TEST: Galion Audio TS P75 Stereo-Vorverstärker - rein analog aufgebauter Klang-Ästhet

Klangwertung

NAD C298 Front Seitlich

NAD C298 Endstufe

Wenden wir uns nun den klanglichen Eigenschaften des Galion Audio TS P75 Stereo-Vorverstärker zu. Als Stereo-Endstufe setzen wir die NAD C298 ein und für modernes Netzwerk-Streaming kommt der Cambridge Audio CXN100 zum Einsatz. Als passende Lautsprecher haben sich die Wharfedale Elysian 3 qualifiziert. 

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild1

3-Wege Standlautsprecher Wharfedale Elysian 3

Wir beginnen unsere Klangwertung mit dem Cyril Remix des Teddy Swims-Klassikers "The Door", welchen wir via AirPlay 2 unserem Cambridge Audio CXN100 zuspielen. Der sehr dynamische Titel startet ab der ersten Sekunden mit schnellen Bässen sowie Synthesizer-Enlagen und schiebt massiv nach vorne. Das sehr voluminöse und schnelle Bassfundament wird von unserem Testaufbau untadelig akkurat und mit einem hervorragenden Volumen präsentiert. Teddy Swims außergewöhnliche Stimmfarbe wird sehr natürlich, homogen sowie facettenreich umgesetzt und kann sich hervorragend von den Wharfedale Elysian 3 lösen. Die im Track eingesetzten Synthesizer werden mit zu schrill oder aggressiv dargestellt - da wir die NAD C298 ziemlich genau kennen, können wir sagen, dass sie tonal ziemlich neutral und extrem dynamisch agiert. Die, wie auch Galion Audio in der eigenen Beschreibung des Produkts erklärt, leicht warme Auslegung unseres Testkandidaten sorgt hier für ein ausgewogenes und zugleich lebendiges akustisches Panorama. 

Als nächstes Klangbeispiel setzen wir auf "Sleepless Nights" von Armin van Buuren, Martin Garrix & Libby Whitehouse. Der Track fängt mit leichten Synmthziserklängen sowie mit den ersten vokalen Elementen von Libby Whitehouse an. Beide Facetten meistert unsere Testkette sehr klar, homogen und mit hervorragender Aussagekraft. Als dann nach wenigen Momenten förmlich "die Fetzen fliegen", und zwar in Form von harten und schnellen Bässen, aggressiven Syntheziser-Passagen sowie der fordernden Stimme von Libby Whitehouse, gelingt eine hervorragende Differenzierung der unterschiedlichen akustischen Elemente und Effekte. Zudem liefert unsere Testkombo einen kräftig zupackenden Bassbereich, der stets präzise agiert und keine anderen akustischen Elemente zu weit in den Hintergrund schiebt. Selbst bei höherem Lautstärkepegel leidet das Auflösungsvolumen zu keiner Zeit.

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Weiter geht es mit Myles Kennedy und seiner Band Alter Bridge, die wir demnächst "Live und in Farbe" bewundern dürfen. Als Klangprobe haben wir uns für den feinfühligen und dennoch explosiven Titel "Blackbird" entschieden. Das zu Beginn des Stücks erklingende Gitarrensolo kommt plastisch und äußerst detailreich zur Geltung. Als Myles mit seinem unverwechselbaren Gesang einsetzt, bleibt der Detailreichtum und die Klarheit der Stimme in vollem Umfang enthalten. Als dann nach wenigen Momenten ein enormer Dynamiksprung erfolgt, gelingt eine differenzierte, zugleich nachdrückliche sowie voluminöse Gesamtwiedergabe. Etwas fordernd ertönen zum Ende des Titels die harten E-Gitarrenriffs.

Clearaudio Concept Signature Frontansicht4

Clearaudio Plattenspieler concept Signature mit Tonarm Satisfy Kardan Signature und Tonabnehmer concept MC Signature (Test folgt in Kürze)

Clearaudio smart phono V2

clearaudio Phono-Vorverstärker smart phono V2 (Test folgt in Kürze)

Natürlich möchten wir die Galion Audio TS P75 auch bei der Wiedergabe von klassischen Vinyl hören. Hierfür verwenden wir unser aktuelles Referenzlaufwerk von clearaudio, den concept Signature mit Tonarm Satisfy Kardan Signature und Tonabnehmer concept MC SignatureSignature sowie den passenden Phono-EQ von clearaudio, den smart Phono V2.

Sehr gerne verwenden wir in letzter Zeit beim Vinyl-Klangcheck Jacob Dinesens "Ordinary Guy" vom Album "Let the Hard Times Come" in der Dali Edition. Die zu Beginn des Titels erklingende Akustikgitarre wird mit einer hervorragenden Klarheit und Natürlichkeit präsentiert. Als kurz darauf die ersten vokalen Elemente von Jacob folgen, wird die Stimmfarbe von unserem Testaufbau punktgenau getroffen, mit all ihren Feinheiten und Nuancen. So bleibt das leicht Kratzige und Rauchige, das Jacobs Stimmfarbe prägt, in praktisch vollem Umfang erhalten. Die leichten Drums werden klar und plastisch dargestellt. Die dynamischen Passagen kann unser Testaufbau mit viel Fingerspitzengefühl und Detailreichtum umsetzen - hier merkt man ein weiteres Mal die Handschrift der Galion Audio-Vorstufe. Das gebotene Bassfundament ist voluminös, kraftvoll und präzise zugleich. Auch die lebendig aufspielenden Gitarren werden mit der nötigen Ausdruckskraft präsentiert.  

Weiter geht es unserer Klangwertung mit der kanadischen Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall. Vom Vinyl-Album "The Look of Love" haben wir uns den Titel "S'Wonderful" ausgesucht. Der Titel drückt die Freude, Begeisterung und das Glücksgefühl aus, verliebt zu sein und handelt von der Anerkennung und Dankbarkeit für die Zuneigung einer besonderen Person. Wir sind jetzt gespannt, ob unsere Testkette dieses Gefühl vermitteln kann. Die verwendeten klassischen Streichinstrumente werden äußerst natürlich und detailreich ins Geschehen eingebunden. Der Kontrabass sowie das Klavier, welches Diana selbst spielt, kommen sehr homogen und mit einem ausgezeichneten Volumen zum Ausdruck. Selbst kleinere Nebeneffekte, wie z.B. das Schlagen der Percussions, werden sehr klar und glaubwürdig herausgearbeitet. Die Präsentation von Diana Kralls außergewöhnlichen Stimmfarbe gelingt auf einem sehr hohen Niveau, ihre Stimme wird gefühlvoll und klar dargestellt. 

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Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit einem Stück von Margriet Sjoerdsmas LP "A Tribute to Eva Cassidy". Eva Cassidy war eine US-amerikanische Sängerin und Gitarristin, die  bereits 1996 verstorben ist, und auf dieser Tribute-Platte sind Coverversionen verschiedener Intgerpreten, die Margriet sehr schön eingesungen hat. Wir lassen uns "In The Early Morning Rain" (Gordon Lightfoot) wiedergeben. Die Akustikgitarre zu Beginn des Titels wird in sich schlüssig und natürlich dargestellt. Als Eva dann mit ihrem Gesang loslegt, sind wir begeistert, wie detailliert die vokalen Elemente von unserer Testkette dargestellt werden, ohne dabei selbst bei gehobenem Pegel harsch oder fordernd zu agieren. Auch die tieffrequenden Elemente des Titels, kommen mit Nachdruck und einem hervorragenden Volumen im Hörraum zur Geltung. Die klassischen Streichinstrumente, die in diesem Titel Verwendung finden, vernehmen wir mit feinen, lebendigen Konturen und einer enorm authentischen, zugleich angenehmen Tonalität. 

Fazit

Galion Ts P75 Front Seitlich3

Aktuell ist die Rückkehr zum klassischen HiFi-Gedanken und puristischer, aber extrem hochwertiger Technik ein durchaus wahrnehmbarer Trend. Nicht nur vollumfänglich Streaming-fähige Vorstufen und Vorverstärker sind gefragt - sondern viele anspruchsvolle HiFi-Liebhaber setzen bewusst auf Komponenten, die mit viel Sorgfalt und nach dem Motto "reduce to the Max" konstruiert wird. Die rein analog aufgebaute Vorstufe Galion Audio TS P75, in Deutschland im Vertrieb von HiFi Pilot, bedient genau dieses Marktsegment. Mit außergewöhnlich hochwertigen, mit Bedacht ausgewählten Bauteilen und mit einer exzellenten Verarbeitung innen sowie außen wird ein Standard geboten, der für unter 2.500 EUR absolut erstaunlich ist. Die akustische Auslegung der TS P75 ist darüber hinaus auch nicht nur objektiv hervorragend, sondern auch, was das "Wohlfühlen" beim Zuhören angeht. Sensibel und fein, mit sauber abgestuftem Mitteltonbereich, filigranen und lebendigen Höhen sowie mit einem differenzierten, präzisen Bassbereich werden bei der TS P75 Ansprüche erfüllt, für die man ansonsten deutlich mehr Geld hinlegen muss. Für uns ist daher der Vorverstärker mehr als nur ein Geheimtipp, sondern eine klare Ansage: Kultivierter, homogener und lebendiger Klang sowie beste Bauteilqualität zum sehr fairen Preis. 

Sorgfältig aufgebaute, mit edlen Bauteilen bestückte Stereo-Vorstufe mit einer dynamischen und zugleich kultivierten Klangsignatur

Überragend 2024

Stereo-Vorstufe bis 2.500 EUR
Test 23. Februar 2026

 

 

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich 
Datum: 23. Februar 2026

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