TEST: Marantz CINEMA 40 - umfassend ausgestatteter Neunkanal-AV-Verstärker mit überragendem Klang

Klang

Der CINEMA 40 zeigt sich bei unserem 5.1.4-Testlautsprechersystem mit Canton Reference-Komponenten und ELAC-Aktivsubwoofer von seiner talentierten Seite. Was ihn insbesondere kennzeichnet, ist die äußerst gelungene Mischung aus einer homogenen, angenehmen Darstellung und einer hervorragenden maximalen Dynamik. Er gibt eine ruhige, unaufgeregte akustische Basis im Filmtonbetrieb und bei Mehrkanal-Musik vor, die für ein hohes Maß an Souveränität auch bei hohem Pegel verantwortlich ist. Durch diese Gelassenheit ist es dem CINEMA 40 dann möglich, bei plötzlich auftauchenden Dynamiksprüngen eine exzellente Performance bereit zu stellen, Offensichtlich sind auch die Elemente der Stromversorgung, zu denen Trafo & Elektrolyt-Kondensatoren gehören, passend dimensioniert, denn auch dann, wenn man einen Film mit hohem Pegel über den gesamten Verlauf laufen lässt, bricht der CINEMA 40 nicht ein und zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Auch komplexe akustische Elemente werden nach wie vor ohne störende Kompression der möglichen Gesamtdynamik präsentiert.

In der Praxis setzt der CINEMA 40 die eben umrissenen akustischen Fähigkeiten bei Jurassic Park besonders gekonnt in Szene und liefert eine atmosphärisch beeindruckende Gesamtpräsentation, als die Protagonisten in ihren Off-Road-Jeeps direkt vor dem Gehege des Tyrannosaurus steckenbleiben und warten, ob nicht doch gleich die Stromversorgung wieder ans Laufen gebracht wird. Mit prasselndem, von oben herabkommenden Regen und spannungsgeladenem Score wird der Zuhörer in eine dreidimensionale Klangsphäre regelrecht hineingezogen und fiebert besonders mit den Kindern mit, denen von den sich nähernden, tief grollenden und auf den Punkt kommenden Tritten des hynenhaften Fleischfresser-Sauriers verängstigt werden. Dicht und geschlossen wirkt die Surround-Kulisse und umhüllt den Zuhörer lückenlos von allen Seiten. Kräftige Impulse setzt der CINEMA 40 unmittelbar um und hat so gar nichts mehr mit den, zugegebenermaßen inzwischen schon mehrere Geräte-Generationen zurückliegenden, Komponenten gemein, die insbesondere untenrum für uns manchmal etwas zu träge erschienen. Im Gegenteil, flink und präzise wird hier agiert und selbst besonders substanzvolle, abgrundtiefe Bässe hinken nie nach.

Das zeigt sich, ebenso wie die exzellenten Dynamikeigenschaften und die sehr angemehm, nahezu gelassene akustische Abbildung des CINEMA 40 AV-Verstärkers auch bei den intensiven Szenen von Warfare. Der Film von 2025 bringt eine Dolby Atmos-Tonspur sowohl in englischer als auch deutscher Sprache mit und ist von explosiven Dynamiksprüngen gekennzeichnet. Sehr ruhige, leise Szenen gehen blitzschnell in actiongeladene Kampfmanöver über. Der Marantz hat hier keinerlei Probleme und zeigt die eben bereits angesprochene hohe Geschwindigkeit und Souveränität. Das gilt auch bei sehr hohem Pegel in größeren Heimkino-Räumlichkeiten. Dabei geht ihm auch in Kombination mit unseren großen Standlautsprechern vorne und im Surround-Bereich nicht die Puste aus. Auch wenn es in der ersten Hälfte des Filmbeispiels bezüglich 3D-Audio eher mager aussieht, kann man in späteren Szenen die Höhenebene sehr klar ausmachen. Schutt rieselt von der Decke und Explosionen oder großkalibrige Geschosse können aus allen Richtungen klar nachverfolgt werden und reißen den Zuhörer sofort mit. Dabei gelingt dem CINEMA 40 nicht nur in den ruhigeren Szenen eine ausgezeichnete Stimmwiedergabe, sondern auch wenn es heiß zur Sache geht eine stets klare Sprachverständlichkeit der Soldaten. Die Integration weiter entfernter Schusswechsel gelingt ebenfalls authentisch und trägt zur authentischen Wirkung des beklemmenden visuellen Geschehens bei.

Der CINEMA 40 besticht trotz der homogenen, auch bei höherem Pegel tonal stets sauberen Gesamtkulisse mit einer hohen Klarheit und Transparenz über den gesamten Frequenzbereich. Unangenehme Schärfe ist uns praktisch nie begegnet, sei es bei rasanten Action-Sequenzen, dialoglastigen Szenen oder im Mehrkanal-Musikbetrieb. Um letzteres genauer beurteilen zu können, haben wir uns auch Ausschnitte aus dem Super Mario Bros. Film angesehen. Zwar werden hier auch intensive und turbulente Szenen geboten, aber eben auch zahlreiche Musik-Einspielungen. Einen ersten Vorgeschmack darauf gibt es schon bei Minute 3, als die Bewohner des Schneereichs einen Zwergenaufstand starten, und zieht sich dann in Abschnitten durch den ganzen Film. Von Operngesang über authentische 80er Jahre Songs von Bonnie Tyler und harte Rock-Klänge im Bowser-Reich bis hin zu Jack Blacks ikonischem Sound. In jeder Situation liefert der CINEMA 40 ab und begeistert mit einer sehr überzeugenden Gesamtperformance, unabhängig des Genres. Klar, definiert und impulstreu, in Verbindung mit der notwendigen Portion Kraft und Volumen verschmilzt das Ganze zu einem mitreißenden Spektakel, dass erfreulicherweise auch während eines längeren Filmabends den oder die Zuschauer nicht ermüdet. 

Vorbei sind die Zeiten, in denen AV-Verstärker im Stereobetrieb durch mangelnde akustische Kompetenz negativ auffielen. Der CINEMA 40 bietet auch im Stereobetrieb eine ausgefeilte Klangqualität, wir wir beispielsweise bei "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy heraushören können. Die Fokussierung der Stimme gelingt ausgezeichnet, und die Instrumente gruppieren sich in passender Gewichtung rund um Evas vokale Präsenz. Die klar definierte, zugleich als durchaus füllig wahrgenommene Räumlichkeit tut ihren Teil dazu. Bei "Over The Hills And Far Away" in der Version von Nightwish legt der CINEMA 40 dynamisch los und geht den Schwung des Titels gekonnt mit. Er schafft auch bei deutlich erhöhtem Pegel noch eine ansprechende Differenzierung der unterschiedlichen musikalischen Ebenen, und die imm Song enthaltene Aggressivität kommt durchaus heraus, ohne dass es jedoch zu harsch oder scharf werden würde. Paul Kalkbrenners "No Goodbye" ertönt mit der nötigen Härte im Bassbereich und mit einer weitläufigen Räumlichkeit, in die sämtliche Gesangsparts passgenau eingefügt werden. Der klare, auf den Punkt kommende Bass nimmt in seiner Intensität auch bei hohem Pegel lediglich geringfügig ab.

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Konkurrenzvergleich

Auch, wenn es nicht mehr so viele AV-Verstärker und -Receiver insgesamt gibt - in der Lifa des CINEMA 40 tummelt sich starke Konkurrenz. So zum Beispiel der ebenfalls mit neun Kanälen antretende Yamaha RX-A6A (Marktpreis ab kapp 2.300 EUR) und der mit sieben Kanälen antretende Arcam AVR11 (Marktpreis knapp 3.000 EUR).

Yamaha rx a6a front

RX-A6A

Blickt man auf die Anzahl der Endstufen, scheint der AVR11 einen Nachteil zu haben. Dafür bringt er Dirac Live serienmäßig mit. Der Yamaha nutzt das hauseigene und ebenfalls präzise agierende Y.P.A.O, der Denon verfügt sefrienmäßig über das bereits ältere Audyssey MultEQ XT32, Dirac Live gibt es nur gegen Aufpreis.

Arcam Avr11 Front Display Aktiv 2

AVR11

Alle drei Geräte decodieren Auro-3D, Dolby Atmos und DTS:X. Während Yamaha auf MusicCast und Denon auf HEOS setzt, ist der AVR11 mit Google Cast ausgestattet. Apple AirPlay 2 sowie alle relevanten Streamingdienste bieten alle drei Konkurrenten. Am hochwertigsten hinsichtlich der äußeren Verarbeitung wirkt der CINEMA 40, es folgt der Yamaha, letzter wird der Arcam, der dafür beim Aufbau innen überzeugt. Besonderheit des RX-A6A sind seine hochentwickelten DSP-Programme, die sich für Filmton, Musik, Unterhaltung und Gaming eignen, je nach gewäöhlten DSP-Modus. Zudem packt Yamaha noch Surround:AI obendrauf. Hier wird mittels Künstlicher Intelligenz das zum aktuellen Inhalt am besten passende DSP-Programm ausgesucht. Klanglich erweist sich der RX-A6A als recht neutral abgestimmt, ideal, um die DSP-Modi auszuprobieren. Der Arcam erweist sich als homogen und rund, er klingt äußerst angenehm. Dazwischen ordnet sich der CINEMA 40 ein, der deutlich dynamischer und klarer abgestimmt ist als ältere Marantz AV-Receiver/-Verstärker, trotzdem aber immer noch relativ ausgewogen und homogen daher kommt. Pegelfest sind alle drei Modelle, kommt es hart auf hart, liegt hier der AVR11 knapp vorne, aber auch Marantz sowie Yamaha erfüllen problemlos hohe Ansprüche. Top ist die Ersteinrichtung mittels Assistenten beim CINEMA 40, der Yamaha bietet eine passende App und offeriert nicht ganz den überragenden Marantz-Komfort. Gar nichts in dieser Richtung bringt der Arcam mit, nur dessen exzellente, beleuchtete Fernbedienung rettet die Ehre beim Bedienkonzept: Nur das Gerätedisplay wird hier für die Einrichtung verwendet, ein OSD gibt es nicht. Formschöne und praktische Fernbedienungen bringen auch Yamaha und Marantz mit. Ein lettes Wort noch zum Thema HDMI, hier entsprechen die Terminals aller drei Modelle dem Standard 2.1 

Fazit

Marantz cinema 40 front stern schraeg

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Mit dem CINEMA 40 folgt Marantz seiner aktuellen Linie, den Markt mit enorm leistungsfähigen, technisch hochwertigen und umfangreich ausgestatteten AV-Verstärkern zu bedienen. Der aktuelle Marktpreis für das Neunkanal-Gerät mit HEOS-Modul ist als sehr fair zu betrachten, gelingt mit dem CINEMA 40 doch bereits der Einstieg in die "Champions League" der AV-Verstärker. Sehr homogen und zugleich angenehm kräftig sowie dynamisch, erzielt der im eleganten Modern Musical Luxury-Design gehaltene AV-Verstärker exzellente akustische Ergebnisse bei Mehrkanal-Filmton sowie Mehrkanal-Musik. Die hohen erreichbaren Pegel sind ebenfalls ausgezeichnet, obwohl die verbaute Stromversorgung und das Gesamt-Layout des Endstufen-Traktes im Geräteinneren spontan wenig Besonderheiten erkennen lassen, die eine deutlich erhöhte Leistungsbereitschaft signalisieren würden.

Für den CINEMA 40 sprechen die sehr umfangreiche Anschlüssbestückung, die sogar noch exotische Anschlussformen "aus grauer Vorzeit" enthält, und die umfangreichen Streaming-Fähigkeiten. Spotify, TIDAL und Qobuz sind in den jeweligen Connect-Versionen enthalten, natürlich fehlen auch Apple AirPlay 2 und Roon nicht. Leider setzt man bei letzterem Standard nur auf Roon Tested und nicht auf Roon Ready (das höhere Auflösungen/Bandbreite unterstützt) - das ist aber unserer Meinung nach kein größerer Makel. Für uns der einzige Kritikpunkt ist, dass das modernere, effektivere Dirac Live nicht gleich serienmäßig mitgeliefert wird, wie das zum Beispiel die Konkurrenz von Onkyo oder Arcam handhabt. Bilanzierend präsentiert sich der CINEMA 40 als zeitgemäßer Hochleistungs-AV-Verstärker, der auch für deutlich gehobene Anwender-Ansprüche eine hervorragende Wahl darstellt. 

Kompromissloses Komplett-Paket aus Rundum sorglos-Ausstattung und Premium-Klang
Referenz Marantz Cinema
AV-Verstärker Oberklasse
Test: 31. März 2026
  • Auf der letzten Seite findet man alle Screenshots zur Einrichtung und des Menüs des Marantz CINEMA 40 AV-Verstärkers

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