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TEST: Standlautsprecher Mission LX-6 MKII - die akustische Sensation für 750 EUR Paarpreis

Nach den, vor allem für ihre kompakte Größe, erstaunlich starken Regallautsprechern LX-1 MKII haben sich die Geschwistermodelle im Standbox-Format in der Redaktion eingefunden. Die deutlich größeren Mission LX-6 MKII kommen auf 749 Euro und sind u.a. direkt bei Audiolust.de erhältlich. Insgesamt vier Jahre Entwicklungszeit nahm die Überarbeitung der LX Serie in Anspruch. Klare Erkennungsmerkmale sind die DiaDrive-Chassis und die Inverted Driver Geometry (IDG). Im Großen und Ganzen, und das sagt Peter Comeau höchstpersönlich, entspricht die MKII Serie der vorherigen Generation. Leichte Änderungen hat er aber vorgenommen und sieht die größte Steigerung im Bereich der Transparenz und Detaillierung der Mitten. Insbesondere die Instrumental- und Stimmendarstellung soll noch einen Hauch authentischer gelingen, zudem alles etwas dynamischer und direkter. Wir prüfen, ob sich die genannten Vorzüge auch im Praxisbetrieb bemerkbar machen.

Einzelansicht

Seitlich

Rückseite

Die LX-6 MKII sind in Schwarz, Perlweiß oder Walnuss-Folierung zum identischen Preis erhältlich. Wir sind immer wieder erstaunt, welche Verarbeitungsqualität der britische Hersteller zu den aufgerufenen Preisen bietet. Ebenso wie die kleinen LX-1 MKII weisen auch die LX-6 MKII eine sehr sauber aufgebrachte Folierung auf. Keine Einschlüsse sind sichtbar und selbst die Kanten wirken solide. Da kennen wir teurere Modelle von durchaus etablierten Herstellern, bei denen dies nicht mit identischer "Liebe zum Detail" gelingt. Auch hier gibt es keine Unibody-Gehäuse, sondern eine aufgesetzte, mattschwarze Schallwand. Der Übergang ist nicht vollständig nahtlos, aber gleichmäßig und kaum zu kritisieren. Die Lautsprecherabdeckung haftet magnetisch und ist sehr solide, die Stoffabdeckung ist auf einer Holzkonstruktion angebracht. Die Chassis sind unsichtbar verschraubt, was den hochwertigen Eindruck der Schallwandler nochmals unterstreicht. Spikes sind im Lieferumfang enthalten und können direkt in die dafür vorgesehenen Öffnungen auf der Unterseite eingeschraubt werden. Die Lautsprecheranschlüsse auf der Rückseite sind für die Preisklasse ebenfalls absolut überzeugend. Darüber befinden sich zwei Bassreflexöffnungen.

Mission LX-6 MKII

Mittel- und Hochtöner

Detail

Tieftöner

Woofer im Detail

Die LX-6 MKII ist eine 3-Wege-Konstruktion, die mit DiaDrive Midbass-Chassis ausgestattet ist. Hierbei werden die prinzipbedingten Nachteile eines traditionellen Konus mit Staubschutzkalotte durch ein nahtloses, leicht gekrümmtes Diaphragma, das über einen unsichtbaren Sekundärkonus mit der Schwingspule verbunden ist, überwunden. Ein überdimensionierter Ferritmagnet soll auch bei großen Membranauslenkungen für einen gleichmäßigen Antrieb sorgen.

Die bereits angesprochene Inverted Driver Geometry von Mission ist von außen direkt erkennbar: hier wurde der Tiefmitteltöner direkt oberhalb des Hochtöners platziert. Das Ergebnis sei ein optimales Zeitverhalten. Die während der Entwicklungszeit durchgeführten virtuellen Simulationen und Laserschwingungsmessungen sollen die LX MKII zudem so verfeinert haben, dass sie die Resonanz- und Nebengeräuschfreiheit von größeren und teureren Modellen des Herstellers erreichen.

Der Hochtöner ist eine 25 mm Kalotte, die aus einem sehr leichten Mikrofasermaterial gefertigt ist. Hohe Steifigkeit und eine zuverlässig gleichmäßige Konsistenz soll dieses auszeichnen. Eine speziell gelochte Grundplatte garantiert laut Hersteller eine besonders gleichmäßige Abstrahlung.

Gehäuse und Schallwand sowie Abdeckung seitlich


Gleichmäßiges, geringes Spaltmaß

Sauber aufgebrachte Folierung

Schallwand unterer Bereich (keine Spikes montiert)

Rückseite oberer Bereich

Abdeckung

Rückseite unten

Lautsprecheranschlüsse

Spikes (mitgeliefert)

Die LX-6 MKII ist, wie erwähnt, mit einem 25 mm Hochtöner sowie einem 130 mm Mitteltöner und zwei 165 mm messenden Tieftönern bestückt. Der Wirkungsgrad liegt bei respektablen 91 dB, der maximale Schalldruck ist mit 107 dB angegeben. Bis auf 30 Hz (- 6 dB) sollen sie hinunter spielen, die Übergangsfrequenzen liegen bei 400 und 3.300 Hz.

Klang

Die ganz kleinen LX-1 MKII der neuen Mission Lautsprecherserie haben uns so gut gefallen, da dürfen sich die ausgewachsenen Standboxen direkt an einen echten Klassiker heranwagen. Wir spielen die "Sultans of Swing" der Dire Straits in CD-Qualität zu. Als bewährten Partner haben wir uns zunächst unseren Audiolab 6000A Play herausgesucht, der hier allerdings nur als Power Amp dient und per Marantz Netzwerk- und CD-Player ND8006 bedient wird. Und wieder versetzen uns die LX MKII-Lautsprecher in Staunen. Zu diesem Preis wird eine zweifellos überdurchschnittliche Transparenz und Durchzeichnung geboten, die in diesem Segment äußerst selten ist. Insbesondere die Mitten und im Ansatz auch die höheren Frequenzbereiche klingen außerordentlich fein aufgelöst und wirken daher sehr glaubwürdig. Auch untenrum machen sie keinesfalls eine schlechte Figur, wenngleich hier die Performance nicht in identischem Maße überdurchschnittlich exzellent ist. Immer noch sehr gut, allerdings nicht ganz so fein strukturiert präzise, wie es in Mitten und Höhen der Fall ist. Die LX-6 MKII spielen minimal warm und rund auf, was dem Freund eines kräftigen Bassbereiches in die Hände spielt. Das bedeutet aber nicht, dass sie unsauber spielen. Lediglich satt und nachdrücklich, das gesamte Geschehen wird dadurch mit einer tollen Substanz und mitreißenden Atmosphäre versehen. Die Impulstreue liegt durchweg auf hohem Niveau und so gelingen auch die einzelnen Percussion-Elemente präzise auf den Punkt. Insgesamt eine schwungvolle, dynamische Performance mit sehr ausgewogener, natürlich Darstellung, die schlichtweg Spaß bereitet. Exzellent ist Detaillierung und Auflösung der oberen Mitten und Höhen, hier sind die LX-6 MKII in diesem Preisbereich eine echte Ausnahme.

Der nächste "Halt" ist Unshaken von D'Angelo. Hier bestätigen die LX-6 MKII direkt ihre Power im Bassbereich und zeigen direkt ein sehr solides, tiefes Fundament mit knackigen Kicks. Als sich die Stimme zum Gesamtgeschehen gesellt, gibt es keine andere Emotion als Begeisterung. Es ist schlichtweg sensationell, welchen Facettenreichtum und welch feine Auflösung die britischen Standlautsprecher zu ihrem erstaunlich günstigen Preis anbieten. Das ein oder andere akustische Element gerät minimal in den Hintergrund, wenn die Kulisse komplexer wird, insgesamt gesehen ist das aber locker zu verschmerzen. Ebenso beeindruckend ist die gebotene Räumlichkeit und gesamte Atmosphäre. Stets begleitet von einem runden, aber solide strukturierten Tieftonbereich, der kaum etwas an Kraft und Nachdruck vermissen lässt.

Die bisherigen Erfahrungen verleiten uns dazu, mit Material zu testen, welches wir uns sonst gar nicht trauen würden, derart günstigen Lautsprechern zuzumuten. Die unverkennbare Sopranstimme von Joan Baez beispielsweise, die in ihrer Version von "House of the Rising Sun" ausdrucksstark zur Geltung kommt, ist z.B. so ein Fall. Die LX-6 MKII meistern auch dies, minimale Spitzen sind hier bei sehr hohem Pegel nachvollziehbar, Zischlaute z.B. bleiben aber frei von Aggressivität. Natürlich werden hier nicht alle Details erfasst, die Mission Serie versteht es aber ausgezeichnet, ein mitreißendes, dynamisches Klangbild zu liefern, das einfach Freude beim Zuhören bereitet. Hier stellt sich natürlich auch eine Gewissensfrage: Soll es 100% neutral sein und auch das letzte Quäntchen an Feindynamik herausgekitzelt werden oder ist eine mitreißende, schwungvolle Darbietung wichtiger? Die LX-6 MKII bieten hier für uns nahezu eine ideale Mischung. Sie bieten durchaus Durchzeichnung, Feinauflösung und hohe Detaillierung, insbesondere im Mittenbereich und dem Übergang von den Mitten zu den Höhen. Gleichzeitig liefern sie aber ein spaßbereitendes Spektakel, dass man dank der tollen Balance auch in sehr hoher Lautstärke genießen kann. Selbst hier, der Sopran wird bei hohem Pegel natürlich etwas fordernder, aber zu keinem Zeitpunkt spitz oder unangenehm. Die Gitarre steht ganz leicht hintenan und wird nicht ganz so aufmerksam bedacht wie Joans Stimme, spielt aber natürlich auch zu einem gewissen Grad im Quellmaterial die zweite Geige. Bilanzierend wiederum eine beeindruckende Performance der günstigen Lautsprecher.

Mit Einmusik und dessen "Duane Suave" wenden wir uns abschließend dem elektronischen Genre zu und wollen gleich einmal sehen, wie viel wir den LX-6 MKII zumuten können. Keinesfalls wenig lautet hier die Antwort. Bis wir eine leichte Verzerrung im Mittenbereich feststellen können, ist der Pegel bereits auf extremem Level, die Tieftöner sind erstaunlicherweise hier noch gar nicht am Limit. Man muss zudem genau hinhören, wenn man die erste leichte Verzerrung erkennen möchte und wie erwähnt, ist man hier Lautstärke-technisch bereits auf einem Niveau, dass den weniger hartgesottenen Hörer bereits überfordert. Die Mission Boxen entfalten eine weitläufige, sehr räumlich wirkende Atmosphäre, die auch mit einer glaubwürdigen Dichte auftritt. Die einzelnen Synthi-Elemente sind recht präzise im Raum platziert und bestärken weiter die authentische Darstellung. Kraftvoll spielen sie im Tieftonbereich auf und gehen erstaunlich tief hinunter, minimal vermissen wir Punch im Bereich des Kickbasses. Wir setzen hier allerdings, und daran sind die LX-6 MKII selbst schuld, für die Preisklasse eigentlich zu hohe Anforderungen. Bedenken wir das Preisgefüge, wird hier ein sehr sauberer, voluminöser und harter Bass mit tiefem Fundament geboten.

Konkurrenzvergleich

Dali Oberon 7: Mit 1.070 EUR Paarpreis sind die gut verarbeiteten Standlautsprecher mit dem charakteristischen Standfuß deutlich teurer. Mit noch mehr Homogenität und einer absolut nahtlosen Anbindung des Hochtöners an den Mitteltonbereich rechtfertigen die dänischen Schallwandler ihren Mehrpreis. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Mission LX-Standboxen für ihr Geld eine dicke Empfehlung verdienen. 

Cambridge Audio SX-80: Die Lautsprecher der britischen Traditionsfirma mit mehr als 50 Jahren Bestand sind mit 500 EUR Paarpreis nochmals preiswerter. Das merkt man sofort an der Verarbeitung. Diese ist zwar keinesfalls schlecht, aber das Niveau der Mission LX liegt spürbar höher. Klanglich detaillieren die Mission besser und bieten noch mehr Weitläufigkeit sowie Pegelfestigkeit. 

Fazit

Für vergleichsweise wenig Geld offerieren die Mission-Standlautsprecher eine hervorragende Leistungsfähigkeit - das betrifft nicht nur die überraschend komplette, räumlich dichte Akustik, sondern auch die wirklich überragende Verarbeitungsqualität. Die vergleichsweise aufwändige Chassistechnologie wäre ebenfalls anzuführen. Insgesamt dürfte es schwierig sein, für vergleichbares Geld hochwertigere Standlautsprecher zu erwerben. 

Mission schockt das Establishment: Die LX-6 MK2 spielt die starke Konkurrenz an die Wand

Gesamtreferenz Standlautsprecher bis 1.000 EUR Paarpreis

Test: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 22. April 2021

 

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