TEST: Yamaha Vor-/Endstufenkombination CX-5000/MX-5000

Yamaha hat Mut – während andere AV-Hersteller nur noch maximal AV-Receiver der angehenden Oberklasse offerieren und diese auch nicht mehr so oft austauschen, da die Entwicklungskosten rasant gestiegen sind, bringt Yamaha eine ausgewachsene und leistungsstarke Vor-/Endstufenkombination auf den Markt. Für 2.200 EUR ist die Vorstufe CX-5000 erhältlich, für 2500 EUR stellt die 11-Kanal-Endstufe MX-A5000 die perfekte Ergänzung dar.

Im typischen Yamaha AVENTAGE Design kommt die CX-5000 AV-Vorstufe daher. Sie kokettiert mit einem prallen Ausstattungspaket: Komplette 11.2 Signalverarbeitung, ein Highend-DSP-Chip mit insgesamt 33 Cinema- und HiFi-DSP-Programmen und ein hochwertiges Videoprocessing inklusive der Upscaling-Möglichkeit auf 4K. Netzwerkfunktionen umfassen AirPlay, Music Streaming von PCs und Servern aus dem Heimnetzwerk, das neue Spotify Connect ist mit an Bord und auch der Internet-Musikservice Napster. Yamahas AV Control App ermöglicht eine nahezu komplette Steuerung der CX-5000 Vorstufe mittels Android oder Apple iOS-basiertem Mobil-Device.

Die CX-5000 Vorstufe ist, wie wir es von Yamaha AV-Komponenten her kennen, sehr sauber verarbeitet. Die massiven Standfüße an allen vier Gehäuseecken werden von einem fünften zentral angeordneten Standfuß ergänzt, ein typisches Merkmal für Yamaha AVENTAGE Komponenten. Noch weniger störende Resonanzen und richtig „stoische“ Ruhe für bestmögliche Klangqualität – das sind die Vorzüge dieses 5. Standfußes. Der große Lautstärkedrehregler liegt gut und der Hand, verschiedene Bedienelemente und Front-Anschlüsse sind hinter einer soliden Metall-Klappe auf der Gerätefront untergebracht.


Auch der Eingangswahlregler hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck. Alle passungen sind präzise, so dass man den Eindruck hat, die CX-5000 AV-Vorstufe sei aus dem Vollen gefräst.

Früher hatten Yamaha AV-Receiver und AV-Verstärker als besonderes Kennzeichen ein bernsteinfarbenes Gerätedisplay. Seit einigen Generationen verbaut Yamaha nun ein weißlich-blaues Punktmatrixdisplay, das sehr gut ablesbar ist.

Hochwertiges Finish mit An-/Ausschaltknopf bei der MX-5000 11-Kanal-Endstufe

Die Unterseite der MX-5000 zeigt als typisches Merkmal den zentral untergebrachten fünften Standfuß der Yamaha AVENTAGE-Modelle. Auch gut zu erkennen ist der Lüfter

Sehr hochwertige Detailverarbeitung bei der Endstufe

Umschalter Speakers A/B

Wie sieht es mit der Anschlussbestückung  aus? Beginnen wir mit der Vorstufe CX-5000.

Die Anschlussbestückung ist hervorragend. Für die Verbindung mit der Endstufe sind hochwertige symmetrische XLR-Buchsen zuständig.

Weitere Anschlüsse umfassen auch drei optische und drei koaxiale Digitaleingänge, einen separaten Phonoeingang, eine Armada von Stereo-Cincheingängen, S-Video und FBAS Buchsen sowie entsprechende REC-/Monitor-Ausgänge.

Heute besonders wichtig – genügend HDMI-Terminals. Yamahas CX-5000 AV-Vorstufe weist hinten gleich sieben Eingänge und zwei Ausgänge auf.

Auch Cinch-Pre-Outs (asymmetrisch im Gegensatz zu den symmetrischen XLR-Ausgängen) finden sich auf der Rückseite. Zwei Trigger-Ausgänge und Stereo-Cinch-Ausgänge für 2. und 3. Hörzone (Insgesamt können bis zu 4 Hörzonen unterstützt werden) sind ebenso zu finden wie ein 7.1 Externeingang.

Yamaha-„Spezialitäten“ sind die Front- und Rear-Presence-Anschlüsse, übrigens auch in Cinch oder XLR vorhanden. Schnell wird auch klar, wieso die MX-5000 satte 11 Endstufen hat: Normales 5-Kanal-Setup plus Suround Back sind sieben Endstufen, bleiben vier übrig: Front Presence (2) und Rear Presence (2). So kann man auch ohne Multiroom-Ambitionen alle eingebauten 11 Endstufen für nur ein Setup nutzen. Die Front/Rear Presence-Lautsprecher werden oberhalb der Front- bzw. Rearlautsprecher untergebracht und weiten das Effektfeld in horizontaler Ausprägung weiter aus. Vorn kennt man dieses Prinzip z.B. von Dolby PLIIz, DTS Neo:X oder Audyssey DSX.

Wer übrigens keine „realen“ Presence Lautsprecher anschließen möchte, kann auf Yamahas „Virtual Presence Speaker“ Technologie für erweitertes Klangfeld zurückgreifen.

Wenden wir uns wieder den Verbindungsmöglichkeiten zu. Komponenten-Video-Verbindungsmöglichkeiten unterschlägt Yamaha ebenfalls nicht: Gleich vier Eingänge und ein Ausgang sind vorhanden.

Auch unter der Frontklappe aus massivem Metall verbergen sich Anschlussmöglichkeiten. So ein USB Terminal, ein 3,5 mm Anschluss fürs YPAO-Einmessmikrofon, ein FBAS+Stereo-Cincheingang, ein optischer Digitaleingang und ein HDMI-Terminal (MHL-kompatibel – ein entsprechend MHL-geeignetes Smartphone kann angeschlossen werden, und multimediale Inhalte gelangen einfach zur CX-5000. Zu beachten ist: Die meisten Smartphones haben keinen dedizierten HDMI-Ausgang, daher muss ein Micro USB auf HDMI-Adapter her). Ein USB-Flash-Speichergerät oder auch Apple iOS-Geräte können direkt an den Front-USB-Input gehangen werden. Erwähnenswert in Verbindung mit dem 6,25 mm Kopfhörerausgang vorn (vergoldet) ist Yamaha Silent Cinema. Beim Hören mittels eines normalen Stereokopfhörers kann man in hochwertiger Yamaha DSP-Qualität auch beim „stillen Hören“ Surround-Sound genießen.

Die Endstufe MX-5000 heißt sowohl symmetrische als auch asymmetrische Verbindungsarten – sprich XLR oder Cinch – willkommen.

XLR-Eingänge und vergoldete Schraubanschlüsse fürs Lautsprecherkabel

Gut getarnt: Hinter den schwarzen Abdeckkappen befinden sich die Cinch-Eingänge

Komplette Rückseite

Enorm wichtig geworden ist das Thema Netzwerk-/Multimedia. Zunächst ist die CX-5000 ab Werk nur für die kabelbasierte Netzwerkeinbindung vorgesehen. Als Zubehör ist allerdings ein entsprechendes Dongle erhältlich, der auf den Namen YWA-10 hört. Ebenfalls optional gibt es einen Bluetooth-Adapter – dieser heißt YBA-11. Im Gegensatz zu Yamaha integriert Onkyo in viele aktuelle AV-Receiver gleich WLAN und Bluetooth, was sich in der Praxis als sehr kundenorientiert erweist, da man keine Zubehörteile herumfliegen hat und auch kein Geld mehr in Dinge investieren muss, die heute eigentlich selbstverständlich sein sollten. Als kleine „Ausflucht“ kann man allerdings anführen, dass ambitionierte Musikliebhaber kein WLAN an Bord haben möchte, um etwaige Störungen auszuschließen. Wir haben auf jeden Fall, um an dieser Stelle abzukürzen, die CX-5000 mittels Ethernetbuchse mit dem Heimnetzwerk verbunden, und uns anschließend die zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten anschaut.

PC- und Server-Auswahl

Kostenlos ist die Internet Radio-Plattform vTuner mit an Bord

Senderauswahl

Musikwiedergabe. Buffering und Wiedergabe völlig problemlos

Für eine moderne AV-Vorstufe ist die Wiedergabe von Hires-Audiodateien im FLAC-Format mit bis zu 192 kHz/24-Bit kein Problem. Schon 500 EUR-AVRs können dies

Wiedergabe eines 48 kHz-FLAC-Titels

Napster und Spotify Connect sind als kostenpflichtige onlinebasierte Musik-Servicedienste integriert, als kostenlose Internet Radio-Plattform gesellt sich vTuner dazu. Kurze Ladezeiten und akustisch starke Wiedergabe sind als Vorzüge hervorzuheben. Klangliche Verbesserungen recht deutlicher Art sind mit dem Compressed Music Enhancer möglich.

Hochwertige mitgelieferte Fernbedienung im Bicolor-Design mit guter Tastenaufteilung – zwingend braucht man die Bedienung per App bestimmt nicht

Weitere Bedienelemente unter der Klappe

Wer möchte, kann Yamahas Vor-/Endstufenkombination anstatt mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung auch per Android- oder Apple iOS-App steuern. Yamaha gibt im Gegensatz zu manchem Konkurrenten aber nicht allzu viele Anreize, denn die mitgelieferte Fernbedienung gefällt ausgesprochen gut. Mit kleinem LC-Display, Beleuchtungsmöglichkeit für die weiß hinterlegen Tasten (Aktivierung von oben gesehen rechts an der Seite) und sinnvoller Aufteilung sammelt sie Pluspunkte. Sie ist allerdings recht schwer, und Anwender mit kleinen Händen könnten bei der Einhandbedienung etwas Probleme bekommen. Das letzte untere Drittel der Fernbedienung kann nach unten aufgeklappt werden, dann finden sich weitere, im Grundbetrieb nicht so oft benötigte, ebenfalls komplett beleuchtete Funktionstasten. Hier z.B. finden sich zum Music Enhancer oder zum Party-Modus (Wiedergabe des identischen Quellmaterials in allen Hörzonen). Direkt über Fernbedienung anzuwählen sind auch die Yamaha-typischen Scene-Macros. Die CX-5000 verfügt über Scene Plus, bis zu 12 Macros können aufprogrammiert werden, um ganze Funktionsketten mit einem Tastendruck in Bewegung zu setzen. Per praktische Direktwahltaste kommt man auch gleich zur gewünschten Gruppe der DSP-Betriebsarten. Classical, Live Club, Entertainment oder Movie sind anwählbar. Innerhalb der Gruppe kommt man dann schnell zum favorisierten DSP-Programm.

Und wie sieht es mit der Bedienbarkeit aus, wenn man die App (hier als Beispiel die Apple iOS-Version) nutzt? Zwei Anmerkungen seien noch erwähnt .- zum einen kann man natürlich Apple AirPlay zusammen mit iTunes auf dem PC oder iPhone&co nutzen, zum anderen kann man mittels der Android-AV-Control-App Musik vom Android-Smartphone zur CX-5000 streamen.

Die CX-5000 wurde gleich erkannt

Klare Symbole, viele Nutzungsmöglichkeiten

Verwaltung von bis zu 4 Hörzonen

Eingangs-/Quellübersicht

Auch die DSP-Programme sind per App anwählbar und mit netten Bildern zur Kennzeichnung versehen

Scene-Modis sind direkt aus der App anwählbar

Einstell-Optionen

AirPlay

Wiedergabe


Auch der Music Enhancer lässt sich per App zuschalten


Komplettes Navigationskreuz

User Settings

Die App überzeugt also mit umfassendem Funktionsangebot und schöner grafischer Gestaltung. Letzteres kann man dem Bildschirmmenü nicht unbedingt nachsagen. Als Yamaha die jetzige Grafik vor einigen Jahren einführte (beim DSP-Z11 von 2008 kamen derartige Menüs erstmalig zum Einsatz), war die grafische Erscheinung beinahe revolutionär. Einmal noch kam eine grundlegende Überarbeitung, aber sonst hat sich nicht viel getan. Hier besteht etwas Handlungsbedarf, noch nicht einmal so sehr bei den Grafiken, aber beim Schriftfond. Zudem fehlt ein Einrichtungsassistent, wie ihn z.B. Denon mit Erfolg anbietet.

Grundmenü, das nach Drücken der „On Screen“ Taste auf der Fernbedienung erscheint

Sprachauswahl

Manuelles Lautsprecher-Setup – Übernahmefrequenz

Manuelles Lautsprecher-Setup – Entfernungseinstellung

Pegelangleich

Verschiedene Kurven nach Einmessung einstellbar

Scene-Macrofunktionen

Möchte man die Video-Processing-Fähigkeiten der CX-5000 nutzen, muss man den Videomodus von „Direkt“ auf „Verarbeitung“ abändern

Netzwerkmenü

Multi-Zonen-Menü

Funktionsmenü

Yamaha bietet auch bei der Vor-/Endstufenkombination einen Eco-Modus an, der per Leistungsbegrenzung Stromsparen hilft. Hinzu kommt eine Ausschaltautomatik

Ein modernes Einmesssystem darf bei einer hochwertigen AV-Vorstufe wie der CX-5000 nicht fehlen.

Natürlich ist auch Yamahas automatisches Einmesssystem YPAO mit an Bord, das an bis zu 8 Punkten einmessen kann. Das Yamaha Einmessmikrofon hat eine spezielle Form und lässt sich daher nicht mit anderen Mikrofonen verwechseln. Yamaha verspricht höchste Präzision. In unseren Testreihen funktionierte YPAO ausgezeichnet und zeigte keinerlei Störungen oder unpräzise Messergebnisse. Klanglich haben wir unter anderen mit einem THX-Lautsprechersystem (THX Ultra 2) getestet, hier sollte man eigentlich manuell aktiv werden und alle LS auf eine Übernahmenahmefrequenz. Interessantes Zusatz-Feature: Yamaha offeriert für den versierten Anwender einen lautsprecherselektiven parametrischen EQ an. So kann wirkungsvoll und umfassend optimiert werden, anders als bei einem schlichteren grafischen EQ.

Das Setup ist denkbar einfach. Das YPAO-Messmikrofon wird vorn an die dafür vorgesehen Buchse auf der Vorderseite unter der Klappe eingesteckt. Dann muss man im On Screen Menü den Punkt „Lautsprecher – Automatisches Setup“ anwählen.

Automatisches Setup für den Einsatz von YPAO

Yamaha offeriert zusätzlich zur Einmessung an bis zu 8 Hörpositionen auch noch eine Winkelmessung. Ein entsprechendes Tool liegt der CX-5000 bei

Testequipment
DSP

Die CX-5000 Vorstufe verfügt über insgesamt 33 DSP-Programme. Yamaha-typisch sind diese nicht einfach lieblos am Computer entworfen, sondern die DSP-Algorithmen basieren auf den Daten real existierender Räume. Yamaha Ingenieure haben diese Lokalitäten – z.B. Konzertsäle, Jazz-Clubs oder Kinosäle von Weltruf – exakt akustisch vermessen. Diese ermittelten Daten liegen dann dem jeweiligen DSP-Programm zugrunde. Yamaha hat die DSP-Programme nicht nur sorgfältig auf die CX-5000 Vorstufe abgestimmt, sondern stellt auch sicher, dass die hochwertigen DSP’s zusammen mit aktuellen HD-Tonformaten arbeiten, d.h. dass der Anwender auch nach der DSP-Bearbeitung nach wie vor eine besonders gute Auflösung genießen kann. Jedes DSP ist in Hörbereiche unterteilt, so gibt es z.B. für Front und Surround exakt definierte Teilklangfelder. Doch damit nicht genug – der Anwender ist in der Lage, jedes DSP individuell an den Hörraum anzupassen. Um diese Justagen vorzunehmen, geht man zunächst ins Hauptmenü, wählt dann die Funktion „Klangprogramm“, sucht sich das entsprechende DSP aus und drückt dann den Curser auf der Fernbedienung nach oben. Es öffnet sich nun ein Einstellungsmenü, dessen Parameter von DSP zu DSP variieren. Wir haben zwei Beispiele herausgesucht, um zu zeigen, was man einstellen kann. Als erstes führen wir das DSP „Arena“ auf:

  • DSP-Pegel (Intensität des gesamten DSP-Effektes): Voreingestellt auf 0dB, Regelumfang -6 dB – + 3 dB
  • Anfangsverzögerung: Voreingestellt auf 15 ms, Regelumfang 1 ms – 99 ms
  • Raumgröße (Größe des virtuellen Raumes): Voreingestellt auf 1,0, Regelumfang 0,1 – 2,0
  • Lebendigkeit (in akustisch hell-hörigen Räumen sollte man diese zurückregeln): Voreingestellt auf 7, Regelumfang 0 – 10
  • Nachhallzeit: Voreingestellt auf 2,0 s, Regelumfang 1,0 s – 5,0 s
  • Nachhallverzögerung: Voreingestellt auf 120, Regelumfang 0ms – 250 ms
  • Nachhallpegel: Voreingestellt auf 10, Regelumfang 0 % – 100 %
  • Reset

Wenden wir uns nun dem Cinema DSP „Spectacle“ zu:

  • Dekodertyp (richtet sich nach Quellmaterial)
  • DSP-Pegel: Voreingestellt auf 0dB, Regelumfang -6 dB – +3 dB
  • Anfangsverzögerung: Voreingestellt auf 13 ms, Regelumfang 1 ms – 99 ms
  • Raumgröße (Größe des virtuellen Raumes): Voreingestellt auf 1,0, Regelumfang 0,1 – 2,0
  • Surround Anfangsverzögerung: Voreingestellt auf 32 ms, Regelumfang 1 ms – 49 ms
  • Surround Raumgröße: Voreingestellt auf 1,0, Regelumfang 0,1 – 2,0
  • Sind Surround Back Lautsprecher im Set Up enthalten, kann man Anfangsverzögerung und Raumgröße auch für die Surround Back Lautsprecher separat einstellen.
  • Reset zum Rücksetzen auf Werkseinstellungen

Wichtig bei Verwendung der DSP–Programme ist auch, dass man Quellmaterial verwendet, das klanglich zum jeweiligen DSP-Programm passt. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Klang tatsächlich intensiver und vielschichtiger wird. Wichtig ist auch, dass man die Wirkungsweise der Yamaha DSP-Programme begreift. Yamaha möchte den Klang nicht verbiegen und unnatürlich machen, sondern im Detail effektiv intensivieren. Dabei wird teils auch mit subtilen Elementen gearbeitet. Abschließend zählen wir nun die DSP-Programme der CX-5000 auf:

  1. Classical: Hall in USA A, Hall in USA B, Church in Tokyo, Church in Freiburg, Church in Royaumont, Chamber, Hall in Munich A, Hall in Munich B, Hall in Frankfurt, Hall in Stuttgart, Hall in Vienna, Hall in Amsterdam
  2. Live and Club: Arena, Village Gate, Village Vanguard, Warehouse Loft, Cellar Club, The Roxy Theatre, The Bottom Line
  3. Entertainment: Disco, Sports, Action Game, Roleplaying Game, Music Video, Recital/Opera, Pavilion
  4. Movie: Spectacle, Sci-Fi, Adventure, Drama, Mono Movie, Standard

Fazit:

Wir halten Yamahas DSP-Programme für einen echten Benefit. Kombiniert man Ausgangsmaterial und DSP-Programm gekonnt zusammen, ist das akustische Erlebnis intensiver, lebendiger und räumlicher. Allerdings ist zu beachten, dass es durchaus auch Quellmaterial gibt, bei dem der Einsatz eines DSP-Programmes nicht anzuraten ist. Überdies wollen verschiedene Anwender die Tonspur der Blu-ray oder DVD genau so hören, wie sie auf der Disc enthalten ist. Für all diese Fälle gibt die CX-5000 Tonsignale „straight“, d.h. ohne Bearbeitung, aus.

Die Yamaha Vor-/Endstufen-Kombination ist tonal neutral abgestimmt, d.h. im Modus „straight“ ist die klangliche Ausprägung exakt so, wie sie auf dem jeweiligen Datenträger enthalten ist. Dieses hohe Maß an Natürlichkeit, das Yamahas Vor-/Endstufen-Kombination zur Verfügung stellt, ist selbst manch deutlich teurerem Konkurrenzgerät nicht eigen.

Klang

Musik:

a-ha, The Final Concert / The Sun Always Shines on TV / We are looking for the Whales (BD, DTS-HD Master Audio): Hier haben wir an der CX-5000 den Modus “Straight” gewählt, da Proben mit verschiedenen DSP-Programmen zu dem Ergebnis geführt haben, hier eine Wiedergabe ohne DSP-Bearbeitung auszuwählen. Natürlich, kraftvoll und raumfüllend machen sich CX-5000 und MX-5000 bei beiden Songs an die Arbeit. Die Stimme des Sängers ist hervorragend ins tonale Gesamtgefüge integriert, gleichzeitig lässt Yamahas Vor-/Endstufen-Kombination akustische vokale Feinheiten nicht untergehen, sondern arbeitet diese präzise heraus. Die enorme Räumlichkeit wirkt nie aufgesetzt, sondern immer realistisch und glaubwürdig. Die Endstufe MX-5000 erweist sich als außerordentlich pegelfest und beschallt mühelos auch Hörräume zwischen 40 – 50 qm. Die Endstufe kommt mit enorm vielen, auch sehr leistungshungrigen Lautsprecher-Systemen zurecht. Es können mühelos Pegelregionen erreicht werden, in die selbst hochwertige AV-Receiver nur äußerst selten vordringen können. Weitere Spezialität von CX-5000 und MX-5000 ist die hohe Impulstreue, jeder Tastenanschlag auf dem Synthesizer und jede Aktion am Schlagzeug werden direkt und präzise in den Hörraum getragen.

The Eagles, Farewall / Tequila Sunrise / Love will keep us alive: CX-5000 und MX-5000 schaffen auch hier eine authentische Life-Atmosphäre, die von der lebendigen, klar umrissenen Stimmwiedergabe und der exakten Einarbeitung aller Instrumente getragen wird. Festzustellen ist, dass Yamahas Vor-/Endstufenkombination auf ausgesprochen starke Konkurrenz trifft – aber genau das bisschen mehr an Direktheit, Spritzigkeit und intensiver Räumlichkeit bietet, das der sehr anspruchsvolle Klangliebhaber schätzt. Die Stimmwiedergabe der DTS-HD Master Audio-Tonspur ist nicht ganz perfekt, Stimmen erscheinen leicht übersteuert und tonal nicht 100 % rein. Die Yamaha Vor-/Endstufenkombination kaschiert dieses Manko trotz der natürlichen Auslegung recht geschickt, so kann man auch bei hohem Pegel stressfrei zuhören.

CX-5000 – inside. Gut zu sehen: Aufwändig Verstrebungen und Ringkerntrafo. Der Kabelstrang sieht nicht so aufgeräumt aus, hier wären ein mehr Kabelbinder wünschenswert gewesen

Platinenlayout

Ringkerntrafo

Detailansicht 1

Detailansicht 2

Halten wir kurz inne und beschreiben die Vorzüge der Vor-/Endstufenkombination aus technischer Sicht. Nur ausgezeichnet zu sein, reicht nicht aus, dies wussten offensichtlich die Yamaha Entwickler genau und haben CX-5000 und MX-5000 bewusst als Vor-/Endstufenkombination konstruiert. Dadurch sind Signalbeeinflussungen zwischen Vor- und Endstufensektion ausgeschlossen. Yamaha setzt in beiden Komponenten überdies auf besonders hochwertige, selektierte Bauteile. Das Schaltungslayout der Vorstufe ist auf höchste Präzision durch kurze Signalwege ausgelegt. Üppige Rechenleistung der verbauten Chips ist ebenfalls für Präzision im akustischen Detail verantwortlich. 192 kHz/32-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle garantieren eine hochpräzise Umsetzung des digitalen Signals in ein analoges.

11 Kanäle und viel Power

Platinenlayout

Ringkerntransformator

Große Elkos

In der Endstufe MX-5000 finden alle elf verbauten Endstufeneinheiten identische Arbeitsbedingungen vor. 150 Watt pro Kanal an 8 Ohm bei 20 Hz bis 20 khz, 0,06 % Klirrfaktor, 2 Kanäle ausgesteuert beziehungsweise 170 Watt pro Kanal, ebenfalls bei 8 Ohm, aber an 1 kHz und mit 0,9 % Klirrfaktor (ausgesteuert sind ebenfalls 2 Kanäle) stehen an Leistung zur Verfügung.. Dies muss kommentiert werden. Meist wird die Leistung nur bei 1 kHz und bei Aussteuerung eines einzigen Kanals angegeben. Damit kann man in der Praxis nicht wirklich etwas anfangen, denn zum einen ist die zur Disposition stehende Leistung während des gesamten Frequenzspektrums (20 Hz – 20 kHz) interessant (keiner hört konstant einen Testton bei 1 kHz – zudem „fressen“ tiefe Frequenzen mehr Leistung als hohe), zum anderen steuert keiner in der Praxis nur einen Kanal aus. Das Minimum sind 2 Kanäle im Stereobetrieb – daher sind Yamahas Angaben schon praxistauglicher. Meist aber werden zumindest 5 oder 7 Endstufen parallel verwendet, vielleicht im Falle der MX-5000 Endstufe sogar 11. Daher dürfte es dann nicht verwundern, wenn in der Praxis weniger Leistung zur Verfügung steht. Wir können aber zur Beruhigung sagen: Mit 5 oder 7 ausgesteuerten Kanälen liefert die MX-5000 so üppig und souverän Leistung, dass auch große Hörräume mit gewaltigem Pegel „unter Druck“ gesetzt werden können.

Zusammen mit den selektierten Bauteilen, die selbst kleine Fertigungstoleranzen vermeiden, ist damit eine absolute akustische Gleichheit aller elf Kanäle garantiert. Besonderes Augenmerk legte Yamaha auch auf eine leistungsfähige Stromversorgung, so kommt in Vor- und Endstufe ein besonders hochwertiger Ringkerntransformator für die Dauerstromversorgung zum Einsatz. Der Trafo in der Vorstufe ist überdies aufwendig geschirmt, damit die Netzteilsektion keine anderen Baugruppen stört. Zu diesem Zweck hat Yamaha über dem eigentlichen Transformator eine Außenschale platziert. Die Endstufe weist für plötzlich auftretende Stromspitzen groß dimensionierte Elektrolyt-Kondensatoren auf. Diese liefern kurzzeitig Strom und laden sich anschließend im Normalbetrieb wieder auf. Yamaha gibt eine Kapazität von 27.000 Microfarad an – damit lässt sich schon etwas anfangen.

Weiter mit unserem Musik-Testprogramm – verschiedene Beispiele folgen nun.

Andrea Bocelli – Romanza / A Te – Vivere Live in Tuscany (BD): Die Fähigkeit, feindynamisch äußerst präzise zu arbeiten, stellt Yamaha’s Vorendstufenkombination bei den beiden Titeln wiederum gekonnt unter Beweis. Auch hier gilt: Viele Konkurrenten der Preisklasse um 3.000 Eur legen die Messlatte extrem hoch, ganz zu schweigen von akustischen Könnern, wie dem Arcam AVR750. Daher waren wir gespannt, ob die Yamaha-Komponenten sich hier vom Rest des Feldes absetzen können. Antwort: Alle AV-Receiver der Preisklasse bis 3.000 Eur werden von der Yamaha-Kombination erwartungsgemäß auf Distanz gehalten. Der praktisch gleich teure Arcam AVR-750, auch das kein Wunder, liefert CX-5000 und MX-5000 einen harten Kampf. Dieser endet unentschieden. Yamahas Vorendstufenkombination ist noch direkter, noch frischer abgestimmt, während der AVR-750 durch den minimal warmen Einschlag besonders homogen und angenehm klingt. Andreas Stimme jedenfalls arbeitet die Yamaha Kombination ausgesprochen glaubwürdig heraus, um die Intensität des Hörerlebisses zu steigern, haben wir das DSP Arena eingesetzt, der Effekt, dass Andreas Bocelli ins Mikrofon singt, kommt mit den DSP besser zum Ausdruck, als bei der „Straight“ Wiedergabe. Auch das Flair der großen Open-Air-Bühne in der Toskana kommt besonders intensiv heraus, die Trennung von Stimme und Instrumenten leidet kaum unter dem DSP, was uns beweist, wie gut Yamahas Ingenieure gearbeitet haben. Den Vorteil der aufwendigen DSP-Sektion kann auch die Vorendstufenkombination von Yamaha als Alleinstellungsmerkmal für sich aufführen – ebenso wie die Aventage AV-Receiver. Wir wollen nicht verschweigen, dass der Einsatz eines DSP-Programmes nach wie vor Geschmacksache ist. Sehr konservative Hörer werden dem Einsatz von DSP-Technik nach wie vor nicht zustimmen.

Paul Kalkbrenner 2010 – Altes Kamuffel / Dockyard: Bei Paul Kalkbrenners elektronischer Musik sind Pegelfestigkeit, dynamische Effektwiedergabe und ein kraftvoller Bass gefragt. All dies kann Yamahas Vorendstufenkombination souverän leisten. Die hin- und herwippenden Körper der begeisterten Menge signalisieren pure Begeisterung – genau diese verspürt auch der Besitzer der Yamaha Vorendstufenkombination. Das den Adrenalinausstoß fördernde Feeling, bedingt durch trockenen, harten Bass, kann allerdings nur dann garantiert werden, wenn man einen extrem leistungsstarken, aktiven Subwoofer oder aber großvolumige Standlautsprecher für vorne verwendet. Die MX-5000 Endstufe schafft es problemlos, auch leistungshungrige Standlautsprecher mit Energie zu versorgen. Die extrem dichte Räumlichkeit haben wir schon bei anderen Musikbeispielen herausgehört, auch bei Paul Kalkbrenners Performance sticht diese besonders hervor.

Film:

James Bond – Ein Quantum Trost: Aus qualitativen Gründen haben wir uns für die englische Tonspur entschieden, denn nur sie liegt in DTS-HD-Master Audio vor. Bereits die Eröffnungssequenz bietet einiges an Potential. Um dieses voll ausschöpfen zu können, haben wir auf das Cinema DSP „Spectacle“ zurückgegriffen. Dieses DSP stellt alle Arten von Effekten besonders lebhaft und intensiv dar, überdies werden Dynamiksprünge sehr gelungen herausgearbeitet.

Ganz zu Beginn ertönt bedrohliche Musik, und tieffrequente Basselemente mischen sich dazu. Ganz plötzlich dann ein immenser Dynamiksprung – der Zuhörer befindet sich inmitten einer erbarmungslosen Verfolgungsjagd rund um den Gardasee. 007 ist mit einem wertvollen Gefangenen im Kofferraum auf dem Weg nach Siena, als er von schießwütigen Killern aufgespürt wird. Der britische Doppelnullagent holt alles aus seinem Aston Martin DBS heraus. Das Hochdrehen des Motors und das Bedienen des Schalthebels arbeitet Yamahas Vorendstufenkombination sehr detailgetreu heraus. Die Schüsse aus den Automatikwaffen der Gangster sind energiegeladen und erscheinen dadurch ausgesprochen nachdrücklich. Die zahlreichen Unfälle, hervorgerufen durch die wilde Verfolgungsjagd, werden ebenfalls mit hohem Dynamikumfang abgebildet. Trümmerteile spritzen nach allen Seiten weg, so dass sich der Zuhörer tatsächlich inmitten des Geschehens wähnt. CX-5000 und MX-5000 schaffen auch hier wieder dieses Mehr an intensiver Atmosphäre, dass hervorragende AV-Receiver von erstklassigen Vorendstufenkombinationen unterscheidet: Noch etwas mehr Struktur, noch etwas authentischere räumliche Ausprägung, noch etwas größere Pegelfestigkeit – verbunden mit einem immer souveränen Gesamtauftritt.

Als 007 sich seiner Verfolger entledigt hat, und er in Siena mit seinem stark mitgenommenen Aston Martin einfährt, gibt Yamahas starkes Duo den Music-Score ausgesprochen natürlich und mit sauberer Hochtondarstellung wieder. Traditionell folgt auf die erste Szene der Titelsong, wie wir es schon aus den Musikbeispielen kennen punkten CX-5000 und MX-5000 mit sensibler Stimmwiedergabe, kraftvoller Gesamtakustik und hoher Lebendigkeit. Als dann das nächste Kapitel startet, beweist uns das „Yamaha-Team“, dass Stimmen in unterirdischen Gewölben mit enormem Sinn für die Realität abgebildet werden können. Die speziellen akustischen Verhältnisse im Gewölbe werden voll berücksichtigt. Als kurze Zeit darauf Ms Leibwächter das Feuer eröffnet und anschließend flüchtet, kommen die Schüsse im unterirdischen Gewölbe akustisch sehr glaubwürdig zur Geltung.

Bei „Star Wars Episode III“ haben wir überprüft, ob CX-5000 und MX-5000 auch alte Dolby Digital 5.1 EX Tonspuren von DVD zu neuem akustischen Glanz verhelfen können. Und es funktioniert tatsächlich: Die Eröffnungsschlacht kommt energiegeladen und dynamisch bis ins Detail daher. Der durch den Raum donnernde Sternzerstörer wird basstechnisch sauber erfasst und wirkt ungemein wuchtig, aber gleichzeitig präzise. Die Raumwirkung ist immens.

Die Dialoge zwischen Obi-Wan und Anakin kommen sauber heraus, ohne dass den Stimmen zuviel Gewicht im Vergleich zum Effektgefüge eingeräumt würde. Die zahlreichen großen und kleinen Effekte wie Laser-Schüsse oder Explosionen an Bord der Raumschiffe kommen facettenreich heraus. Stets schaffen es CX-5000 und MX-5000, ein ungemein vielschichtiges akustisches Geschehen darzustellen, welches das Auditorium voll in seinen Bann zieht. Die sehr gute Einarbeitung kleiner Details vervollständigt den Eindruck, kultiviert und gleichzeitig extrem lebendig zu hören.

Stereo:

Gespannt waren wir natürlich auch auf die Stereo-Performance der Vor-/Endstufenkombination. Wir haben uns zunächst im 48 kHz-FLAC Format „Beyond“ von Daft Punk angehört. Hervorragend ist die räumliche Wirkung, gerade im Zusammenspiel mit den Piega Coax 30.2. Der Bass trifft exakt den richtigen Punkt, die elektronisch verzerrten vokalen Anteile durchdringen räumlich präzise den Hörraum. Diese exzellente Performance wird bei Diana Kralls „Garden In The Rain“ (FLAC, 96 kHz) noch überboten – der enorme Tiefgang, die klare Herausarbeitung der Stimme Dianas sowie die hörbare Anschlagdynamik der Tasten am Klavier – Musikgenuss, wie ihn sich der sehr ambitionierte Hörer wünscht. Klassik-Liebhaber finden in Yamahas Gespann ebenfalls einen starken Partner. Das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4 wirkt enorm ausdrucksstark. Fein in der räumlichen Ausbreitung, mit lebendiger Gesamtwirkung und toller Loslösung vom Lautsprecher kommen CX-5000 und MX-5000 erneut auf beste Bewertungen. Bei Musik in normaler CD-Güte ist die Performance ebenfalls exzellent. Hier haben wir uns „Fire Wire“ von Cosmic Gate im Remix von DJ Scot angehört, um Pegelfestigkeit und Bass-Energie erleben zu dürfen. Mit enormer Härte werden die Bässe in den Hörraum geschmettert, souverän und gelassen von den Piega Coax 30.2 vollendet. Man darf sich bei diesem Schweizer Spitzenlautsprecher nicht von den recht zivilen Abmessungen blenden lassen: Pegelfestigkeit, Tiefgang und Basskraft sind enorm, wie sich auch beim Maurizio Gubellini Mix des 90er Jahre Technotronic-Hits „Get Up“ deutlich zeigt.

Videosektion

4K Upscaling

Begeistert sind wir vom Upscaling auf 4K, welches die CX-5000 Vorstufe bereitstellt. Wir haben die Güte des Upscalings in Verbindung mit einem Sony KDL-65X9005 getestet, der bekanntlich ein exzellentes Bild bereit stellt. Schon bei Musik-BDs, die oftmals keine besonders gute Qualität aufweisen – besonders, wenn man genauer hinschaut -, beeindruckt das Upscaling durch Rauscharmut, präzise gezeichnete Konturen und lebendige, reine Farbwiedergabe. So gesehen bei der Eagles-BD „Farewell“ und beim finalen a-ha-Konzert 2010 in Oslo. Bewegungen erscheinen stabil, Bilddetails werden mit natürlicher Schärfe wiedergegeben. Bei Kinofilmen wie James Bond 007 „Ein Quantum Trost“ oder bei Indiana Jones „Das Königreich des Kristallschädels“ liefert die CX-5000 ebenfalls eine überragende Leistung ab.

Ganz selten sieht man minimales Ruckeln im Bild oder kleine Unsauberkeiten an Bilddetails – die Leistung aber ist bilanzierend so gut, dass man die Upconversion auf UHD selbst in einer sonst hochwertigen Kette gern der Yamaha-Vorstufe anvertrauen kann. Bei „Ein Quantum Trost“ werden z.B. auch Feinheiten in den unterirdischen Gewölben von Siena, vom parallel stattfindenden Pferderennen oder in der Wohnung des zum Feind übergelaufenen Leibwächters penibel genau herausgestellt. In Verbindung mit einem so guten 4K TV wie dem SonyX9 holt die CX-5000 auch kleine Kontrastunterschiede bravourös heraus und verdient sich Bestnoten. In der Sequenz des 007-Films in London wird die gesamte, trübe Atmosphäre des regnerischen Tages sehr gut visuell betont. Beim a-ha-Konzert sehen die Gesichter der Sänger plastisch und realistisch aus, man kann nur enorm geringes Scalingrauschen beobachten. Insgesamt eine hervorragende Leistung der CX-5000 Vorstufe.

576i Upscaling auf FullHD

Wie sieht es aus, wenn die DVD von Star Wars Episode 3 (720×576 Pixel) auf Full HD (1920×1080 Pixel) hochkonvertiert wird? Kann die CX-5000 hier an die enormen Leistungen beim Blu-ray-Upscaling auf UHD/4K anknüpfen? Klare Antwort – ja! Die Laufschrift erscheint in sattem Gelb und mit sauberen Konturen der einzelnen Lettern. Als sich die Schriftrolle nach hinten bewegt, fallen nur leichte Artefaktebildungen und minimales Bildzittern auf. Bis hier eine gute, aber nicht besonders erwähnenswerte Leistung. Dies ändert sich vehement, als der republikanische Sternzerstörer durchs Bild fliegt. Schnell rastet der De-Interlacer ein, und dem Zuschauer wird ein Bild in exzellenter Qualität präsentiert. Das Raumschiff wird scharf und mit hervorragendem Kontrast dargestellt, die langsame Flugbewegung ist absolut ruhig und frei von Nachziehern.

Als dann Obi-Wan und Anakin mit ihren Raumjägern auftauchen, fliegen die beiden kleinen Fluggeräte in hoher Geschwindigkeit über den Sternzerstörer hinweg – die Außenhaut des Sternzerstörers wird trotzdem fast ohne Schärfeverluste wiedergegeben. Als die beiden Raumjäger nach unten in die Schlacht abkippen, eröffnet sich das uns bestens bekannte Panorama in einer unglaublichen Schärfe, die bis in die untersten Bildebenen reicht. Der Kommandoturm des Zerstörers, der nach links aus dem Bildschirm hinaus gleitet, wird enorm detailreich und sauber dargestellt. Farblich ist ein hohes Maß an Neutralität als positiv zu bewerten.

Konkurrenzvergleich

Arcam AVR750: Der bärenstarke Arcam brilliert mit harmonischer, kraftvoller und detailreicher Gesamtakustik und überragender Verarbeitung. Im Stereobetrieb markiert er in der Luxus-Liga alleinig die Spitze. Die Videosektion hat im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt und skaliert auch auf bis zu 4K hoch. Sie kann allerdings nicht ganz mit der exzellenten Videosektion der Yamaha CX-5000 Vorstufe mithalten. Weitere Vorzüge der Yamaha Vor-/Endstufenkombination: 11 Endstufen, noch etwas mehr Pegelfestigkeit, HiRes-Wiedergabe bis 192 kHz/24 Bit sowie hervorragende App. Interessant übrigens: Sowohl Arcam als auch Yamaha liefern eine hervorragende Fernbedienung inklusive Beleuchtung mit. In der täglichen Praxis gefällt uns das handliche Arcam-Teil noch besser, mehr her macht die große, sehr solide Yamaha-Remote.

Yamaha RX-A3020: Aus der 2012er-Kollektion stammt das AV-Receiver-Topmodell aus der hochwertigen AVENTAGE Serie. Mittlerweile ist der RX-A3030 „federführend“ und wird in Kürze von uns getestet. Also vergleichen wir hier den RX-A3020 mit der Vor-/Endstufenkombination – und wir müssen festhalten, dass hier ein ganz anderer Kundenkreis angesprochen wird. CX-5000 und MX-5000 dringen in Dimensionen vor, in denen selbst legendäre Yamaha AV-Boliden wie der DSP-Z11 nicht zu finden waren. Pegelfestigkeit, Klangtreue, natürliche Räumlichkeit, Transparenz – überall macht die Vor-/Endstufenkombination ihren Anspruch deutlich, als klarer Leader im Yamaha AV-Produktprogramm wahrgenommen zu werden.

Denon AVR-4520: 2012 auf den Markt gekommen, beließ Denon den harmonischen, ausgereiften AVR-4520 auch 2013 im Programm. Fairer Kaufpreis, edle Optik (besonders in Premium-Silber), tolle Räumlichkeit und auch im Stereobetrieb eine tadellose Performance – der 4520 „macht an“. Dem tut auch die ausgezeichnete Videosektion keinen Abbruch. Im direkten Vergleich mit Yamahas Vor-/Endstufenkombination aber merkt man doch den Preisunterschied: Mehr „Pfeffer“, Grobdynamik und Detaillierungsvermögen findet man bei Yamaha CX-5000 und MX-5000. Überdies begeistert die Videosektion der CX-5000 über alle Maßen.

Onkyo TX-NR5010: Hochwertiger innerer Aufbau, exzellenter Video-EQ inklusive ISF-Bildfeldern, vielfältige Auswahl an internetbasierten Musikdiensten, weitreichende HiRes-Kompatibilitäten: Der Onkyo für eine UVP von knapp 3000 EUR (in der Praxis günstiger zu finden) ist nach wie vor eine Macht. In seiner Preisliga setzt er, obwohl er von 2012 ist, immer noch die Maßstäbe. Hier sind wir auf den Pioneer SC-LX87 mit Highend D/A-Wandlern gespannt, den wir in wenigen Wochen testen werden. Im Vergleich mit Yamaha CX-5000 und MX-5000 zieht aber auch der Onkyo den Kürzeren: Noch mehr Auflösungsvermögen, noch straffererer Bass und höhere Pegelfestigkeit sichern die Ausnahmestellung auch in diesem Vergleich. Der immense Mehrpreis wird durch die Premium-Leistungen der Yamaha-Komponenten voll gerechtfertigt.

Fazit

Yamaha offeriert mit der Kombination aus CX-5000 und MX-5000 zum enorm fairen Kaufpreis ein Hightech-Feuerwerk der Extraklasse: Voll ausgestattet, exzellent verarbeitet, mit besten Baugruppen ausgerüstet und mit superbem Klang sowie exzellenter Videosektion werden Maßstäbe gesetzt. Nicht einmal 5.000 EUR werden für beide Geräte zusammen fällig – da hält der Markt praktisch keine Alternative bereit.

Yamaha greift nach den Sternen: Gemessen am Kaufpreis ist die Performance der Vor-/Endstufenkombination CX-5000 und MX-5000 absolut konkurrenzlos 
AV-Vor-/Endstufenkombinationen Oberklasse
Test 13. November 2013

+ Exzellente Grob- und Feindynamik
+ Herausragende Räumlichkeit
+ Maßstäbe setzende Pegelfestigkeit
+ Premium-DSP-Programme
+ Enorme Flexibilität mit 11 Endstufen und bis zu 4 Hörzonen
+ Hochwertige Baugruppen und hervorragende Verarbeitung
+ Video-Upscaling auf 4K setzt Maßstäbe
+ XLR-Beschaltung
+ Günstiger Kaufpreis
+ Hochwertige Fernbedienung
+ Sehr gute App

– Menüs wirken altbacken
– Bluetooth und WLAN Dongles nur gegen Aufpreis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich




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