TEST: Oppo A54 5G - Mittelklasse-Smartphone mit viel Akku im Gepäck

Ein Smartphone mit einer UVP von rund 300 Euro muss mittlerweile den 5G-Funk unterstützen, um überhaupt noch konkurrenzfähig zu sein. Das Oppo A54 5G kostet sogar nur 269 Euro und bietet neben dem Datenturbo in dieser Preisklasse noch weitere spannende Extras.

Das Oppo A54 5G zeigt durchaus eindrucksvoll, dass Displayrahmen immer mehr verschwinden, denn er fällt beim Asiaten rundum sehr schmal aus, was auch daran liegt, dass die Frontkamera als Punchhole-Notch im Display integriert ist. Die Rückseite reflektiert je nach Lichteinfall rosa und Blau-Türkis. Mit 8,5 Millimeter Bautiefe ist der Chinese zwar durchaus handlich, doch die Kamera-Objektive ragen recht stark hervor. Beim Material wurde ebenfalls gespart, denn der Rahmen und die Rückseite bestehen nur aus Hartplastik – da ist man bei anderen Modellen in dieser Preisklasse generöser. Eine IP-Zertifizierung gegen Staub und Wasser weist das Handy nicht auf.

Oppo A54 5G

Der Bildschirm misst 6,5 Zoll bei einer FHD+-Auflösung. Als Technik kommt IPS-LCD zum Einsatz – insgesamt wurde also auch hier etwas in den Spartopf gegriffen. Das Display schlägt sich dennoch im Alltag recht wacker. Die Helligkeit ist mit 450 Candela absolut ausreichend und Kontrast und Schärfe bewegen sich im gehobenen Mittelfeld. Mit einer Bildwiedergabefrequenz mit 90 Hertz gibt es sogar ein kleines Highlight, was in dieser Preisklasse eher die Ausnahme ist.

Rückseite

Optisch sieht das Objektiv-Sammelsurium auf der Rückseite schon mal beeindruckend aus. Das Geflecht setzt sich aus einer Hauptkamera mit 48 Megapixel sowie einem Weitwinkel mit 8 Megapixel zusammen. Der Tiefensensor und die Makrokamera mit je 2 Megapixel sind nette Dreingaben, aber fürs Fotografieren nicht sonderlich relevant.

Bei der Hauptkamera wird durch „Pixelbinning“ mit 12 Megapixel getrickst, um mit einer höheren Lichtempfindlichkeit knipsen zu können. Im Praxistest schlägt sich die Kamera äußerst wacker. Selbst bei Dunkelheit sind bei einer ruhigen Hand noch sehenswerte Fotos möglich – für diese Preisklasse ein starkes Ergebnis. Viele Spielereien, wie der Weitwinkel funktionieren allerdings mehr schlecht als recht. Der Makro-Modus ist daher sinnlos. Die Macher haben sich eindeutig auf möglichst optimale Autofokus-Aufnahmen aus der Hüfte konzentriert, was in dieser Preisklasse auch sinnvoll ist. 

Außenaufnahme

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Innenaufnahme

Kellerfoto

bei Nacht

Panorama

Die Frontkamera mit 16 Megapixel macht einen guten Job und bietet zahlreiche Verschönungsextras, wie „Schmales Gesicht“. Aufgrund der eher schwachen elektronischen Bildstabilisierung gilt aber auch hier: Ruhe bewahren! Gespart wurde bei der Videokamera, denn Anno 2021 ist eine einfache HD-Auflösung bei 30fps schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Bei der Ausstattung ist dafür alles an Bord, was wichtig ist, inklusive „Extra HD“ oder Textscanner.

Zum restlichen Ausstattungspaket: Dem Nutzer stehen 64 GB plus Micro-SD-Karte als Speicherplatz zur Verfügung. Bei den Datenschnittstellen ist alles vorhanden, wenngleich nicht auf höchstem Niveau. Freunde des klassischen Kopfhörers dürfen sich zudem über den 3,5-Millimeter-Anschluss freuen.


Home-Screen

App Drawer

Das Oppo A54 werkelt mit Android 11 und dem hausinternen ColorOS 11.1 als Nutzeroberfläche. Geblieben sind die typischen Oppo-Eigenheiten: Es gibt keine linke Startseite und wenn man diese Funktion nicht sofort deaktiviert, füllen sich die Startseiten automatisch mit allen vorinstallierten und eigenen Apps. Die Schnellsuche und der App Drawer sind hingegen Bestandteil des User Interfaces. On Top gibt es noch eine intelligente Seitenleiste für Schnellzugriffe sowie eine Splitscreen-Option.

Um das Smartphone zu entsperren, gibt es das gewohnte Trio aus PIN, Gesichts- und Fingererkennung per Sensorfeld. Der ist wie bei Sony-Smartphones auf der rechten Seite platziert. Der Autor ist kein Fan von dieser Lösung, da er gleichzeitig ein An/Aus-Schalter ist. Das Tastenfeld arbeitet aber feinfühlig und recht präzise. Wenn man allerdings die Gesichtserkennung aktiviert hat, ist er ohnehin nur noch selten vonnöten, da dieser Weg der mit Abstand schnellste ist, um den Standby-Modus zu beenden. Was noch auffällt: Das A54 bietet viele Optionen, um seine Augen zu schonen und für ein digitales Wohlbefinden.

Seitliche Ansicht

Der Snapdragon 480 mit 4 GB RAM Arbeitsspeicher ist eine klare Ansage, dass das A54 kein Leistungsbomber ist. Es gibt zudem einen virtuellen Speicher von 5 bis 7 GB RAM, der aber auf die Performance wenig Auswirkung zu haben scheint. Im Alltag bemerkt man die schwache Bestückung glücklicherweise eher selten. Apps öffnen sich in der Regel flott und das Surftempo bei 90 Hertz ist gut. Sobald es aber anspruchsvoller wird, hakt es hin und wieder. Anspruchsvolle Gamer werden aber ohnehin per se tiefer in die Tasche greifen, um einen besseren Performer als Partner zu haben.

In der obersten Liga spielt das Strommanagement. Exzellente 5000 mAh leistet der Akku und das Oppo A54 spielt diese Muskeln auch gekonnt aus. In mehreren Testzyklen pendelte sich die Rufbereitschaft bei einer moderaten Nutzungsintensität bei sechs Tagen ein. Wer das A54 dauerhaft nutzen möchte bringt das Smartphone erst nach rund zwölf Stunden zum Schweigen - auch das ist ein sehr guter Wert. Weniger schön: Das beigelegte Netzteil mit mageren 10 Watt benötigt für eine Vollladung zwei Stunden. Induktives Aufladen ist überdies nicht möglich.

Der Mono-Lautsprecher unterhalb des Displays liefert für die Preisklasse eine angemessene Klangqualität. Der Speaker spielt recht lebendig auf, allerdings nur bei moderater Lautstärke. Sobald man voll aufdreht, ist das Soundbild blechern und in den Höhen unangenehm schrill und kratzig. Blanker Durchschnitt ist die Sprachqualität. Bei guter Netzabdeckung gibt es weder besonders positive noch auffallend negative Auffälligkeiten.  

Oppo A54 5G

Fazit

Oppo findet bei diesem Funker einen gesunden Mix für eine hohe Alltagstauglichkeit. In den Kategorien Display, Ausstattung und vor allem Akkuleistung punktet der Chinese. Kräftig gespart wurde dafür beim Chipsatz, was bei der preisbewussten Zielgruppe vermutlich keine allzu hohe Priorität ist. Die Kameraqualität ist in der Preisklasse sogar gut, der Nutzer muss aber durchaus mit Einschränkungen leben. Der UVP von 269 Euro ist letztendlich aber die höchste Hürde, denn etwas ältere Modelle liefern für weniger Geld insgesamt doch mehr Smartphone-Qualität. Das Oppo stellt sich daher einer großen Konkurrenz.

Etwas schwach auf der CPU-Brust, aber ein sehr guter Akku-Performer.

30.10.2021

Test und Bilder: Ulf Schneider
Datum: 30.10.2021

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