelastbarkeit: 300 W
  • Frequenzbereich: 24 – 25.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 92 dB
  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Hochtöner Anzahl: 1 x Horn
  • Hochtöner Material: Seide
  • Tief- und Mitteltöner Anzahl u. Ø: 2 x 20 cm (8″)
  • Tief- und Mitteltöner Material: Papier, beschichtet
  • Anzahl Wege: 2
  • Gehäuseaufbau: Geschlossen
  • Oberfläche: Gehäuse foliert
  • Farben: Bronze, Schwarz
  • Gehäusematerial: MDF
  • Frontabdeckung: Schwarz, magnetisch gehalten
  • Volumen ca. (l): 35,3
  • Terminal: Schraubanschlüsse, vergoldet
  • Bananenstecker geeignet: Ja
  • Bi-Wiring/Bi-Amping: Nein
  • Maximaler Kabel-Ø (mm): 4
  • Abmessungen B x H x T + Abdeckung (mm): 605 x 250 x 350 + 12
  • Gewicht (kg): 9
trueSOUND TS 300

trueSOUND TS 300

Seitenansicht

Rückseite

Schlüsselloch-Halterung

Lautsprecher-Abdeckungen

Einzelansicht mit Abdeckung

Die TS 300 erinnern an typische FCR-Lautsprecher und eignen sich mit ihrer recht geringen Bautiefe von lediglich 14 cm perfekt für die Wandmontage. Eine integrierte Schlüsselloch-Halterung erleichtert das Anbringen. Sie können aber auch im Regal aufgestellt sein und wirken dabei recht unauffällig. Während wir die TS 900 nicht in jeder modernen Wohnumgebung sehen, wird die Integration in Wohnzimmer-Heimkinos mit den TS 300 deutlich leichter fallen. Und natürlich kann man die kompakten Schallwandler auch als Fronts und Center nutzen. Als Effektlautsprecher eignen sie sich natürlich ebenfalls, eine Deckenhalterung haben wir im Portfolio aber noch nicht entdeckt, hier werden wir mal nachhaken.

  • Dauerbelastbarkeit: 120 W
  • Impulsbelastbarkeit: 200 W
  • Frequenzbereich: 50 – 25.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 90 dB
  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Hochtöner Anzahl: 1 x Horn
  • Hochtöner Material: Seide
  • Tief- und Mitteltöner Anzahl u. Ø: 2 x 16,5 cm (6,5″)
  • Tief- und Mitteltöner Material: Papier, beschichtet
  • Anzahl Wege: 2
  • Gehäuseaufbau: Geschlossen
  • Oberfläche: Gehäuse foliert
  • Farben: Bronze, Schwarz
  • Gehäusematerial: MDF
  • Frontabdeckung: Schwarz, magnetisch gehalten
  • Volumen ca. (l): 9,4
  • Terminal: Schraubanschlüsse, vergoldet
  • Bananenstecker geeignet: Ja
  • Bi-Wiring/Bi-Amping: Nein
  • Maximaler Kabel-Ø (mm): 4
  • Abmessungen B x H x T + Abdeckung (mm): 400 x 340 x 140 + 12
  • Gewicht (kg): 8,2
DS 12 cineSUB

Saxx DS 12 cineSUB

Seitenansicht

Tieftöner

Innenansicht und Elektronik

Rückseite

Bassreflexöffnung und Standfüße

Den cineSUB hatten wir bereits im Test, hier findet man alle Eindrücke und Informationen in aller Ausführlichkeit. Der 250 Watt RMS starke DS 12 cineSUB ist ein vergleichsweise kompaktes Kraftpaket mit einem überragenden Preis-/Leistungsverhältnis. Selbst in mittelgroßen Räumen bietet er als Einzelkämpfer ein spektakuläres Tiefton-Erlebnis. Der Töner ist 30 cm groß, das Gehäusevolumen beträgt über 45 L. Der Treiber ist hier zwar sichtbar verschraubt, insgesamt weist der LFE aber die identisch solide Verarbeitungs- und Materialqualität auf wie die Komponenten der trueSOUND-Serie. Auch der cineSUB ist in Schwarz und Bronze erhältlich. Der Preis? Nicht einmal 400 Euro, daher nehmen wir für unseren Test der trueSOUND-Serie doch glatt zwei davon.

  • Dauerleistung: 250 W
  • Impulsleistung: 400 W
  • Frequenzbereich: 25 – 270 Hz
  • Tieftöner Anzahl u. Ø: 1 x 30 cm (12″)
  • Tieftöner Material: Papier, beschichtet
  • Anzahl Wege: 1
  • Gehäuseaufbau: Bassreflex
  • Oberfläche: Gehäuse matt foliert
  • Farben: Schwarz, Bronze
  • Gehäusematerial: MDF
  • Frontabdeckung: Schwarz, magnetisch gehalten
  • Volumen ca. (l): 45,1
  • Audio-Eingang analog
    1 x Cinch stereo,
    1 x Cinch mono (LFE)
  • USB zur Spannungsversorgung externer Geräte: Ja, 500 m
  • Hochpass: –
  • Tiefpass: Ja, Grenzfrequenz einstellbar 40 – 200 Hz
  • Pegelstelle: Ja
  • Phasenumschaltung: Ja
  • Verstärkerkanäle: 1
  • Automatik-Standby: Ja
  • Standby Verbrauch: < 0,5 W
  • Netzschalter: Ja
  • Abmessungen B x H x T + Abdeckung (mm): 380 x 410 x 400 + 25, zzgl. Zuleitung und Kühlung 70 mm
  • Gewicht (kg): 17,2
Klang

Saxx trueSOUND-Serie im 5.2-Setup mit dem DS 12 cineSUB

Mission Impossible - Rogue Nation, Mehrkanal, Film

Einspielzeit Ja, Eingewöhnungszeit Nein - wir legen direkt mit dem Dolby TrueHD-Kern der Mission Impossible - Rogue Nation Blu-ray Disc los und werden sofort von den Saxx-Lautsprechern in den Bann des Action-Agenten-Thrillers gezogen. Schmerzbefreit pegeln wir hoch und bemerken erst gar nicht, dass wir keinerlei Rücksicht auf die angeschlossenen Lautsprecherkomponenten nehmen müssen. Brutal laut spielt die trueSOUND-Serie auf und verzieht dabei keine Miene, der angegebene Wirkungsgrad scheint nicht nur auf dem Papier eine tadellose Figur zu machen. Eine Souveränität, die keinesfalls Standard ist. Beachtlich auch, wie ausgeglichen die gesamte Front, trotz des hohen Pegels, auftritt. Sicher, das Horn ist unverkennbar. Es spielt klar und durchaus direkt auf, was stets zu einer hohen Präsenz führt, aber auch Vorteile bei der Sprachverständlichkeit mit sich bringt. Erfreulich dabei, dass es auch bei der immensen Lautstärke nicht überschärft und unangenehm wirkt. Auch löst sich das Geschehen sehr gut von den Schallwandlern. Wir müssen hier zwar auf immersives 3D-Audio verzichten, aber auch im 5.2 Surround-Setup werden wir mit einer plastischen, tiefen Kulisse abgeholt. Untenrum wird Kraft und Performance satt geboten, als die Triebwerke des Militärflugzeuges sich in Bewegung setzen. Schon die TS 900 spielen tief hinunter und liefern dabei soliden Nachdruck, das letzte Quäntchen übernehmen scheinbar mühelos die beiden cineSUBs, von denen wir auch nichts anderes erwartet haben. Besonders beeindruckt uns die Geschlossenheit der gesamten Kulisse. Der Center-Lautsprecher integriert sich absolut nahtlos und attestiert die Notwendigkeit eines ausgeprägten Gehäuse-Volumens. So profitiert die gesamte Frontkulisse vom harmonischen Zusammenspiel und die einzelnen Lautsprecher verschwinden zu einer einzigen Einheit. Ebenso gut gelingt dies aber auch den Surround-Lautsprechern TS 300, die das Ganze zu einer ganzheitlichen Sphäre komplettieren. Nur eine Sache toppt diesen ausgezeichneten Eindruck: Die Gewalt, mit welcher die trueSOUND-Komponenten an den Start gehen - und dennoch souverän und sauber bleiben. Man wird keine Probleme haben, selbst große Räume mit dem Saxx Einstiegs-System zu beschallen. Enorme Pegel werden in Kombination einem Denon AVC-X4700H in unserem großen Hörraum realisiert. Die trueSOUND-Lautsprecher quittieren dies mit einer sehr einhüllenden, aber stets balancierten Darbietung, die den Hörer, abgesehen von der extremen Lautstärke, nicht überstrapaziert. Der Sweet Spot scheint großzügig bemessen und auch die Atmosphäre gefällt mit einer dichten, durchhörbaren Präsentation.

Jurassic Park, Mehrkanal, Film

Die Auflösung kommt ebenfalls nicht zu kurz, im Gegenteil: Die sehr guten Dynamikeigenschaften sorgen dafür, dass auch im komplexen Geschehen zahlreiche Feinheiten erfasst und im Raum zugeordnet werden können. Wie sieht das Ganze denn eigentlich bei moderater Lautstärke aus? Nicht jeder möchte Pegel, die ein kommerzielles Kino in den Schatten stellt. Dafür haben wir uns die UHD Blu-ray von Jurassic Park ausgesucht, hier stellt die DTS:X Spur die Basis. Exzellent gefällt uns hier die Stimmenpräsentation der drei Hauptprotagonisten, die z.B. während der Konversation im Trailer zu Beginn des Filmes hervorragend abgebildet werden. Einzelne, kleinere Effekte sind ausgezeichnet integriert. Die Räumlichkeit und die Breite der Bühne könnte hier etwas ausgeprägter sein, vielleicht sind wir aber noch von der lauten Darstellung soeben ein wenig verwöhnt. Insgesamt liefern die trueSOUND-Lautsprecher auch hier eine sehr dynamische Darbietung mit sauberer Struktur und hoher Präzision. Auch der Eindruck einer geschlossenen, sehr in sich stimmigen Kulisse bleibt erhalten. Die Szene bei etwas über einer Stunde Spielzeit haben wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen und den Pegel hierfür wieder etwas angehoben. Exzellent gelingen die Fußstapfen des T-Rex, die zunächst authentisch aus großer Entfernung zu kommen scheinen. Dennoch wird hier schon mit spürbarem Nachdruck in den tiefsten Regionen agiert. Klickgeräusche, die Effekte des Sauriers und der Regen wird ebenfalls sehr klar und sauber erfasst. Wieder gefällt uns die hohe Ausgewogenheit, nur ganz selten ist die Direktheit des Horns leicht fordernd, nie zu aggressiv. Durch die geschlossene Front- und Surround-Kulisse wird man sehr ins Bildgeschehen einbezogen und fühlt sich ebenso beklommen wie die Insassen in den Jurassic Park-Jeeps. Direktional nachvollziehbar sind die Effekte und die Atmosphäre macht wiederum einen sehr dichten, nahezu bedrückenden Eindruck. Urgewaltig erklingt das Gebrüll des Urzeit-Monsters und erschüttert auch bei nicht übertriebener Lautstärke Mark und Knochen des Zuhörers, die cineSUBs unterstützen hier in exzellenter, präziser Manier.

Herbert Grönemeyer - Mensch, Mehrkanal, Musik

In unserem Preview haben wir uns ausgiebig mit der Mehrkanal-Filmtonwiedergabe beschäftigt, daher haben wir uns nun im Test zunächst für die Pure Audio-Disc von Herbert Grönemeyer - Mensch entschieden und sind auf die musikalische Performance der Saxx-Neuzugänge gespannt. Über die tiefen Töne müssen wir, da wir hier auf die DTS-HD MA 24-Bit/96 kHz 5.1-Abmischung setzen, nur noch wenige Worte verlieren. Der DS 12 cineSUB liefert, wie ihm bereits im Einzeltest attestiert, eine erstaunlich hohe Präzision und ausgezeichnete Impulstreue. Er setzt Kickbässe blitzschnell um und versieht die tiefsten Töne mit Kraft und Nachdruck. Wir übertreiben es nicht mit der Lautstärke, die Saxx trueSOUND-Komponenten nehmen uns aber direkt mit und spielen bei Neuland sehr schwungvoll und mitreißend auf. Auch die geschlossene Kulisse trägt dazu bei, dass uns das flotte musikalische Geschehen in den Bann zieht. Zudem kann die Wiedergabe der charakteristischen Stimme des gebürtigen Göttingers mit Klarheit und hoher Präsenz überzeugen. Die deutlich langsamere Ballade bestärkt uns in diesem Eindruck, hier machen sich auch die ausladenden Dimensionen des TS 500 face Centerlautsprechers bezahlt. Die Bühne ist sauber gestaffelt, die Streicher, die auch in der hinteren Ebene eine nicht unwichtige Rolle spielen, fügen sich hervorragend nahtlos in die Kulisse. Die dichte Atmosphäre bettet den Zuhörer ein und profitiert ebenfalls von der ganzheitlich harmonischen Präsentation. Trotz des moderaten Pegels bieten die Saxx trueSOUND-Lautsprecher sehr gute Dynamik-Eigenschaften. Es wirkt auch alles sehr gut aufgelöst, wenn natürlich nicht jedes letzte Quäntchen an Detaillierung erfasst wird. Bei "Viertel Vor" geht es wieder etwas flotter zur Sache und hier gefallen die direkt klingenden, verzerrten Gitarren. Das leicht hintergründige Glockenspiel wird ebenfalls sehr authentisch erfasst und trotz der komplexen Kulisse gut herausgearbeitet. 

Mad Max Fury Road, Mehrkanal, Musik + Film

Zum Abschluss haben wir uns dennoch erneut für ein Filmbeispiel entschieden. Praktisch, dass der Soundtrack des Mad Max-Spektakels "Fury Road" auch mit einem mitreißenden Score des niederländischen DJs und Produzenten Junkie XL daherkommt. Wir starten mit Kapitel 2, als sich die von Charlize Theron gespielte Furiosa dazu entscheidet, einen anderen Weg als den vorhergesehenen einzuschlagen. Langsam, schleichend baut sich das Geschehen auf und vermittelt dem Zuschauer erste Eindrücke zu dem, was folgen wird. Die Stimmen werden stets gut in das Geschehen eingearbeitet und sind durchweg gut verständlich. Als Immortan Joe den Safe öffnet und die Abwesenheit seiner Damen bemerkt, gelingt die mysteriöse Atmosphäre sehr gut, ebenso die Vokalstimme von Immortan Joe durch die Maske. Innerhalb der nächsten Sekunde wird es schnell komplexer und die trueSOUND-Lautsprecher realisieren ein uns umhüllendes, dichtes Klangbild mit zahlreichen, sauber platzierten Effekten. Auch die etwas chaotische Geräuschkulisse, die das gesamte Hintergrundgeschehen bestimmt, trägt zur Authentizität des Geschehens bei. Obenrum spielt das neue Saxx-Ensemble wieder direkt und flink auf, ohne harsch zu werden. Explosionen und Geschosse gelingen ebenso kraftvoll wie differenziert und können so auch akustisch identifiziert werde. Als sich der Junkie XL-Score dazugesellt und das Geschehen auch noch musikalisch untermalt, entzündet sich ein Feuerwerk auf der Bühne. Viele Effekte und Stimmen müssen gleichzeitig umgesetzt und berücksichtigt werden, die trueSOUND-Komponenten schlagen sich ausgezeichnet und liefern auch direktional nachvollziehbare Geschehnisse innerhalb des Klangbildes präzise ab. Souverän wieder die cineSUB-Subwoofer, die in den tiefsten Regionen voluminös und satt unterstützen und die Fahrgeräusche der Kolosse auch mal bis ins Mark des Zuhörers erlebbar machen. Die unschönen Schleifgeräusche von Metall auf Metall werden authentisch scharf dargeboten, bei hohem Pegel kann es hier für zart besaitete Hörer etwas unangenehm werden, aber auch in Natura würde wohl jeder Zuhörer diese Klänge lieber vermeiden. Mit einer ausgewogenen, harmonischen Präsentation einer sehr geschlossenen Kulisse, die viele Details exzellent erfasst und auch bei hoher Komplexität ein differenziert strukturiertes Geschehen abbildet, überzeugen die trueSOUND-Lautsprecher auch bei diesem Beispiel.

Konkurrenzvergleich

Mission LX-6 MKII

Unlängst hatten wir sowohl die Mission LX-6 MKII als auch die kleineren LX-1 MKII im Test. Zugegeben, der Surround-Check steht noch aus und wir haben sie bislang nicht im Mehrkanal-Setup gehört, aber aufgrund der preislichen Nähe der Komponenten wollen wir sie hier trotzdem aufnehmen. Sicher, einer der größten Benefits der trueSOUND-Lautsprecher ist die geschlossene und harmonische Front- wie Surroundkulisse und diese können wir aufgrund fehlender Eindrücke bei den Mission LX-Lautsprechern hier nicht mit einbeziehen, dennoch fällt generell auf, dass preislich günstige Lautsprecher inzwischen eine überaus authentische und mitreißende akustische Darbietung realisieren können. Gerade die LX-6 MKII liefern eine quasi sensationell hohe Auflösung und Feindynamik im Bereich der oberen Mitten und Höhen, trotz des extrem günstigen Preises. Diesbezüglich müssen die Niedersachsen, wenn auch nur geringfügig, zurückstecken, schlagen aber mit einer brachialen Pegelfestigkeit zurück und spielen generell bei enormer Lautstärke überdurchschnittlich souverän. Auch mitreißend und schwungvoll gehen sie zu Werke und liefern selbst in großen Hörräumen eine dichte, glaubwürdige Kulisse in scheinbar jeder Situation. Die Saxx trueSOUND kommen optisch sehr klassisch daher. Die Briten hingegen etwas progressiver, auch wenn sie auf eine separat sichtbare Schallwand setzen. Unsichtbar verschraubte Chassis findet man hier auch beim Hochtöner, magnetisch haftende Abdeckgitter bieten beide. Ein Quäntchen gefällt uns die Verarbeitung der Mission-Lautsprecher besser, was sich vor allem in den ein wenig höherwertigen Bi-Wiring-Terminals der LX-6 MKII niederschlägt. Die Folierung ist bei beiden kaum zu beanstanden, die Briten sind zusätzlich zu Schwarz auch in Walnuss und Weiß erhältlich.

ELAC Debut 2.0

Der Vergleich mit dem ELAC Debut 2.0-Set fällt etwas leichter. Zweifellos offeriert die 5.2.2-Konfiguration, in der wir die Lautsprecher getestet haben, der Nordlichter ein homogenes, in sich schlüssiges Klangbild und agiert auch pegelfest und souverän, an die schlichtweg brutale Performance der Saxx trueSOUND kommen sie aber nicht heran. Der Sound der Saxx-Schallwandler ist ebenso geschlossen und harmonisch und selbst in unserem großen Hörraum enorm dicht und differenziert, so dass wir direktionale Effekte klar nachvollziehen können. Die immersive Kulisse wirkt stets glaubwürdig und überzeugt mit ausgeprägter Räumlichkeit. Das Geschehen nimmt den Zuhörer auch sofort mit, wirkt sehr direkt und spritzig. Top sind die Subwoofer im ELAC-Setup, die sich mit App-Einmessung an die Gegebenheiten des Raumes anpassen. Auf einen EQ muss man bei den DS 12 cineSUB verzichten, ansonsten aber auf extrem wenig. Tief, nachdrücklich und schnell wird agiert, die ohnehin satt klingenden TS 900 Standlautsprecher in den untersten Regionen zuverlässig komplettiert. Wer gerne laut, dynamisch, spektakulär und mitreißend hört, ohne dass die Authentizität großartig leidet, findet im trueSOUND-Ensemble den richtigen Partner.

Fazit

Saxx trueSOUND TS 900, TS 300 und TS 500 face + DS 12 cineSUB in 5.2-Konfiguration

Der "Einstieg" ist gelungen! Mehr als das, die neue trueSOUND Einsteiger-Serie liefert in unserer 5.2-Konfiguration zum Preis von rund 2.500 Euro ein spektakuläres Heimkino-Erlebnis, das mit allen Wassern gewaschen zu sein scheint. Unfassbar laut können die neuen Komponenten aufspielen und bleiben dabei überraschend souverän. Das typisch direkt aufspielende Horn nimmt in den höchsten Pegel-Sphären dabei kaum an Härte zu und überfordert nicht. Ebenso beeindruckend wie die Leistungsfähigkeit ist das harmonische Zusammenspiel und die dadurch klar geschlossene, immersive Kulisse. In Kombination mit einer ausgeprägten Dynamik zieht trueSOUND den Film- und Kino-Enthusiasten in seinen Bann. Es sind zweifellos nicht die schönsten Boxen, die man kaufen kann. Akustisch kann man ihnen allerdings wenig vorwerfen und selbst Eigentümer von großen Heimkino-Höhlen können zukünftig vielleicht noch einmal genau darüber nachdenken, wie viel Geld man wirklich für ein mitreißendes und eindrucksvolles Heimkino-Spektakel in die Hand nehmen muss.

Akustisch beeindruckendes, sauber verarbeitetes Heimkino-Setup mit enormer Pegelfestigkeit zum überaus fairen Preis

13.05.2021

Test: Philipp Kind
Datum: 13.05.2021

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