TEST: Teufel Cinesystem Trios „5.1-Set L“ – Soundbar plus Wireless-Rears im Paket mit kabellosem Flach-Subwoofer

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Für 1.999 EUR (Preis vom 14. Dezember 2016, auf dessen Basis unsere Gesamt-Einschätzung beruht) offeriert Lautsprecher Teufel nun ein Set, das voll und ganz dem aktuellen Trend entspricht – nämlich einen leistungsfähigen 3.1 Soundbar (bei Teufel immer „der Soundbar“!) namens CS 42 mit Dolby Digital 5.1 und dts-Decoder, der von zwei eleganten L 430 FR Alu-Säulen als Lautsprecher für den Surround-Einsatz flankiert wird. Die L 430 FR werden von der Rear Station Compact RX angetrieben. Jeweils ein Modul kommt in eine Steckdose und kommuniziert drahtlos mit dem Soundbar. An die RearStation Compact RX werden dann ihrerseits die L 430 FR mittels im Lieferumfang enthaltenen Lautsprecherkabel angeschlossen. Für den nötigen Nachdruck im Bassbereich ist der T 4000 Flach-Subwoofer mit 3 x 130 mm Treibern verantwortlich. Im Set enthalten ist auch ein Wireless-Modul, so dass man den T 4000 wahlweise kabelgebunden (per Cinch-Mono) oder aber drahtlos betreiben kann. Alternativ gibt es das Set auch als Cinesystem Trios „5.1-Set M“ mit kürzeren Alu-Satelliten für den Rear-Bereich. Der Preis liegt dann bei derzeit 1.899 EUR (Stand 14. Dezember 2016).

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Teufel Sub Connect Wireless-Modul

Teufel T4000 Wireless Modul 3

Schnittstelle

Teufel T4000 Wireless Modul

Plastikkappe beim T 4000 entfernen, dann kann das Sub Connect Modul eingesteckt werden

Der Lieferumfang:

  • 3.1 Soundbar CS 42
  • 2 x Säulen-Lautsprecher L 430 FR für den Rear-Einsatz mit Aluminiumgehäuse
  • 2 x RearStation Compact RX Wireless-Module mit 60 Watt Sinus Class D Endstufen
  • Flach-Subwoofer T 4000 mit 3 x 130 mm Treibern und Class D-Endstufe mit 150 W/Sinus
  • Subwoofer-Wireless-Modul für den T 4000
  • 15m Lautsprecherkabel für die Verbindung der L 430 FR mit den RX-Modulen

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Zwei RearStation Compact RX Module

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Die Module kommen einfach in die Steckdose

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An die Module werden Lautsprecherkabel für die L 430 FR Säulen befestigt. 15 Meter befinden sich im Lieferumfang

Hier geht es zu allen Daten: Teufel PDF-Datenblatt zum Cinesystem Trios „5.1-Set L“

Verarbeitung

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Enorm elegant präsentiert sich der 3.1 Soundbar CS 42

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Gehäuse aus Aluminium mit guter Detailverarbeitung

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Bedienelemente auf dem CS 42 Soundbar

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Rückseite des CS 42 im Detail

Die Verarbeitung aller Komponenten hinterlässt einen guten Eindruck. So bestehen CS 42 und die beiden Säulen für den Surround-Betrieb komplett aus Aluminium. Der aktive Subwoofer T 4000 ist ebenfalls mit einem dickwandigen, solide ausgeführten Gehäuse versehen. Praktisch und zweckmäßig, optisch kompakt und recht attraktiv sind die RearStation Compact RX Module ausgeführt. 

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T 4000 Flach-Subwoofer

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Rückseite

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Im Detail

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130 mm Treiber

Das Cinesystem Trios „5.1-Set L“ präsentiert genau das Image, das sich Teufel wünscht: Ein „trendiges“ System mit edler Materialqualität und einer sehr guten Verarbeitung. Der T 4000 gliedert sich optisch gut ein, Soundbar sowie die Rear-Säulen sind aus Aluminium. Ordentlich verarbeitet, wenn auch mit Kunststoff-Gehäuse, tritt die RearStation Compact VX an. Aus Platzgründen gibt es nur Lautsprecherkabel-Klemmanschlüsse, die aber optisch hochwertig in Erscheinung treten. 

Anschlüsse

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HDMI Eingang, HDMI Ausgang – leider nur Standard 1.4b

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Subwoofer-Pre-Out, 3,5 mm AUX-In, optischer Digitaleingang

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Anschlüsse und Einstell-Optionen beim T 4000. Sehr übersichtlich gehalten

Zur Anschlussbestückung. Am T 4000 finden sich Sub-Cinch-Eingang sowie eine System-Schnittstelle für das Wireless.Modul. Beim Soundbar gibt es Bluetooth, einen optischern digitaler Eingang, einen Subwoofer Pre-Out (Cinch-Mono) und einen 3,5 mm Analog-Audio-Klinkeneingang. Des Weiteren finden sich ein HDMI-Eingang und ein HDMI-Ausgang. Somit gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Blu-ray-Player mit dem HDMI-Eingang der CS 42 verbinden, CS 42 über den HDMI-Ausgang mit dem TV verbinden
  • Wer einen BD-Player mit 2 HDMI-Ausgängen oder einen Ultra HD Blu-ray-Player hat (die Ultra HD Blu-ray-Player auf dem deutschen Markt, die derzeit/14.12.2016 erhältlich sind, haben allesamt 2 HDMI-Ausgänge), kann einen HDMI-Ausgang für die Tonwiedergabe zum CS 42 Soundbar verwenden und den anderen für die Bildsignalübertragung zum TV
  • Auch möglich ist es, den BD-Player direkt (Bild und Ton) mit einem HDMI-Kabel am TV-Gerät anzuschließen und unter Verwendung der HDMI Audio Return Channel (ARC) Funktion dann den TV und den CS 42 Soundbar miteinander zu verbinden. 

Wir raten tunlichst dazu, nicht den BD-Player und schon gar nicht den Ultra HD BD-Player direkt mit dem CS 42 3.1-Soundbar zu verbinden. Denn Teufel ist im Vergleich zu den riesigen Brands wie Samsung oder Yamaha zu klein, um HDMI 2.0 (mit zusätzlich 4K bei 50/60 Hz sowie BT.2020, HDR, 4:4:4 plus HDCP 2.2) Terminals zu verbauen. Das wäre sehr aufwändig und ist derzeit nicht durchführbar. Aufgrund der anderen, oben beschriebenen Optionen ist dieser Nachteil aber, so denken wir, zu verschmerzen. Andere kleinere Unternehmen offerieren auch nicht die Kombination aus HDMI 2.0 und HDCP 2.2 in ihren Komponenten/Soundbars/Sounddecks. 

Fernbedienung

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Hochwertige Fernbedienung

Die Fernbedienung des Cinesystem ist hervorragend. Verglichen mit anderen mitgelieferten Remotes, die wir bei Konkurrenten im Lieferumfang finden, sticht sie klar hervor. Oben auf der Fernbedienung finden sich die Knöpfe für Standby und Mute-Schaltung. Darunter dann die Lautstärkeregelung mit zwei ebenfalls runden Knöpfen. Darunter dann ein Navigationskreuz, in der Mitte bestätigt man Operationen oder kann sich den aktuellen Status der Wiedergabe On Screen einblenden lassen (z.B. Dolby Digital + DSP-Programm Music plus Wide). Links und rechts dann zwei Cursor-Tasten, die Cursor-Tasten oben und unten dienen der Steuerung/Anpassung der Lautstärke des aktiven Subwoofers. Unter dem Navigationskreuz befindet sich dann die „TV“ Taste links, rechts der Knopf fürs OSD. Weitere Eingänge sind dann in der Reihe darunter anwählbar: HDMI, BT sowie AUX/Optisch. Insgesamt acht kleinere runde Buttons sind dann verantwortlich für den Audio-Modus (Pure, Voice, Music, Movie, Wide, Night, Surround), der achte Knopf ist für Lip Sync. 

OSD

Das Cinesystem verfügt über ein grafisch eher einfaches, aber übersichtliches On Screen Display. Wir haben einige Screenshots erstellt: 

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Klangregelung für Höhen, Mitten und Bass

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Pegel-Justierung

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Lautsprecher-Abstände plus Anpassung für Dynamore (Widening-Effekt)

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Der Subwoofer muss nicht zwingend drahtlos eingebunden werden, man kann ihn auch kabelgebunden betreiben

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System-Einstellungen

Das OSD vereinfacht die Handhabung durch die Übersichtlichkeit und die insgesamt sinnvolle Gliederung der Funktionen. Leider gibt es kein Einmess-System mit Room EQ, wie es z.B. Bose oder Yamaha mitliefern. Das würde eine noch bessere Anpassung auf den jeweiligen Hörraum ermöglichen. 

Klang

Wir starten durch mit der Blu-ray des 007-Films „Ein Quantum Trost“ und lauschen der englischen dts-HD Master Audio-Tonspur, die auf dts 5.1 heruntergerechnet wird. Das Cinesystem Trios verfügt nämlich über Decoder für dts 5.1 und Dolby Digital 5.1, nicht aber für Dolby TrueHD und dts-HD. Dies ist aber nicht weiter gravierend, denn bei aller überragenden Klangqualität, die das Cinesystem ohne Zweifel offeriert, wäre dieser Unterschied akustisch kaum auszumachen. Wenden wir uns also den Qualitäten des Cinesystem Trios in der 5.1 L-Variante im Detail zu und analysieren die einzelnen Komponenten, die für folgende akustische Eindrücke sorgen:

  • Absolut geschlossenes, einheitliches Klangbild mit nahtlosen Übergängen zwischen Front und Surround
  • Exzellente, nahtlose Einbindung des T 4000 Wireless-Aktivsubwoofers. Man kann den Bass nicht orten, zudem füllt er auch mit seinem Sound einen knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum souverän aus. 
  • Sehr feinfühlige Stimmwiedergabe. Stimmen, ganz gleich, ob männliche oder weibliche, haben kaum einen blechernen oder metallischen Einschlag und bleiben selbst bei beachtlicher Lautstärke klar, fein auflösend und gut verständlich. Teufels Soundbar arbeitet überdies Stimmen sorgfältig ein, das heißt, nie wird eine Stimme akustisch über- oder unterrepräsentiert.
  • Enorm gute Grob- und Feindynamik
  • Mit aktiviertem „Dynamore“ Algorithmus erstklassige, konkurrenzlose Weitläufigkeit, ohne Verluste bei Ortungsmöglichkeit und Auflösungsvermögen
  • Durch die Klangfelder „Movie“ und „Music“, durch die hochwertige technische Basis und die gelungene akustische Auslegung eignet sich das Cinesystem Trio 5.1 L gleichermaßen gut für Musik (Stereo und Mehrkanal) und für Filmton. 

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Gleich drei 130 mm Membrane ermöglichen Nachdruck im tieffrequenten Bereich

Besonders hervorzuheben ist der T 4000 Flach-Subwoofer, der nach dem Bassreflex-Prinzip arbeitet. Im Paket enthalten ist das Wireless-Kit von Teufel, so dass man den T 4000 wahlweise drahtlos oder kabelgebunden mit dem Soundbar verbinden kann. Schon aus anderes Tests bekannt, zündet Teufel auch hier wieder eine „akustische Bombe“ der Extraklasse. Satt und kraftvoll ertönt bei „Ein Quantum Trost“ bereits der erste Bass-Schlag, als die Kamerafahrt über die Wasseroberfläche des Gardasees hin zur wilden Verfolgungsjagd führt. Dank einer unteren Grenzfrequenz von 35 Hz und gleich drei 130 mm Tieftonchassis mit Membranen aus beschichteter Zellulose greift der T 4000 massiv ins Geschehen ein. Kontrolliert und akkurat gestaffelt, bringt er nicht nur die massiven Autounfälle in der turbulenten Eröffnungssequenz bravourös zur Geltung, sondern auch, als das Titellied durchstartet, zeigt er sein vielfältiges Können. Der T 4000 ist auch eines der elementar wichtigen Unterscheidungsmerkmale des Cinesystem Trios 5.1 Systems im Vergleich zu anderen derartigen Soundbar-Multichannel-Set-Ups, wie sie beispielsweise von Sonos, Samsung oder Panasonic geliefert werden. Die Performance der Konkurrenten in allen Ehren, aber mit dem T 4000 kann es keiner auch nur annähernd aufnehmen. Dank der schon erwähnten drei Tieftöner werden zwei positive Effekte erzielt. Jedes der drei Chassis hat nur 130 mm Membrandurchmesser. Dadurch ist auch bei kurzen Bassimpulsen ein aus zeitlicher Sicht optimales Ansprechverhalten garantiert. Zum anderen sorgt die insgesamt große Membranfläche für einen hervorragenden Tiefgang. Dadurch, dass es sich um Chassis mit überdurchschnittlich langem Hub handelt, geht ihnen auch bei hohen Lautstärken nicht „die Puste aus“. Die eingebaute Cass D Digitalendstufe mit hoher Effizienz lässt es mit einer kurzzeitigen Spitzenleistung von 250 Watt enorm „krachen“. 150 Watt Sinus-Leistung stehen dauerhaft bereit. Das hochfeste MDF-Gehäuse unterbindet wirkungsvoll alle Arten störender Resonanzen/Vibrationen. Verglichen mit dem „Sperrholz-Feeling“ manches anderen drahtlosen aktiven Subwoofers, der in Komplettsystemen mitgeliefert wird, ist das hier schlichtweg eine andere Welt. 

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Die beiden Aluminium-Säulen sorgen für hohe Klangqualität auf den Surround-Kanälen

Zweiter großer Punkt, der für das Cinesystem Trios 5.1 in der großen L-Version spricht, sind die Säulen-Lautsprecher L 430 FR, mit komplettem, hochwertigen Alu-Gehäuse. Durch den edlen Werkstoff werden schon einmal grundsätzlich deutlich bessere akustische Eigenschaften garantiert als bei Kunststoff oder dünnwandigem MDF. Satter, klarer Klang – es sind eben nicht „nur“ Rear-Lautsprecher. Gerade, wenn man auch anspruchsvolle Effekte oder Musik von hinten wahrnimmt, sind die 3-Wege-Alu-Säulen klar im Vorteil. 100 Watt beträgt die Impulsbelastbarkeit, ein 19 mm Gewebe-Hochtöner, zwei 80 mm Mitteltöner und zwei 80 mm Tieftöner, alle mit Membranen aus beschichtetem Papier, sorgen hier für klangliche Finesse. Bei der Eröffnungssequenz von „Ein Quantum Trost“ begeistern uns die L 430 FR mit einer hohen Detailtreue, einer authentischen Räumlichkeit und einer insgesamt hohen Ausgewogenheit. Die F 430 C sind geschlossen und weisen einen maximalen Schalldruck von 101 dB/1m auf. 86 dB beträgt die Empfindlichkeit (2,83V/1m), das ist durchschnittlich. 

Natürlich würde ohne die RearStation Compact RX die prinzipiell hervorragende Leistungsfähigkeit der L 430 FR „verpuffen“. Teufel hat sich eine spezielle Strategie für größtmögliche Flexibilität überlegt. Pro passiver Box benötigt man ein RearStation Compact RX-Modul. Dieses wird in die Steckdose gesteckt, mit der CS 42 gekoppelt (was sehr einfach, nämlich vollautomatisch, funktioniert). Die Rear Station Compact RX wird dann mittels handelsüblichem Lautsprecherkabel mit der passiven Box, in unserem Falle der F 430 FR, verbunden. Die maximale Ausgangsleistung der RearStation Compact RX liegt pro Kanal bei 80 Watt, die dauerhaft verfügbare Sinus-Leistung bei 60 Watt. Verbaut sind hocheffiziente Class D-Verstärker, die in den kompakten Gehäusen der RearStation Platz finden. Durch die absolut ausreichende Verstärkerleistung schafft die RearStation Compact RX demnach erstklassige Voraussetzungen, um die F 430 FR akustisch ausgezeichnet in Szene zu setzen. Auch bei beträchtlichem Pegel geht dem Class D-Amplifier nicht die Kraft aus. Als 007 bei „Ein Quantum Trost“ den zur Gegenseite übergelaufenen MI6-Leibwächter verfolgt, ist eine hohe Effekt-Dichte garantiert. Die tobenden Massen beim „Palio“, den traditionellen Pferderennen, und dann das finale Gefecht auf dem Kirchturm, der gerade saniert wird: Es kommt zu zahlreichen, teils auch komplexen Effektgebilden mit hohem Dynamikumfang. Dass genug Leistung bei der RearStation RX vorhanden ist, merkt man daran, wie sauber, wie kraftvoll und wie raumfüllend Effekte präsentiert werden, die von hinten kommen. 

Noch weitere Vorzüge sprechen für das Teufel-System. So sind die Einstell-Optionen sind von großem Nutzen. Teufels hauseigene „Dynamore“ Expand-Technologie für eine Verbreiterung der Bühne vorne beim 3.1 Soundbar CS 42 kennen wir schon vom Bluetooth-Lautsprecher Bamster Pro. Doch die Vorzüge in Verbindung mit dem Bamster Pro, die wir schon sehr lobten, sind nichts gegen das, was Dynamore beim Cinesystem leistet. Wir sprechen von einer differenzierten, exakt definierten, weitläufigen Bühne, die ohne Abstriche das Beste ist, was wir bislang von einer Soundbar gehört haben. Hätte Teufel dem Cinesystem noch Speaker-Arrays für dts:X und Dolby Atmos spendiert – die Berliner würden eine neue Ära des 360 Grad Surround-Panoramas bei einem Soundbar-basierten Mehrkanal-System einläuten. Aber auch das, was jetzt schon hörbar ist, setzt Maßstäbe: So gut, wie das Cinesystem klingt, klingen viele „echte“ Surround-Anlagen mit einem AV-Receiver als Mittelpunkt und daran angeschlossenen 5.1-Systeme nicht. Alles erscheint akustisch wie aus einem Guss, lückenlos, mit einer klanglichen Wirkung, die den Zuhörer einhüllt – richtiges „Erlebnis-Feeling“ mit zwei tollen DSP-Modi für „Movie“ und „Music“. „Movie“, so unsere Eindrücke, hebt Effekte aller Art noch mit deutlichen Konturen hervor, während „Music“ eine Idee runder, mit besonders fließenden Übergängen auch zwischen den einzelnen Frequenzbereichen, auftritt. Einen „Voice“ Modus für besonders gut verständliche Stimmen gibt es übrigens auch noch, aber dieser wird in erster Linie vielleicht bei Nachrichtensendungen, Dokumentationen, Talk-Runden oder ähnlichem Quellmaterial interessant sein. Hört man nachts, gibt es einen Nacht-Modus mit verringertem Dynamik-Umfang. Denn mit dem Cinesystem Trios kann man sehr vehement aufdrehen und durchaus das gesamte Mietshaus oder auch verschiedene Familien in einer Reihenhaus-Siedlung aufwecken. Uns sind kaum Soundbar-Multichannel-Systeme bekannt, die mit so hohen Pegeln klar kommen wie das Cinesystem Trios. 

Bilanzierend stellen wir bei „Ein Quantum Trost“ fest: Der Music Score wird akkurat vom Rest der Akustik getrennt, und Einzelheiten wie zum Beispiel des Hochdrehen des Motors beim Aston Martin DBS gleich zu Beginn des Films kommen sauber und dynamisch zur Geltung. Die zahlreichen Unfälle überzeugen nicht nur durch Wucht, Dynamik und Durchsetzungskraft, sondern auch durch Räumlichkeit und Auflösungsvermögen. Als es ruhiger wird und Bond mit dem ziemlich ramponierten Sportwagen samt „Gefangenem“ im Kofferraum in Siena ankommt, zeigt uns das Cinesystem Trios, dass auch weniger nachdrückliche Szenen akustisch überragend herausgearbeitet werden. Als im nächsten Kapitel dann das Mitglied des Verbrechersyndikats verhört wird, stellt das Cinesystem den Hall im unterirdischen Gewölbe stimmig heraus. Als dann der Leibwächter das Feuer eröffnet und den Gefangenen tötet, kommen die Schussgeräusche erneut gut heraus – erneut deshalb, weil schon die MP-Salven der Killer, die 007 um den Gardasee jagten, sehr akkurat und mit enormer Dynamik übertragen wurden. 

Bei „Avengers“ (BD, deutsche Tonspur) hören wir uns das 14. Kapitel „Die Invasion beginnt“ an. Die Geräusche des Reaktors kommen räumlich dicht heraus, und als sich dann das schwarze Loch öffnet, wird auch dieses Ereignis sehr lebendig und dynamisch übertragen. Bei dieser BD gelingt es dem Cinesystem wieder, den Music Score akkurat einzuarbeiten. Der Dialog zwischen Stark und Loki liegt Teufels Multichannel-Set auch – aufgrund der Lokalität ist leichter Hall zu hören. Als sich Stark einen Drink einschenkt, präsentiert das Cinesystem auch solche kleinen Nebensächlichkeiten mit hoher Auflösung. Als dann Stark aus dem geschlossenen Fenster fliegt, sind die herumfliegenden Glassplitter im ganzen Hörraum in feiner Verteilung zu hören. In der Luft legt dann Stark seine „Iron Man“ Rüstung an. All diese Effektgewalt wirkt nie monoton oder oberflächlich, sondern immer sehr intensiv mit enormer räumlicher Tiefe. Das „Movie“ DSP in  Verbindung mit dem „Dynamore“ Widening entpuppt sich auch hier als beste Lösung: Nachdrücklich, füllig, aber nicht übertrieben – auch die große Schlacht wird vielschichtig im folgenden Kapitel „Der Krieg“ herausgearbeitet. Durch die Luft fliegende Aliens, Iron Man in seiner raketengetriebenen Rüstung, der Jet der Avengers, die riesige fliegende, gepanzerte Echse, die aus dem schwarzen Loch kommt: Der T 4000 ist kaum an seine Grenzen zu bringen. Nur beim ersten Auftritt der Echse schlagen die Membranen kurz an, sonst bleibt der Bassist völlig souverän. 

Nun wenden wir uns dem nächsten Beispiel zu, diesmal hören wir Musik. Von der „A New Day“ Blu-ray von Celine Dion (Live-Konzert aus Las Vegas) hören wir ihre Adaption von „The Power Of Love“ (nativ in Dolby TrueHD). Wir hören in Dolby Digital 5.1 + Music-DSP+Dynamore-Widening. Und das Ergebnis spricht für sich: Klare Stimmwiedergabe, tadellos fokussiert, mit sehr guter Staffelung der Instrumente. Das Auflösungsvermögen ist enorm, der aktive drahtlose Subwoofer schaltet sich mit den schon oben geschilderten Qualitäten dazu. Eine harmonische akustische Einheit also auch bei Musik.  Beim Titel „It’s All Coming Back To Me Now“ hören wir ein weiteres Mal auf die feine Detaillierung. Das Piano wird mit gutem Feingefühl präsentiert. Hier müssen wir aber auch gleich eine Grenze ziehen. Bei allem Lob für das Cinesystem – Musikliebhaber, die auf höchstem Level mehrkanalig genießen möchten, sollten nach wie vor einen Oberklasse-AV-Receiver und ein dazu passendes Mehrkanal-Lautsprechersystem konsultieren. Faktoren wie die letzten vokalen Ausprägungen, feinst dosierte Räumlichkeit oder aber die Anschlagdynamik des Klaviers gehen selbst bei einem sehr guten Soundbar-basierten Multichannel-Set verloren, das sollte vor dem Kauf absolut klar sein. 

„Die Post ab“ geht auf der Tiesto Blu-ray „Elements Of Live – Copenhagen“, die in dts-HD vorliegt. Wir wenden uns der zweiten BD zu und beginnen mit „Back In Your Head“. Straff und mit Nachdruck erfreut uns der T 4000 im Bassbereich mit einem sehr guten Fundament. Der Kickbass wird schnell und impulstreu erfasst. Effekte befördert das Cinesystem bis weit in den Hörraum. Beeindruckend sind auch hier wieder die Vorzüge des Dynamore Widenings: Klare räumliche Weite, sehr gute Staffelung, nahezu keine Präzisionsverluste. Wir setzen fort mit „He’s a Pirate“ und auch hier verbreitet das Cinesystem gekonnt Live-Flair. Die Beifallsbekundungen der Fans wirken lebhaft, das Klangbild tritt geschlossen und vielschichtig auf. Dem Bass fehlt es nicht an Härte, die Effekte dringen bis weit selbst in einen über 25 Quadratmeter großen Hörraum vor. Die schon mehrfach positiv angesprochene Pegelfestigkeit ist auch bei der Tiesto-Blu-ray ein großer Pluspunkt: So kann man eben nicht nur leicht über Zimmerlautstärke hören, sondern auch richtig aufdrehen – dem „Party-Abend“ im Wohnzimmer steht nichts im Wege, wenn man das Cinesystem Trio 5.1 in L-Variante zuhause betreibt. 

Fazit

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Eine neue Ära von Multichannel-Lösung wurde schon von einiger Zeit zum Beispiel von Sonos, Samsung oder Panasonic eingeleitet. Vorn eine Soundbar, dazu drahtlose Einbindung von Surround-Lautsprechern und ein kabelloser Subwoofer – so hört man heute Multichannel, ohne Kabelwirrwarr und ohne große AV-Receiver. Teufel ist zwar spät dran, treibt dieses Konzept aber akustisch auf die Spitze. Keine Billig-Boxen, sondern edle, hochwertige Alu-Säulen als Rears, keine wummernde Sperrholz-Kiste oder ein leistungsschwaches Designer-Stück, sondern ein solider, schicker, extrem leistungsstarker Subwoofer: Die Rahmenbedingungen könnten kaum besser sein. Klar, dass auch der Haupt-Akteur überzeugen muss, aber das tut er praktisch ohne Abstriche: Der Cinebar C 42 3.1 Soundbar liefert eine überragend gestaffelte Bühne und dank Dynamore eine erstklassige, glaubwürdige räumliche Weite. Natürlich läuft die Gesamt-Bewetung auch bei einem so guten Produkt nicht ohne Kritik ab: Nur HDMI 1.4b an Bord, und nur ein HDMI-Eingang und ein HDMI-Ausgang. Mehr HDMI-Eingänge der Spezifikation 2.0 plus HDCP 2.2 und ein Lautsprechereinmess-/Room EQ-System würden auf unserer Wunschliste stehen. Wer sich beschwert, dass keine Einbindung in ein Wireless Multiroom Audio-System möglich ist, dem kann gleich geholfen werden: Für derzeit (Stand 14. Dezember 2016) knapp 160 EUR kann man sich den Raumfeld Connector ins Haus holen, der dieses Problem komfortabel löst. 

Eine erstklassige Surround-Anlage, elegant und edel, grandios klingend – Teufel läutet mit dem Cinesystem Trios eine neue Multichannel-Ära ein
referenz
Gesamtreferenz Multichannel Soundbar-Systeme Oberklasse
Test 14. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 14. Dezember 2016




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