TEST: Canton Power Sub 12 - großer Bass zum kleinen Preis?

Der Canton Power Sub 12 mit mächtigem 12 Zoll-Chassis (779 EUR) ist der größte der drei neuen Power Subs, die es alternativ für 539 EUR auch mit einem 8-Zoll-Chassis (219 mm) und für 649 EUR mit einem 10-Zoll-Chassis gibt. Unser Testkandidat verfügt über eine Class D-Endstufe mit 200 Watt Nennleistung und 380 Watt Musikleistung. Frequenzen zwischen 20 Hz und 200 Hz werden übertragen, der 24 kg wiegende aktive Basslautsprecher ist mit einer 308 mm messenden aktiven und einer 308 mm großen passiven Membran ausgestattet, was einen extensiven Tiefgang sicherstellt. Beide Membranen bestehen aus leichtem, steifem und hoch belastbarem Titanium. Mit einer Breite von 36 cm, einer Höhe von 47,5 cm und einer Tiefe von 50 cm ist der Power Sub 12 schon an der Grenze zu dem, was man als "imposant" bezeichnen kann. 

308 mm Tieftöner

308 mm Passivmembran unter dem Subwoofer

Sieht schlicht aus, lässt es aber kräftig krachen: Verbaute Elektronik

Hinsichtlich der Optik kann man wohlwollend sagen, dass das hessische Basskraftwerk nüchtern und zweckmäßig eingekleidet wurde. Daran ändert auch das durchaus kontrovers disktuierte ovale Gitter nicht, das allerdings dafür sorgt, dass sämtliche Power Subs perfekt zur 2021er Canton GLE-Serie passen. Uns persönlich würde der Power Sub 12 besser mit einem eckigen Gitter gefallen, das aber ist tatsächlich Geschmackssache. Punkte sammelt der Subwoofer durch die magnetische Befestigung des Gitters, die auch im Detail gut gemacht ist: Die Magnete sind nicht zu schwach.

Ovales, magnetisch haftendes Gitter mit akkurater Stoff-Bespannung

Power Sub mit Gitter

Starke Magnete

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Hochwertige Standfüße

Markenlogo

Sehr gut: Die hochwertigen, großformatigen Standfüße unter dem Basslautsprecher. Auch ist die Membran ausgezeichnet eingepasst, wenn auch die Verschraubung sichtbar ist. Nicht besonders edel wirkt die mattschwarze Oberfläche des Gehäuses.

Separate Schallwand

Passung von oben aus gesehen

Der Power Sub 12 hat kein Unibody-Gehäuse, sondern setzt auf eine separate Schallwand, die in schwarz-seidenmatt daherkommt und recht hochwertig wirkt. Die Passung Schallwand-Gehäuse ist im Großen und Ganzen ordentlich, absolut gleichmäßig, was man bei der Sicht von oben erkennen kann, ist sie jedoch nicht. Wenden wir uns nun der Rückseite zu. 


Rückseite komplett

Das Anschlussfeld ist sauber eingepasst, solide verschraubt und besteht komplett aus Metall. Hier gibt es demnach nichts auszusetzen.

Einstellmöglichkeiten

An Einstellmöglichkeiten gibt es einen Automatik-Modus, eine dreistufige Anpassungsmöglichkeit an den Hörraumm (Wide, Narrow, Normal) sowie stufenlose Regler für Phase und Übernahmefrequenz (50 bis 200 Hz). Hinzu kommt der obligatorische Pegel-Drehregler. 

Klang

Tiesto Blu-Ray, Elements Of Life, Disc 2: Bei "Back In Your Head" sammelt der Power Sub 12 mit Erfolg seine Kräfte und verleiht dem Kickbassbereich einen enormen Nachdruck. Was uns für die günstige Preisklasse begeistert: Der Canton spielt ultratrocken, knallt den Kickbass mit nahezu perfektem Timing auch noch bei enorm hohem Pegel hin. Man sieht: Die Membran arbeitet nahe dem Grenzbereich. Trotzdem sind praktisch keine Verzerrungen aus dem Bass-Gewitter herauszuhören. Der Power Sub 12 schiebt unermüdlich weiter und erzielt Pegel-Maximalwerte, die auch gutmütige Nachbarn schnell auf den Plan rufen dürften.  Bei "He's A Pirate" sammelt der hessische Bassexperte weitere Punkte. Er erweist sich als ungemein dynamisch und entfesselt eine Bassfront, die auch versierte Trance-Fans glücklich machen dürfte. Der Konkurrenzkampf in der Preisklasse, in der sich der optisch nüchterne Power Sub 12 aufhält, ist extrem hart - aber mit ungllaublichem Punch und extrem trockener, exakt den Punkt treffender Wiedergabe glänzt der Canton-Bassist mit speziellen Vorteilen und setzt sich hier beim ersten Klangbeispiel bestens in Szene.

Lichtmond, The Journey, Part 1 und Part 2, Dolby Atmos: Kann der Power Sub 12 an seine Erfolge vom ersten Klangbeispiel anknüpfen? Bei den Lichtmond-Tracks sind andere Fähigkeiten gefragt als bei den Tiesto-Trance-Songs zuvor. Aber der Canton-Subwoofer liebt Herausforderungen - denn auch hier weiß er restlos zu überzeugen. Mit einem extrem großen Volumen, das aber in äußerst exakter Form dargeboten wird, übertrifft er scheinbar mühelos auch erstklassige Konkurrenten. Die Membran-Auslenkungen zeigen zwar die harte Arbeit an, aber der Hesse kämpft sich erfolgreich durch und missfällt nicht durch Verzerrungen. Unterschiedliche Bassgefüge, die zum identischen Zeitpunkt stattfinden, differenziert er auf einem Niveau auseinander, das mancher doppelt so teure Konkurrent kaum erreicht. Der Tiefgang ist erste Klasse, ohne Einschränkung. Es mag Bassisten geben, die noch mehr pures Volumen freisetzen - diese erreichen aber nie diese extrem präzise, souveräne Darstellungsweise des Power Sub 12. 

Mission Impossible, Rogue Nation Filmbeginn und Wien-Sequenz: Nun muss sich der nachdrückliche Hesse im Filmton-Betrieb beweisen. In der actiongeladenen ersten Sequenz des Action-Blockbusters bekommt es der Power Sub 12 nach einigen ruhigeren Minuten mit massiver Effektgewalt zu tun. Und schon die ersten tiefen Schläge im Bassbereich lassen keine Zweifel an der Potenz des Canton-Bassisten aufkommen. Nun startet der riesige Fracht-Airbus, und Ethan Hunt muss unbedingt an Bord. Das Dröhnen der Turboprop-Triebwerke erfüllt den Hörraum, und man wähnt sich inmitten eines brutalen Spektakels, dessen Bässe bis tief in die Magengrube vordringen. Bei allem Nachdruck gibt der Power Sub 12 aber auch seine für ihn typische Präzision nicht auf - genau das macht seinen speziellen Reiz aus. 

Mission Impossible, Rogue Nation, Kapitel 4, Wien-Sequenz: In diesem Kapitel spielen unterschiedlichste Bass-Varianten eine Rolle. Von kleinen, kurzen Passagen über Bassanteile des Music Score bis zu mehr Nachdruck bei einer munteren Schlägerei zwischen Ethan und seinem Widersacher hoch oben über der Bühne plus versierten Schusswechseln ist hier vieles enthalten. Der Anfang des Chapters beginnt für einige Sekunden schwungvoll, mit klassischer Musik vor der nächtlichen Skyline Wiens. Da bietet der Power Sub 12 sofort ein klares und kräftiges Fundament. Auch in den folgenden Minuten sind die Haupt-Bassattacken dem Music Score zugehörig. Der Power Sub 12 pariert umgehend, absolut impulstreu, und bietet nur eines: Puren Schub. Kein Zögern, kein Zaudern. Die exakte Arbeitsweise gibt hier wieder den Pro-Canton-Ausschlag, und das setzt sich fort, als sich Ethan, wie bereits eingangs erwähnt, mit dem Killer über der Bühne ein heftiges Gefecht liefert. Parallel ist auch in der aktuell laufenden Oper "Turandot" von Giacomo Puccini durchaus einiges an Basskraft enthalten - die massiven Pauken-Einsätze stellen den Power Sub 12 allerdings vor keinerlei Probleme. Die später auf den österreichischen Bundeskanzler abgegebenen Schüsse stellt der Canton-Woofer ebenfalls sehr nachdrücklich und mit der nötigen Wucht dar. Insgesamt hat der Power Sub 12 mit dem enormen tieffrequenten Facettenreichtum dieser Filmsequenz keinerlei Berührungsängste und überzeugt bei großen ebenso wie bei kleinen Effekten praktisch zu 100 Prozent, vor allem dann, wenn man die Preisklasse mit ins Kalkül zieht. 

Konkurrenzvergleich

Wie schon erwähnt, ist die Konkurrenz extrem hart. Steigen wir mit dem KEF KUBE 12b ein. Preislich liegt er auf dem identischen Niveau wie der Power Sub 12, wirkt aber deutlich edler. So loben wir die edel anmutende Oberfläche auf dem Woofer und die Stoffbespannung rundum. Die Standfüße des Kube 12b sind keine Offenbarung, hier bietet der sonst schlichtere Canton mehr. Auch der KEF hat verschiedene EQ-Kurven: In-Room, Corner oder Wall/Cabinet sind hier einstellbar. Während Canton auf einen stufenlosen Phasenregler setzt, bietet der KEF nur einen Umschalter (0/180 Grad). Klanglich gibt es ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Power Sub 12 agiert mit noch mehr Nachdruck und Wucht, während es die große Stärke des Kube 12b ist, sich absolut nahtlos zu integrieren. 

Für Freunde eines exzellenten Preis-/Leistungsverhältnisses bietet sich der kompakte, sauber verarbeitete Nubert nuSub XW-700 besonders gut an. Er passt auch dann, wenn wenig Platz zur Verfügung steht, und ist mit rund 500 EUR zudem wirklich preiswert. Eine sehr gut funktionierende Bass-Einmessung "X-Room Calibration) über die Nubert Bluetooth-App und überraschend üppige Reserven zeichnen den XW-700 aus. Bei hohem Pegel zieht der Power Sub 12 dann weg, zudem bietet er aufgrund des größeren Gehäusevolumens mehr Tiefgang. 

Mit robustem optischen Auftritt und massiver Endstufenleistung punktet der Klipsch SPL-150. Marktpreis des US-Amerikaners ist rund 730 EUR, und wie man es von einem Klipsch-Produkt gewöhnt ist, langt der Bassist immer kräftig hin, auch bei enorm hohem Pegel verlassen ihn seine Kräfte nicht. Das alles kann der Power Sub 12 allerdings auch, paart diese Tugenden jedoch mit einer nochmals höheren Präzision. Der Klipsch kontert mit einem sensationellen Tiefgang dank 38 cm Chassis, das allerdings nicht die identische Impulstreue offeriert wie das 308 mm Chassis des Power Sub 12. 

Fazit

Kaum ein Konkurrenzumfeld ist stärker als das, in dem der Power Sub 12 im wahrsten Wortsinne aktiv ist. Aber der enorm kraftvolle Hesse schafft es trotz dieser Situation, Akzente zu setzen: Mit einem über alle Maßen trockenen, zugleich aber sensationell massivem, wuchtigem Bass schiebt er bei Pegeln noch weiter an, bei denen auch hervorragende Konkurrenten die weiße Fahne der Kapitulation hissen. Daher schafft der Canton Power Sub 12 trotz der nüchternen Optik und der eher einfachen Verarbeitung ein erstklassiges Testergebnis. 

Im starken Konkurrenzumfeld setzt der Canton Power Sub 12 mit unfassbarer Basskraft Maßstäbe. Das Finish hat noch Potential.

Gesamt-Referenz Subwoofer Obere Mittelklasse
Test 16. Juni 2021

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Michael Kind
Datum: 16. Juni 2021

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