TEST: Teufel Kopfhörer REAL blue – Drahtloses Hörvergnügen für den mobilen Einsatz?

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Von der neuen REAL-Kopfhörer-„Familie“ haben wir bereits den knapp 120 EUR kostenden REAL Pure, einen kabelgebundenen geschlossenen Kopfhörer, getestet, und der Test endete mit einem großen Erfolg. Nun nehmen wir uns den für knapp 170 EUR angebotenen REAL Blue vor, die kabellose Bluetooth-Variante. Sie begeistert mit satten 30 Stunden maximaler Akkulaufzeit, die der eingebaute Lithium-Ionen-Akku ermöglicht. Der REAL Blue stellt Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz dar und weist starke Neodym-Magnete auf, die im 40 mm Treibersystem verbaut sind. ist trotz der hohen Laufzeit der Akku doch leer, kann man den 16 Ohm-Kopfhörer auch kabelgebunden betreiben.

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Sehr gut funktionierendes Touch-Bedienfeld

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An-/Aus-Taste und Bluetooth-Kopplung

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USB-Ladeslot und Anschluss fürs Kopfhörerkabel

In die rechte Ohrmuschel außen integriert ist eine Touch-Bedienfläche. Sie spricht sehr gut an, wir bewegen den Finger nach oben, um die Lautstärke zu erhöhen, und nach unten, um sie herabzusetzen. Ohne viel Zauberei gelingt dies gut. Selbst mit nassen Fingern nach dem Händewaschen funktioniert es noch. Tippt man einmal aufs Touchfeld, pausiert die Wiedergabe, tippt man erneut, wird der Spielbetrieb fortgesetzt. Zieht man mit dem Finger nach hinten auf dem Touchfeld, springt der REAL Blue einen Titel nach vorn. Zieht man einmal nach vorn, so beginnt der aktuelle Titel nochmal von Anfang an. Zieht man zweimal nach vorn, startet der vorherige Titel, also Titelsprung rückwärts. Wenn man länger aufs Touchfeld drückt, wird im Falle eines Apple-Devices Siri aktiviert, ist der REAL Blue mit einem Android-Smartphone oder Android-Tablet verbunden, startet OK Google. Wir finden hier viel Lob, Teufel hat das Bedienkonzept mit dem Touchfeld ausgezeichnet umgesetzt.

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Verpackung

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Case

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Mitgelieferte Kabel

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Das Kopfhörerkabel, sogar mit integrierter Fernbedienung, ist 1,3 Meter lang

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Präzise arbeitender Verstellmechanismus

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Gute Verarbeitung, attraktive Optik

Und es geht nahtlos weiter mit den Pluspunkten. Die eingebaute Freisprecheinrichtung gehört mit zum Besten, was uns bislang in einem Bluetooth-Kopfhörer offeriert wurde. Der Gesprächspartner lobt die exzellente Verständlichkeit, und auch derjenige, der den REAL Blue auf dem Kopf hat, kann den Teilnehmer am anderen Ende der Leitung hervorragend verstehen. Rauschen gibt es praktisch keines, und die Stimme ertönt relativ natürlich. Die Stabilität der Bluetooth-Verbindung ist im Übrigen ebenfalls erstklassig. Da passt es gleich noch ins Bild, dass der REAL blue äußerst bequem auf dem Kopf des Trägers sitzt. Das Kopfband lässt sich präzise justieren, es passt problemlos für Träger mit größerem oder auch mit kleinerem Kopf. Der Anpressdruck ist exakt richtig dosiert, und das Kopfband ist überdies gut gepolstert.  Die Ohrpolster aus Proteinleder sind sehr hautsympathisch und nicht unangenehm schweißtreibend. Die gesamte Verarbeitungs- und Materialqualität gefällt uns sehr gut. Der REAL Blue lässt sich flach zusammenfalten, ein hochwertiges Case für den sicheren Transport ist ebenso im Lieferumfang enthalten wie ein 1,3 Meter langes Kopfhörerkabel und ein USB-Ladekabel. 

Klang

Und wie ist es um die Klanggüte des REAL Blue bestellt? Bei „Cocorvado“, einem Duett von Andrea Bocelli und Nelly Furtado, brilliert der REAL Blue mit einer feinen Stimmwiedergabe. Er berücksichtigt viele Details bei der vokalen und bei der instrumentalen Präsentation. Ganz gleich, ob Nelly oder Andrea singt, die Konturen der Stimme sind ausgezeichnet, und die Einarbeitung ins tonale Gesamtgefüge gelingt überragend. Kultiviert, frisch, impulstreu – hier haben die Teufel-Ton-Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Bei „Love in Portofino“, ebenfalls von Bocellis „Passione“-Album, ist nur die Stimme des blinden Sängers zu vernehmen, und das leicht Melancholische dieses Stücks bringt der auch bei längerem Tragen sehr bequeme REAL blue schön zum Ausdruck. Es wird schnell klar, dass sich der REAL blue tadellos für den Hörer mit erhöhtem Anspruch an Feindynamik und räumlich korrekten Aufbau eignet. Hier wird  kaum etwas vermisst, woraus abzuleiten ist, dass man schon deutlich mehr Geld in die Hand nehmen muss, um eine noch bessere Performance zu bekommen. 

Nun ist „For Your Eyes Only“ von Sheena Easton, Titelsong des gleichnamigen 007-Films, an der Reihe. Sensibel, mit viel Gefühl, kommt der Anfang des Stücks heraus. Die dynamischen Sprünge bis zum Refrain arbeitet der REAL blue fließend und exakt ein. Vergleichen wir mit dem Teufel Airy, der aktuell für 20 EUR weniger angeboten wird, so ist die Homogenität des Klangs, die Detaillierung gerade im Hochtonbereich und auch die Lebendigkeit insgesamt hörbar besser. Man merkt hier, dass der Airy schon etwas älter ist und damals Teufels ersten Vorstoß in der Liga der Bluetooth-Kopfhörer darstellte. Dass der REAL Blue zudem deutlich edler und hochwertiger auftritt, macht es für den Airy nicht einfacher. Die 20 EUR Mehrpreis sind demnach sehr gut angelegt. Der REAL blue schottet, obwohl nicht mit aktiver Geräuschunterdrückung wie der REAL blue NC für knapp 230 EUR ausgestattet, den Hörenden effektiv gegen störende Außengeräusche ab. Das klappt auch bei „Moonraker“, gesungen von Shirley Bassey, sehr gut. So kann man dann die akkurate Detaillierung nahezu ungestört genießen, und sich darüber wundern, wie gelungen der Teufel-Kopfhörer die Streicher eingearbeitet. Wir beenden mit Tina Turners „Goldeneye“ unsere James Bond-Hörsession. Präzise arbeiten die Treiber des REAL blue im Bassbereich, Tinas rauchige Stimme gibt der Bluetooth-Kopfhörer authentisch und mit solider Staffelung wieder. 

Nun wird es härter und wir starten die Nightwish-Version von „Over The Hills And Far Away“. Die Pegelfestigkeit des REAL blue bewerten wir mit gut bis sehr gut. Hier bleibt kein Wunsch offen, wer noch lauter hören möchte, sollte dies seinem Gehör ohnehin nicht zumuten. Dynamisch, fetzig, kraftvoll – der Track liegt dem REAL blue offensichtlich, und er schafft eine saubere Stimm-Instrumentaltrennung auch bei forciertem Pegel. „Wish I Had An Angel“ geht auch mit Schwung ab, die Aggressivität des Songs wird ohne Filter in die Gehörgänge transportiert. Die Stimme der Sängerin überzeugt hinsichtlich der Wiedergabequalität: Fundiert, facettenreich und schwungvoll. Auch den männlichen Gesangspart gibt der REAL blue mit Bravour wieder. Die Kraft und Energie, die in diesem Nightwish-Track steckt, schickt der REAL blue per Express an den Hörenden weiter. 

Weiter geht es mit Trance-Klassikern, so z.B. mit „Final Fantasy“ von Extreme Trax, erschienen auf dem Kult-Label Bonsai Records. Mit einem überraschenden Auflösungsvermögen und einem präzisen Kickbassbereich kann sich der REAL blue enorm gut behaupten. Er klingt ungemein sauber und verzerrungsarm, lässt sich auch durch den kraftvollen Rhythmus nicht aus der Fassung bringen. Bei „Spring Forward And Fall Behind“ von der Dream Dance Alliance zeigt uns der REAL blue, dass die solide Performance zuvor keine Eintagsfliege war: Der schnelle, stimmige Aufbau des Stücks, der Bass, der genau den richtigen Punkt trifft, und die dichte Räumlichkeit, die den Hörer aber nie überfordert, sind die Argumente, die für das neueste Headphone-Werk aus Berlin sprechen. Kurze Impulse werden zügig erkannt und genau richtig umgesetzt: Die akustische Gesamt-Balance stimmt einfach.  Mit heftigem Vorwärtsdrang, genauso wie es sein sollte, wird der Blank & Jones-Klassiker „Sound Of Machines“ aufbereitet. Der Rhythmus des Tracks bereitet zu keinem Zeitpunkt Probleme, der Bass erweist sich als äußerst standfest auch bei gehobener Lautstärke. 

Konkurrenzvergleich

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  • JBL Everest 310: Der Teufel REAL blue kann sich hier durchsetzen. Er ist preiswerter, wirkt hochwertiger und bringt das sehr gut funktionierende Touchfeld an der rechten Ohrmuschel außen mit. Akustisch detailliert er besser und wirkt spontaner. 

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  • Teufel Airy: Der Airy aus Ende 2014 kann mit seinem moderneren „Firmenkollegen“ nicht wirklich mithalten. Er erscheint weniger edel, ist nicht so bequem und klingt schlichtweg langweiliger. Auch die Akkulaufzeit ist kürzer. 

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  • Magnat LZR 588: Preiswert und gut – so kann man den LZR 588 in aller Kürze beschreiben. Prima verarbeitet und mit dynamischem Klang aufwartend, macht man mit dem Kauf nicht viel falsch. Der REAL blue rechtfertigt seinen Mehrpreis mit höherer Klangkultur, mehr High-Tech-Merkmalen und längerer Akkulaufzeit (30 gegenüber 21 Stunden). 

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  • KEF Motion One: Wer lieber einen In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth sucht, den man auch gut bei sportlichen Aktivitäten verwenden kann, liegt beim englischen Modell goldrichtig. Sehr edel und hochwertig, akustisch ambitioniert – der Motion One ist seine 200 EUR Kaufpreis zweifellos Wert, ins Bild passt das Zubehör und die Art, wie sich der Motion One nach dem Auspacken präsentiert. 
Fazit

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Teufels zweiter Streich: Nach dem REAL pure kann auch der REAL blue im Test Glanzpunkte setzen. Die extrem lange Akkulaufzeit von bis zu 30 Stunden, die tadellose Material- und Verarbeitungsqualität, die sehr gut funktionierende Touch-Bedienung, die hervorragende Freisprecheinrichtung und nicht zuletzt der kultivierte, lebendige und detailreiche Klang sichern ein Maßstäbe setzendes Testergebnis in der Liga bis 200 EUR. 

Hochwertig, voll ausgestattet und mit Spitzenklang überzeugend: Der REAL blue begeistert im Test
preisklassenreferenz
Bluetooth-Kopfhörer bis 200 EUR
Test 24. Oktober 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. Oktober 2017




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