TEST: Panasonic Over-Ear-Kopfhörer RP-HC800 mit aktiver Geräuschunterdrückung – idealer Reisebegleiter mit 40 Stunden Batterielaufzeit?

Panasonic RP-HC800 4

Für 199 EUR ist der ausschließlich in schwarzer Version lieferbare Panasonic Over-Ear-Kopfhörer RP-HC800 erhältlich. Ausgestattet mit aktivem Noise Cancelling, praktischer Transportbox, Flugzeug-Adapter und großen 40 mm Treibern plus Neodym-Magneten erweist sich der Panasonic als praktischer Begleiter für alle Reise-Aktivitäten. 40 Stunden Laufzeit mit einer AAA-Batterie ist erstklassig, und auch sonst spricht vieles für den im klassischen, aber nicht sonderlich trendigen Design gehaltenen RP-HC800.

Panasonic RP-HC800 5

Ohrmuscheln außen in recht hochwertiger Anmutung

Panasonic RP-HC800 6

Verstellmechanismus, innen Kunststoff, außen Metall

Panasonic RP-HC800 10

Mit nur einer AAA-Batterie (LR03-Typ) bis zu 40 Stunden Laufzeit

Panasonic RP-HC800 9

Das Kabel ist abnehmbar. Bequeme Polsterung der Ohrmuscheln

Panasonic RP-HC800 8

Kopfband

Panasonic RP-HC800 7

Im Detail

Panasonic RP-HC800 11

Lieferumfang

Panasonic RP-HC800 12

Flugzeugadapter und 1,5 m langes Kabel

Er ist prima verarbeitet, hat sehr gut gepolsterte Ohrmuscheln und auch ein bequem gepolstertes Kopfband. Mit 247 Gramm ist er überdies nicht zu schwer. Der Panasonic stellt Frequenzen zwischen 10 Hz und 25 kHz dar und ist mit maximal 50 mW belastbar. Ein löblicherweise abnehmbares und einseitig geführtes Kabel mit 1,5 m Länge befindet sich im Lieferumfang. Leider fehlt eine integrierte Kabelfernbedienung. Dank der um 90 Grad schwenkbaren Ohrmuscheln lässt sich der RP-HC800 Platz sparend in der angemessen hochwertigen Aufbewahrungsbox verstauen. 

Klang

Eines vorweg – man kann den RP-HC800 auch ohne das aktive Noise Cancelling betreiben, aber das ist wirklich nur eine Notlösung. Der Klang ist dann fade, es fehlt an Ausdruckskraft und Substanz. Daher – bei 40 Stunden maximaler Batterielaufzeit wird es beinahe immer möglich sein, den RP-HC800 mit einer AAA-Batterie, die es nahezu an jedem Airport zu kaufen gibt, zu betreiben. Und der Klang dann öffnet Auge und Ohr. Zunächst gehen wir auf das Noise Cancelling ein. Panasonic ist stolz auf die Wirkungsweise und die Verbesserung gegenüber dem Vorgänger RP-HC700, der auch eine UVP von 199 EUR hatte, im Internet derzeit aber für gut die Hälfte, knapp 110 EUR, erhältlich ist. 

Panasonic RP-HC800 Active Noise Cancelling

Wie die Grafik oben verdeutlicht, liegt der Vorzug des neuen Active Noise Cancelling Kopfhörers im deutlich breiteren Wirkungsbereich. Dadurch kann das Noise Cancelling viel effektiver arbeiten. Wir sind sehr angetan. Auch wenn Hersteller wie Bose oder AKG und seit einiger Zeit Teufel mit dem sehr guten Mute immer zuerst erwähnt werden, so muss sich der RP-HC800 keinesfalls verstecken. Bis zu 92 Prozent der externen Geräusche werden herausgefiltert, verspricht Panasonic.

Und wie sieht es in der Praxis aus? Umgebungsgeräusche werden ausgezeichnet absorbiert, so dass man selbst in lauten Umgebungen kaum etwas vom Geschehen außen mitbekommt, sondern sich voll der Wiedergabe durch den RP-HC800 widmen kann. Es gibt so gut wie kein Rauschen bei Anwendung des aktiven Noise Cancellings, auch hier befindet sich der Panasonic klar in der Spitzengruppe. Für den Kopfhörer spricht auch der – zumindest bei uns – nahezu perfekte Sitz. Mittels des Verstellmechanismus (leider nicht komplett aus Metall, sondern Metall mit Kunststoff-Kern) kann man den RP-HC800 präzise auf Kopfgröße und Kopfform des Trägers einstellen, und das Material der Ohrmuscheln ist kaum Schweiß treibend. Trotz des schwülen Sommerwetters kann man den RP-HC800 daher problemlos tragen. Das Gewicht des Kopfhörers fällt mit 247 Gramm nicht zu hoch aus. 

Panasonic RP-HC800 Treiber

40 mm Treiber

Wir steigen in die Klangtestreihen mit verschiedenen Songs aus dem Andrea Bocelli-Album „Passione“ ein. Bei „Perfidia“ beeindruckt uns das Volumen, das der RP-HC800 zur Verfügung stellt. Ein weiter, auch von der Tiefe her überzeugender Raum öffnet sich dem Zuhörer. Der exakt den richtigen Punkt treffende Bass und die lebendige, klare Stimmwiedergabe sind weitere „Zutaten“, die die Güte des „Panasonic-Rezepts“ untermauern. Souverän und gelassen macht sich der RP-HC800 an die Arbeit, und bleibt auch bei höherem Pegel dank der 40 mm Treiber mit Neodym-Magneten gelassen. Beim melancholisch-emotionalen „Love in Portofino“ trifft der RP-HC800 erneut „den richtigen Ton“. Sicherlich haben wir keinen 800 EUR-Kopfhörer mit sensationeller Detaillierung und feinsten Konturen auf dem Kopf, aber das erwartet für knapp 200 EUR auch niemand.

Mit dem ausgewogenen, gleichzeitig natürlichen Klang mit minimal warmen Einschlag eignet sich der Panasonic Noise Cancelling Kopfhörer aber ideal für die längere Reise. Der bequeme Sitz, die effektive aktive Geräuschunterdrückung und der homogene Klang gehen hier eine ausgezeichnete Verbindung miteinander ein.  Bei „La Vie En Rose“ (Duett mit Edith Piaf) setzt der RP-HC800 seine eindrucksvolle akustische Demonstration fort und begeistert durch die substanzreiche und lebendige Vorstellung. Die Stimmen von Andrea und Edith kommen mit feiner Kontur ausgesprochen überzeugend zur Geltung. 

Trotz nur befriedigendem Quellmaterial gibt der RP-HC800 die Love-Ballade „Carrie“ von Europe hervorragend wieder. Klar, mit solider Trennung von Stimme und Instrumenten, und mit höchst ausgewogenem Klang, dominiert der RP-HC800 souverän die Konkurrenz. Auch Impulstreue und Lebendigkeit sind auf hohem Niveau. Auch der Erasure-Klassiker „Sometimes“ kommt gelungen zur Geltung. Die dichte Räumlichkeit, das tadellose Auflösungsvermögen und die tadellose Gesamtdynamik stellen hier die Basis für eine lobenswerte akustische Leistung dar.

„Don’t Be So Shy“ – diesen Titel des 80er Jahre Moti Special-Songs können wir der Panasonic-Marketingabteilung mit auf den Weg geben. Man agiert hier eher zurückhaltend, was die Promotion für den RP-HC800 angeht, dabei hätte der klangstarke Kopfhörer deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Kraftvoll, aber gleichzeitig harmonisch und authentisch, macht er sich auch bei diesem Hit der 80er ans Werk. Da war es zu erwarten, dass der RP-HC800 auch bei „West End Girls“ der Pet Shop Boys überzeugend abschneidet. Die Geräusche im Intro arbeitet er gut heraus, der Rhythmus wird impulstreu herausgearbeitet. Der Klang wirkt weitläufig und souverän, der Panasonic erweist sich ein weiteres Mal als der richtige Begleiter fürs Langzeithören, z.B. beim Interkontinentalflug. 

„A View To A Kill“ – dieser 007-Titelsong stellt den RP-HC800 vor keinerlei Probleme. Satt kommt der Bass heraus, akkurat gelingt die Trennung der unterschiedlichen musikalischen Ebenen. Und auch „You Only Live Twice“ (Nancy Sinatra), ebenfalls aus einem 007-Movie, diesmal aber mit Sean Connery und nicht mit Roger Moore, kommt prima heraus. Das ältere Quellmaterial wird vom RP-HC800 prima wiedergegeben, es ist kaum ein blecherner Einschlag herauszuhören. Der gefällige Bassbereich und die guten vokalen Konturen sind zu loben. Und auch Shirley Basseys „Moonraker“ wirkt aufgeräumt, lebendig und in sich geschlossen: Die Auflösung ist über den gesamten Frequenzbereich tadellos, die Stimme ist ordentlich ausgestaltet hinsichtlich des Aufbaus und der Konturen. 

Es geht voran: Mit Nachdruck, Dynamik und tadelloser Räumlichkeit. „Someday“,  Hands-Up-Classic der DJs@Work, belegt eindeutig: Der Panasonic erweist sich das „Chef“ bei jeder Musikart. Der Bass ist kräftig, poltert oder verzerrt aber nicht, der Hochtonbereich ist klar, ohne aber spitz zu werden, und die Trennung von allen Effekten, der Basslinie und vokalen Elementen gelingt überragend. Bei „Bsssdusche“ von Ziggy X hat der Kopfhörer auch mit dme satten, treibenden Beat keine Probleme. Es treten auch bei gehobener Hörlautstärke kaum Verzerrungen auf. Kennzeichen des RP-HC800 ist hier erneut die gelassene, Vertrauen beim Hörer erzeugende Art der Wiedergabe. Und „Loud & Proud“ von Brooklyn Bounce macht auch Freude. Der RP-HC800 hat keinen so wuchtigen Bass wie mancher Konkurrent, dafür aber bleiben Bass-Strukturen stets erkennbar. Und das, was an Kraft übrig bleibt, reicht allemal aus, um vorn mitzuspielen. Dass der Panasonic-Kopfhörer alle klanglichen Elemente sauber voneinander trennt, ist uns aus den anderen Beispielen schon bestens bekannt. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Mute 5

Teufel Mute

  • Teufel Mute: Aktuell für exakt 169,99 EUR zu haben, beeindruckt uns der Mute mit einem ausgezeichneten aktiven Noise Cancelling. Auch der Mute setzt, wie der Panasonic, auf große 40 mm Treiber. Optisch und von der Verarbeitung her wirkt der Panasonic zwar nicht sonderlich fesch und einfallsreich hinsichtlich des Designs, erscheint aber gediegener. Vorteil des Mute ist die enorm flache Transportbox. Beide Kopfhörer ermöglichen bis zu 40 Stunden Laufzeit mit aktivem Noise Cancelling, auch das ist top. Leider haben beide Modelle keine Fernbedienung im Kabel integriert. Dafür besitzen Panasonic und Teufel eine sehr überzeugende Freisprecheinrichtung, die beim RP-HC800 im Detail noch etwas besser ist. Der Panasonic liefert klanglich den noch runderen Bass und klingt noch eine Spur souveräner. Somit schafft er es, die rund 30 EUR Mehrpreis zu rechtfertigen. 

AKG N60 Staender

AKG N60

  • AKG N60: 249 EUR kostet der klassisch-schicke, sehr bequeme und leichte AKG N60. Marktpreis sind knapp 220 EUR, der schon seit bald einem Jahr erhältliche Active Noise Cancelling-Kopfhörer hält ziemlich stabil sein Preisniveau. Das ist klar ein Indiz dafür, dass die erstklassigen Qualitäten hinlänglich bekannt sind und der N60 sich trotz des Preises stetiger Beliebtheit erfreut. Unterschiede zum Panasonic finden sich der Bauform, denn während der AKG ein On-Ear-Kopfhörer ist, handelt es sich beim RP-HC800 um einen Over-Ear-Kopfhörer. Damit herrscht noch mehr Ruhe, wenn man den Panasonic auf dem Kopf trägt. Er blendet praktisch alles Störende aus und sitzt ebenso bequem wie der AKG. Für den N60 spricht die Kabelfernbedienung, und zudem ist die Materialanmutung besser. Für den Panasonic sprechen die ebenbürtige Klangqualität, die 10 Stunden längere Akkulaufzeit und der günstigere Preis. Bei beiden Kopfhörern ist die Freisprecheinrichtung tadellos. 

Bose_QC25_in_case

Bose QC 25

  • Bose QC 25: Der Bose QC 25 ist relativ kostspielig. Klar bietet er nach wie vor ein sehr effektives Noise Cancelling, einen guten Tragekomfort und einen homogenen Klang, aber der Panasonic RP-HC800 ist preiswerter und in keinem Punkt dem Bose wirklich unterlegen. 289 EUR kostet der durchdachte QC 25, den es in schwarzer und weißer Variante gibt. Mit 195 Gramm fällt der Bose sehr leicht aus, was sich in besonders angenehmem Sitz wiederspiegelt. Mit 25 Stunden Batterielaufzeit fällt der Bose nicht nur hinter den Panasonic, sondern auch  hinter den identisch guten Mute und hinter den N60 von AKG zurück. 

auna_anc10_oben

auna ANC-10

  • auna ANC-10: Wer denkt, was hat der lediglich 55 EUR kostende auna ANC-10 hier in diesem Umfeld zu suchen, dem können wir nur mit auf den Weg geben, dass es großen Respekt verdient, was auna hier für wenig Geld bietet. Daher muss derjenige, der keine Beträge ab 170 EUR aufwärts für die anderen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung übrig hat, nicht verzweifeln: Mit einer prima Leistung hinsichtlich des Noise Cancellings, einem tadellosen Tragekomfort und einem recht runden Klang schlägt sich der ANC-10 beachtlich. 
Fazit

Panasonic RP-HC800 3

Gratulation an Panasonic. Mit solider Verarbeitung, anständiger Materialqualität, hervorragendem aktivem Noise Cancellling, detailreichem, angenehm harmonischen Klang, erstklassiger Batterielaufzeit und höchst angenehmem Tragekomfort lässt er die gesamte Konkurrenz derzeit hinter sich – bezieht man noch das Preis-/Leistungsvehältnis mit ein, führt derzeit kein Weg am RP-HC800 vorbei.

Ohne Einschränkung erstklassig: Preislich fair, akustisch stark, mit hervorragender Geräuschunterdrückung und Top-Tragekomfort
preisklassenreferenz
Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling bis 300 EUR
Test 29. Juli 2016



Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK