TEST: 9.1.5-Kanal LG Soundbar DS95TR - Klangstarkes Heimkino-Paket mit Wireless Sub+Rears mit Atmos- und DTS:X-Support

Klang

Das LG Komplettpaket darf sich zunächst an der Musikwiedergabe versuchen. Hier erwarten wir inzwischen auch eine durchaus solide Performance, denn die Soundbar-Komponenten des Herstellers haben sich in den letzten Generationen konsequent und zweifellos zum Guten hin weiterentwickelt. Zwar liegen die wahren Stärken, insbesondere hier mit Wireless Rear-Speakern und Wireless Sub, im Filmbetrieb, aber auch den ein oder anderen Musiktitel kann man, zumindest mit allen bisher getesteten LG-Soundbars der letzten Monate, ohne enorme Abstriche genießen. Wir wählen dafür das Preset "Music", hier konzentriert sich die Musikwiedergabe rein auf die Soundbar und den Subwoofer für eine authentischere Stereo-Bühne, die Wireless Surround-Lautsprecher bleiben stumm. Wechselt man z.B. in den Modus AI Sound Pro werden auch die Rear-Speaker in die Klangwiedergabe mit einbezogen. Es ergibt sich natürlich ein sehr räumlich wirkendes, umhüllendes Klangbild, welches durchaus ansprechend und dynamisch ist. In größeren Räumen kann dies, zur Beschallung nebenher, durchaus dienlich sein. Für eine natürliche Bühne sollte man hier aber auf die Rears verzichten.

Abseits des DSP Modi haben wir bei der Soundbar die AI Room Calibration durchgeführt, sonst aber keine weiteren Einstellungen vorgenommen. Wir starten auch gleich mit einem anspruchsvollen Titel von Diana Krall: "Stop this World". Es fällt die charakteristische Stimmwiedergabe auf, die klar und transparent wirkt. Auch das Klavier und das Schlagzeug werden detailliert wiedergegeben und wirken  gut in die Kulisse integriert. Insgesamt könnte die Bühne etwas breiter wirken, die einzelnen Instrumente gelingen aber mit guter Differenzierung. Der Bassbereich ist ein wenig aufgedickt, was an vereinzelten Stellen dann ein wenig überzogen wirkt. Das lässt sich aber leicht nachregulieren. Ansonsten gefällt uns die Subwoofer-Performance bei der Musikwiedergabe mit solider Präzision und schnellem Antritt erstaunlich gut. Die Anbindung an die Soundbar wirkt nahtlos und auch bei nicht optimaler Platzierung arbeiten die beiden Komponenten Hand in Hand zusammen, ohne dass hier störende Lücken oder Überbetonungen entstehen würden.

Keinesfalls weniger Anstrengung muss die DS95TR bei Vivo Per Lei von Andrea Bocelli aufbringen. Stimmen bereiten der Soundbar aber keine Probleme. Sowohl die männliche als auch die weibliche Vokalstimme wird mit ausgezeichneter Klarheit und guter Detaillierung wiedergegeben. Außerdem löst sich das Geschehen sehr gut von den Lautsprechern und zeichnet eine natürlich wirkende Bühne. Auch bei höherer Lautstärke neigt man nicht zu Verzerrungen und bei schnellerem, komplexen Geschehen können die akustischen Elemente gut ihrer Position auf der Bühne zugeordnet werden. Bei elektronischer Musik gefällt der schnelle Antritt und der Subwoofer zeigt sich besonders von seiner kräftigen, aber auch präzisen Seite. Insbesondere Kickbässe gelingen mit hartem Punch und erstaunlich sattem Nachdruck. Die Pegelfestigkeit ist keinesfalls zu beanstanden. Selbst größere Räume werden hier beschallt, ohne dass man Verzerrungen oder Artefakte in Kauf nehmen. Der Maximalpegel ist natürlich nicht endlos, aber für die Gerätekategorie exzellent, zumal das Geschehen durchweg sauber bleibt und auch keine großartigen tonalen Veränderungen bemerkbar sind. Synthesizer-Elemente sind zu keinem Zeitpunkt spitz, sondern werden sauber in die weitläufige räumliche Kulisse integriert. 

Wenden wir uns der Filmtonwiedergabe zu. Jetzt sollen natürlich auch die Surround-Lautsprecher zum Einsatz kommen und da die DS95TR sowohl Dolby Atmos als auch DTS:X unterstützt, vernachlässigen wir natürlich auch die Upfiring-Lautsprecher nicht. Bei Jurassic Park kann die Soundbar direkt ihr volles Potential entfalten und möchte uns auch schon in den ersten Sekunden zeigen, was sie kann. Bei lautem, aber nicht unangenehmem Pegel wird sofort nach Filmbeginn eine sehr einhüllende und atmosphärisch dichte, nahezu greifbare Atmosphäre geboten. Die LG Soundbar versteht es, zusammen mit dem AI Sound Pro Modus, exzellent, eine mitreißende Kulisse zu generieren und feuert dafür auf allen Kanälen. Einzelne akustische Effekte lassen sich erfreulicherweise auch nicht einzelnen Lautsprecherkomponenten zuordnen, sondern werden in die Klangkuppel nahtlos eingepflegt und versucht, einer Position im Raum zuzuordnen. Das gelingt natürlich nicht immer perfekt. Gerade direktionale Effekte, vor allem in der Höhenebene, sind nicht immer so klar und eindeutig nachzuvollziehen. Das ist den Upfiring-Lautsprechern geschuldet, die hier eben per Reflektion an der Decke arbeiten und nicht direkt auf die Hörposition strahlen. Vor allem das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, realisiert die DS95TR exzellent. Zumal hier auch die Dynamik nicht zu kurz kommt und das gesamte System auf Spritzigkeit und Transparenz ausgelegt zu sein scheint. Spaß hat man hier in jedem Fall, übertrieben wird aber ebenso nicht und so erlebt man ein mitreißendes, sauber durchhörbares Klangbild mit toller Räumlichkeit. Dass noch Potential nach oben herrscht, nimmt man z.B. bei dem Rascheln der Palmen oder den hintergründigen Grollgeräuchen der ersten Szene wahr, bei denen es etwas an Detaillierung fehlt. Für das immersive Erlebnis bringt die DS95TR dafür eine blitzschnelle Reaktion und durchaus hohe Präzision mit. Selbst schnell aufeinanderfolgende akustische Elemente werden klar herausgearbeitet und auf die einzelnen Lautsprecherkomponenten verteilt. Im Bassbereich meint es die LG Soundbar, identisch zur Musikwiedergabe, lieber etwas zu gut und präsentiert einen voluminösen, satten Tiefton. Hier kann man wieder etwas nachregeln, eklatant störend ist es aber grundsätzlich nicht, da auch bei höherem Pegel nur an ganz wenigen Stellen der Subwoofer einmal durchschlägt. Positiv ist auch hier die Präzision sowie die Struktur, die der drahtlose Aktiv-Subwoofer der DS95TR an den Tag legt. Der Antritt begeistert ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit, beim Tiefgang geht natürlich grundsätzlich etwas mehr.

Nach der DTS:X-Tonspur haben wir uns als zweites Beispiel die Original-Tonspur in Dolby Atmos von Deadpool ausgesucht. Die Konversation im Taxi legt direkt mit guten Eigenschaften los, die Stimmen wirken sehr charakteristisch und stimmig. Das Ryan Reynolds hinter der Deadpool-Maske spricht, kommt ebenfalls eindeutig heraus und auch die Hintergrundgeräusche der Taxifahrt und des Verkehrs außerhalb des Taxis bindet die DS95TR gut ein. Der Szenenwechsel zum Helikopter gelingt hervorragend. Die dichte Atmosphäre ist sofort zu spüren und das "Schlagen" der Rotorblätter wirkt ebenfalls recht authentisch. Wir springen ein Kapitel nach vorne und Deadpool nimmt uns mit einem Sprung nach unten mit in eine flinke Kampfszene im Inneren des SUVs. In einem dedizierten Heimkino mit Direkstrahlern an der Decke ist der Sprung von Deadpool natürlich eindrucksvoller - da duckt man sich schon einmal weg, um nicht von den Stiefeln des Superhelden erwischt zu werden. Aber auch die Upfiring-Lautsprecher der Soundbar und der Surround-Lautsprecher realisieren hier im Ansatz den Eindruck, als würde der schnippische Comic-Charakter von oben herab im Auto landen. Hervorragend wirkt hier das Zusammenspiel von Soundbar und Subwoofer. Beide profitieren von der hohen Geschwindigkeit der Treiber und so gelingen die Tritte und Schläge stets perfekt auf den Punkt. Etwas zu druckvoll sind vielleicht die unterschiedlichen Kampfkunst-Aktionen, das ist aber wirklich meckern auf hohem Niveau. Als sich der Filmscore hinzugesellt, schafft es die Soundbar trotzdem, die komplexe Kulisse sehr gut zu differenzieren. Alles ist sehr dynamisch, mitreißend, spritzig, aber zu keinem Zeitpunkt wirkt es künstlich oder unnatürlich. Auch das Motorengeräusch des Motorrades überzeugt. Wer den großen Crash schon einmal in einem dedizierten Heimkino gehört hat, weiß, dass hier in den tiefsten Regionen noch etwas mehr Nachdruck generiert wird. Der LG Subwoofer ist aber alles andere als schwach auf der Brust und bietet innerhalb seiner Möglichkeiten kraftvolles, voluminöse Bässe, die stets präzise auf den Punkt kommen. Nochmal möchten wir auf die sehr gute Pegelfestigkeit hinweisen. Die DS95TR beschallt mühelos größere Wohnzimmer im Bereich von 30 und mehr Quadratmetern und liefert dabei ein souveränes und ausgewogenes Klangbild. Mehr geht natürlich immer, doch das in sich schlüssige, stimmige Klangbild, geprägt von Dynamik, hoher Geschwindigkeit und einer transparenten, einhüllenden Effektkulisse wird selbst klanglich anspruchsvollere Filmfans zweifellos begeistern. Besonders, wenn man den Preis des Gesamtpaketes mit dem Preis eines ausgewachsenen Heimkino-Systems samt notwendiger Elektronik vergleicht.

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Konkurrenzvergleich

Samsung Hw Q935d Gruppenbild2

Samsung HW-Q935D

Direkte Konkurrenz gibt es aus dem Hause Samsung. An der Bezeichnung 9.1.4-Soundbar-System erkennt man gleich, dass es sich hier um eine sehr ähnliche Produktphilosophie handelt, der zusätzliche Kanal beim LG-Paket ist auf den Center-Upfiring-Lautsprecher zurückzuführen. Das Pendant von Samsung weist mit 540 Watt Gesamtleistung etwas weniger Power auf und das DS95TR realisiert eine noch etwas massivere Atmosphäre und Dichte des Klangbilds. Hier merkt man die größer dimensionierten Surround-Lautsprecher. Aber auch das HW-Q935D liefert ein absolut intensives, mitreißendes Klangbild mit Transparenz und schnellem Antritt und ist dabei ein gutes Stück günstiger als das LG-System. Auch die Auflösung, die bei der Musikwiedergabe selbst etwas anspruchsvollere Hörer zufriedenstellen wird, hat uns beeindruckt. Feature-seitig nehmen sich beide nicht viel. Das HW-Q935D kann mit Space Fit Pro ebenfalls eingemessen werden, allerdings nur zusammen mit einem Samsung Smart TV. Q Symphony gibt es bei Samsung, WOW Orchestra bei LG für das Zusammenspiel mit den TV-Lautsprechern und natürlich haben beide Systeme Streaming-Features an Bord. Dolby Atmos und DTS:X zählt ebenfalls zum Funktionsumfang beider Soundbars und auch bei den Anschlüssen bringen beide einen zusätzlichen HDMI-Eingang und einen optischen Digitaleingang mit. Die LG DS95TR hat noch einen USB-Slot für den Anschluss von USB-Datenträgern für die Audiowiedergabe. Bei der Verbarbeitungs - und Materialqualität herrscht darüber hinaus auch ein Patt. Jeweils handelt es sich um Kunststoffgehäuse mit Metallgitter bzw. Stoffbespannung, der Subwoofer ist mit einem folierten MDF-Gehäuse versehen und in beiden Fällen als Sidefiring-Woofer mit nach vorne gerichteter Bassreflexöffnung ausgeführt. 

Yamaha True X Bar 50a Ws X1a Gruppenbild1

Yamaha TRUE X-Bar 50A

Yamaha bietet mit TRUE X ein sehr flexibles System an, dessen Komponenten auch die Kombination einer Soundbar mit zwei Wireless Rear-Lautsprechern und einem drahtlosen Subwoofer erlaubt. Mit Schwarz, Carbongrau und Hellgrau gibt es zumindest in unterschiedlichen Schattierungen etwas mehr Farbauswahl. Die große True X-Bar 50A inklusive Wireless Subwoofer kostet 899 Euro und zwei WS-X1A Lautsprecher liegen bei 338 Euro. Die kabellosen Bluetooth-Speaker können allerdings nicht nur als Surround-Speaker im TRUE X-Ensemble dienen, sondern sind komplett eigenständige kabellose Lautsprecher mit integriertem Akku. Man kann also jeden einzelnen einfach mit in die Küche, auf den Balkon oder einen anderen Raum mitnehmen und damit Musik hören. Und natürlich kommt hinzu, dass im Surround-Aufbau dank Akku kein Stromkabel notwendig ist. Die Einbindung ins und die Entkopplung aus dem Surround-System geht per einfachem Knopfdruck innerhalb weniger Sekunden. Feature-seitig sind die Yamaha-Komponenten mit Spotify Connect, Tidal Connect und der Unterstützung von Apple Siri und Amazon Alexa beim Streaming ähnlich gut aufgestellt wie das LG-System. Natürlich kommt man auch mit LG-Fernseher als Besitzer eines Yamaha Soundbar-Setups nicht in den Genuss von WOW Orchestra oder WOW Interface. Akustisch spielen die Yamaha-Komponenten feinfühliger, kultivierter und facettenreicher. Mit geballter Kraft, dichterer Atmosphäre, voluminöserem Bass und höherem Pegel schlägt das LG-Setup zurück. Ausgeprägte Räumlichkeit und ein insgesamt sehr dynamisches, spritziges Klangbild mit tadelloser Sprachverständlichkeit liefern beide. Bei Yamaha allerdings muss man auf DTS:X verzichten, hier wird nur Dolby Atmos unterstützt. Die Anschlüsse sind mit einem HDMI eARC- und einem zusätzlichen HDMI-Eingang sowie dem optischen Digitaleingang identisch. Die X-Bar 50A kann man per Ethernet ins Netzwerk integrieren, der USB-Eingang ist allerdings nur für Service-Zwecke gedacht.

  • Unser abschließendes Fazit findet man auf Seite 4!

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