TEST: Ultrasone Go Bluetooth – mobil und klangstark

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Das Einstiegsmodell „Ultrasone Go“ gibt es jetzt mit dem Namenszusatz Bluetooth auch als drahtlose Soundmaschine. Gerade in diesem, für den mobilen Einsatz konzipierten, Kopfhörer ergibt der Einsatz des mittlerweile extrem beliebten Drahtlos-Protokoll natürlich Sinn. Dass die akustische Leistungsfähigkeit weiterhin im Fokus bleibt, lässt sich an der Integration des aptX Codecs erkennen. Dieser liefert im Gegensatz zum konventionellen Signaltransport eine qualitativ hochwertigere Klangübertragung, vorausgesetzt, sowohl Quelle als auch Empfänger sind kompatibel. Von Bluetooth sowie der Möglichkeit, den Kopfhörer für Telefonate als Headset zu verwenden, abgesehen ist der Ultrasone Go Bluetooth aber mit dem konventionellen Modell weitgehend identisch. Auch das neue Modell bietet die S-Logic Basic Technologie und kann für den sicheren Transport kompakt zusammengefaltet werden. Dank hohem Tragekomfort soll dem entspannten Reisen nichts entgegenstehen. Preislich liegt er bei 149 Euro.

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Ohrmuschel links

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Kopfhörer gefaltet

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Transporttasche im Lieferumfang

Optisch hat sich beim Go Bluetooth gegenüber dem „Go“ kaum etwas verändert. Der einzig auffällige Unterschied ist, dass die Gelenke, die Ohrmuschel und Kopfbügel verbinden, nun ebenfalls schwarz und nicht silbern gehalten sind. Auch bezüglich der Verarbeitung sehen wir keine nennenswerten Unterschiede. Auf den Ohrmuscheln sitzeln Aluminium-Plaketten, die mit einem Ultrasone-Logo versehen sind. Die Polsterung ist weich und der Go Bluetooth sitzt, unter anderem auch aufgrund des geringen Gewichts von 162g, angenehm auf dem Kopf. Mit einem kurzen Handgriff wird der Kopfhörer gefalten und passt in die beiliegende Transporttasche.

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Bedienelemente seitlich

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USB-Ladekabel mit 3,5mm Miniklinke

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Kopfhörerkabel mit Fernbedienung für den kabelgebundenen Betrieb

Die Bedienelemente sind als schwarze Druckknöpfe recht einfach gehalten, erfüllen aber anstandslos ihren Zweck. Mit dem linken Button wird der Kopfhörer an- bzw. ausgeschalten, außerdem kann damit ein Anruf angenommen oder abgelehnt werden. Die übrigen Tasten dienen der Musiksteuerung und Lautstärkeregelung. Mittig nach unten geht ein 3,5mm Klinkenanschluss ab. Dieser kann, wenn der Akku des Go Bluetooth einmal leer ist, zur direkten Verbindung mit einer Musikquelle verwendet werden. Darüber hinaus dient er aber auch dem Laden des Akkus. Das hat zwar den Vorteil, dass man im Go Bluetooth keinen weiteren (z.B. Micro USB) Anschluss unterbringen musste, weist aber auch Nachteile auf. Zum einen ist man auf das beiliegende Klinke-USB-Kabel angewiesen, zum anderen kann man den Go Bluetooth nicht laden, während man kabelgebunden Musik hört. Aber immerhin kann man mit dem Go Bluetooth weiterhin Musik hören, selbst wenn der Akku leer ist, das geht nicht mit allen Bluetooth-Kopfhörern. Das beiliegende Kabel ist mit einer Gewebeummantelung versehen und mit einer Fernbedienung inklusive Mikrofon ausgestattet.

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Größenverstellung

Der Akku des Ultrasone Go Bluetooth hält, je nach Verwendungsart und Pegel, bis zu 23 Stunden. Die Größenverstellung bietet nicht überdurchschnittlich viel, aber ausreichend Spielraum, nur bei Personen mit sehr großen Köpfen könnten hier Probleme auftreten. Das Kopfband bietet keine großzügig dimensionierte Polsterung, dennoch sitzt der Kopfhörer auch längere Zeit angenehm und ohne Druckstellen auf dem Kopf.

Beim Ultrasone Go Bluetooth handelt es sich um einen On-Ear-Kopfhörer. Die Ohrmuscheln umschließen also nicht das Ohr in seiner Gesamtheit, sondern liegen nur auf. Grundsätzlich bieten Over-Ear-Modelle eine etwas bessere Abschirmung gegenüber Außengeräuschen, für seine kompakte Größe kann der Go Bluetooth aber durchaus punkten.

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Seitliche Ansicht

Als Ultrasone-Vertreter bringt der Go Bluetooth natürlich auch die hauseigene S-Logic Technologie mit, wenn auch in einer „Basic“-Ausführung. Im Inneren befindet sich ein großzügig dimensionierter 40mm Treiber, der einen Frequenzumfang von 20 Hz bis 20 kHz realisiert. Die dezentrale Anordnung des Schallwandlers ermöglicht, unter Einbeziehung der Anatomie des menschlichen Gehörgangs, ein besonders räumliches Klangempfinden.

Diese Technologie ermöglicht auch, dass die Lautstärke mit geringerem Schalldruck lauter empfunden wird, was ein besonders angenehmes Hören mit weniger Ermüdungserscheinungen realisiert, was dem Hörer besonders bei längeren Reisen zugute kommen soll.

Durch langes Drücken des Power-Buttons wird der Ultrasone Go in den Betriebsmodus versetzt. Bei der ersten Inbetriebnahme startet auch gleich automatisch die Bluetooth-Kopplung und der Kopfhörer wird unter den sichtbaren Geräten im Bluetooth-Modus angezeigt. Ein kurzer Klick und die Geräte sind miteinander verbunden. Dies gelingt bei PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones. Bei beiden letzteren wird auch gleich der Akkustand im Display angezeigt. Die Funktionen der Tasten werden in einem beiliegenden Merkblatt kurz beschrieben, sowohl die Lautstärkeregelung als auch das Springen zum vorherigen oder nächsten Titel erfolgt problemlos.

Akustisch orientiert sich, wir haben es nicht anders erwartet, der Go Bluetooth an der Modellvariante ohne Drahtlos-Protokoll. Dass das kein Fehler ist, lässt sich mühelos im Testbericht aus dem Jahre 2015 nachlesen. Dort fiel uns bereits die hervorragende Räumlichkeit und insgesamt exzellente akustische Performance auf. Besonders die dreidimensionale Wirkung des Klanggeschehens und die sauberen Platzierung der akustischen Elemente im Raum stellt der Go Bluetooth bei Carpenter Bruts Elektronik/Metal-Zwiegespräch unter Beweis. Flink und schnell agiert der Kopfhörer sowohl bei „Roller Mobster“ als auch bei „Looking for Tracy Tzu“ und beweist, dass er Brillanz und Detaillierung im Hochtonbereich ebenso gut kann wie Punch und Volumen in den niedrigen Frequenzregionen. Besonders die Auflösung kann in dieser Preisklasse absolut überzeugen und betont die Authentizität der Klangwiedergabe. Krasse Dynamiksprünge wirken mühelos, der treibende Sound des französischen Künstlers liegt dem Ultrasone zweifellos. Auch die Orgelklänge bei „Turbo Killer“ vermag der Bayer gut umzusetzen und wird auch bei aggressiveren Tönen nie zu spitz und unangenehm.

Zwei Gänge zurück landen wir bei Mine und ihrem aktuellen Album „Das Ziel ist im Weg“. Im Gegensatz zu uns benötigt der Go Bluetooth keinerlei Eingewöhnungszeit und liefert sofort eine träumerische Atmosphäre beim ersten Titel des Albums „Anker“ und bettet die sanfte Stimme der gebürtigen Stuttgarterin hervorragend in die Klangsphäre ein. Trotz des geschmeidigen, unanstrengenden Sounds packt der Ultrasone-Kopfhörer sofort zu und liefert kraftvolle Bässe auf den Punkt. Die verschiedenen musikalischen Ebenen werden sauber herausgearbeitet, eine sehr authentische Bühne mit klarem, aber nie aufdringlichem Sound modelliert. Souverän bleibt der Go Bluetooth über den gesamten Lautstärkebereich, Clipping oder Verzerrungen gibt es nicht. Und wer nicht nach absoluten Pegel-Eskapaden verlangt, wird mit der Maximallautstärke auch zufrieden sein. Für uns liegt der Pegel im Grenzbereich – vermutlich würden wir nicht höher gehen, aber ein bisschen Spielraum ist wohl nie verkehrt.

Wieder etwas flotter sind wir mit „Goodbye (feat. Lyse)“ von Feder unterwegs und der Ultrasone stellt wieder seine enorme Räumlichkeit und die für die Preisklasse beinahe  perfekte Integration einzelner Synthesizer-Elemente in die Gesamtkulisse zur Schau. Bass-Fanatiker wollen hier möglicherweise ein wenig mehr Nachdruck, schwach auf der Brust ist der Ultrasone aber keinesfalls. Gerade einzelne Strukturen in den verschiedenen Ebenen des Bassbereiches werden gut erfasst, eine ausgezeichnete Auflösung wird also auch hier demonstriert. Die Stimme klingt angenehm, zentral und wird ebenso mit ihren charakterischen Eigenschaften gut erfasst. Besonders gut gefällt uns, wie es der Kopfhörer unter 150 Euro schafft, saubere Konturen bei akustischen Details zu realisieren, die Detaillierung auch der Mitten gefällt ungemein.

Rockig wird es mit einem Besuch in Disneyland mit D-A-D und „Laugh ‚N‘ A 1/2“. Auch hier fällt bereits in den ersten Sekunden die hervorragende Eigenschaft des Go Bluetooth auf, Brillanz und Auflösungsvermögen auf hohem Niveau zu bieten. Denn trotz der glasklaren Darstellung der Stahlsaiten der Gitarren finden wir uns nie an einem Punkt, an denen diese Brillanz unangenehm wird. Eine exzellente Balance, die zu keinem Zeitpunkt ins Negative kippt. Auch hier gefällt wieder die Stimmwiedergabe und die Integration dieser in die Gesamtkulisse, auch die Differenzierung der Instrumente gelingt, nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Auflösung des Kopfhörers, problemlos. Kurz zur Reichweite, die Ultrasone mit 20-30m – gegenüber den sonst für Bluetooth üblichen 10m – angibt. Wir können die Reichweite bestätigen, erst ab einem Abstand von mehr als 20 Metern gibt es Tonaussetzer mit dem Go Bluetooth.

Erst vor kurzem haben wir uns den Teufel REAL Blue vorgenommen, der mit knapp 170 Euro etwas teurer ist als der Ultrasone Go. Im REAL Blue arbeitet ebenfalls ein 40mm Treiber und auch der Vertreter aus Berlin kann mit hoher Auflösung und hohem Detaillierungsvermögen sowie einem kraftvollen Tieftonbereich punkten. Beim Teufel handelt es sich allerdings um einen Over-Ear, der insgesamt etwas aufwändiger konstruiert scheint. Die Touch-Bedienelemente sind modern, da können die einfach gehaltenen Druckknöpfe des Ultrasone nicht mithalten. Beide Kopfhörer sitzen sehr bequem und bieten eine gute Freisprecheinrichtung. Der REAL Blue wird, im Gegensatz zum Go Bluetooth, konventionell per Micro-USB geladen. Ebenfalls mit aptX ausgestattet und noch etwas günstiger gibt es den Magnat LZR 588 BT. Der Magnat wirkt ebenfalls schick, bietet ähnliche Akkulaufzeiten und tadellosen Tragekomfort. Die Bedienelemente wirken sogar etwas eleganter und hochwertiger als beim Ultrasone, der wiederum unserer Meinung nach akustisch, zumindest im Bereich Auflösung und Detaillierung, die Nase vorne hat.

Fazit

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Ultrasone bietet mit dem Go Bluetooth einen akustisch extrem starken On-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth an. Besonders die Räumlichkeit und Auflösung verweist viele Konkurrenten auf ihre Plätze und liefert in Kombination mit einem kräftigen Tieftonbereich und der gebotenen Souveränität ein hervorragendes Gesamtpaket. Die Materialqualität und Verarbeitung ist solide, wenn man auch den Bedienelementen etwas mehr Aufmerksamkeit hätte schenken können. Sehr gut finden wir, dass man den Kopfhörer auch kabelgebunden verwenden kann. Leider fällt dann die Ladefunktion aus, da der Go Bluetooth auch über die 3,5mm Miniklinke geladen wird.

On-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth und exzellenten akustischen Eigenschaften
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer bis 200 EUR
01.11.2017

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01.11.2017




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