TEST: ELAC 3,5-Wege-Standlautsprecher Vela FS 409.2 - optische und klangliche Ästhetik perfekt vereint
Der Klang

Klanglich eine Macht - da kann ELACs für ihr Geld durchaus sehr talentierte DEBUT 3.0-Einstiegsserie natürlich nicht mithalten
Nun stellt sich die Frage: Wird die Vela FS 409,2 den hohen akustischen Ansprüchen des Hauses ELAC gerecht?
Wir beginnen unsere Testreihen mit der 2023er Remaster-Version des Klassikers "West End Girls". Hier, so befinden wir, ist die Remaster-Version wirklich gelungen. Deutlich mehr Feinheiten, freier aufspielender Hochtonbereich, die Stimme hebt sich besser vom instrumentalen Background ab - und die Vela FS 409.2 ist in der Lage, die akustischen Pluspunkte eindrucksvoll zu demonstrieren. Mit viel Substanz, enormer Leichtigkeit, fein wie auch grob überzeugender Dynamik und mit einer extrem guten Pegelfestigkeit macht sich der Schallwandler aus der Hauptstadt Schleswig-Holsteins bei uns beliebt.
Klang-Elite, von der Seite aus betrachtet
Weiter geht es mit "Resonance" von Boris Blank. Hierbei handelt es sich um einen Titel, der idealerweise von einem dicken Dolby Atmos-Setup präsentiert werden sollte. Oder - von der Vela FS 409.2! Die maritime Schönheit gibt hier mit Erfolg ihr Bestes und beeindruckt uns mit der in Tiefe sowie Weite überragenden Darstellung. Alle Strukturen ertönen sehr gut ausbalanciert, und auch kleine dynamische Unterschiede werden impulstreu umgesetzt. Der frische, aber nie aufdringliche Hochtonbereich spricht ebenfalls für ELACs 3,5-Wege-Bassreflex-Lautsprecher. Alle akustischen Elemente lösen sich sauber von den Chassis und verteilen sich exakt ausbalanciert im Hörraum.
Da die Vela FS 409.2 offenbar extrem gut im räumlich vielfältiger Ambience-Musik umgehen kann, spendieren wir ihr noch "Constellation Dust" von Allness & Lightwerx Collective. Wieder sind wir fasziniert davon, wie weitläufig und zugleich präzise der Lautsprecher die subtilen Effektnuancen im Hörraum verteilt, und wie gut sich die akustischen Strukturen von den Chassis lösen. Gerade der JET6 hübscht alles mit enormem Erfolg im Hochtonbereich auf und bietet eine geradezu sensationelle Durchhörbarkeit. Trotzdem treten die hohen Frequenzen nie überpräsent auf, sondern halten immer eine authentische Balance zu den Mitten und zu den Höhen, was für ein emotionales, aber zugleich aufgeräumtes Hören sorgt.
Nun wenden wir uns der 2022er Remaster-Version des Klassikers "Killer" von Seal zu. Schon das Intro wird sehr vielschichtig zur Geltung gebracht, der ganze Aufbau mit den vielen Einzelheiten und mit den vokalen Elementen wirkt authentisch, und als dann plötzlich ein deutlicher Dynamiksprung kommt, sind wir sofort mitten im Geschehen. Die einzelnen Effekte sind prägnant strukturiert, ohne Schärfe einzubringen. Seals charakteristische Stimme ertönt auf den Punkt genau - auch, wenn die FS 409.2 gewiss nicht preiswert ist, so agiert sie selbst für diese Liga hervorragend, was die Genauigkeit, aber auch die gesamte Souveränität angeht.
Beim Trance-Klassiker "Communication" der niederländischen Legende Armin van Buuren beweisen die beiden Vela FS 409.2 erneut kompromisslose Stärke und feuern die harten Bässe regelrecht in den großen, deutlich über 40 Quadratmeter messenden Hörraum. Mit enormer Dynamik und dem Gefühl für ein realistisches Feeling nehmen sich die Standlautsprecher dem Track mit sehr großer Sorgfalt erfolgreich an. Sehr lebendig, tonal auch bei hohen Lautstärken noch wunderbar hörbar, haben wir es hier, so zumindest stellen es die bisherigen Testreihen dar, mit echten Champions aus dem hohen Norden Deutschlands zu tun.
Und wir legen auch hier nach - Trance & ELAC, das passt offenbar perfekt. Wir greifen zu "Project Euro Mir" von Damon Paul. Relaxt und doch kraftvoll, schiebt die Vela FS 409.2 voran und hinterlässt einen gleichermaßen aufgeweckten wie souverän-unaufgeregten Eindruck. Sehr klar, mit einer deutlichen, impulstreuen Herausarbeitung aller akustischen Effekt-Kombinationen macht der Lautsprecher ein weiteres Mal richtig Spaß. Er behält seine sorgfältig komponierte klangliche Erscheinung nahezu ohne Einschränkung auch bei sehr hoher Lautstärke bei.
Von komplett anderer Natur ist "Aquamarin" von Colour Haze. Der Track der deutschen Stoner-/Psychadelic-Rockband, die 1994 gegründet wurde, wird von unseren Testkandidaten aber ebenfalls mit der nötigen Raffinesse präsentiert. Sehr gute Herausarbeiten der Konturen der Gitarre, das punktgenau einsetzte Schlagzeug und die ein weiteres Mal in Tiefe und Weite ausgezeichnete Räumlichkeit sind lobend zu erwähnen. Die einzelnen musikalischen Ebenen kann man zudem sehr gut voneinander unterscheiden (Ebene Gitarre - Schlagzeug).
Tina Turners "The Best" liegt der Vela FS 409.2 ebenfalls, denn bereits ab Sekunde eins baut sie eine realistische, beeindruckend dichte Bühne direkt vor dem Auditorium auf und stellt die Stimme der leider mittlerweile verstorbenen legende mit feinen Konturen, aber auch mit der nötigen Entschlossenheit dar. Die Trennung der vokalen Komponente von den Instrumenten gelingt vorzüglich, und die dynamischen Differenzen können impulstreu umgesetzt werden.
Der Konkurrenzvergleich

Canton Vento 100 (Paarpreis ab 4.898 EUR): Eine, die es fast jedem recht macht, ist die Dreiwege-Standbox Vento 100 aus dem Hause Canton. Sie sieht zurückhaltend aus, kann aber klanglich "richtig hinlangen", wenn es gefordert ist. Der Lautsprecher ist in vier Gehäuseausführungen zu haben, die beiden Nussbaum-Furnier-Varianten, für uns außergewöhnlich hochwertig und schön, kosten Aufpreis. Mit einem Kaufpreis von unter 5.000 EUR fürs Paar ist der große Vento-Standlautsprecher fair kalkuliert.

Quadral Aurum Orkan 9 (Paarpreis 4.200 EUR): Ohne Schutzgitter wirkt die Optik von vorn etwas zerklüftet und nicht mehr ganz zeitgemäß, wobei das Unibody-Gehäuse sehr gut verarbeitet ist. Mit enormer Dynamik und standesgemäßem Nachdruck kann die Box ebenso überzeugen wie mit tadelloser Pegelfestigkeit. Die Chassis-Technologie, die zum Einsatz kommt, ist Quadral Aurum-exklusiv und immer noch aufwändig.

Dali Rubikore 8 (Paarpreis 7.000 EUR): Die Dali Rubikore 8 setzt zwar auf die identische Gehäusesprache wie die Vorgänger-Box Rubicon 8, ist aber mit neuen Chassis und neuer Frequenzweiche bestens für akustische Höchstleistungen gerüstet. Die Dali-typischen Holzfasermembranen realisieren einen klaren, zugleich angenehmen Klang. Das hybrid-Hochtonmodul agiert mit toller Räumlichkeit und mit exzellenter Anbindung an den Mitteltonbereich. Pegelfest und nachdrücklich aufspielend, sammelt die Rubikore 8 viele Punkte. Optisch wirkt sie konventioneller als die sehr schicke Vela FS 309 im maritimen Look.
Das Fazit
Grandios aufspielender 3,5 Wege-Standlautsprecher in nobel-maritimer Optik

Gesamtreferenz Standlautsprecher Oberklasse
Test 20. Dezember 2024
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 20. Dezember 2024
Tags: Elac • Lautsprecher • Vela
















