TEST: Bose Acoustic Noise Cancelling-Kopfhörer Quiet Comfort (QC) 25

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Für 299 EUR offeriert Bose den Around-Ear-Kopfhörer Quiet Comfort (QC) 25 mit aktivem Noise Cancelling – wir sind sehr gespannt, wie sich der „jüngste Sproß“ vom Pionier der aktiven Geräuschunterdrückung im Testbetrieb macht.

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Sehr gut gepolsterter Bügel 

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Der QC 25 sitzt gut auf dem Kopf des Trägers 

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Kabelfernbedienung 

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Angenehme Polsterung der Ohrmuscheln

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Sauberes Finish im Detail

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Geschmackvolle Farbvariation

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Gut verschraubte Gelenke 

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 Außen Alu an den Ohrmuscheln

Es gibt den QC 25 in weißer sowie schwarzer Version, wir haben uns für die weiße Variante entschieden, die sehr schick aussieht. Geschmackvoll ist die Kombination mit mittelbraunen Ohrpolstern und mittelbrauner Bügelpolsterung. Nicht ganz unsere Zustimmung finden nur die türkisen Elemente, vor allem das Kabel inklusive integrierter türkiser Fernbedienung könnte farblich etwas zurückhaltender auftreten. Ansonsten können wir viele Pluspunkte ausfindig machen. Der zu Apples iOS-Devices kompatible Hörer wiegt absolut vertretbare 195 Gramm.

Dadurch wird er auch bei längerem Tragen auf dem Kopf nicht zu schwer. Die Verarbeitung aller Komponenten macht einen sehr guten Eindruck, zudem kommt der niedrige Energieverbrauch dazu – nur eine AAA-Batterie wird fürs aktive Noise Cancelling benötigt und mit dieser einen Batterie kann man bis zu 35 Stunden Laufzeit erreichen. Es ist auch möglich, den Quiet Comfort 25, sollte keine Ersatzbatterie vorhanden sein, ohne aktives Noise Cancelling nutzen, dann ist der Klang aber nicht so mitreißend wie mit aktiver Rauschunterdrückung. 

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 Hochwertiges Transport-Case

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Sichere Aufbewahrung für Flugzeug-Adapter und Ersatzbatterie 

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Auf Wunsch machen sich die QC 25 extrem klein 

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 Kabel in etwas aufdringlichem Blau-Türkis, auswechselbar und fest sitzend

Dass Bose einfach mitdenkt und nicht ohne Grund mit den Noise Cancelling Headphones so große Erfolge feiert, merkt man an Details, die bei der Konkurrenz oft nicht berücksichtigt werden. So kann man direkt ins hochwertige Transportcase eine Ersatzbatterie sowie den mitgelieferten Adapter für die Nutzung im Flugzeug in eine dafür vorgesehene Halterung stecken. Dadurch fliegen sie nicht lose im Case herum und können auch nicht einfach verschwinden. Zweiter großer Pluspunkt: Man kann den QC 25 ultrakompakt zusammenfalten. Dadurch kann man den Kopfhörer problemlos auch im Vorderfach hochwertiger Notebooktaschen z.B. von Rimowa unterbringen. Viele Konkurrenten lassen sich weitaus weniger platzsparend zusammenklappen und brauchen demnach mehr Platz, was z.B. auf der Flugreise oder auf der Messe unpraktisch werden kann. Mit Abmessungen von 21 cm (Höhe) x 14,6 cm (Breite)  x 5,10 cm (Tiefe) findet das Etui gut Platz. 

Das 1,42 Meter lange, auswechselbare mitgelieferte Kabel weist eine praxisgerechte Länge auf und auch die Fernbedienung ist gut platziert. Sie reagiert prompt auf Tastendruck, und man kann dank des integriertem Mikrofons den Quiet Comfort 25 auch als Freisprecheinrichtung nutzen – mit einer löblichen Qualität. 

Was auch vorteilhaft in der heutigen Wegwerf-Gesellschaft ist – Bose legt den QC 25 offensichtlich auf eine längere Nutzungsdauer aus. Indikator dafür ist, dass gleich im Bose-Shop auf der Website Ersatzteile angeboten werden. Neue Ohrpolster , ein neues Kabel mit Fernbedienung oder auch ein neues Case lassen sich hier erwerben. 

Ausgestattet ist der Around-Ear-Kopfhörer mit den Bose-Technologien Active EQ und TriPort. Diese beiden Techniken sichern einen durch aufwändige Entzerrung und perfekt abgestimmites Equalizing einen satten, lebendigen Klang. Active EQ funktioniert nur dann, wenn eine Batterie eingelegt und die aktive Geräuschunterdrückung arbeitet. Schauen wir nun in den Hörtestreihen, ob dies auch in der Praxis zutrifft. 

Klang

Das aktive Noise Cancelling von Bose ist schlichtweg konkurrenzlos gut. Nicht nur die Geräusche innerhalb eines Flugzeugs werden exzellent vom Hörer ferngehalten. Selbst wenn im selben Raum mit einem Pegel über Zimmerlautstärke Musik gehört wird, kann man sich den QC 25 aufsetzen und entspannt Musik hören. Dabei schafft es Bose außerdem, dass sich das aktive Noise Cancelling mit nur sehr geringem Grundrauschen einschaltet. Das ist alles andere als selbstverständlich. Auch eine laute Unterhaltung im selben Raum kann den Hörgenuss nicht schmälern. Hier können sich praktisch alle anderen Anbietet von Kopfhörern mit aktivem Noise Cancelling eine Scheibe abschneiden. 

Wie sehen die akustischen Qualitäten des QC 25 ansonsten aus? Wir starten gleich durch mit „L’Attesa“ von Andrea Bocelli. Eingangs müssen wir nochmals erwähnen, wie angenehm die Ruhe beim Hören ist – dank des aktiven Noise Cancellings. So kann man sich vollkommen auf die Musik konzentrieren, und feststellen, dass der QC auch unter musikalischen Gesichtspunkten eine sehr gute Wahl ist. Lebendig, mit Tiefe und Substanz, ertönt Andreas Stimme. Die Instrumente werden gleichzeitig nicht unpassend in den Hintergrund gedrängt. Eine saubere Vorstellung, der QC 25 gibt sich aber eher als Meister der akustischen Harmonie und weniger als Champion in der Hochton-Brillanz.

Homogen und kräftig voran geht es auch beim Bee Gees-Klassiker „You Win Again“. Mit ausgezeichneter Räumlichkeit und lebendigem Fundament glaubt man kaum, dass das Ausgangsmaterial alles andere als hochklassig ist. Der QC 25 kompensiert dies jedoch geschickt, was dafür sorgt, dass man trotzdem eine Menge Hörspass hat. Der Bass setzt genau zum richtigen Zeitpunkt an, die Synthesizer-Einlagen wirken melodiös. Das ganze Hören wirkt kultiviert, flüssig, Freude bringend – Bose hat sich genau für die richtige Auslegung entschieden. 

Auch bei Adeles 007-Titelsong „Skyfall“ zeichnet sich der Bose-Kopfhörer durch ein hohes Maß an Gefälligkeit aus, die sich aber nicht in akustischer Langeweile erschöpft, sondern dadurch, dass die Stimmwiedergabe hervorragend ins klangliche Gesamtgeschehen integriert ist und die Raumwirkung natürlich ist. Als Pluspunkt, dies sei hier erwähnt, kommt auch der äußerst komfortable, stabile Sitz des QC 25 hinzu. Man fühlt sich auch nach längerem Tragen nicht vom Kopfhörer erdrückt, sondern spürt ihn kaum. Die Ohrmuscheln sind sehr angenehm gepolstert, ebenso der Kopfbügel – beides elementar wichtige Faktoren für einen sehr guten Tragekomfort. „Skyfall“ jedenfalls macht großen Spaß, auch wegen dem souveränen Handling der dynamischen Unterschiede.

Enormes Detaillierungsvermögen, wie wir es von sehr guten Stduio-Kopfhörern kennen bzw. von Highend-Headphones (edle, teure Modelle von Ultrasone, Beyerdynamic…) sowie extrem feine Ausleuchtung des Hochtonbereiches gehört nicht zum Repertoire des QC 25. Aber das macht auch nichts, denn schließlich kostet der Bose-Kopfhörer auch keine 800 oder gar mehr als 1.000 EUR. Für 299 EUR sind die Leistungen durchweg tadellos. 

Mexikanische Rockmusik von Juanes‘ Album „Loco de Amor“ liegt dem Bose-Kopfhörer offensichtlich. „Delirio“ besitzt Ausdruckskraft, Energie und eine intensive, aber authentische räumliche Ausbreitung. So kann man den Song richtig „erleben“ und nicht nur hören. Freude eines streng analytischen Klangbildes mögen hier nicht ganz glücklich sein, wer aber „Hören“ als „Erleben“ versteht, liegt beim Quiet Comfort 25 genau richtig. Auch wenn es ungesund für die Ohren ist, lauter zu hören – der Bose-Kopfhörer macht eigentlich pausenlos Appetit darauf, weil er höhere Lautstärken völlig gelassen meistert und man dann den kraftvollen Track noch lebendiger wahrnimmt. 

Kraftvolle Club- und Trance-Musik managt der Quiet Comfort souverän – so gut haben wir „I’m The Night“ von Marco van Bassken (Ti-Mo Remix) bislang kaum vernehmen dürfen. Der Bass schiebt nachdrücklich nach vorn, das Timing ist stimmig – genauso stellt man sich intensiv empfundene Dynamik vor. Die elektronischen Effekte und Synthesizer-Klänge schleudert der QC 25 bis weit in den virtuellen Hörraum. Der Aufbau des Stücks ist allzeit sehr gut nachvollziehbar. Die weibliche Gesangsstimme geht nicht unter, sondern präsentiert sich fließend und mit der korrekten Prägnanz eingearbeitet. 

Den klassischen Techno-Track „Acid Folk“ von Perplexer aus den 90er Jahren lässt der Queit Comfort 25 ebenfalls in sehr gefälliger Form erneut aufleben. Der Kickbass trifft genau richtig und ist unnnachgiebig hart. Der darunter liegende, weitere Bassanteil wird mit sehr guter Differenzierung ebenfalls herausgearbeitet. Man ist geneigt, lauter zu hören, als wirklich gesund ist, da die dynamische und räumlich genau ausbalancierte Wiedergabe des Bose-Kopfhörers so viel Freude bereitet. Die verschiedenen dynamischen Differenzen und Sprünge innerhalb des Titels gibt der QC 25 gelassen und impulstreu wieder. 

Was bietet die Konkurrenz? Pioneer möchte mit dem SE-MX9 gezielt Liebhaber massivem Club-Sounds ansprechen – die bereit sind, ebenfalls 300 EUR auszugeben, sich aber damit abfinden müssen, dass es kein aktives Noise Cancelling gibt. Der Pioneer-On-Ear-Kopfhörer ist ausgezeichnet verarbeitet und besticht durch hochwertige Materialqualität. Mit kräftiger Kickbasswiedergabe und enormer Grobdynamik ist er bei Club-Musik eine wirklich gute Wahl – doch wer einen Universalisten sucht, der überdies dank des aktiven Noise Cancellings auch auf der Flugreise oder in unruhiger Umgebung eine hervorragende Figur abgibt, ist mit dem gleich teuren, sehr angenehm klingenden Bose Quiet Comfort 25 besser bedient. 

Der Heilbronner Hersteller beyerdynamic offeriert den erstklassig verarbeiteten T51 bzw. T51i (mit Remote für Apple iOS-Devices) für 259 bzw. 279 EUR mit der selbst entwickelten Tesla-Technologie. Hier kauft sich der Anwender einen für den mobilen Einsatz gedachten Kofhörer mit feiner HiFi-Klangcharakteristik, aber ohne aktive Rauschunterdrückung ein. Immer, wenn man den Kopfhörer aufsetzt, kommt Premium-Feeling auf – gerade für den Klassik- oder Jazz-Liebhaber ein bezahlbarer, toller Kopfhörer. Der Bose Quiet Comfort 25 spielt erneut überzeugend die Rolle desjenigen, der es einfach jedem Recht macht: Mit wuchtigerem, aber nicht über-dominantem Bass macht der QC 25 z.B. bei Rock- oder Trance-Musik mehr Spaß. Er klingt etwas wärmer und enorm angenehm, gerade dann, wenn man ihn auch über längere Zeit verwendet. 

Relativ günstig ist der ebenfalls mit aktivem Noise Cancelling ausstaffierte Monster Inspiration, der für ca. 190 EUR auf dem Markt erhältlich ist. Nicht so organisch sitzend wie der QC 25, erreicht auch die Verarbeitung nicht ganz Bose-Niveau. Das aktive Noise-Cancelling funktioniert lediglich befriedigend, in lauterer Umgebung kann man Geräusche nach wie vor wahrnehmen. Hier hat der QC 25 deutliche Vorteile. Betrachtet man den Klang des Monster Inspiration, so schneidet der Hörer exzellent ab. Mit kräftigem Bass, angenehmer Gesamtakustik und intensiver Räumlichkeit ist er für seinen schmalen Kaufpreis eine klare Empfehlung. Dass der QC 25 alles noch besser kann, ist nicht weiter schlimm, der Bose ist rund 100 EUR teurer – aber diesen Mehrpreis auch Wert. 

Fazit

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Der Bose Quiet Comfort 25 beeindruckt mit hervorragendem Sitz auf dem Kopf, erstklassigem aktivem Noise Cancelling und einem harmonischem Klang, mit dem nahezu jeder Anwender zurecht kommen dürfte. Ein kräftiger, aber nicht unschön dominanter Bass, räumlich ausgezeichnete Stimmwiedergabe und eine gute Grob- wie auch Feindynamik zeichnen den QC 25 aus. Die Verarbeitung überzeugt, viele praktische Details belegen überdies, dass man bei Bose mitgedacht hat und die Entwicklung eines klangstarken Kopfhörers nicht alles war: Ein erstklassiger Nutzen unter allen praktischen Bedingungen stand klar im Lastenheft, und diese Mission wurde beispielhaft umgesetzt.

Erstklassiges aktives Noise Cancelling, harmonischer Klang und enormer praktischer Nutzen – der Quiet Comfort 25 punktet auf ganzer Linie
referenz
Gesamt-Referenz Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung
Test 10. Oktober 2014

+ Erstklassiges aktives Noise-Cancelling
+ Enormer Tragekomfort
+ Extrem klein zusammenfaltbar
+ Harmonischer, kräftiger Klang
+ Tadellose Material- und Verarbeitungsqualität
+ Ersatz-Komponenten wie Ohrpolster und Kabel direkt in Boses Online-Shop erhältlich
+ Für die gebotene Leistung fairer Kaufpreis

– Für den analytischen Hörer weniger geeignet

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 10. Oktober 2014




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