TEST: Teufel 5.1-Komplettpaket Concept E Digital – günstige Quelle akustischer Freude?

Teufel Concept E Gruppenbild4

Schnell zugreifen – für kurze Zeit ruft Teufel lediglich 350 EUR fürs Concept E Digital auf 

Ein preiswertes 5.1-Set, das man fürs PC-Gaming, aber auch als kleines, attraktives Mehrkanal-Komplettset im Wohnzimmer nutzen kann – hier sind Offerten eher Mangelware. Umso schöner, dass sich der Berliner Lautsprecher-Direktversender Teufel mit dem Concept E Digital, gerade zum Aktionspreis 100 EUR günstiger für knapp 350 EUR zu erwerben, diesem Zielgebiet angenommen hat. 

Und wie – denn das Concept E Digital sticht auch durch seine praxisgerechte Ausstattung hervor. Ein Bluetooth-Empfänger  (mit aptX-Support)ist integriert, somit steht dem kabellosen Streaming nichts entgegen. Dank des eingebauten Dolby Pro Logic 2 Decoders, der sich zu den Decodern für Dolby Digital und DTS gesellt, können Bluetooth Stereo-Streams auch auf 5.1 aufpoliert werden.

Nicht nur Bluetooth steht zur Verfügung, sondern man kann das Concept E Digital direkt über USB mit PC oder Notebook verbinden. Somit fungiert es dann auch als USB-Soundkarte und liefert ideale Voraussetzung für eine packende akustische Umsetzung von Games oder Videos vom PC. 

Teufel Concept E CE2013SW Anschluesse Rueckseite

Das Concept E Digital zeigt sich auch sonst recht anschlussfreudig, denn es gibt einen optischen und einen koaxialen Digitaleingang, sowie einen analogen Stereo-Cinch-Eingang. 3 x 3,5 mm Line-In sind auch vorhanden. 

Teufel Concept E CE2013SW Innenleben Gesamt1

Elektronik in der Übersicht

Teufel Concept E CE2013SW Innenleben1

Platinenlayout im Detail

Teufel Concept E CE2013SW Innenleben2

Kabel mit Umhüllung – alles ist zwar einfach, aber nicht billig

Teufel Concept E CE2013SW Bedienfeld1

Subwoofer-Bedienung an der Front

Damit alle Signale entsprechend umgesetzt werden können, greift das Concept E Digital auf satte 500 Watt Systemleistung zurück. Die komplette Elektronik ist im Subwoofer verbaut, an dessen Front finden sich optisch recht gut gemacht Folientasten, mit denen man die Funktionen leicht verständlich sowie übersichtlich steuern kann.

Teufel Concept E WR1 Seitenansicht

Puck-Fernbedienung aus seitlicher Perspektive

Teufel Concept E WR1 Front

Schick und solide

Alternativ liefert Teufel eine runde, recht schwere, solide wirkende und stylische Puck-Fernbedienung mit. Diese arbeitet mit Funkt und agiert daher auch, wenn  kein direkter Sichtkontakt zwischen Puck und Subwoofer vorhanden ist. Durch Drehen am Puck wird die Lautstärke verändert, seitlich ist überdies eine Taste angebracht, mit der man die Bedienebene wechseln kann: Drückt man sie, ist man nun in der Lage, per Puck die Quellwahl durchzuführen. Das macht alles Spaß und gefällt uns gut, manche Einstellung aber muss direkt auf der Front des Subwoofers vorgenommen werden. 

Wenden wir uns wieder der technischen Qualität des Concept E Digital zu, die sich auch in den solide konstruierten 2-Wege-Satelliten zeigt. Ein 80 mm Mitteltöner und ein 19 mm Hochtöner mit gutem Auflösungsvermögen stellen hier die Bestückung dar. 

Man kann die Satelliten des Concept E flexibel aufstellen, per integrierter Schlüsselloch-Halterung zum Beispiel auch an der Wand montieren. Der Standfuß P 50, optional lieferbar, dient zur Unterbringung frei im Raum. 

Aus was besteht das Concept E Digital Set im einzelnen? Viermal ist der CS 25 FCR Mk3 Satellit für Front Links/Rechts und Surround Links/Rechts enthalten, einmal der Center-Lautsprecher CS 35 C Mk3, einmal der Aktiv-Subwoofer CE 2013 SW, ein 2 Meter USB-2.0-Kabel liefert Teufel ebenso mit wie meist ausreichende 30 Meter Lautsprecher-Kabel. Die Wireless-Puck-Fernbedienung WR1 fehlt natürlich auch nicht. 

Teufel Concept E CE2013SW Front Seitlich1

Subwoofer von vorn

Teufel Concept E CE2013SW Rueckseite Seitlich4

Subwoofer-Rückseite

Teufel Concept E CE2013SW Unterseite3

Unterseite

Teufel Concept E CE2013SW Tieftoener

200 mm Basstreiber

Teufel Concept E CE2013SW Bassreflexrohr Standfuss

 Standfuß

Beginnen wir bei den Details mit dem Subwoofer, der alle Endstufen des Systems in seinem aufgeräumten Inneren beherbergt. Überhaupt tritt er uns solide verarbeitet und keinesfalls billig gegenüber, so dass man schon etwas überrascht ist. Der Mittelpunkt der Anlage hat ein MDF-Gehäuse und arbeitet in seiner Funktion als Basslautsprecher nach dem Bassreflex-Prinzip. Die Oberfläche ist nicht, wie es in den technischen Daten auf der Website steht, in in Hochglanz foliert,  sondern in schwarz-matt, was unserer Meinung nach deutlich besser aussieht. Die Folierung macht einen guten Eindruck.

Der Tieftöner misst 200 mm und besteht aus beschichteter Zellulose. 108 dB/1m wird als maximaler Schalldruck vom CE 2013 SW erzeugt. Als untere Grenzfrequenz werden 40 Hz angegeben.  Die Class-D-Verstärkereinheit bietet 60 Watt maximale Ausgangsleistung für jeden Satellitenkanal und maximal 200 Watt für den Subwoofer, was zusammen die erwähnten 500 Watt Spitzen-Systemleistung ergibt. Im Dauerbetrieb werden 45 Watt für jeden Satelliten und 150 Watt für den Bassbereich erzielt. 

Der Subwoofer ist 32 cm tief, 31,5 cm breit und 35 cm hoch, das Gewicht beträgt 10,5 kg. Bei Netztrennung werden alle Einstellungen gespeichert, zwingend notwendig ist das nicht, da im Standby-Betrieb nur 0,4 Watt benötigt werden. Maximal nimmt der CE 2013 SW 500 Watt an Leistung auf. 

Teufel Concept E CS25FCR Mk3 Rueckseite Seitlich2

Satellit von hinten

Teufel Concept E CS25FCR Mk3 Front Seitlich2

Satellit von vorn

Der Satelliten-Lautsprecher CS 25 FCR Mk3 ist viermal im Paket enthalten und mit 60 Watt langfristig sowie mit 120 Watt kurzzeitig belastbar (nach IEC). Die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) gibt Teufel mit 85 dB an. Wer die Satelliten unabhängig vom Subwoofer nutzt, braucht mindestens 10 Watt Verstärkerleistung pro Satellit. Maximal können die Satelliten 103 dB Schalldruck erzeugen und geben Frequenzen zwischen 150 Hz und 20 kHz wieder. Die Nennimpedanz liegt bei 4 bis 8 Ohm. Der 19 mm Hochtöner besteht aus Seide, die Membran des 80 mm Mittel-/Tieftöners aus Zellulose. Das Gehäuse arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip und besteht aus Struktur-Kunststoff, der mit mattem Lack in guter Qualität überzogen ist. Lediglich die billigen Klemmanschlüsse an allen Komponenten zeigen hier deutlich die Preisklasse. Die Satelliten haben ein Netto-Innenvolumen von 0,7 Litern und sind 95, cm tief, 10 cm breit und 14,1 cm hoch. Sie wiegen pro Stück 0,72 kg. 

Teufel Concept E CS35C Mk3 Front Seitlich3

Der Center

Teufel Concept E CS35C Mk3 Wandhalter

Möglichkeit zur Wandbefestigung

Teufel Concept E CS35C Mk3 Rueckseite Seitlich3

Rückseite

Teufel Concept E CS35C Mk3 Anschluesse

Klemmanschlüsse

Was ist anders am CS 35 C Centerlautsprecher? Er ist mit 80 bzw. 160 Watt belastbar, hat 88 dB Empfindlichkeit, erzeugt maximal 105 dB Schalldruck und hat zwei Mitteltieftöner an Bord. Sein Netto-Innenvolumen liegt bei 1,2 Litern, er wiegt 1,2 kg und ist 9,5 cm tief, 22,6 cm breit und 10 cm hoch.

Klang 

Sind die Qualitäten bei der Wiedergabe von Filmmaterial überzeugend?  Wir haben uns ab dem 14. Kapitel „Die Invasion beginnt“ die BD der „Avengers“ angehört. Und gleich legt das Concept E Digital los, das wir verblüfft sind: Kleine Effekte kommen gut heraus, wie man beim leisen Beginn auf dem Stark Tower bemerkt. Die Dialogsequenz zwischen Stark und Loki wird sauber herausgearbeitet. Der leichte Hall der Stimmen, bedingt durch die Lokalität, kommt prima heraus. Der Center ermöglicht es trotz kompakter Abmessungen, gerade in horizontaler Richtung einen überraschend breiten Abstrahlwinkel. Der Music Score wird jederzeit gut eingearbeitet. Jeder Touch des akustisch Ärmlichen geht dem Concept E ab, das ist auch da zu merken, als Loki versucht, Stark zu manipulieren, Das Geräusch, als seine Waffe die Brust von Stark berührt, wird authentisch wiedergegeben.

Kurze Zeit später, als Stark aus dem Fenster katapultiert wird und er seinen Anzug sozusagen in der Luft anzieht, steht der erste „größere Effekt“ der Szene an, und auch hier setzt sich das Concept E solide in Szene. Fluggeräusche, Explosionen und ähnliche laute Effekte werden vom kraftvollen, aber doch relativ kompakten aktiven Subwoofer prima umgesetzt. Ganz unten im Frequenzkeller fehlt es dann etwas an Volumen, und wenn man es sehr laut angehen lässt, ist irgendwann das Chassis im Ende, und es kommt zu Verzerrungen – aber wir reden über ein 5.1 Set, das gerade für 350 EUR angeboten wird. Und in Anbetracht dieser Tatsache ist die Performance exzellent. Die Polizeiauto-Sirenen, der durch die Luft rasende Iron Man, die Geräusche rund um das Spezialflugzeug der Avengers – all dies verdichtet sich zu einem Heimkino-Erlebnis, mit dem man in dieser Preisliga nicht rechnet. 

Das gleiche akustische Bild zeichnet sich auch beim James Bond-Film (BD) „Ein Quantum Trost“ ab. Hier haben wir uns den Filmbeginn angehört, als der britische Doppelnull-Agent mit einem wertvollen Gefangenen im Kofferraum von schießwütigen Killern auf einer schmalen Uferstraße am oberitalienischen Gardasee erbarmungslos gejagt wird. Bond sitzt im 12-zylindrigen Aston Martin DBS, die Killer setzen auf (inzwischen nicht mehr gebaute) Alfa Romeo 159. Das Hochdrehen des Motors des britischen Supersportwagens, das Einrasten der Gänge, das Quietschen der Reifen – alles wird mit einer für diese Preisklasse sehr guten Detaillierung präsentiert. Als der erste der beiden Alfa gegen einen entgegen kommenden LKW knallt, wird der heftige Aufprall akustisch ausgezeichnet zur Geltung gebracht, Trümmerteile und Scherben spritzen nach allen Seiten weg. Die zahlreichen Salven aus den automatischen Waffen der Killerbrigade haben Fundament und Durchsetzungskraft. 

In allen Sequenzen geht der Music Score nicht unter, sondern wird so gut eingearbeitet, dass er den Spannungsbogen wirkungsvoll unterstützt. Das Concept E Digital eröffnet gerade in Räumen von gut 10 bis gut 20 Quadratmetern eine dichte Räumlichkeit, die den Betrachter gut ins Geschehen integriert. Sicherlich darf man nicht die Vielschichtigkeit teurer 5.1-Systeme erwarten, aber für ein erstaunlich mitreißendes Spektakel, gern auch bei erhöhtem Pegel, reicht das Gebotene problemlos aus. 

Und wie sieht es bezüglich der Eignung bei musikalischem Material aus? Wir haben uns „New Kid In Town“ von den Eagles (BD „Farewell Tour“) angehört und müssen sagen – für den Alltagsbetrieb beim Hörer mit normalem Anspruch ist das Ergebnis richtig gut, in sich schlüssig, nicht zu spitz oder zu unausgewogen. Die Stimme wird ordentlich wiedergegeben, wenngleich natürlich stimmtypische Charakteristika nicht zur Gänze präsentiert werden, das sollte aber niemanden verwundern. Die Instrumente arbeitet das Concept E Digital sauber heraus, und der Subwoofer gliedert sich passend ins tonale Gesamtgefüge ein. Die kleinen Satelliten spielen überraschend komplett auf und ermöglichen sogar einen relativ frei aufspielenden, tonal recht verfärbungsfreien Hochtonbereich.

Bei Paul Kalkbrenners Electronic-Hit „Altes Karmuffel“ (BD „2010“) muss das Concept E seine dynamischen Fähigkeiten und seine Pegelfestigkeit erneut unter Beweis stellen. Direkt von Beginn an werden die zahlreichen elektronischen Effekte lebendig dargestellt. Dabei erfasst das Concept E Digital auch kleinere dynamische Differenzen. Als dann das Live-Konzert beginnt, werden die Beifallsbekundungen des Publikums räumlich ausgezeichnet dargestellt. Der harte Basseinsatz stellt keine unüberwindbare Hürde für das Concept E Digital dar – der Bass kommt satt und mit der nötigen Härte heraus. Insgesamt eine gute Leistung, wobei der anspruchsvolle Musikliebhaber etwas feindynamische Strukturierung vermisst – was aber in der günstigen Klasse absolut verständlich ist.Exakt ausbalancierte Raffinesse kann man hier nicht erwarten.

So können wir bilanzieren: Natürlich richtet sich das System an anspruchsvolle PC-Gamer, aber damit sind die Fähigkeiten bei weitem nicht erschöpft, denn auch als vollwertige, kompakte 5.1 Anlage im Wohnzimmer sorgt das Concept E Digital für Aufsehen, was deutlich mehr erstaunt. 

Das Concept E Digital ist auch Bluetooth-fähig – wie sieht es hier mit der Performance aus? Schnell ist unser Apple iPhone 5S per Bluetooth mit dem Concept S Digital gekoppelt, und es kann direkt losgehen. „The Word Is Not Enough“, so lautet der Titel des Garbage-Songs aus dem gleichnamigen 007-Film. Ist denn der Klang des Concept E Digital genug für die Welt? Dank eingebautem Dolby Pro Logic 2 Decoder kann man das Stereo-Bluetooth-Signal auf 5.1 ausweiten – und das gelingt ganz ausgezeichnet. 349 EUR kostet das System derzeit – hier sollte man rasch zugreifen, denn so viel Klang für so wenig Geld dürfte sonst schwer zu finden sein. Räumlichkeit, Fundament, Klarheit und Homogenität, all dies wird auf einem Level offeriert, der manchem doppelt so teuren System im übertragenen Sinne „die Tränen in die Augen“ treiben dürfte. Bei „License To Kill“ von Gladys Knight erfreut uns das Teufel 5.1-Ensemble mit solider Stimmwiedergabe und einer erneut akkuraten Aufbereitung von 2.0 auf 5.1. Der aktive Subwoofer stellt eine kräftige, aber nicht unschön überzogene tieffrequente Basis zur Verfügung und arbeitet praktisch nahtlos mit den kompakten vier Satelliten und dem querformatigen Center zusammen. Der Stimme wird durch das Aufpolieren von 2.0 auf 5.1 kaum Präzision genommen, der gesamte Klang erscheint natürlich und direkt. Hallige oder schwammige Elemente sind hier im Klangbild nicht auszumachen. 

Fazit

Teufel Concept E Gruppenbild4

das Teufel Concept E Digital offeriert einen hervorragenden Gegenwert fürs Geld. Normalerweise 449 EUR kostend, wird es derzeit für 100 EUR weniger angeboten – und schon für den normalen Preis werden ausgezeichnete Leistungen erzielt. Gut verarbeitet, mit der schicken, teilweise praktischen Puck-Fernbedienung und mit Bluetooth sowie USB-Soundkartenfunktion kann uns das Concept E Digital in weiten Zügen überzeugen. Decoder für Dolby Digital, DTS und Dolby Pro Logic 2 fehlen ebenso wenig wie für die Preisliga recht aufwändig konstruierte 2-Wege-Satelliten. Mit recht kultiviertem, aber gleichzeitig dynamischem Klang sowie sehr guter Pegelfestigkeit geht das Concept E Digital auch unter klanglichen Aspekten seinen Weg – Konkurrenenz gibt es eigentlich keine, da hochwertige PC 5.1 Systeme der Konkurrenz meist unterdurchschnittlich agieren, wenn sie als vollwertiges 5.1-System genutzt werden sollen. Teufel besetzt somit gekonnt eine Lücke, die andere hinterlassen, und bietet ein flexibles, wohlklingendes System mit nahezu vollständiger sowie praxisgerechter Ausstattung an. 

Ausgezeichnet klingendes 5.1-Kompaktsystem mit praxisgerechter Ausstattung zum Schnäppchenpreis
ueberragend
5.1-Komplettsystem Einsteigerklasse
Test 03. Juli 2014

+ Stimmiges Gesamtkonzept mit USB-Soundkartenfunktion, Bluetooth sowie DD und DTS-Decoder
+ Kräftiger, homogener Klang
+ Für die Preisklasse aufwändig konstruierte Satelliten sichern gute Dynamik und recht neutrale Klangfarbe
+ Pegelfest
+ Subwoofer mit tadellosem Tiefgang
+ Preisgünstig

– Puckfernbedienung ermöglicht nicht den Zugriff auf alle Funktionen (nur Lautstärke, Mute und Quellwahl)
– Nur Klemmanschlüsse fürs Lautsprecherkabel

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Juli 2014




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