TEST: Denon Home 200 - Hochwertig verarbeiteter Wireless Multiroom-Lautsprecher mit virtueller Dolby Atmos-Wiedergabe
Klangwertung
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klangliche Auslegung des Denon Home 200 genauer eingehen. Zunächst spielen wir mittels Spotiy Connect zu, später folgen Dolby Atmos-Klangbeispiele von TIDAL Connect.
Als erstes Klangbeispiel haben wir uns für "Under Your Feet" von Lisá entschieden, das wir via Spotify Connect zuspielen. Der Track startet mit bewusst verzerrten, elektronisch erzeugten Klängen, die der Denon Home 200 mit angenehm rundem Realismus und mit hervorragender Struktur bedienen kann. Als kurz darauf die ersten Lisás Stimmeinsatz folgt, notieren wir eine schon fast als glasklar und differenziert zu bezeichnete Darstellung, eine reife Leistung vom kompakten Lautsprecher. Darüber hinaus löst sich die Stimme glaubwürdig vom Denon Home 200, dadurch entsteht ein ausgeprägt räumliches Klangpanorama. Das Zusammenspiel aus Stimme, Basseinsatz sowie Synthesizer-Klängen klappt hervorragend, die musikalischen Ebenen sind sauber definiert. Die Vielschichtigkeit des Gesangs der Künstlerin arbeitet der Denon Home 200 exakt heraus.
Als zweites Klangbeispiel suchen wir uns "Low Tide" vom US-amerikanischen Alt-Country Sänger und Songwriter Tom Rhodes und Hustle Standard aus. Zu Beginn des Songs vernehmen wir ein Klavier, darauf folgen die ersten Gesangseinsätze von Tom: Beide Facetten meistert der Denon Home 200 in einer Qualität, die für einen kompakten Wireless Multiroom Lautsprecher durch die Bank überzeugen kann. Die sehr raue und rauchige Stimme, für die Tom Rhodes bekannt ist, wird tonal exakt sogar in Ansätzen feinfühlig von unserem Testkandidaten in den Hörraum transportiert. Als der Titel etwas an Dynamik gewinnt, realisiert der Denon Home 200 weiterhin eine ausgezeichnete Betonung der einzelnen musikalischen Elemente. Zudem punktet der kompakte Multiroom-Lautsprecher mit einem kräftigen, präzisen und punktgenauen Bassfundament, ohne es durch synthetisch wirkende, überzogene Bässe zu übertreiben - was man von manchem kompakten All-In-One-Streaming-Lautsprecher leider kennt.
Weiter geht es mit einer Coverversionen des Chris Isaak-Klassikers "Wicked Game". Für dieses Review haben wir uns für die Version der englischen Künstlerin und Musikproduzentin Raign entschieden. Am Anfang lauschen wir atmosphärischen Klängen, die der Denon Home 200 mit tadelloser Auflösung, sehr anspürechender Klarheit und homogenem Gesamtcharakter darstellen kann. Als dann die Künstlerin mit ihrem speziellen Gesang loslegt, lösen sich diese akustischen Passagen wieder glaubwürdig vom Denon Home 200 - der kleine Wireless Multiroom Lautsprecher begeistert uns durch seinen souveränen und klaren Auftritt. Als der Titel dann deutlich an Facetten gewinnt, kann der Denon Home 200 weiterhin eine für seine Gerätegattung hervorragende akustische Gliederung präsentieren und liefert zudem ein kräftiges Bassfundament. Selbst die aggressiven Synthesizer bleiben in vollem Umfang erhalten und wirken nicht wie "weichgespült".
Wir wechseln das Genre und überlassen dem Denon Home 200 bei "Coming Undone" von der NuMetal Band Korn die Wiedergabe. Zu Beginn des Titels ertönen hart gespielte E-Gitarren, zudem folgen die ersten vokalen Elementen von Jonathan Davis, Frontmann der Band. Beide Sequenzen kann der kompakte Multiroom-Lautsprecher ausgezeichnet in Szene setzen, indem er die E-Gitarre mit dem nötigen Nachdruck versieht und die Stimmwiedergabe sogar als charismatisch zu bezeichnen ist. Als sich kurz darauf harte Drums hinzugesellen, werden diese mit einem hervorragenden Volumen und einer zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbaren Struktur vom Denon Home 200 in unseren Hörraum transportiert. Die vehementen, auf den Punkt kommenden E-Gitarren bleiben auch im weiteren Verlauf vielschichtig und kraftvoll. Die Präsentation der vokalen Elemente von Jonathan besitzt einen erstaunlichen Wiedererkennungswert, und die gesamte Darbietung wird klar und sauber vorgetragen. Auch als der Titel weiter an Dynamik gewinnt, gelingt eine ausgezeichnete Gesamtwiedergabe.
Nutzen wir nun von TIDAL Connect zugespielte Titel in Dolby Atmos, kann uns der Denon Home 200 weiterhin beeindrucken. Bei "No Time To Die" von Billie Eilish holt er eine verblüffende Räumlichkeit aus dem Quellmaterial und verbreitet diese homogen und nachvollzihbar im Hörraum. Für eine virtuell erzeugte Dimension ist die Darstellung hinsichtlich der Höhe sowie der Plastizität sehr gelungen. Und auch bei REMs "Man On The Moon", ein Track, der eigentlich nicht perfekt für eine Atmos-Darstellung geeignet zu sein scheint, entfaltet der Denon Home 200 ein realistisches, großzügiges Raumgefühl, ohne dass die Stimme des Sängers verwaschen auftreten würde. Klar, der Denon Home 200 ist sehr kompakt, daher sollte man sich nicht zu weit vom Lautsprecher entfernen, möchte man sozusagen "räumlich eingehüllt" werden. Gerade bei geringeren Distanzen und in kleineren bis mittelgroßen Hörräumen schlägt sich der Wireless Multiroom-Lautsprecher aber richtig gut.
Der "Marsch des Widerstands" aus Star Wars, komponiert von der Legende John Williams und gespielt von den Wiener Philharmonikern, wirkt atmosphärisch klar und erstaunlich intensiv aufgebaut. Es ist im höchsten Maße erstaunlich, wie präzise der Denon Home 200 zudem die Lokalisierung einzelner Instrumentengruppen zulässt. Überzeugend ist auch die tadellose Auflösung über den gesamten Frequenzbereich. Harte Bässe, minimalistische Gesamtakustik, weitläufige, räumlich klar angeordnete Effekte: Das ist die Dolby Atmos-Mischung von Charlotte de Wits "The Realm". Mit den harten Bässen kommt der kleine Denon Home 200 problemlos zurecht, es sei denn, man übertreibt es hier mit dem Pegel. Ansonsten gruppiert er die elektronischen Effekte präzise in einem hinsichtlich Weite und Tiefe akkurat definierten Raum.
Konkurrenzvergleich

Denon Home 150: Wie auch der neue Denon Home 200 ist der Denon Home 150 ausschließlich für den Gebrauch zuhause vorgesehen und bringt keinen Akku mit. Der kleine Lautsprecher ist in einem anderen, eckigeren Design gehalten und beherbergt im Inneren ein 2-Wege-Lautsprechersystem, das einen lebendigen, klaren Klang gewährleistet. Der neue Denon Home 200 jedoch entwickelt eine hörbar intensivere Räumlichkeit, die auch im Vergleich zum Denon Home 150 in weiterer Entfernung vom Lautsprecher wahrzunehmen ist. Auch der Denon Home 150 basiert auf der HEOS-Plattform, die einen hohen Bedienkomfort mit enormer Flexibilität vereint. Preislich liegt der Denon Home 150 bei 249 EUR - nach wie vor ein wohlfeiles Angebot, wobei der noch edler wirkende, klangstärkere Denon Home 200 die 100 EUR Mehrpreis definitiv wert ist.

Teufel Holist M: Teufels mittlerweile etwas in die Jahre gekommener, auf Amazon Alexa basierender, charakteristisch geformerter Streaming-Lautsprecher ist, trotz beachtlicher Größe, in weißer oder schwarzer Variante für knapp 350 EUR, also zum identischen Preis wie unser Testkandidat, zu haben. Technisch ist er aufwändig aufgebaut: Der Class D 4-Kanal Verstärker versorgt mit einer Maximalleistung von 120 Watt die Chassis. Der nach dem 3-Wege-Prinzip arbeitende Holist M besitzt einen Breitbandlautsprecher mit 76 mm (Membran aus beschichtetem Papier) sowie einen 25 mm Hochtöner mit Seidenkalotte. Für die Wiedergabe des Mitteltonbereiches ist ein 101 mm großes Chassis mit beschichteter Papiermembran zuständig. Der 165 mm große Tieftöner übernimmt die Aufgabe der Basswiedergabe. Auch hier setzt Teufel auf eine leichte, impulstreue, speziell beschichtete Papiermembran. Zusätzlich verfügt der Holist M noch über drei Passivmembranen.So gerüstet, schiebt der Holist M massiv an - und ist äußerst pegelfest. Der Denon Home 200 kontert mit einer deutlich hochwertigeren Anmutung und den moderneren Streaming-Features. Zudem bringt er die viertuelle Dolby Atmos-Wiedergabe mit und nutzt dies erfolgreich, um ein plastisches, in Höhe und Weite für einen so kleinen Speaker erstaunlich räumliches Klangbild bereitzustellen - dank der hauseigenen Dynamore-Technologie schneidet da auch der Holist M nicht schlecht ab, der Denon Home 200 wirkt hier aber noch dreidimensionaler.

Klipsch The Three Plus: In einem sind sich Klipsch und Denon einig - auch der Bluetooth-Lautsprecher The Three Plus hat keinen Akku und ist somit für den Einsatz zuhause ausgelegt. Er sieht sehr edel aus und er verfolgt die Designsprache der Klipsch Heritage-Serie, Unser damaliges Testsample war auf der Gehäuseoberseite mit einer Abdeckplatte in Echtholz Walnuss bestückt, Materialqualität und Verarbeitung insgesamt sind gut bis sehr gut. Netzwerk-Streaming beherrscht der The Three Plus nicht, für die Einbindung weiterer Zuspieler verfügt der Klispch Speaker aber einen USB-C-Eingang. Zudem besitzt er eine Powerbank-Funktion, um das Smartphonzu laden. Durch die beiden ebenfalls vorhandenen analogen Cinch-Buchsen kann zudem zum Beispiel ein Plattenspieler oder eine weitere analoge Signalquelle verbunden werden. Die Klipsch Connect App machte einen guten Eindruck und die Nutzung gestaltete sich intuitiv, wenngleich sie teils in deutscher, teils in englischer Sprache bereitsteht (obwohl wir Deutsch gewählt hatten). In unseren Klangtestreihen überzeugte der größere Klispch Speaker mit einer tadellosen Stimmdarstellung und einer kräftigen Basswiedergabe, allerdings neigt er ab und zu zu einem etwas harschen Hochtonbereich, besonders bei höheren Pegeln.
Fazit

Der Denon Home 200 ist das kleinste Mitglied der insgesamte drei neuen Denon Home-Lautsprecher, aber er braucht sich, wie der Test zeigt, in keinster Weise hinter den "größeren Geschwistern" zu verstecken. Gut, die Dolby Atmos-Darstellung läuft hier aus Platzgründen virtuell ab, ein separater Treiber dafür ist nicht vorhanden. Das akustische Ergebnis kann sich aber auf jeden Fall sehen - oder besser hören - lassen: Die weitläufige räumliche Wirkung paart sich mit einer erstaunlich guten Präzision, sodass insgesamt eine lebendige, vielschichtige Wiedergabe entsteht. Auch bei klassischem Material in Stereo garantiert der Denon Home 200 ein hohes Maß an klanglicher Qualität.
Auch, was die Verarbeitung angeht, weiß der Denon Home 200 zu punkten. Der zweilagige Stoffbezug des Gehäuses wirkt in Verbindung mit Elementen aus Aluminium hochwertig und langlebig. Die komfortable Handhabung mittels der HEOS App überzeugt ebenfalls. Die Kompatibilität zu nahezu allen relevanten Streaming-Diensten und -Systemen, wie zum Beispiel zu Spotify Connect, TIDAL Connect, qobuz Connect, AirPlay 2 und Roon ready vervollständigt das Bild eines modernen, klangstarken und praxisgerecht ausgestatteten Wireless Multiroom Lautsprechers.
Der kompakte Denon Home 200 zeigt sich akustisch in Topform, zudem ist er modern ausgestattet und optisch sehr attraktiv

Wireless Multiroom Lautsprecher bis 400 EUR
Test 13. April 2026
Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. April 2026
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Tags: All-In-One-Lautsprecher • All-In-One-System • Denon • Denon Home • Dolby Atmos • HEOS by Denon • Wireless Multiroom-Lautsprecher






