XXL-TEST: Klipsch The Three Plus - moderner Bluetooth-Lautsprecher fürs elegante Zuhause
Klangtestreihen
Wir starten unsere Klangwertung mit "Under Your Scars" von Godsmack. Als EQ-Kurve haben wir uns für "Rock" entschieden. Das zu Beginn des Titels ertönende Klavier, bedient vom Frontmann Sully Erna, sowie die kurz darauf einsetzende Violine werden überraschend facettenreich und realistisch umgesetzt. Als Sänger und Frontmann Sully Erna zum Mikrofon greift, sind wir überrascht, wie plastisch der Three Plus die vokalen Elmente präsentiert - nicht so synthetisch wie manch andere, auch größere Bluetooth-Lautsprecher. Als der Titel dann etwas an Fahrt und Facetten zunimmt, gelingt eine klare Differenzierung der verschiedenen Instrumente und den Vocals leider nicht mehr vollumfänglich, und die Gesamtwiedergabe wird dadurch leicht monoton. Bei höheren Pegeln werden auch die verwendeten E-Gitarren leicht harsch und aggressiv.
Weiter geht es mit "Blood In The Water" von Ayron Jones. Diesen Titel haben wir bereits beim Test des Klipsch The One Plus verwendet und wir sind gespannt, wie der größere Speaker diesen Titel umsetzen kann. Die zu Beginn des Titels erklingenden instrumentalen Klanganteile meistert auch der Three Plus ausgezeichnet. Als Ayron mit seiner fordernden und ausdrucksstarken Stimme mit einsteigt, bleibt die Wiedergabe präzise und vielschichtig. Als der Titel mehr Vehemenz entwickelt, klappt die klare Differenzierung von Gesang und Instrumenten mit mehr tadellos, selbst als wir manuell in die Equalizereinstellungen eingreifen.
Als nächsten Titel haben wir uns für "Creepin" von Metro Boomin, The Weeknd & 21 Savage entschieden. Der Track startet mit einem Chorgesang, welchen der Three Plus natürlich und mit einer für ein solches Device hervorragenden Detaillierung darstellen kann. Als die Vocals im Titel beginnen, präsentiert der Klipsch Speaker eine sehr feinfühlige, zugleich angenehm-luftige Stimme, ohne dabei aggressiv zu wirken. Die Synthesizer-Effekte wirken klar und harmonisch und gehen in der Gesamtwiedergabe nicht unter. Die Rap-Passagen von 21 Savage werden ebenfalls glaubwürdig dargestellt.
Wir setzen unsere Klangtestreihen mit der Ausnahmekünstlerin Zoe Wees und ihrem Titel "Don`t Give Up" fort. Der Song startet mit elektronisch verzerrten Vocals der Künstlerin - diese akustischen Anteile arbeitet der Klipsch-Lautsprecher ordentlich heraus. Als die normale Stimmfarbe in den Vordergrund tritt, sind wir erstaunt, wie präzise sie zum Ausdruck kommt. So wird die spezielle Stimmcharakteristik nie harsch oder zu aggressiv, sondern immer mit wohltuender Homogenität präsentiert. Als der Song dann an Geschwindigkeit zunimmt, bleiben die vokalen Elemente voll erhalten, allerdings fehlt uns etwas der Punch im Bassbereich und eine klare Differenzierung der unterschiedlichen akustischen Elemente.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Sweet Goodbye" von Robin Schulz. Der Dance-Track starten mit einem elektronisch erzeugten Hall in den Vocals, den der Bluetooth-Speaker hervorragend umgesetzt. Nach wenigen Momenten wird der Titel schneller und nachdrücklicher, der Three Plus liefert uns einen recht guten Bassbereich, der unserer Meinung nach noch etwas mehr Struktur haben könnte. Die elektronisch erzeugten Effekte verfolgen ebenfalls eine klare Linie und werden sehr gut herausgearbeitet.
Konkurrenzvergleich

- Denon Home 350: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit dem Denon Home 350. Der größte Streaming-Lautsprecher aus der beliebten Denon Home Serie, ist derzeit für schmale 399 EUR im Onlinehandel erhältlich. Der Denon Speaker bietet eine Vielzahl an Streaming-Diensten und bietet unter anderem WLAN, AirPlay 2 und Bluetooth sowie die Kompatibilität zu Streaming-Diensten wie Spotify, Tune In, Amazon Music, Deezer, Napster, Soundcloud sowie Tidal. Durch die auf der Rückseite befindliche USB-Buchse und den 3,5-mm-AUX-Eingang können auch andere Quellen direkt mit dem Denon Home 350 verbunden werden. Support finden ALAC-, FLAC- und WAV-Dateien mit bis zu 192 kHz und 24 Bit sowie DSD-Dateien mit 2,8 und 5,6 MHz. DSD 11,2 MHz wird nicht unterstützt. Wer in seinem Zuhause bereits AV-Receiver oder auch Soundbars von Denon oder Marantz sein eigen nennen darf, der kann seine Denon Home Lautsprecher problemlos zu bestehenden HEOS-Multiroom- Gruppen hinzufügen. Im Inneren des schlicht-eleganten Geräts arbeiten zwei 19 mm Hochtöner, zwei 50 mm Mitteltöner sowie gleich zwei recht große 165 mm Tieftöner. Befeuert werden diese von einem 6 Kanal Class-D Power Verstärker. Wie bei Denon & Marantz üblich, klappte die Inbetriebnahme hervorragend. Die ganze Installation erfolgt via HEOS App. In unserer Klangwertung überzeugte der Denon Home 350 mit einem facettenreichen und feinfühligen Klang, gepaart mit einem kräftigen Bassfundament. Kleiner Nachteil vom doch in die Jahre gekommenen Denon Home 350: Er verfügt weder über ein HDMI-Port oder optischen Digitaleingang. Die Einbindung eines TVs ist somit nicht möglich.

- LG XBOOM Go DXG9Q: Weiter geht es mit dem XBOOM Go DXG9Q aus dem Hause LG Electronics. Dieser ist zum Zeitpunkt unseres Tests für 329 EUR direkt im Onlineshop des Herstellers käuflich erwerbbar. Beim LG Device handelt es sich um ein portables System, welches im Schwimmbad oder bei einer Grillparty Verwendung findet. Der integrierte Akku mit einer Kapazität von 5.950 mAh ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 24 Stunden, bei mittlerem Pegel und ausgeschalteter Beleuchtung. Sollte während der Grillparty dem Lautsprecher dennoch der Saft ausgehen, befindet sich im Lieferumgang ein Netzteil, mit dem der Lautsprecher geladen sowie betrieben werden kann. Um das Smartdevice laden zu können, verfügt der LG XBOOM Go DXG9Q über eine Powerbank-Funktion. Auf der Rückseite kann das Smartphone mittels eines USB-Kabels angeschlossen und geladen werden. Für die drahtlose Verbindung sorgt Bluetooth in der Version 5.1. Das 2-Wege-System des Lautsprechers verfügt über zwei 4,5-Zoll-Tieftöner für kraftvolle Bässe und der Kompressionshorn-Hochtöner sorgt für einen klaren Hochtonbereich. Befeuert werden diese von einem 120 Watt starken Verstärker. Um den Speaker effektiv vor Umwelteinflüssen oder verschütteten Getränken zu schützen, verfügt er über eine IP67 Klassifizierung. Der XBOOM Go DXG9Q besitzt als weiteres Ausstattungsmerkmal zahlreiche Beleuchtungsoptionen: Auf der Rückseite des Bluetooth Speaker sitzt mittig platziert das "Stage Lighting". Das Stimmungslicht wirft mehrfarbige kreisförmige Lichter und kann in der XBOOM-App individuell angepasst werden. Insgesamt stehen 16 Millionen Farben zur Auswahl. So stehen die Farbschemen "Fröhlich" sowie "Ruhig" zur Verfügung. Es ist ebenfalls möglich, die rückseitige Beleuchtung mit der seitlichen Beleuchtung synchron zu betreiben. Auf den beiden Außenflanken, bei den Passivradiatoren, sitzen ebenfalls Beleuchtungselemente. Diese können ebenfalls individuell angepasst werden und mit der rückseitig angebrachten Beleuchtungslinse synchronisiert werden. In unseren Klangtestreihen bewies sich der Speaker aus dem Hause LG als kompetentes Ausgabeorgan für basslastige, aber auch feinfühlige Titel. Der Kompressionshorn-Hochtöner lieferte ein breites und raumfüllendes Klangbild, gepaart mit einer sehr guten Performance der beiden Track-Treiber.

- Teufel Ultima 25 Aktiv: Für den stationären Einsatz im Wohnzimmer eignet sich als Alternative ein Master/Slave-Lautsprecherpaar. Für diesen Konkurrenzvergleich haben wir uns die Teufel Ultima 25 Aktiv ausgesucht. Das Set ist, wie üblich, ausschließlich direkt im Onlineshop oder in einem der zahlreichen Flagshipstores des Herstellers erhältlich. Die Ultima 25 Aktiv gibt es in einer weißen oder schwarzen Ausführung und zum Zeitpunkt unseres Reviews, zum Paarpreis von 499,99 EUR. Neben einer klassischen Bluetooth-Verbindung in der Version 5.0 mit aptX und AAC, steht ein integrierter DAB+/FM-Tuner auf der Ausstattungsliste. Weitere Zuspieler können via USB-C, optischen Digitaleingang sowie AUX direkt am Master-Speaker angeschlossen werden. Für eine komfortable Einbindung eines TVs steht ein HDMI-Anschluss, inklusive ARC-Unterstützung, zur Verfügung. Die Teufel-Schallwandler arbeiten, wie eingangs erwähnt, nach dem Master/Slave-Prinzip und agieren kabelgebunden. Die Gehäuse der Ultima 25 Aktiv sind aus MDF gefertigt und mit einer Folierung veredelt. Die Verarbeitung ist sehr gut und scharfe Kanten oder unsaubere Übergänge waren an unseren Testsamples nicht vorhanden. Das Zwei-Wege-System der Teufel Ultima 25 Aktiv besteht aus einem 25-mm-Hochtöner mit Phase-Plug und Waveguide sowie einem 165 mm Tiefmitteltöner aus Fiberglas mit Phase-Plug. Angetrieben werden die beiden Lautsprecherchassis von einem Class D Verstärker mit 2 x 50 Watt. Für eine komfortable Bedienung der Aktivlautsprecher aus der Ferne befindet sich im Lieferumfang eine Fernbedienung. In unserer Klangwertung lieferten die Berliner Lautsprecher einen sehr klaren und strukturierten Klang, kombiniert mit einem tiefen Bassfundament. Unserer Meinung nach könnte der Maximalpegel allerdings etwas höher sein.

- Bluesound Pulse M: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem Bluesound Streaming-Lautsprecher Pulse M. Dieser ist in einer weißen sowie schwarzen Farbvariante für 449,99 EUR im Handel erhältlich. Das sogenannte Omni-Hybrid Design im Innern des Lautsprechergehäuses besteht aus einem angewinkelten sowie nach oben abstrahlenden 5 1⁄4 Zoll (133 mm) Mittel-Tieftontreiber und gleich zwei 3⁄4 Zoll (19 mm) Hochtönern, die 45° voneinander abgewinkelt ihrer Arbeit nachgehen. Ergänzt wird diese Anordnung von einem akustischer Reflektor oberhalb des Mittel- Tieftontreibers. Dieser ist für die Ableitung des Klangs aus dem Lautsprecher zuständig und ermöglicht durch seine Arbeitsweise ein akustisches 360° Panorama. Das Treiber-Arrangement wird durch einen leistungsfähigen DSP-kontrollierten Digitalverstärker mit einer Gesamtleistung von 80 Watt versorgt. Typisch für die BluOS-Plattform ist das große Angebot: Über 20 Musik-Streamingdienste und natürlich auch viele tausende Internetradiostationen, können direkt über die auf dem Smartphone, Tablet oder Computer installierte BluOS App angesteuert werden. Auch ist man in der Lage, die eigene Musik-Bibliothek über WLAN, LAN oder ein externes USB Laufwerk einzubinden. Apple AirPlay 2 ist ebenfalls mit an Bord. Die Ausstattung wird ergänzt durch Bluetooth aptX HD, den 3,5 mm analogen bzw. optisch-digitalen Anschluss oder den 3,5 mm Kopfhörerausgang. Der Pulse M ist gut verarbeitet, wirkt allerdings durch die reichliche Verwendung von mattem Kunststoff nicht überdurchschnittlich hochwertig. Alle Spaltmaße bei Materialübergängen sind gleichmäßig und klein gehalten. Das Aussehen ist unscheinbar, aber die Klangqualität ist zweifellos überragend. Dank der natürlichen, homogenen Auslegung hört man mit dem kompakten Streaminglautsprecher sogar Klassik richtig gern. Aber für Pop, Rock oder Techno/Trance eignet sich der flexible Aktivschallwandler ebenfalls äußerst gut. Er erweist sich als pegelfest und dynamisch, vokale Elemente bereitet er tadellos auf.
Fazit

Der Klipsch The Three Plus ist ein Bluetooth-Speaker für den Einsatz zuhause - auch aufgrund des fehlenden Akkus, aber auch aufgrund fehlernder IPX-Zertifizierungen ist er nicht für die Mitnahme an den Strand oder für die Grillparty im Wald ausgelegt.
Der Bluetooth-Lautsprecher ist in den Farbvarianten Echtholz Esche schwarz mit schwarzer Stoffbespannung sowie Echtholz Walnuss mit grauem Stoff für einen Kaufpreis von 399 EUR im Handel erhältlich. Für die drahtlose Verbindung zum Smartdevice sorgt Bluetooth in der Version 5.3.
Die neuen Bluetooth-Systeme von Klipsch verfolgen die Designsprache der Heritage Serie, wie sie z.B. bei den The Nines Verwendung findet. Unser Testsample ist auf der Gehäuseoberseite mit einer Abdeckplatte in Echtholz Walnuss ausgeführt. Auch der größere Speaker der Serie macht auf uns einen sehr hochwertigen und edlen Eindruck. Die Kantenverarbeitung möchten wir als hervorragend einstufen. Scharfe Kanten sind bei unseren Testdevice nicht feststellbar. Lediglich der Übergang vom Akustikstoff zum Gehäusedeckel, könnte etwas präziser ausgeführt sein.
Für die Einbindung weiterer Zuspieler verfügt der Klispch Speaker über einen USB-C-Eingang, an dem sich z.B. ein USB-Stick verbinden lässt. Zudem verfügt unser Testkandidat über eine Powerbankfunktion, um das Smartdevice zu laden. Ein optischer Digitaleingang ermöglicht die Einbindung eines TVs. Über einen HDM-I Eingang verfügt der Three Plus nicht. Durch die beiden analoge Cinch-Buchsen kann zum Beispiel ein Plattenspieler oder eine weitere analoge Signalquelle verbunden werden.
Die Klipsch Connect App machte einen guten Eindruck und die Nutzung gestaltete sich intuitiv. Etwas verwundert sind wir aber, was die Gestaltung der Sprache betrifft. Mal sind die Ausführungen in deutscher Sprache und mal in englischer.
In unseren Klangtestreihen überzeugte der größere Klispch Speaker mit einer tadellosen Stimmdarstellung und einer kräftigen Basswiedergabe. Leider fehlte es bei manchen Titeln an einer klaren Differenzierung der unterschiedlichen Effekte. Auch mussten wir mehrmals in den EQ eingreifen, da die Hochtonwiedergabe etwas harsch wurde.
Bluetooth-Lautsprecher MittelklasseDatum 05. April 2024
Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 05. April 2024
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