XXL-TEST: 5.2-Kanal-Lautsprechersystem Teufel System 6 THX – Kino-Atmosphäre mit Dipolen und doppelter Subwoofer-Bestückung

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Als Nachfolger des schon beinahe legendären Teufel 5.2-Lautsprecher-Sets System 5 THX Select 2 kommt jetzt, wiederum in 5.2 Konfiguration mit zwei aktiven Subwoofern, das System 6 THX für 2.000 EUR in die „Hörsäle“ anspruchsvoller Mehrkanal-Freunde. Optisch in klassischem Schwarz gehalten, bekennt sich der Berliner Hersteller beim System 6 THX zu seinen Wurzeln: Kraftvoll aufspielende Heimkino-Lautsprechersysteme haben den Markennamen Teufel berühmt gemacht. 

Teufel-System-6-THX-S600FCR-Detail

Mit THX Select-Lizenz

Was bekommt man für seine Investition? Zum einen eine mittlerweile extrem selten gewordene THX 2 Select-Lizenz, zudem verspricht Teufel, dass man das System 6 THX auch in großen Hörräumen verwenden kann – und das für 2.000 EUR? Wir werden sehen. Die „absolut tonale Ausgewogenheit über den gesamten Übertragungsbereich“ soll ein weiteres Merkmal sein. Was wir definitiv schon sagen können: Dank der Bestückung mit drei absolut identischen Frontlautsprechern vom Typ S 600 FCR werden Effekte, die durch die drei Front-Kanäle gehen, mit absolut identischer Charakteristik wiedergegeben. Teufel sorgt auch im Surroundbereich für klassische Elemente und liefert beim 5.2 Cinema-Set zwei Dipole vom Typ S 600 D mit. Diese stehen für eine diffuse, weitläufige Klangcharakteristik im Rear-Bereich. Die Moderne erhält Einzug mit den beiden aktiven Subwoofern S 6000 SW, die kabellos ansteuerbar sind. 

Wie sieht es mit der Verarbeitung aus? Robust, solide, professionell – genau so, wie es sich der Heimkino-Freund wünscht. Kein überflüssiger Schnickschnack lenkt ab, so etwas hat auch im Home Cinema nichts verloren. Dank mattschwarzer Oberflächen gibt es auch keine störenden Reflexionen. Man kann das System 6 THX sogar im Wohnzimmer installieren, denn mit einer Tiefe von 15,2 cm, einer Breite von 31 cm und einer Höhe von 20 cm sind die S 600 FCR durchaus als sehr kompakt zu bezeichnen. Der S 600 D Dipol-Lautsprecher ist ebenfalls 15 cm tief, zudem 33,5 cm breit und 35 cm hoch. Nur die beiden Tiefbass-Kraftwerke passen nicht ganz ins Konzept, denn sie weisen durchaus imposante Abmessungen auf: 54 cm tief, 37 cm breit, und 47,4 cm hoch. Gut, wir müssen hinzufügen, dass man diese Maße für leistungsfähige aktive Bässe durchaus als akzeptabel bezeichnen kann. 

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S 600 FCR ohne Abdeckung

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S 600 FCR mit Abdeckung

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Rückseite komplett

Das Finish der, wie schon erwähnt, mattschwarzen Oberflächen ist prima, die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals gefallen auch, und die Gehäuseecken der passiven Komponenten sind tadellos gearbeitet, nicht zu spitz, so dass man sich nicht verletzen kann. Das Gehäuse besteht bei passiven und aktiven Komponenten aus dickwandigem MDF. Die beiden aktiven Subwoofer haben zwar auch eine mattschwarze Oberfläche, aber mit einer leichten Struktur, während die passiven Boxen eine komplett glatte, lackierte Oberfläche haben. Die Subwoofer treten mit einer klassischen Schallwand an, die sich mit geringem Spaltmaß ans eigentliche Gehäuse anschließt. Die passiven Lautsprecher bringen Flachmembranen mit, die optisch gut aussehen und ohne sichtbare Schrauben in die Schallwand eingelassen sind, Rund um den Kalottenhochtöner befindet sich ein silberner Ring. Auch rund ums Bass-Chassis der Subwoofer ist ein silberner Ring zu erkennen. 

Nicht ganz sinnvoll: Es finden sich zwar erfreulicherweise magnetisch haftende Lautsprechergitter an den Boxen, entfernt man diese, sieht man aber trotzdem Elemente, die wie die Vertiefungen aussehen, an denen man normalerweise die Zapfen der Lautsprecher-Grills einführt. 

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S 600 FCR – Tiefmitteltöner, ausgeführt als Flachmembran

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S 600 FCR – 25 mm Hochtöner

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Kompakte Frequenzweiche

Teufel-System-6-THX-S600FCR-Anschluesse-Rueckseite

Tadellose Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Teufel-System-6-THX-S600FCR-Wandhalter

Möglichkeit zur Wandbefestigung

Der im Paket dreimal enthaltene S 600 FCR ist dauerhaft mit 130 und kurzzeitig mit 180 Watt belastbar. Das sind ausgezeichnete Werte – auch der Wirkungsgrad (2,83V/1m) fällt mit 91 dB sehr gut aus. Mindestens 40 Watt pro Kanal, so rät Teufel, sollte der angeschlossene Verstärker schon mitbringen. Frequenzen von 80 Hz bis 22 kHz können wiedergegeben werden. Die Nennimpedanz gibt Teufel mit 4  bis 8 Ohm an. Satt: 108 dB/1m stehen an maximal möglichem Schalldruck an. 25 mm misst der Kalotten-Gewebe-Hochtöner. Die zwei Tiefmitteltöner pro S 600 FCR messen 130 mm. Die Membran besteht aus Zellulose mit Wabenstruktur in Sandwich-Bauweise. Die Zweiwege-Systeme arbeiten nach dem geschlossenen Prinzip und können daher bedenkenlos auch an der Wand befestigt (Wanhalterungs-Befestigung ist rückseitig integriert) oder wandnah aufgestellt werden. 5,50 Liter beträgt das Netto-Innenvolumen. 

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S 6000 SW ohne Abdeckung

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S 6000 D mit Abdeckung

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S 6000 SW Rückseite komplett

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Wireless-Betrieb möglich, zusätzlich Cinchanschluss. Regelbar: Lautstärke, Übernahme-Frequenz. Phase umschaltbar 0 – 180 Grad. Einstellbare Einschaltautomatik

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300 mm Tieftöner beim S 6000 SW

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S 6000 SW Elektronik – guter Aufbau, übersichtliche Verkabelung. Class D-Endstufe mit 240 Watt Sinusleistung pro Subwoofer

Filmfans lieben das Gefühl, dass ein satter Bass bis tief in die Magengrube vordringt. Geht lässig – mit den zwei im Set enthaltenen S 6000 SW Subwoofer. 110 dB/1m maximaler Schalldruck wird erzeugt, hervorragende 25 Hz stellen das Unterste dar, was die zwei Kraftpakete wiedergeben können. 30 cm-Membranen aus beschichteter Zellulose sind verbaut. Die Bassreflex-Aktivsubwoofer arbeiten nach dem Teufel-spezifischen DPU-Prinzip. So werden störende Strömungsgeräusche effektiv vermieden. 55 Liter Innenvolumen bringt ein aktiver Subwoofer mit. Pro S 6000 SW Subwoofer ist eine digitale Class D-Endstufe mit 240 Watt Sinus-Leistung eingebaut, eine Standby-Funktion gibt es ebenso wie eine Ein-/Ausschaltautomatik. Minimalismus herrscht bei den Anschlüssen vor, es findet sich nur ein Cinch-Eingang pro aktivem Subwoofer. Übrigens: Ab 80 Hz sollte der aktive Subwoofer die Wiedergabe von den Satelliten übernehmen, rät Teufel. 

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S 600 D Dipole-Lautsprecher

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Tieftöner auf der Rückseite

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Frequenzweiche beim S 600 D

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Die identischen sehr guten Anschlussterminals wie bei den S 600 FCR

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Dipol – 130 mm Tieftöner

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Dipol: Flachmembran-Mitteltöner

Teufel-System-6-THX-S600D-Hochtoener

Dipol: 25 mm Hochtöner

Teufel-System-6-THX-S600D-Wandhalter

Möglichkeit zur Wandbefestigung

Die S 600 D Dipole sind mit 110 Watt dauerhaft und mit 160 Watt kurzzeitig belastbar. Die Empfindlichkeit/der Wirkungsgrad liegt bei einem Dipol konstruktionsbedingt (soll ein diffuses Klangbild erzeugen, doppelte Chassis-Bestückung auf zwei Seiten) niedriger. 86 dB (2,83V/1m) gibt Teufel an. 106 dB/1m werden als maximaler Schalldruck angegeben. Die Nennimpedanz: 4 bis 8 Ohm, der darstellbare Frequenzbereich liegt zwischen 80 Hz und 22 kHz. Zwei 25 mm Hochtöner mit Gewebemembran und zwei 100 mm Mitteltöner mit Zellulose-Membran sind pro Dipol verbaut. Hinzu kommt pro Box ein 130 mm Tieftöner mit Glasfaser-Membran. Die S 600 D arbeiten als geschlossenes 3-Wege-System – richtiges Hightech-Flair in bürgerlichen Preisklassen. 

Wir sind durchaus beeindruckt, Top-Technik zum äußerst fairen Preis – das System 6 THX überzeugt. Hören wir nun,  ob sich diese Eindrücke auch in den folgenden Klangtest-Reihen manifestieren. 

Klang Blu-ray „Ein Quantum Trost“, englische dts-HD-Tonspur

Es geht los – mit dem Beginn des 007-Streifens „Ein Quantum Trost“ in dts-HD Master Audio (englische Tonspur). Der Anfang mit bedrohlicher musikalischer Untermalung kommt sehr gut heraus, die beiden aktiven Subwoofer beweisen umgehend, was sie vom Thema Tiefgang verstehen: Eine Menge. Die satten Bassschläge kommen akkurat heraus, sie trennen sich sehr gut von der Musik. Dann folgt ein großer dynamischer Sprung, man ist mitten in der Verfolgungsjagd rund um den Gardasee. Scharfe Salven aus automatischen Waffen, Auto-Crashs der üblen Sorte, Metall reibt sich auf Metall, Hupen, hochdrehende Motoren: Es geht rund, zweifellos. Und das System 6 glänzt – mit enormer Pegelfestigkeit, gelungenem Übergang (80 Hz Crossover) zwischen Satelliten und Subwoofer sowie mit einer homogenen Front-Effekt-Kulisse. Die  beiden Dipole im Rear-Bereich schaffen, wie erwünscht, eine weitläufige Atmosphäre. Der den Abhang herunterrollende Land Rover donnert mit Wucht durch den Hörraum. Aber – und hier erweist sich das neue System 6 als wirklich gelungen überarbeitet – vor allem die Präzision ist enorm verbessert worden. Richtige qualitative Sprünge sind nicht mehr oft anzutreffen, das System 6 schafft dies aber. 

Nun, nach der spektakulären Eröffnung, folgt, wie von James Bond-Filmen gewohnt, der Titelsong. Hier präsentiert sich das System 6 auch als musikalisch in hervorragender Verfassung. Trocken agiert der Bass, sauber und charismatisch wird die Stimme der Sängerin wiedergegeben. Die Räumlichkeit ist sehr gut, und in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Dipole handelt im Surroundbereich, gefällt sogar die Präzision.

Nun wird es wieder interessant, und zwar mitten im historischen Standtzentrum von Siena/Italien. warum? Weil unter der Erde, im Gewölbe, der Gefangene verhört wird, den 007 mitgebracht hat. Und oberirdisch findet aktuell der „Palio“ statt, ein legendäres Pferderennen, das von Tausenden von Zuschauern lautstark bejubelt wird. Unten knallhartes Verhör und teilweise gespenstische Ruhe, oben rasende Hufe und rufende Menschenmenge: Das System 6 bewältigt die Aufgabe dieser dynamischen Unterschiede enorm souverän und gelassen. Pegel, die man wahrhaftig als „heimkinotauglich“ umschreiben kann, runden das tiefgehende Hör-Erlebnis wirkungsvoll ab. Die Stimmen, zum Beispiel von Bond und M, arbeitet der S 600 FCR, der als Center Verwendung findet, sehr gut heraus: Die Integration ins tonale Gesamtgefüge ist ebenso gut wie die Herausarbeitung vokaler Einzelheiten. Dass es sich um ein unterirdisches Gewölbe handelt, kommt durch den leichten Hall prima heraus.

Dann passiert es: Leibwächter Mitchell eröffnet das Feuer, tötet den Gefangen, schießt auf weitere MI6-Mitglieder und flüchtet. Bond nimmt die Verfolgung auf, und die Jagd beginnt. Schüsse, einstürzende Balken und ein Finale auf einem baufälligen Kirchturm, bei dem Mitchell sein Leben lässt, zeigen auf, auf welch hohem Level das System 6 Heimkino zelebriert. Sowohl die räumliche Tiefe als auch die räumliche Weite sind ausgezeichnet, und die Teufel-Lautsprecher schaffen es, die Effekte in verschiedenen Ebenen tadellos voneinander zu treffen. 

Im nächsten Kapitel, das in London spielt, regnet es. Die Regentropfen, die niederprasseln, werden mit dichter Räumlichkeit von allen Boxen wiedergegeben. Die beiden Dipole hinten beweisen, was „diffuse Räumlichkeit“ heißt und schaffen hier ein hohes Maß an lebendiger Atmosphäre. Die Stimmwiedergabe gefällt auch hier wieder – bevor 007 dann nach Haiti fliegt und dort weiter ermittelt, in einem heruntergekommenen Hotel findet eine heftige Schlägerei mit einem Killer der Gegenseite statt. Die typische lateinamerikanische Musik arbeiten die System 6-Komponenten glaubwürdig heraus. Die Auseinandersetzung mit den Fäusten wirkt dynamisch, kraftvoll und nachdrücklich. Die dynamischen Unterschiede innerhalb der Szene bereiten dem System 6 keinerlei Schwierigkeiten. 

Im Zeitalter der 3D-Soundformate wie Dolby Atmos, Auro-3D oder dts:X vermisst man aber etwas das Gefühl des Einhüllens in jeder Dimension des Hörens. Teufel hat aber auch dafür eine Lösung. Sie nennt sich Teufel Reflekt und kostet pro Paar  knapp 300 EUR – da muss man nicht lange reflektieren, ob man diese sehr gut verarbeiten Zusatz-Lautsprecher kaufen möchte. Sie bringen eine Menge und sind dafür günstig. Dies nur als kleiner Tipp „zwischendurch“. 

Klang Blu-ray „2010 – A Live Documentary“ (Paul Kalkbrenner), dts-HD Master Audio

Wenden wir uns jetzt der „2010 – A Live Documentary“ Blu-ray von Paul Kalkbrenner zu. Wir hören das „Alte Karmuffel“ und „Dockyard“  in dts-HD Master Audio. Interessant ist für uns, wie die beiden aktiven Bässe sich hier, bei elektronischer Musik, schlagen. Und wir sind schon angetan, als die Beifallsbekundungen  der anwesenden Fans zu vernehmen sind. Dann baut sich das „Alte Karmuffel“ langsam auf, und das Spektakel beginnt mit sattem, salopp gesagt „fettem“ Bass, der aber trotzdem auf Präzision Wert legt. Die elektronischen Effekte verteilt das System 6 lebendig im Raum. Tonal wird eine frische, aber nicht spitze oder aggressive Vorstellung geboten. Frühere Systeme von Teufel klangen weniger angenehm als das sehr gefällig abgestimmte System 6 THX. Der Hochtöner gefällt überdies mit einer tadellosen Räumlichkeit und guter Durchhörbarkeit. Auch bei „Dockyard“ punkten die Berliner Boxen mit Impulstreue, Nachdruck und tiefer Räumlichkeit.

Der Klassiker von a-ha „The Sun Alwys Shine On TV“, steht auf dem Programm, in dts-HD Master Audio und in spezieller Version: Als erstes Stück im Live-Konzert „The Final Concert“ im Dezember 2010 in Oslo. Mittlerweile sind die norwegischen Pop-Ikonen ja wieder am Start. Das Publikum spendet Beifall, Begeisterungsrufe sind zu hören. Das System 6 schafft wieder viel Atmsophäre – gerade bei Live-Konzerten leisten die Dipole überzeugende Arbeit. Der langsame Aufbau des Songs wird in allen Stufen erfasst und mit der schon aus den anderen Beispielen bekannten Impulstreue wiedergegeben. Die beiden aktiven Subwoofer schaffen einen homogenen Bassbereich, der sich fließend eingliedert. Störende „Löcher“ zwischen der unteren Grenzfrequenz der Satelliten und der oberen Grenzfrequenz der aktiven Subwoofer finden sich nicht. Die Stimme von Morten Harket wird sauber wiedergegeben, die einzelnen Instrumente arbeitet das System 6 tadellos ein. Der schnelle Rhythmus liegt dem System 6 – das Hören macht hier wirklich Spaß. Das gilt auch für „The Blood That Moves The Body“: Saubere Einarbeitung der vokalen Elemente, überragendes Erfassen des Rhythmus – es fehlt an nichts. 

Klang Hi-Res-Audio (Flac, 2-Kanal)

Nun hören wir – kann man das System 6 auch für die Stereo-Wiedergabe von Hi-res-Dateien im Flac-Format Gewinn bringend einsetzen? „Desperado“ (48 kHz/24-Bit) in der Version von Diana Krall zeigt: Für Grundbedürfnisse und leicht gehobene Ansprüche reicht das Gebotene aus. Wer viel Hörerfahrung hat, vermisst im Detail Feingefühl, gerade bei den Tasten das Klaviers oder bei der Trennung der Instrumente von Dianas Stimme, die eigentlich recht gut wiedergegeben wird. Und nochmal Diana Krall – diesmal „Stop This World“ in 96 kHz/24-Bit 2-Kanal. Und wieder – es ist recht ordentlich, was das System 6 hier leistet. Richtig „zu meckern“ gibt es nichts, und wir schreiben hier nicht über ein Paar Standboxen für 5.000 EUR Paarpreis, sondern über ein 5.2 Komplett-Lautsprecherset für 2.000 EUR. „Nessun Dorma“ (96 kHz/24-Bit), gesungen von Jonas Kaufmann, komplettiert unsere Stereo-Erfahrungen mit dem System 6. Und es manifestiert sich der Eindruck, den wir eingangs hatten: Prima, wirklich, aber nicht für denjenigen perfekt, der richtig hochwertig Musik in Stereo hören möchte. Das kann man aber auch von einem 5.2-Heimkino-Ensemble nicht erwarten. Mit homogener Gesamtdarstellung und ordentlicher Einarbeitung der Stimme kann das Teufel-Set aber auf jeden Fall einige Punkte mitnehmen. 

Sicherlich, für ambitionierte Musik-Liebhaber, die fast nur Klassik oder Jazz hören, ist ein Lautsprecher-Set wie das System 6 nicht erste Wahl. Gerade für elektronische Musik, Pop, Rock oder Heavy Metal aber eignet es sich extrem gut. 

Konkurrenzvergleich

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  • Teufel 5.2 Lautsprecher-Set System 5 THX Select 2: Damals setzte das System 5 THX Select 2 Maßstäbe in der Preisklasse bis 2.000 EUR. Top-Pegelfestigkeit, neutrale Tonalität, sehr dynamisch – wir waren voll des Lobes. Dass 5 Jahre später das System 6 THX den Vorgänger noch übertrifft, hat uns selbst erstaunt. Mehr Präzision, tiefere Räumlichkeit und höhere Musikalität bei gleichzeitig angenehmerer Auslegung: Die Entwicklung des System 6 THX ist ein voller Erfolg. 

Pioneer Elite Set Gruppenbild2

  • Völlig anders tritt das Pioneer Serie 7 Lautsprecher-Set in 5.1.4 Konfiguration auf. Mit Standboxen vorn ist die Güte im Stereobetrieb höher angesiedelt. Zudem sind in Front- und Rear-Boxen gleich Top Firing Module integriert. dafür kostet das Pioneer-Set aber auch laut Liste 500 EUR mehr als das System 6 THX. Das System 6 kontert zudem heftig: Mit dem deutlich besseren aktiven Subwoofer, und das gleich in doppelter Bestückung, der homogeneren Gesamt-Klangkulisse und besserer Pegelfestigkeit.  

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  • Günstige Qualität aus Schweden: Das XTZ 5.1-Lautsprecher-Set aus der Spirit-Serie, bestehend aus Spirit 11 Frontlautsprechern, Spirit 6 Center, Spirit 2 Rears und dem Spirit 12 Aktiv-Subwoofer, klingt fürs Geld überragend und ist mit aufwändig lackiertem MDF-Gehäuse hervorragend verarbeitet. Nur 2.055 EUR werden für ein ausgewachsenes Mehrkanal-Set in der eingangs genannten Konfiguration fällig. Sehr wenig, denn die XTZ-Boxen eignen sich für Mehrkanal-Musik, Stereo-Musik und Mehrkanal-Filmton sehr gut. Mit noch mehr Bassgewalt, intensiverer Effektwiedergabe und kompakten Abmessungen ist das Teufel System 6 THX eine äußerst interessante Alternative. Mit der „Cinema“ Serie gibt es Vergleichbares auch bei XTZ, aber etwas kostspieliger. Nehmen wir ein Set aus 2 x Cinema M6, 1 x Cinema M6 Center, 2 x Cinema 5 und zwei aktiven Bässen SUB1X12, so müssen 5.165 EUR für das komplett THX Ultra-lizenzierte Ensemble an XTZ überwiesen werden. Dafür dringt man auch in grandiose Performance-Regionen vor, aber schon das günstige Teufel System 6 wird viele begeistern. 
 Fazit

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Attraktive Bluetooth-Lautsprecher, schöne Soundbars, klangstarke Kopfhörer, günstige Stereo-Boxen – Teufel hat es fast allen Recht gemacht. Nur den klassischen Heimkino-Freunden nicht ganz. Klar, die alten Sets wie System 8 oder gar System 10 sind schon noch zu bekommen, auch das kompakte System 4 – aber etwas richtig tolles Neues gab es nicht. Das ändert sich nun sehr deutlich. Das System 6 THX ist mit das Beste, was man für 2.000 EUR an Lautsprecher-Set bekommen kann. Gut verarbeitet, exzellent aufspielend, pegelfest und zudem kompakt – was will man mehr. Teufel hat alles richtig gemacht, den Weg zurück zu den Wurzeln auf moderne und technisch für diese Liga aufwändige Art gefunden. Kompliment. 

So geht’s: Exzellente Klangstärke, kompakt verpackt, zum äußerst fairen Preis
preisklassenreferenz
Mehrkanal-Sets bis 2.000 EUR

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Oktober 2017




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