TEST: Denon Home 600 - edler, klangstarker und einfach bedienbarer Wireless-Multiroom-Speaker mit HEOS-Modul
Ton: Die Einstellungen
Zu Beginn der Klangwertung möchten wir noch auf die akustischen Einstellmöglichkeiten eingehen, die sich ebenfalls in der zuvor ausführlich beschreibenen HEOS-App befinden.

Wir spielen über TIDAL Connect zu - daher brauchen wir die HEOS-App nicht, es sei denn, wir möchten akustische Einstellungen vornehmen

Klangmodus und Ton-Steuerungen

Zwei Sound-Modi zur Auswahl, wir nutzen "Auto"

Ton-Steuerung: Bass

Ton-Steuerungen: Höhen

Ton-Steuerung: Breite - hier kann man ein weitläufigeres oder ein eher konzentriertes Klangbild justieren

Ton-Steuerungen: Höhe des Klangbilds, hier kann man z.B. bei der Atmos-Wiedergabe optimieren
Insgesamt bietet der Denon Home 600 gute und wirksame Parameter zur akustischen Justage, mit denen man effektiv feintunen kann.
Klangwertung
Wir beginnen unsere Klangwertung mit Stücken in Dolby Atmos, zugespielt von TIDAL, und verwenden zum Auftakt "No Time To Die" von Billie Eilish.

Exzellente Wiedergabe von Titeln, die in Dolby Atmos abgemischt sind
Natürlich hat es uns besonders interessiert, wie gut der Denon Home 600 mit Dolby Atmos-Titeln umgeht, und wir sind bei unserem ersten Beispiel tatsächlich begeistert. Es drängt sich kein künstlich wirkender dreidimensionaler Raumeindruck auf, vielmehr geschieht die räumliche Ausarbeitung glaubwürdig und subtil. Die Präzision bei der Wiedergabe von Billies charakteristischer Stimme ist untadelig hoch, und sie steht stabil in einem in jeder Dimension stabil definierten virtuellen Raum. Auch die Instrumente, dazu zählen auch die filigranen Streicher, wirken sehr authentisch und weisen klar gezeichnete Konturen auf.
Sehr schön werden auch feinfühlige Passagen bei in Dolby Atmos abgemischten Musikstücken klassischer Ausprägung wiedergegeben, mit sauberer Ausarbeitung der beteiligten Instrumente: Als Beispiel dient uns hier "The Rise Of Skywalker" (John Williams Titelsong des gleichnamigen Star Wars-Films). Mit exzellenter Dynamik kommen alle akustischen Gefüge zur Geltung, und das räumliche Gefühl wird intensiv und mitreißend übermittelt - aber stets exakt und realistisch. Man mag hier beim Zuhören kaum glauben, dass ein knapp 700 EUR kostender Wireless-Multiroom-Lautsprecher die Wiedergabe übernimmt, so klar, facettenreich und akkurat gestaffelt erfolgt die Wiedergabe, die auf einem lebendigen, kraftvollen Fundament ruht.
Klassik in Dolby Atmos - das geht erstaunlich gut, das beweist auch unser nächstes ausgewähltes Stück. Selbst Klassik-Fans, die meist auf eine sehr authentische, auf den Punkt kommende Wiedergabe Wert legen, dürften bei der Ouvertüre zu "Isabella" (Franz von Suppé), gespielt von den Wiener Philharminikern unter Franz Welser-Möst auf ihre Kosten kommen. Klar - eine HiFi-Anlage aus Streaming-Verstärker und zwei leistungsfähigen Lautsprechern tritt natürlich noch detailreicher und realistischer an, aber was der Home 600 hier leistet und wie sauber definiert die räumlichen Dimensionen sind, beeindruckt uns sehr. Dynamische Unterschiede werden tadellos getroffen, und der Klang ist homogen sowie natürlich, auch bei gehobener Lautstärke angenehm zu hören. Der "Atmos-Effekt" mit auch vertikal ausgebildeter Effektkulisse ist gut herauszuhören.
Wir setzen fort mit dem ebenfalls in Dolby Atmos abgemischten Track "Believer" (Imagine Dragons). Man kann auch mit hohem Pegel problemlos hören, nur leidet die Differenzierungsfähigkeit dann etwas, wenn es richtig laut wird, zudem bleibt dann die Stimmwiedergabe nicht so homogen. Die räumliche Weite und die räumliche Tiefe sind hier nicht so deutlich ausgeprägt wie bei den vorangegangenen Titeln, man merkt eine gute Räumlichkeit, aber nicht unbedingt das Dreidimensionale, das zahlreiche andere Dolby Atmos-Musikstücke auszeichnet.
Wir finalisieren unsere Dolby Atmos-Höresession mit "The Realm" der DJane Charlotte de Witte. Mit den harten Kickbässen hat der Denon Home 600 keinerlei Probleme, und er platziert die zahlreichen elektronischen Effekte präzise um virtuellen Raum. Auch hier wieder ermöglicht unser Test-Lautsprecher eine weite, offene, zugleich akkurate Wiedergabe, mit Effekten, die sich sehr gut vom Denon Home 600 lösen. Sein stets souveräner, lebendiger Klang sorgt auch bei diesem Track wieder für nahezu maximale Zufriedenheit.
Starten wir nun mit Titeln, die nicht in Dolby Atmos auf TIDAL vorhanden sind. Etwas schade ist das bei "Vertigo Heroes" und bei "Resonance" von Boris Blank. Eigentlich in Dolby Atmos abgemischt, hat nur die normale Version ihren Weg auf TIDAL gefunden, immerhin in maximaler bei TIDAL möglicher Auflösung. Die Rahmenbedingungen der Tonspur halten den Denon Home 600 aber nicht davon ab, bei beiden Tracks eine herausragende Performance zu bieten. Kraftvoll, mit ausgeprägtem Volumen und einem überraschend gelungenen Tiefgang, entfaltet der aktive Lautsprecher eine die Zuhörer regelrecht einhüllende akustische Präsentation, in der einzele Effekte präzise an der richtigen Stelle im Raum eingebunden werden. Dynamische Unterschiede stellt der Home 600 auch bei diesem Titel wieder impulstreu dar. Er liefert erneut einen ausgewogenen, gefälligen und klaren Klang.
"Temptation" (Diana Krall) erfreut uns mit einer ausgezeichneten Stimmwiedergabe, das hätten wir von einem System dieser Art nicht erwartet. Auch kleine Details wie das Hauchen ins Mikrofon arbeitet der Denon Home 600 tadellos heraus. Klar, wer eine hochwertige HiFi-Anlage gewohnt ist, wird bei der Detailtreue Schwächen ausmachen. Man darf aber nicht vergessen, dass wir hier von einem aktiven Streaming-Lautsprecher für 699 EUR sprechen. Und dafür sind die Leistungen auch bei diesm Stück wieder hervorragend, das beweist auch die fundierte Herausarbeitung aller Instrumente, insbesondere die E-Gitarre ertönt sauber aufgebaut und authentisch.
Das 2023er Remaster des Pet Shop Boys-Klassikers "West End Girls" hat uns durch die überraschend gute Akustik schon mehrfach überzeugt. Darum verwendenn wir diesen Titel auch beim Test des Denon Home 600. Und der Denon-Lautsprecher lässt sich nicht lange bitten, sondern startet umgehend durch, spelt seine Trümpfe in Bezug auf Räumlichkeit, Basswiedergabe und Stimmdarstellung wieder gnadenlos aus - und das bei Pegeln, bei denen zahlreiche Konkurrenten bereits erschöpft die "Weiße Fahne" hissen. Der Denon Home 600 aber bleibt homogen und dynamisch, man merkt ihm die Anstrengung nicht an, der die acht Endstufenzüge im Inneren ausgesetzt sind.
Richtig "zur Sache" geht es auch bei "Axel F. (Harold Faltermeyer, 2016er Composer's Cut). Der Denon Home 600 schleudert die zahlreichen Effekte bis weit in den Hörraum, der Bass wabert nicht einfach vor sich hin, sondern erweist sich als präzise und hart. Die Wechsel im dynamischen Gefüge nimmt der Streaming-Lautsprecher unmittelbar mit und bringt dadurch einen Klang zustande, der den Zuhörer erstaunlich intensiv ins Geschehen einbindet. Die Auflösung ist über den gesamten Frequenzbereich richtig gut, nur bei sehr hoher Lautstärke nimmt sie minimal ab.
Konkurrenzvergleich

- Teufel Motiv XL: Den großen Teufel-All-In-One-Lautsprecher (560 mm breit, 251 mm hoch und 289 mm tief) gibt es aktuell (Stand: 21. März 2026) besonders günstig: Exakt 599,99 EUR muss der geneigte Kunde überweisen. Das ist ein nahezu konkurrenzloser Preis - denn man bekommt einiges geboten. An Streaming-Optionen ist alles Relevante wie z.B. Spotify Connect, TIDAL Connect, Google Cast oder AirPlay 2 vorhanden, bis auf qobuz Connect. Dafür ist auch Roon ready mit an Bord. Wie auch der Denon Home 600 bringt der Motiv XL kein HDMI-Terminal mit, und im Gegensatz zum Denon Home 600 unterstützt der Teufel-Speaker kein Dolby Atmos. Dafür ist Teufels hauseigenes Dynamore-System integriert, das sehr effektiv die Breite des Stereoklangbilds weitet, ohne einen unpräzisen Klang zu erzeugen. Aufwändig geriet die Bestückung mit Treibern, denn der Motiv XL verfügt über ein echtes 3-Wege-System. Im Gegensatz zu Denon gibt Teufel auch die recht beeindruckenden Leistungsdaten des Motiv XL an - 210 Watt (RMS) Gesamtleistung beschallen auch größere Lokalitäten. Der Denon Home 600 steckt hinsichtlich der Pegelfestigkeit aber nicht zurück und besteht auch Eskapaden in höheren Lautstärkebereichen souverän. Was richtig gut ist: Teufel stattet den Motiv XL mit einem Akku aus, der gute 13 Stunden Laufzeit ermöglicht. Daher kann man den großen Streaming-Speaker auch mal in den Garten mitnehmen. Zu bedienen ist er mit der übersichtlich gestalteten Teufel Home-App, die Verarbeitung ist ausgezeichnet, auch wenn der Denon Home 600 im Detail sogar noch etwas edler wirkt. Klanglich meistert der Motiv XL musikalische Details auf hohem Level, der Home 600 kommt ihm hier nahe, agiert gerade im Dolby Atmos-Betrieb noch eine Idee räumlich dichter als der Motiv XL.

- Technics SC-C65:Mit 899 EUR ist das in feines Aluminium gekleidete Technics All-In-One-Device deutlich teurer, offeriert dafür aber zusätzlich noch ein CD-Laufwerk und einen DAB/DAB+ Tuner. Technisch geriet der elegante SC-C65 sehr aufwändig und greift beispielsweise auf die JENO Engine-Technologie (Jitter Elimination and Noise Shaping Optimization), die man aus den großen Technics HiFi-Verstärkern kennt. Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect und qobuz Connect gehören zu den Streaming-Features. Die Technics-Lösung bringt im Gegensatz zu den Kontrahenten ein sauber auflösendes Display auf der Gerätefront mit und wirkt am hochwertigsten, wie auch das sehr akkurat integrierte Top Loader-CD-Laufwerk beweist. Das SC-C65 ist im 2.1-Layout gehalten und bringt ein extra Subwoofer-Chassis auf der Unterseite mit, das eine kräftige Basswiedergabe ermöglicht. Ein HDMI-Terminal bringt auch der SC-C65 All-In-One-Lautsprecher nicht mit, dafür gibt zusätzlich zu 3,5 mm Miniklinke-Analog noch einen optischen Digitaleingang. Alternativ zur Bedienung über die App legen die Japaner dem schmucken System auch noch eine vollwertige, silberfarbene Fernbedienung bei. Die sehr umfangreich bestückte Technics Audio Center App beinhaltet auch die gut arbeitende Space Tune-Raumeinmessung. Klanglich erweist sich die Technics-Lösung als sehr klar und fein, zugleich aber auch fundiert klingend. Hier wird schon fast echtes HiFi-Flair versprüht, während der Erlebnishörer, so vermuten wir, den Denon Home 600 präfiereren wird, der mit seinem unglaublich breiten, weitläufigen und tiefen räumlichen Gefühl Maßstäbe setzt.
Fazit

Mit dem Denon Home 600 ist dem Hersteller ein Meisterwerk unter den All-In-One-Lautsprechern gelungen, der das Niveau eines Denon Home 350 deutlich toppt. Die formschöne Gestaltung des Gehäuses und die hochwertige Materialqualität sorgen dafür, dass man den Denon Home 600 schon direkt nach dem Auspacken schätzen lernt. Edler Melange-Stoff und angenehm kühles, wertiges Aluminium gehen eine stimmige und attraktive Kombination ein. Der Denon Home 600 ist mittels der HEOS-App einfach einzurichten, und auch im Betrieb gibt die Bedienung keine Rätsel auf. Zudem integriert Denon, ebenfalls über die HEOS-App, verschiedene Audio-Parameter, die man individuell anwählen beziehungsweise justieren kann. Eine Fernbedienung liegt dem Denon Home 600 zwar nicht bei, aber dafür ist der Preis mit 699 EUR in Anbetracht der gesamten Qualität als äußerst günstig zu bezeichnen. Denn aus akustischer Perspektive liefert der Wireless-Multiroom-Lautsprecher Referenzleistungen ab, ganz besonders, wenn man Material in Dolby Atmos hört, das dank der eingebauten Top Firing-Module mit exzellenter räumlicher Wirkung dargestellt wird. Aber auch konventionelle Musikstücke gibt der Denon Home 600 überragend wieder, mit einem immer wieder überraschenden Nachdruck, zugleich aber mit hoher Präzision. Zudem haben ihn die Denon Soundmaster extrem angenehm abgestimmt. Das Beste, was wir in einem derartigen Lautsprecher je gehört haben, ist der Bassbereich: der Tiefgang, das Volumen, die Ausdruckskraft und die Staffelung sind für ein solches Gerät superb.
Schlichtweg grandios: Der Denon Home 600 vereint akustische Extraklasse, moderne Ausstattung und edle Verarbeitung

Gesamtreferenz All-In-One-Streaming-Lautsprecher
Test 27. März 2026
Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. März 2026
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Tags: Denon • Denon Home • Dolby Atmos • HEOS • Lautsprecher • Streaming-Lautsprecher







