TEST: Luxman L-509Z - rein und klar klingener, komplett analog aufgebauter Premium-Stereoverstärker

Klang

Luxman L 509Z setup mit dali epikore

Unsere Kette

Luxman L 509Z mit audiolab 9000n und dali epikore

Klangstarke Kombination

Luxman L 509Z mit audiolab 9000n

Luxman L-509Z mit Audiolab 9000N

Als Lautsprecher setzen wir die DALI EPIKORE 7 ein – der überaus detailgenau und klar aufspielt. Der hochwertige Streamer Audiolab 9000N dient uns als Zuspieler. Die Zuspielung der Test-Stücke erfolgt mittels TIDAL Connect. Als Lautsprecherkabel setzen wir auf das In-Akustik Referenz LS-204 XL in jeweils 3 Metern Länge.

Wir beginnen mit John Williams‘ „Theme From Jurassic Park“, gespielt von den Wiener Philharmonikern. Der Luxman L-509Z brilliert beim langsamen, filigranen Anfang mit seinem sensiblen, sehr präzise gestuften Klang. Die Streicher modelliert er schön heraus, ohne jede Schärfe, aber mit viel Klarheit und Brillanz. Diese Balance in einer so hohen Qualität zu treffen, ist schon etwas Besonderes. Es folgen zahlreiche Dynamiksprünge, die der L-509Z umgehend verarbeitet, und hier spürt man, dass der Vollverstärker enorme Leistungsreserven bereithält. Diese werden stets mit einer exzellenten Geschmeidigkeit eingesetzt, sanft, gleichzeitig in kürzester Zeit, immer passend und nie überzogen. Die Räumlichkeit, die wir genießen, ist von einer auf den Punkt definierten Weite und Tiefe geprägt. Man hört die einzelnen Instrumentengruppen immer genau heraus und kann sie innerhalb des Orchesters präzise orten.

Bei „Vertigo Heroes“ (Part 1) von Boris Blank hat der Luxman L-509Z die Gelegenheit, „die Muskeln spielen zu lassen." Das tut er, und zwar in Verbindung mit überragender Präzision und einer enormen räumlichen Fülle. Der Bassbereich reicht bis tief nach unten (erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, was die relativ schlanken DALI EPIKORE 7 hier aufbieten können. Der Luxman-Vollverstärker addiert jedes akustische Element, das beim Aufbau des Tracks hinzukommt, umgehend zum Gesamtklangbild hinzu. Das klar Umrissene, Präzise und Souveräne ist es, was uns fasziniert. Der L-509Z ist demnach nicht nur optisch ein „Fels in der Brandung“, sondern auch aus klanglicher Perspektive. Wie plastisch und dreidimensional das akustische Bild dargestellt wird, ist auf absolutem Spitzen-Niveau.

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Weiter geht es mit Jean-Michel Jarre, Oxygene 2, JMJ Rework @ Kosinski Remix, Konzert „Welcome to the Other Side“, @Virtual Notre Dame. Wieder kommt dem L-509Z sein Talent zugute, dass er immer, auch bei vielen parallel stattfindenden akustischen Ereignissen, den Überblick behält. Ebenso profitiert die Wiedergabe von der authentischen, direkten Art, die der Vollverstärker ausstrahlt. Er lässt es zu, dass das Auditorium, bildlich gesprochen, Teil der Darbietung wird: Man wird vom Song aufgenommen, erlebt jeden Wechsel des Tempos, jeden neuen elektronischen Effekte unmittelbar. Der Luxman zaubert somit eine räumliche Inszenierung hervor, die auch für seine Preisklasse enorm gut, und zudem in jeder Sekunde, die der Track läuft, auch äußerst realistisch ist. Nie übertreibt der vollverstärkende Japaner, immer steht er, wie man es bei einem Menschen umschreiben würde, „mit beiden Beinen fest auf dem Boden“. Der straffe, genaue Bass, die brillanten, jedoch nicht scharfen Höhen – all das sind die Komponenten, die den Klang des L-509Z auszeichnen.

Der 007-Titelsong „No Time To Die“ von Ausnahmekünstlerin Billie Eilish ist perfekt geeignet, um die zahlreichen Vorzüge des L-509Z erneut zu dokumentieren. Mit unglaublichem Feingefühl transportiert der japanische Vollverstärker Billies Stimme in den Hörraum. Auch, wenn sie fast nur haucht, ermöglicht unser Testkandidat eine enorme vokale Präsenz, die er auch aus räumlicher Perspektive nahezu perfekt einordnet. Die Instrumente gruppieren sich mit genau passender Gewichtung um Billies Stimme, die im Fokus steht. Auch bei der Instrumentierung ist die Detailarbeit hervorragend, das Klavier, aber auch die Streicher modelliert derL-509Z mit hoher Aussagekraft heraus, die Konturen sind angenehm, zugleich aber mit hoher Präzision durchzeichnet.

Der Bruce Springsteen-Klassiker „Streets Of Philadelphia“ wird mit dem L-509Z zu einem echten Erlebnis. Damit folgt der Vollverstärker konsequent der Spur, die bei den vorangegangenen Klangbeispielen bereits mit Erfolg gelegt hat. Bruces Stimme hat genau dieses Charismatische, Nachdenkliche, zugleich Eindringliche, das der Song vermitteln soll. Der Luxman liegt nie auch nur eine Nuance daneben, und sorgt auch bei diesem ikonischen Song wieder für ein hinsichtlich der Ausprägung exakt richtig definiertes Fundament. Alle Klangelemente des Songs sind in einen auch hier wieder akkurat definierten virtuellen Raum eingebunden.

Und auch Sinead O‘ Connors „Nothing Compares 2 U“ beeindruckt uns tief. Wieder arbeitet der Vollverstärker die vokalen Konturen und Besonderheiten mit einer Sorgfalt heraus, die für Begeisterung sorgt. Die Stimme kann so ihre volle Wirkung im Hörraum freisetzen, und die emotionale, tiefgehende Aura, die den Song umgibt, kann vollumfänglich wahrgenommen werden. Ohne irgendetwas an der Message durch akustische Unzulänglichkeiten zu verändern, geht der Luxman den geraden, direkten Weg und liefert einen auch bei enormer Lautstärke sauberen, im Bassbereich entschlossenen Klang, der mit seiner Plastizität immer wieder aufs Neue verblüffen kann.

Beim entspannten Till Brönner-Titel „Viva La Felicita“, der perfekt zu einem sonnigen Frühlingstag passt, bringt der L-509Z Stimme und Rhythmus des Stücks auf höchstem Niveau zur Geltung, das gilt auch für Tills Trompeteneinsätze. Das gesamte akustische Gefüge verliert auch bei sehr hohen Lautstärken nichts von seiner unerschütterlichen Stabilität – tonal angenehm, mit klarer Natürlichkeit, macht der L-509Z das Hören hier zu einem echten Genuss. Wechsel im Tempo entgehen ihm nicht einmal für Sekundenbruchteile, er ist sofort zur Stelle und geht den dynamischen Wechsel mit. Er ordnet alle Details sofort ein und präsentiert eine realistische Räumlichkeit mit einem ausgezeichneten Aufbau.

Weniger entspannt, so prognostizieren wir, wird es für den L-509Z bei „Ratchets“ von Hedegaard. Die brutal harten, exakt zum Punkt kommenden Bass-Salven sind nichts für schwache Nerven – und schwache Endstufen. Doch der Luxman zeigt sich gänzlich unbeeindruckt und entfacht ansatzlosen massiven Schub, der auch für Hörräume über 30 Quadratmeter locker ausreicht. Der Bass erweist sich als unerbittlich hart und ist deutlich in der Magengrube zu spüren. Der L-509Z kombiniert seine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit die Kraftentfaltung betreffend auch diesmal wieder mit einer sauber dimensionierten Räumlichkeit und einer exakten Positionierung jedes einzelnen akustischen Elements.

Einordnung ins Konkurrenzfeld

Luxman L 505z Frontansicht2

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Den kleineren Luxman L-505Z hatten wir bereits im Test, mit 6.790 EUR kommt er circa auf die Hälfte des L-509Z. Was kann der "große Bruder" besser? Klare Antwort: Bereits der "Kleine" ist überragend verarbeitet und akustisch klar und dynamisch, aber der "Große" bietet ein spürbares Plus an Leistung, gerade bei hohen Lautstärken, und beeindruckt mit einem nochmals souveräneren, plastischeren Klangbild. Damit löst der L-509Z schon die Eintrittskarte in die absolute Premium-Liga. Es ist so, wie Luxman es sagt, im Grunde handelt es sich beim L-509Z um eine Vor-/Endstufenkombination in einem Gehäuse. 

Krell K 300i Test Front Neu 1

Wie steht der Luxman L-509Z im Vergleich mit dem Krell K-300i da? Der optisch auffällige Krell kommt auf 12.700 EUR ohne Digitalmodul, man kann ihn für 13.650 EUR aber praktischerweise auch mit Digitalmodul bestellen. Was die Flexibilität anbetrifft, geht der Krell K-300i somit in Führung. Auch sein homogener, zugleich lebendiger Klang überzeugt. Hier allerdings kontert der L-509Z gnadenlos. Er verleiht Details noch mehr Plastizität, und arbeitet akustische Elemente noch exakter in den virtuellen Raum ein. Auch das unglaublich edle Finish und die exorbitant hoch liegende Materialqualität kann der L-509Z für sich als Pluspunkte verbuchen. Beiden Vollverstärkern liegt eine optisch eher konservative, aber grundsolide Fernbedienung bei. Pegelfest sind ebenfalls beide Kandidaten, was darauf zurückzuführen ist, dass man beim jeweiligen Hersteller größten Wert auf eine leistungsfähige Stromversorgung legt. 

Nad M66 M23 Gruppenbild1

NAD M66/NAD M23: Mittlerweile, das möchten wir gleich ergänzen, wurde die M23 durch die weiterentwickelte NAD M23 V2 Stereoendstufe ersetzt. Preislich liegt der M66 bei rund 6.000 EUR und die Endstufe bei rund 4.500 EUR - macht zusammen rund 10.500 EUR. Optisch und auch von der Auslegung hier erfüllt die NAD-Kombination ganz andere Kritierien, man sieht es auch an der progressiv-edlen Optik. NAD lässt sich hinsichtlich der Verarbeitung nichts vorwerfen und liefert Premium-Qualität bei beiden Bausteinen. Die Vollausstattung der Vorstufe M66 hat einen Umfang, dessen Aufzählung hier jeden Rahmen sprengen würde. Daher beschränken wir uns auf die wichtigsten Features: Dirac Live Einmesssystem, BluOS-Streaming-Modul, HDMI-eARC-Terminal, hochwertige Phonostufe und hochwertiger Kopfhörerverstärker. Demnach ein echtes Multitalent, gepaart mit einer sehr leistungsfreudigen Endstufe. Hat der L-509Z denn gegen diese Macht an Features eine Chance? Nun, der ikonische Luxman hat schlichtweg ganz andere Ideale und richtet sicn unserer Meinung nach auch an eine andere Käuferschicht. Er wirkt viel traditioneller, geerdeter als die Hightech-Kombination von NAD. Das soll keiner Komponente gegenüber als abwertend verstanden werden - wir finden beide Konzepte für sich betrachtet hervorragend. Beim Luxman ist alles mit maximaler Sorgfalt gemacht, er verkörpert die glorreichen HiFi-Zeiten, ist ein Momument für die Ewigkeit, sehr pathentisch gesprochen. Und so klingt er auch: Fundiert, souverän, natürlich, verlässlich. Die NAD-Kombination holt maximale Dynamik aus allem heraus, schiebt immer an, sorgt für fesselnde Hörerlebnisse. Der M66 als Vorveerstärker hat alles und kann alles. Er weiß immer eine Antwort, wird zur flexiblen Entertainment-Zentrale und bietet praktisch jedem Zuspieler den apassenden Anschluss. Somit ist nicht die eine Lösung besser und die andere schlechter, vielmehr fasziniert jedes Paket auf seine Weise und spricht eine genau definierte Käufergruppe an. 

Fazit

Luxman L 509Z front gesamt

Der Luxman L-509Z hat das Zeug zur Ikone. Bereits optisch signalisiert er, dass ihm Langlebigkeit, Beständigkeit und Hochwertigkeit sehr am Herzen liegen. Die über jeden noch so kleinen Zweifel erhabene Material- und Fertigungsqualität ist beispielhaft, ebenso der Aufwand, den die Japaner bei der Entwicklung verschiedener, spezieller technologischer Merkmale betrieben haben. Ganz gleich, ob Verstärkerschaltung, Lautstärkeregelung, Phono-EQ, Kopfhörerverstärker oder Lautsprecherrelais: In jedem Detail überzeugt die Konsequenz und die Kompromisslosigkeit, mit der der L-509Z zur Serienreife gebracht wurde. Akustisch liefert der Vollverstärker eine im höchsten Maße eindrucksvolle Vorstellung ab. Nicht nur, dass er so pegelfest ist, wie man es normalerweise eher von Vor-/Endstufenkombinationen her kennt, auch, wie akribisch er das Quellsignal aufbereitet. Er detailliert auf höchstem Niveau, schafft eine authentische, atmosphärisch dichte Räumlichkeit und beeindruckt mit seiner natürlichen, klaren akustischen Gesamtauslegung.

Der Luxman L-509Z präsaentiert sich als Ikone des klassischen Verstärkerbaus: Beeindruckend solide, unglaublich klangstark
Referenz 2024
Stereo-Vollverstärker bis 15.000 EUR
Test 09. April 2026

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind, Luxman
Datum: 09. April 2026

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