TEST: Klipsch Flexus Core 300 - Soundbar im 5.1.2-Layout mit Onkyo-Elektronik und Dirac Live-Einmessung

Klangwertung

Widmen wir uns nun in diesem Abschnitt unseres Reviews auf die Kernkompetenz einer Soundbar - auf die klangliche Auslegung und die akustischen Qualitäten - eingehen. Hierfür verbinden wir die Soundbar mit unserem TV und schließen als weiteren Zuspieler einen Blu-ray Player direkt an die Flexus CORE 300 an. Natürlich möchten wir, wie üblich, bei unseren Soundbar Test zunächst die Wiedergabequalität bei Musik anhören, die wir via AirPlay 2-Verbindung und Spotify Connect zuspielen. 

Wir starten unsere Klangwertung mit "Never Going Home Tonight" von David Guetta, Alesso und Madison Love. Der dynamische Track beginnt mit einem E-Piano, das homogen und detailreich von der Flexus CORE 300 präsentiert wird. Bereits nach wenigen Momenten steigt Madison Love mit ihrem gefühlvollen Gesang ein. Auch hier kann die Klipsch Soundbar mit einer sauberen und vielschichtigen Darstellung überzeugen - das kennt man so von Soundbars kaum. Als der Titel dann einen deutlichen Dynamiksprung erlebt, gelingt weiterhin eine tadellose Differenzierung der musikalischen Elemente. Auch die spezielle Stimme löst sich ausgezeichnet von der Flexus CORE 300. Das Bassfundament wird in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um eine All-In One Lösung handelt, voluminös und mit klarer Kontur umgesetzt.

Weiter geht es mit "11 Minutes" von Yungblud, der Sängerin Halsey und dem Blink 182-Drummer Travis Parker. Der Track beginnt mit einer E-Gitarre, die von der Flexus CORE 300 überraschend sauber und mit solider Detailwiedergabe herausgearbeitet wird, allerdings wirkt das Instrument etwas nüchtern auf uns. Als nach wenigen Momenten Halsey mit ihrer hellen und bewusst leicht hallenden Stimme einsteigt, präsentiert uns das Klipsch-Device eine feinfühlige, klare Darstellung der Stimmfarbe. Allerdings fällt uns auf, dass die vokalen Elemente im Zusammenspiel mit den zahlreichen Effekten und dem üppigen Bassfundament etwas mehr Präsenz vertragen könnten. Im weiteren Verlauf des Titels, als sich Yungblud mit seinem Sprechgesang in den Track einbringt, werden die beiden Stimmcharaktere jeweils mit sauber gezeichnenten vokalen Strukturen wiedergegeben. Die zu Beginn des Titels erklingende E-Gitarre, die im ganzen Titel eine spezielle Melodie spielt, bleibt auch bei erhöhtem Pegel nahezu vollständig erhalten und wird sehr klar zur Geltung gebracht. Die vier 4 Zoll großen Subwoofer-/Basschassis liefern ein voluminöses und präzises Bassfundament. Für offene und sehr große Räume empfiehlt sich allerdings die Verwendung eines externen Subwoofers. Kleiner Kritikpunkt: Bei höherem Lautstärkepegel wird Halseys Stimme leicht fordernd, und das trotz der zuvor getroffenen Feststellung, dass die Stimme etwas stärker im Fokus stehen könnte. 

Nun möchten wir das Thema Klangqualität bei der Filmtonwiedergabe angehen.  Als erstes Beispiel haben wir uns für "Black Panther: Wakanda Forever" in der Dolby Atmos-Tonspur entschieden. Meist greifen wir bei diesem Blockbuster das Kapitel 21 zurück, in dem Shuri es schafft, eine Sequenz des herzförmigen Krautes zu synthetisieren. Die Synthesizer-Klänge in dieser Szene werden von der Flexus CORE 300 mit einer ausgewogenen Balance, einer gut erkennbaren Struktur und mit einen tadellosen Volumen umgesetzt. Die vokalen Elemente der Protagonisten kommen mit einer enormen Klarheit und einem erstaunlichen Auflösungsvermögen heraus. Diese eben erwähnten akustischen Elemente lösen sich zudem glaubwürdig von der Soundbar, und selbst kleinste Feinheiten, wie die fallenden Wassertropfen, können wir klar wahrnehmen. Nun bewegen wir etwas nach vorne zu der Szene, als die Schlacht entbrennt und bei der Shuri Namor, König von Talokan, aus dem atlantischen Ozean ans Festland locken möchte. Der Gesang der Kriegerinnen wird realistisch und facettenreich dargestellt. Bei den darauffolgenden Kampfszenen gelingt eine sehr homogene Gesamtwiedergabe, und die Tieftöner liefern eine solides Bassfundament. Auch hier empfehlen wir für größere Räume die Verwendung eines externen Subwoofers. Die typischen Überkopf-Effekte von Dolby Atmos, wie beispielsweise das Aufsteigen der Fluggeräte, werden mit sehr weitläufiger Wirkung - das hätten wir so nicht erwartet - in den Hörraumm getragen.

Weiter geht es in unsere Klangwertung mit der Blu-ray Disc "Batman versus Superman: Dawn Of Justice". Hier verwenden wir ebenfalls die Dolby Atmos- Tonspur. Wir hören ins Kapitel 12 hinen, als Batman Martha Kent, die Mutter von Superman, aus den Fängen von Lex Luther befreien möchte, die in einem Lagerhaus in Gotham gefangen gehalten wird. Die dynamischen Kampfszenen werden von der Klipsch Flexus CORE 300 erstaunlich gut und mit dem nötigen Nachdruck untermauert. Die geführten Dialoge überzeugen uns ebenfalls wieder dank der natürlichen,, akkuraten Darstellung. Die Schüsse aus den Handfeuerwaffen und aus dem Batwing, Batmans Fluggerät, werden mit einer ausgezeichneten Dynamik umgesetzt. Die Gesamtwiedergabe zeigt sich stets facettenreich, und selbst kleinere Nuancen bleiben praktisch in vollem Umfang erhalten. Die Überkopf-Effekte binden uns förmlich ins Geschehen mit ein - das ist ein großer Pluspunkt der Klipsch-Soundbar: Die sehr gut gelungene Einbindung der Überkopf-Effekte ins gesamte Klangbild.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit der Blu-ray Disc "Hans Zimmer: Live in Prague", ebenfalls in Dolby Atmos. Als Beispiel haben wir uns wieder für "Elysium" und "Now We Are Free" aus dem Film "Gladiator" entschieden. Der gefühlvolle Titel handelt davon, dass Maximus über die Felder schreitet und seiner ermordeten Familie gedenkt, um sich wieder mit ihnen zu vereinen. Der gefühlvolle und emotionale Track wird von einem klassischen Orchester begleitet, und wir sind erstaunt, wie fein und konturenreich die Klipsch Flexus CORE 300 das durchaus komplexere akustische Geschehen umsetzen kann. Die Streichinstrumente werden mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Klarheit umgesetzt, und der Gesang von Lisa Gerard, den sie selbst als "die Sprache des Herzens" nennt (da es um eine erfundene Sprache handelt), wird hervorragend dargestellt. So befinden wir uns mitten im akustischen Geschehen und können fühlen, was in Maximus vorgegangen sein muss. Die vier Basschassis liefern für ein All-In-One-Device ein ausgezeichnetes Bassfundament und sichern dadurch eine hervorragende Gesamtwiedergabe.

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  • Canton Smart Sounddeck 100 V2: Für 1.049 EUR wird hier ein hervorragendes All-In-One-Device angeboten, das natürlich aufgrund er Bauart mit deutlich höherer Bautiefe auftritt als die schlanke Flexus CORE 300. Das nach dem Dreiwege-Bassreflexprinzip arbeitende Canton-Sounddeck kann sich dank des größeren Gehäusevolumens im Bassbereich besser durchsetzen - so gut, dass man selbst im größeren Hörraum keinen zusätzlichen aktiven Subwoofer benötigt. Wer allerdings doch einen aktiven Subwoofer und vielleicht auch noch weitere Surround-Lautsprecher-Komponenten ergänzen möchte: Das Smart Sounddeck 100 ist kompatibel zu allen anderen Canton Smart-Produkten. Unter anderem stehen gleich drei unterschiedlich große aktive Wireless-Subwoofer bereit, und mit den kürzlich auf den Markt gebrachten Smart Libero gibt es darüber hinaus auch formschöne Wireless-Rear-Lautsprecher. Die Verarbeitungs- und Materialqualität des Sounddecks 100 V2 ist exzellent, oben befindet sich eine massive Glasplatte. Cantons Smart Sounddeck 100 V2 kann in Cantons Smart-App eingebunden und darüber angesteuert werden. Hinsichtlich Streaming werden Google Cast, AirPlay 2 und Spotify Connect geboten. Insgesamt ist das Sounddeck 100 V2 technisch nicht mehr auf allerneuestem Stand, liefert aber nach wie vor eine enorm beeindruckende, kraftvolle und räumlich dichte akustische Präsentation.

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  • Nubert nuPro AS-3500: Für aktuell 895 EUR bekommt man die außergewöhnlich solide gefertigte Soundeck-All-In-One-Lösung von Nubert. Der aktive nuPro AS-3500 TV-Lautsprecher bezieht seinen Reiz aus der enorm hochwertigen Chassisbestückung, die sich an den sehr belastbaren und technische durchdachten Chassis der Nubert-Lautsprecher orientiert. Auch das hervorragend verarbeitete Gehäuse ist zu loben. Was die Ausstattung angeht, ist das schwäbische Souddeck eher minimalistisch gehalten. Decoder für Dolby Digital und DTS, Bluetooth mit aptX HD und HDMI-eARC - das sind die wichtigsten Bestandteile der Ausstattung. 3D Audio-Kompatibilität ist nicht vorhanden, und einen dedizierten Centerkanal gibt es auch nicht. Dafür trumpft das Nubert-System bei der Wiedergabe von Musik, auch in Stereo, richtig auf und bietet hier einen klaren und glaubwürdigen Klang. Dank Nuberts integrierter Voice+ Funktion sind Stimmen immer sehr klar und deutlich zu verstehen. Ebenfalls ist eine adaptive Loudness-Funktion und ein schaltbarer Wide Sound-Modus Bestandteil der Ausstattung. Die im Lieferumfang enthaltene, hübsche Fernbedienung punktet mit guter Verarbeitung und einfacher Handhabung.

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  • Bluesound PULSE CINEMA: Die Bluesound PULSE CINEMA präsentiert sich im 3.2.2-Layout als aufwendig aufgebaut und besitzt insgesamt 16 Treiber, daher sind ein dedizierter Centerkanal und nach oben abstrahlende Module für die 3D-Audio-Wiedergabe eine Selbstverständlichkeit. Dank 500 Watt Gesamtleistung stehen zudem genügend Reserven bereit. Wichtig: Die PULSE CINEMA decodiert nur Dolby Atmos und kein DTS:X - das dürfte aber nur für echte Kino-Freaks eine Rolle spielen, da in der Praxis Dolby Atmos nach wie vor das beherrschende 3D-Audio-Format ist. Man kann die PULSE CINEMA als All-In-One-System verwenden, was in kleineren Räumen auch problemlos möglich ist. Misst der Hörraum allerdings mehr als gut 20 Quadratmeter und wird mit höherem Pegel gehört, ist der zusätzliche Kauf des Bluesound PULSE SUB sinnvoll. Beeindruckend an der PULSE CINEMA ist der detailreiche Klang, der über den gesamten darstellbaren Frequenzbereich mit enormer Auflösung aufwarten kann. Stimmen werden sehr sauber präsentiert, und 3D-Audio-Effekte in der Überkopf-Ebene wirken authentisch und sehr gut ausbalanciert. Die PULSE CINEMA ist mit der BluOS Multiroom-/Streamingplattform ausgerüstet, die für sehr flexible Streamingeigenschaften steht. TIDAL, QOBUZ und Spotify sind darüber hinaus in den Connect-Versionen vorhanden. Überdies liefert Bluesound zwar keine Fernbedienung, dafür aber die passende Wandhalterung mit. 

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