SPECIAL/KOMMENTAR: Smart-TVs - keine neuen großen Innovationen - der Kauf eines aktuellen Geräts lohnt aber trotzdem
In der TV-Branche gab in in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Meilensteine und kleinere oder größere technische Revolutionen. Erinnern wir uns: Zuerst FullHD-Displays, die perfekt zur HD DVD (anfängliches Konkurrenzformat zur Blu-ray) und zur Blu-ray passten. Dann gab es ab 2010 TVs mit 3D-Wiedergabe (erinnern wir uns noch an das "Streitthema" aktive oder passive Shutterbrillen).

Aktive Shutterbrille als Relikt aus der 3D-Ära

Curved-TVs galten einige Zeit lang als äußerst innovativ

LG setzte schon früh auf Dolby Vision
Ebenso waren plötzlich gebogene Bildschirme, sogenannte "Curved Displays", im Trend. Und dann kam 4K. Anschließend High Dynamic Range (HDR), erst als statisches Format (HDR10), später in dynamischer Form (Dolby Vision, HDR10+). Ab 2018 war 8K das neue Zugpferd.

Mit dem GQ900R startete Samsung in die 8K-Ära

LG Signature 8K OLED (2023)
Und jetzt? Schon seit einigen Generationen gibt es keine großen Veränderungen mehr bei den Smart-TV-Generationen - so denken viele Anwender, was auch die Verkaufszahlen in diesem Segment belegen. Man behält lieber den TV aus 2017 oder 2018, als sich ein Modell z.B. aus 2023 oder, sobald verfügbar, aus 2024 zuzulegen. Natürlich trägt auch die angespannte weltwirtschaftliche und weltpolitische Gesamtlage zum zurückhaltenden Kaufinteresse bei. Aber bei vielen ist es die vordergründige Innovationsarmut, die vom Kauf abschreckt. "Ich warte noch, bis wirklich etwas Neues kommt", ist eine verbreitete Meinung zur Situation.
Dabei kann sich der Kauf eines neueren Smart-TVs unter zahlreichen Gesichtspunkten lohnen. Denn es muss nicht immer eine Revolution sein, auch stetige Evolutionen sind durchaus zielführend. Wir haben einige Punkte zusammengefasst, die man wissen sollte.

Moderne OLED-TVs wie hier der Philips OLED908 (2023) besitzen Panels mit beeindruckender maximaler Helligkeit

Auch bei LG - dem OLED-Pionier - steigt die Bildhelligkeit merklich (Bild: Serie M4, 2024 neu)
- Die Displays werden immer heller, was dazu führt, dass HDR-Inhalte immer besser präsentiert werden können - sogar bei externem Lichteinfall. Dass Quantum Dot-basierte Smart TVs ein außergewöhnlich helles Bild produzieren, ist nichts Neues. Schon vor mehreren Jahren waren hier maximale Werte von über 2000 Nits möglich. Doch seit circa zwei bis drei Jahren machen sich auch OLED-Displays durch technologische Verfeinerungen oder komplett neue Ansätze 8QD-OLED als Mischung aus OLED-Technik und Quantum Dot-Merkmalen) sehr gut bezüglich der maximalen Helligkeit - und das, ohne typische OLED-Tugenden wie den breiten Blickwinkel oder das tiefe Schwarz aufzugeben.

Moderne Quantum Dot-TVs wie hier der QN90D (2024) von Samsung bieten ein differenziertes Bild mit sehr gutem Schwarzwert
- Evolution bei Quantum Dot-TVs: Dass diese Art von Displays sehr hell sein können, wissen wir seit längerer Zeit. Neu ist aber, dass die Ansteuerung des Backlights (Full LED Backlight mit vielen sehr kleinen LEDs, die hinter dem Bildschirm sitzen) deutlich präziser wurde, und es stehen mehr LEDs zur Verfügung. Heißt: Detailkontrast und Schwarzwert sowie die Homogenität der Helligkeitsverteilung wurde bei Quantum Dot-basierten Smart-TVs deutlich optimiert. Zudem beobachteten wir, dass auch der Blickwinkel von Quantum-Dot-basierten Smart-TVs stetig breiter und damit praxisgerechter wurde.

OLED-Panels bei aktuellen Smart-TVs (LG OLED555C37LA) rauschen praktisch nicht mehr
- Kaum noch sichtbares Panelrauschen: Gut, bei Quantum Dot-Fernsehern war Panelrauschen nie das große Thema. Da musste man schon sehr nah an den TV herantreten, um welches ausmachen zu können. Mittlerweile sind hochwertige Quantum Dot-basierte TVs hier praktisch perfekt. Aber auch bei OLED-Panels, die noch vor einigen Jahren sichtbares Panelrauschen produzierten, hat man diese Schwäche inzwischen beinahe komplett ausgemerzt.
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