TEST mit Display Basic Check: Sony UHD-Curved-TV KD-65S9005

Sony KD65S9005 Front Seitlich1

Auch bei Sony geht es seit kurzer Zeit „kurvenreich“ zu: Für 3.999 EUR (UVP) ist der KD-65S9005 erhältlich, ein Curved Ultra-HD-TV mit 65 Zoll Bilddiagonale, Sonys Triluminos-Displaytechnologie und mit 4K X-Reality Pro Bildverarbeitungstechnologie. Letztere optimierte jedes Quellmaterial durch Verbesserung der Farbgenauigkeit, des Kontrastes und sämtlicher Strukturen im Bild. „X-tended Dynamic Range“ ist ebenfalls eine die Bemühungen um ein bestmögliches Bild flankierende Technologie. Laut Hersteller werden dadurch strahlendere Farben und ein besserer Schwarzwert erzielt. Die Helligkeit, so Sony, liegt doppelt so hoch wie bei einem herkömmlichen LCD-Fernseher. 

Sonys Triluminos-Display stellt einen im Vergleich zu normalen LCD-TVs erweiterten Farbraum zur Verfügung. Anstatt weißer kommen blaue LEDs für das Backlight zum Einsatz. Man kann die Nutzung des erweiterten Farbraums für ein intensiveres Seh-Erlebnis aktivieren oder deaktivieren – schließlich gibt es Anwender, die bevorzugen die pure Realität und deaktivieren die Farbraum-Erweiterung, andere Anwender möchten in erster Linie ein visuelles Erlebnis offeriert bekommen, und sie aktivieren Triluminos. 

Akustisch hat Sony ebenfalls kräftig in den S90 investiert. Die sogenannten „Live Speaker“ im 4.2 Layout sind mehrfach gewinkelt und arbeiten mit richtigen Reflexionen für ein räumliches Hörerlebnis. Jeder Lautsprecher ist dabei individuell ausgerichtet, so dass der Ton sich wirklich authentisch im Raum ausbreiten kann. Ein leistungsstarker S-Master-Digitalverstärker liefert an, er bietet ein Potential von 60 Watt, recht üppig für einen TV-Soundsystem. Zwei Basslautsprecher sorgen für ansprechende Wiedergabe auch tieferer Frequenzen. 

Natürlich bietet der S90 Zugriff auf das Sony Entertainment Network und bringt umfangreiche Smart TV-Funktionen mit. Im Lieferumfang sind gleich zwei Fernbedienungen enthalten, eine klassische und eine kompakte mit Touchpad. 

Übersicht über den Lieferumfang:

  • Touchpad-Fernbedienung (RMF-ED004)
  • Fernbedienung RM-ED060 (Europa)
  • 3D-Brille (TDG-BT400A; 2 Stck.)
  • Batterien (1 x R03 für Infrarot-Fernbedienung/ 1 x R03 oder LR03 für Touchpad Fernbedienung)
  • Netzkabel
  • Bedienungsanleitung
  • Schnellkonfiguration/CUE (GA) zur Ergänzung
  • Tischstandfuß (befestigt)

Weitere Grunddaten:

  • Energieeffizienzklasse B
  • Stromverbrauch im Modus Standard ca. 180 Watt
  • Stromverbrauch im Standby: 0,3 Watt, im LAN/WLAN Standby 1 Watt
  • 65 Zoll Displaydiagonale, entspricht 164 cm
  • Gewicht des TVs ohne Standfuß: ca. 40,7 kg, mit Standfuß: ca. 41,8 kg
  • Abmessungen TV ohne Standfuß: 154,9 cm breit, 87,3 cm  hoch und 11,5 cm tief
  • Abmessungen TV mit Standfuß: 154,9 cm breit, 90,4 cm hoch und 33,2 cm tief
Verarbeitung

Sony KD65S9005 Verarbeitung

 Edles Design trifft auf hochwertige Materialqualität

Sony KD65S9005 Standfuesse Rueckseite

 Minimalistischer Standfuß, hier von hinten betrachtet 

Sony KD65S9005 Standfuesse

 Standfuß von vorn aus gesehen. Auch bei der Unterseite des Rahmens rund ums Display begeistert die Verarbeitungsgüte

Sony KD65S9005 Speaker

 Schick integriertes Lautsprechersystem

Die Kombination aus mattschwarzen Elementen mit Alu Natur-Oberflächen sowie dem glänzenden Chrom-Look der Füße ergibt einen sehr eleganten, modernen und hochwertigen Look. Innerhalb der Sony-Familie integriert sich das Design problemlos und erinnert an aktuelle Modelle. Zwar ist auch im S90 ein vollwertiges 4.2 Lautsprecher-System integriert, im Gegensatz zu anderen Sony 4K-Modellen “mit Lautsprecherohren” äußert sich dies beim S90 deutlich dezenter und optisch subjektiv ansprechender. Abgesehen von der Rückseite geizt Sony beim S90 erfreulicherweise mit Kunststoff, auch die Leisten ober- und unterhalb des Bildschirms sind aus Metall. Die beiden im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienungen 

Sonys Curved-Design

sony_s90_curve

Weniger ausgeprägte „Kurven“ als bei manchem Konkurrenzmodell 

sony_s90_front1

Auch hier zu erkennen

Wer genau hinsieht und die Curved-Modelle verschiedener Konkurrenzanbietern kennt, dem wird auffallen, dass die Biegung des Sony Fernsehers nicht so stark ausgeprägt und demnach etwas flacher ist. Das ist nicht etwa Zufall, sondern bewusst von den Sony-Ingenieuren in dieser Form konzipiert und entwickelt worden. Weshalb? Die Biegung bietet zwar den Benefit einer ausgeprägteren Immersion und der effektiven Verminderung von seitlichen Reflexionen, geht aber mit einer leichten Verzerrung des Bildes als negativen Aspekt einher. Besonders einfach ist dies zum Beispiel bei einem Tennis-Match zu erkennen: Die horizontalen, weißen Linien des Spielfeldes können gekrümmt wirken.

Durch empirische Forschung hat Sony den perfekten Kompromiss gefunden und diesen in der etwas flacheren Biegung des S90 realisiert. Dabei wurden um einen sitzenden Zuschauer (sehr praxisnah – eben wie zuhause im Wohnzimmer) LED-Lichter in verschiedener Biegung und in verschiedenem Abstand platziert, bis eine Position gefunden wurde, in der die gekrümmt platzierten LED-Leuchten dem Zuschauer wie eine Linie erschien. Das Endergebnis können wir am S90 betrachten – und tatsächlich empfanden wir das Sehen am Sony-Modell als besonders angenehm und beinahe gar nicht verzerrt. Allerdings müssen wir feststellen, dass im Praxisbetrieb die Verzerrung auch bei anderen Geräten nur geringfügig auffällt.

Anschlüsse

Sony KD65S9005 Anschluesse Rueckseite1

Scart ohne Adapter, Komponente plus 2-Kanal Cinch-Audio, LAN (RJ45 Ethernet) Buchse

Sony KD65S9005 Anschluesse Rueckseite2

 3 x USB, 4 x HDMI, 2 x mit MHL, Tuneranschlüsse. Man kann darüber hinaus einen optional erhältlichen drahtlosen aktiven Subwoofer (SWF-BR100) mit dem S90 verbinden

 Ersteinrichtung

Der Sony S90 bietet, wie nahezu alle aktuellen TVs gehobener Preisklassen, einen vollständigen Einrichtungassistenten, der unter anderem durch den Programmsuchlauf und die Netzwerkeinbindung führt. Bezüglich letzterer ist anzumerken, dass man den S90 selbstverständlich wahlweise kabelbasiert oder drahtlos in ein Netzwerk integrieren kann. 

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Willkommendsbildschirm mit Sprachwahl. Rechts im Bild sieht man, wie man mit der Fernbedienung agieren sollte

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Prüfung, ob Software-Updates bereit stehen 

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TV-Nutzung und Statistiken hochladen sowie den automatischen Software-Download aktivieren

Nachdem diese elementaren, oben gezeigten Dinge geklärt sind, kann man sich nun dem automatischen Sendersuchlauf widmen. Je nach Signalform werden Kabel-, Antennen- oder Satellitensender gesucht. In unserem Falle haben wir den DVB-S2 Suchlauf gestartet.

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Start des Suchlaufs 

Sony KD65S9005 Screenshot 5

Wahl der Satellitenantennen-Konfiguration

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Betreiberwahl

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Frequenz plus Netzwerk-ID

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Start des Suchlaufs 

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Möglichkeit, gefundene Programme zu verschieben

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Die Grundeinrichtung ist nun abgeschlossen

Sony liefert zwei Fernbedienungen mit: 

Sony KD65S9005 Fernbedienungen

Links im Bild ist die kompakte, gut in der Hand liegende Fernbedienung mit Touchpad, eine Neuentwicklung für das Modelljahr 2014. Die rechte Remote ist bestens bekannt und schon seit Jahren im Einsatz, wenn auch immer mit geringfügigen Modifikationen und einer leicht geänderten Tastenbelegung. Da 2014 die Fußball-WM in Brasilien stattfand und Sony zudem einer der wichtigen Sponsoren war, fand eine „Football“-Taste Einzug und zwar rechts oberhalb der Tasten, die das Navigationskreuz umschließen. Die Übersetzung ist falsch, eigentlich müsste „Soccer“ auf dem Button stehen, aber wirklich schlimm ist dies nicht, da man die Anpassung von Bild und Klang auf die Atmosphäre eines Fußballspiels aus Sicht einer potentiellen Qualitätssteigerung getrost vergessen kann. Die große konventionelle Fernbedienung bietet sonst Gewohntes, wie ein zentral untergebrachtes Navigationskreuz, ringförmig um dieses angeordnete Tasten für Grundfunktionen (z.B. Home Menü, Return-Taste, Options-Taste, Guide/EPG) und ist bilanzierend relativ übersichtlich. Vermisst wird allerdings eine Beleuchtungsmöglichkeit. Die kleine Touchscreen-Fernbedienung, die nach kurzer Eingewöhnung eine relativ zielgenaue Steuerung aller betriebsrelevanten Funktionen zulässt, muss erst am TV registriert werden, daher der unten zu sehende Screenshot:

Sony KD65S9005 Screenshot 13

Erklärung, wie die Touchpad-Remote registriert wird 

Sony KD65S9005 Screenshot 14

Teil 2

Dritte Möglichkeit zur Steuerung des S90 ist die Verwendung der „TV Side View App“, die für Android und Apple iOS Devices kostenlos herunterzuladen ist und erweiterte Funktionalitäten bietet. Bevor man richtig „losappen“ kann, muss aber auch hier der TV entsprechend registriert werden. Bestandteile der App sind ein Programmführer, der Zugriff auf mediale Inhalte aus dem Netzwerk, Direktzugriff auf das SEN und natürlich die Verwendung als Fernbedienung. 

Sony hat auch noch verschiedene Zusatzfeatures in den S90 integriert, stellvertretend wählen wir hier die „Discover“ Funktion (direkter Button auf der großen Fernbedienung) und Play Memories Online als Video-/Foto-Clouddienst von Sony aus. 

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Verwendung von Discover

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Play Memories Online, Voraussetzung ist ein Sony Entertainment Network (SEN) oder ein PlayStation Network (PSN) Konto

Sony KD65S9005 Skype Kamera

Skype-Kamera

Erwähnung finden sollte noch die integrierte Kamera für Videochats (z.B. mittels Skype), die mögliche Bildschirmspiegelung (Bildschirm vom entsprechend kompatiblen Smartphone wird auf dem TV Screen gespiegelt) sowie NFC. 

Smart TV-Funktionen und weitere Merkmale

Nach dem Anschalten des S90 können wir auf die grafische Benutzeroberfläche des Sony TVs zugreifen. Mit einem Druck auf die Home-Taste der Fernbedienung öffnet sich das Menü des TVs. Hier hat Sony, wie wir schon in anderen Tests von 2014er Sony-TVs festgestellt haben, die oberen Menü-Ebenen massiv überarbeitet – während im letzten Jahr lediglich ein paar neue grafische Icons zum lange verwendeten, XMB-ähnlichen Menü hinzukamen, ist nun ein komplett neues User Interface integriert.

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Apps können zur eigenen App-Auswahl einfach hinzugefügt werden

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TV-Auswahl

Sony KD65S9005 Screenshot 18

Video Unlimited

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Music Unlimited 

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Alle Apps

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 Musikwiedergabe mit dem integrierten Mediaplayer 

Im TV-Betrieb öffnet sich beispielsweise zunächst eine Übersicht verschiedener TV-Kanäle inklusive Infos, welche Sendung auf den Kanälen gerade lauft. Außerdem kann man in der oberen Leiste links direkt auf multimediale Inhalte (Filme/Album/Musik/Apps) zugreifen. Unter Filme ist dies z.B. Sonys Dienst “Video Unlimited” oder eben Filmdateien, die auf USB oder auf einem Computer/Server im Heimnetzwerk gespeichert sind.

Das erste Symbol im rechten Bereich ist eine Lupe, hier kann man beliebige Begriffe eingeben und der TV sucht dann in verschiedenen Bereichen danach. Wir suchen z.B. nach dem Begriff “Tatort”. Der TV spuckt dann vier Ergebnisse im Bereich “TV” aus, hier werden dann Sende-Termine der Tatort-Spielfilme angezeigt, genauso aber eine Vielzahl an Ergebnissen bei “Youtube” und “Music Unlimited” – so werden sämtliche verfügbaren Portale durchsucht. Unter dem Punkt “Eingänge” werden schlichtweg die verschiedenen Eingänge gewählt, von TV über HDMI bis hin zu Komponente oder Scart.

“Medien-Server” zeigt vorhandene Netzwerk-Server an, daneben gelangt man dann in die “Einstellungen”. Bei einem Klick darauf öffnet sich ein Popup mit den verschiedenen Untermenüs:

  • Anzeige
  • Ton
  • Systemeinstellungen
  • Digitale Einstellungen
  • Analoge Einstellungen
  • Externe Eingänge
  • Netzwerk

Erst wenn hier ein Sub-Menü ausgewählt wird, findet man sich wieder in der gewohnten Umgebung der Xcross Media-Bar ähnlichen Menügestaltung, die bereits in früheren Modellgenerationen von Sony üblich war.

Die Navigation und Reaktion des TVs erfolgt auch dank der großzügig bemessenen CPU-Leistung zügig. 

Direkt aus der Home-Umgebung heraus kann man auf die Multimedia-Features des Sony TVs zugreifen. Der Direktzugriff auf das Sony Entertainment Network (Apps im Home-Menü) ist mit der Fernbedienung möglich.

In der Home-Umgebung sehen wir zunächst eine Auswahl populärer Filme, von denen wir per Knopfdruck und ohne Verzögerung direkt einen Trailer starten können. Erst bei erneuter Bestätigung mit der OK-Taste werden wir zum Video Unlimited Store weitergeleitet. Die Preise liegen hier weiterhin bei 4,99 für HD und 3,99 für SD an Leihgebühr, relativ kostspielig. 

Unter Heimnetzwerk in der Kategorie Video, ebenso wie in der Kategorie “Album” (Fotos) und Musik, werden Video-, Musik- und Foto-Dateien ebenfalls direkt aus den vorhandenen Netzwerk-Servern angezeigt und können mit einem einfachen Knopfdruck wiedergegeben werden – ein kleines Vorschaubild gibt schon mal einen Hinweis auf den zu erwartenden Inhalt.

Wer lieber den konventionellen Weg gehen möchte, klickt auf “Medien-Server” und wählt aus der Übersicht aus. Hier wird man dann aus der Home-Umgebung herausgeholt und befindet sich in einer neuen Übersicht des angewählten DLNA-Servers. Der gewünschte Medien-Typ wird rechts gewählt und die vorhandenen Dateien direkt angezeigt, durch einzelne Ordner muss man sich nicht durschlagen.

Der Sony S90 gibt quasi unser komplettes Arsenal an Videoformaten wieder, darunter DiVX-avi, Quicktime MOV, MP4, MKV mit h.264 in HD & SD, MPEG1/2, WMV und AVCHD. Bei Musik wird MP3 und AAC wiedergegeben, bei Fotos lediglich JPEG. Bei Fotos wird direkt ein kleines Thumbnail angezeigt, bei Musik – falls vorhanden – das Cover.

Sony selber gibt folgende Formate an, die wiedergegeben werden:

  • MPEG1/ MPEG2/ MPEG2TS/ AVCHD/ MP4 Part 10/ MP4 Part 2/ MP4Part2/ AVI (XVID)/AVI (MotionJpeg)/ MOV/ WMV/ MKV/ WebM/ 3GPP/ MP3/ WMA/ LPCM/ JPEG/ MPO

Bezüglich USB-Medien unterstützt der S90 FAT16, FAT32 und auch NTFS-basierte Dateisysteme. 

Auch im Netzwerk- und Multimedia-Bereich geht die Navigation zügig von der Hand und die Reaktionsgeschwindigkeit ist nicht zu kritisieren. Kurze Verzögerungen muss man eigentlich nur in Kauf nehmen, wenn der TV gerade den DLNA-Server nach Dateien durchsucht, die auf dem Fernseher wiedergegeben werden können.

Unter Apps sind zwei Fenster zu sehen. Links Apps unter “Vorgestellt” sind populäre Inhalte wie Amazon Instant Video, maxdome, tagesschau und weitere Mediatheken. Die rechte Seite “My Apps” kann dann mit eigenen, favorisierten Apps befüllt werden und sind dann direkt erreichbar. Natürlich gibt es viel mehr Apps als die vorgestellten auf der ersten Seite, unter “Alle Apps” kann man aus dem großen Portfolio des Sony TVs schöpfen.

Bild
Display Basic Check

Wie bei Sony üblich,  wird auch beim neuen S90 zunächst eine Szenenauswahl getroffen, die mit der Auswahl des jeweiligen Bildmodus zusammenhängt. An Szenen gibt es von Allgemein über Kino bis hin zu Sport, Musik, Animation, Foto, Spiel und Grafik reichlich Auswahl, die für das jeweilige Anwendungsgebiet optimale Bildeinstellungen versprechen.

Praktisch ist auch die Einstellung Autom (24p-Syn.), die bei der Zuspielung von 24p-Material automatisch auf „Kino“ umschaltet. Sollten wir doch mehr und mehr in den Genuß von Filmen in UltraHD-Auflösung und eventuell sogar höherer Bildwiederholrate kommen, ist dieser Modus natürlich nicht mehr ganz so effektiv, momentan aber noch sehr praxisgerecht.

Wir wählen für unsere Testbilder und Messungen die Szene Kino und das Bildformat Kino2. Um den authentischen Rec.709 HD-Farbraum zu erzielen, deaktivieren wir in den weiteren Einstellungen noch die Farbbrillanz, auch dynamische Optimierer werden deaktiviert.

Bevor wir an die Messung gehen, legen wir unsere Burosch Expert TV and Beamer Tuning Disc mit zahlreichen Testbildern für eine perfekte Voreinstellung des Gerätes ein. Mit dem „Brightness – Black Level Test Pattern“ prüfen wir die Helligkeitseinstellung des S90. Hierbei müssen ab dem Balken 17 Differenzierungen im Schwarz-/Grau-Bereich möglich sein, darunter im Unterschwarzbereich nicht. Der Sony ist exzellent voreingestellt, man kann bei völliger Dunkelheit auf den Wert 49 gehen, insgesamt ist der Standardwert von 50 aber sehr gut. Beim White Level zeigt sich eine sehr saubere Differenzierung der Werte und ganz besonders wichtig: Kein Farbstich des Panels zu sehen.

Die Kontrasteinstellung sollte man beibehalten. Mit dem sehr praktischen Overscan-Testbild sehen wir sofort, dass Overscan noch aktiv ist. Leider kann man dies nicht einfach über die Optionen deaktivieren, sondern man muss in den Systemeinstellungen unter Bildschirm einstellen den „Automatischen Anzeigebereich“ auf „Aus“ setzen, erst dann ist eine native Ausgabe ohne Overscan möglich. Die Schärfe ist, wie bei Sony-Geräten häufig der Fall, exzellent eingestellt. Hier sollte der Wert nicht verändert werden. Doppelkonturen oder „Ringing“ um die Kanten ist nicht zu sehen.

farbtemperatur

Bedingt durch Sonys Triluminos-Technologie ist die Farbtemperatur durch die Bank etwas zu hoch 

gammakurve

Gamma: Ok, aber nicht sensationell präzise getroffen 

gammapunkt

Gammapunkt 

gamut_cie

Übersicht der Farbraum- und Weißpunkt-Messungen 

gamut_luminance

Farbhelligkeit 

rgb_balance

RGB-Balance 

uebersicht1

Übersicht 1 

uebersicht2

Übersicht 2

uebersicht3

 Übersicht 3

 Der Curved S90 von Sony trifft den HD-Farbraum absolut solide. Wenn auch so manch Primär- und Sekundärfarbe nicht direkt im Ideal liegt, so sind alle Farben innerhalb ihres Toleranzbereiches, gekennzeichnet durch das kleine weiße Quadrat. Auch der Weißpunkt im Zoom liegt zwar leicht abseits, dafür aber die Ergebnisse der einzelnen IRE-Bereiche sehr nahe beeinander. Die Farbhelligkeit zeigt exzellente Ergebnisse. Blau schießt zwar ein wenig nach oben hinaus, insgesamt aber ein solides Ergebnis. Die Gammakurve macht einen ordentlichen Eindruck, insgesamt ist der Gammawert aber mit um die 2 zu niedrig. Bei der RGB Balance sieht man, dass Rot etwas unter- und Blau etwas überrepräsentiert ist. Die Farbtemperatur ist daher auch zu kalt und über dem Wert von 6500 K.

Video-EQ

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Basiseinstellungen

Sony KD65S9005 Screenshot 24

Dynamische Rauschunterdrückung und MPEG-Rauschunterdrückung 

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Schwarzkorrektur, Gammakorrektur, dynamische LED-Steuerung

Sony KD65S9005 Screenshot 26

Weißabgleich (mit entsprechendem Submenü), Detail- und Randverbesserung schaltbar

Native 4K-Wiedergabe

Via USB spielen wir unser h.264 Showcase, aufgenommen von Florian Friedrich auf einer Nachbarinsel von Rhodos, in nativer UltraHD-Auflösung zu. Hier sind wir schlichtweg begeistert von der Bildqualität, die unser der Sony bietet. Extreme Kanten- und Detailschärfe, enorme Plastizität und Räumlichkeit und ein sehr tiefer Bildeindruck lässt den Zuschauer im Bild versinken. Bis in die hintersten Bildebenen wird hier exakt, präzise und sauber durchzeichnet, so dass der Benefit der vierfachen UltraHD-Auflösung exzellent dargeboten wird.

Minimal erkennen wir vereinzeltes Rauschen, dass aber in sehr hochfrequenten Bereichen auftritt und nur gnadenlosen Enthusiasten auffallen wird. Bewegungen im Bild werden absolut geschmeidig und flüssig dargestellt, auch die unterschiedlichen Bewegungen der Schiffe auf dem Meer und die Wellenbewegungen des Meeres bleiben unversehrt. Auch in dunkleren Bereichen wird hier sauber und fein durchzeichnet, exzellent.

Weitere Beobachtungen die Wiedergabe von UHD-Content betreffend konnten wir mit Material von Sony machen. 

Beim ersten Clip, den wir uns am S90 ansehen konnten, handelte es sich um Naturaufnahmen in Nordamerika, unter anderem Aufnahmen der Rockies in Kanada und den USA. Die World Heritage 4K Clips liegen in der nativen UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln und der Bildwiederholrate von 60 Hz vor – Upscaling ist hier demnach nicht notwendig.

Bei den Aufnahmen überzeugte uns der Sony mit exzellenter Farbdynamik und, auch dadurch bedingt, mit einem sehr lebendigen und mitreißenden Bild. Die Weite der nordamerikanischen Landschaft kommt durch die außergewöhnlich hoch liegende Plastizität– und nicht zuletzt durch die große 65 Zoll Bilddiagonale – ausgesprochen gut zur Geltung. Sämtliche Bildebenen waren klar gestaffelt und konnten auch im 2D-Betrieb schon problemlos und authentisch voneinander differenziert werden. Der Vorteil des Curved-Designs schlägt sich überdies in einer als ausgeprägter empfundenen Bildtiefe nieder. 

Hervorzuheben ist auch die Detailschärfe, mit der das native Material am S90 erscheint. Selbst im hochfrequenten Bereich wird hier noch überragend durchzeichnet und auch bei Bewegungen bleibt der Sony bezüglich Detail- und Kantenschärfe auf exzellentem Level. Bei einem kurzen Ausschnitt, in der ein Wasserfall zu sehen ist, können wir einzelne Tropfen noch klar erkennen und die Lichtspiele nachvollziehen, die sich bei der Spiegelung des Sonnenlichts mit den Wassertropfen ergeben.

Die Bewegungsschärfe ist ebenfalls auf hohem Niveau. Wir müssen anmerken, dass Motionflow, also Sonys Frame-Interpolationstechnologie und Zwischenbildberechnung – durchweg aktiviert war. Einen Schärfeverlust konnten wir aber nicht feststellen. Darüber hinaus verliefen Bewegungen, als z.B. ein kleines Flugzeug über die Rocky Mountains segelt oder uns Weißkopfseeadler mit hoher Spannweite begegnen, enorm flüssig und angenehm ab. Wir mussten nachhaken, ob denn Motionflow bei der Demonstration aktiv sei – denn wir waren uns nicht sicher. Schon dies zeugt von der hohen Qualität der Technologie. Wer genau aufpasst, wird immer noch kleine Berechnungsfehler erkennen, dennoch halten sich diese stark in Grenzen und auch der häufig kritisierte Video-Look wird gut vermieden.

Blu-ray 1.080p/24 Hz, 2D

Das 1080p/24-Signal einer Blu-ray, in diesem Fall das zweite Kapitel von Casino Royale, wird vom Sony TV auf UltraHD hochskaliert. Wir betrachten zunächst das Bild ohne zusätzliche Optimierer wie Sonys Zwischenbildberechnung „Motionflow“ und sind erstaunt, wie flüssig die 24p-Darstellung vonstatten geht. Ohne jegliches Ruckeln und nur minimalstem Motion Judder bietet der S90 eine extrem ruhige und stabile Darstellung.

Kanten und Diagonalen oder auch geschwungene Linien, wie das gespannte, bräunliche Tuch im rechten unteren Bildbereich in den ersten Sekunden der Blu-ray bleiben sehr ruhig – sonst sind gerade hier häufiger leichte Ruckler zu sehen. Einbußen sehen wir hier gegenüber der nativen Darstellung von UltraHD natürlich ein wenig bei der Bewegungs- und Detailschärfe. Vereinzelt erkennt man, dass hier noch Skalierungsarbeit notwendig ist. Die Plastizität hingegen macht einen exzellenten Eindruck, auch Objekte außerhalb des Fokus werden plastisch dargestellt und verhelfen zu einem sehr natürlichen und räumlichen Bildeindruck.

Die Bildstabilität leistet sich auch dann keine Schnitzer, wenn viele bewegte Objekte im Bild zu sehen sind. Die Armbewegungen der Zuschauer, die ihren Anfeuerung und Wetteinsätzen damit mehr Ausdruck verleihen möchten, bleiben insgesamt immer stabil und detailscharf.

Die eigentlich zu kalte Farbtemperatur fällt hier erstaunlicherweise nicht allzu sehr auf. Auch da die Farben nicht überzogen dynamisch sind, wirkt das Bild sehr natürlich. Die Szene, in der Bond neben dem verkohlten Holzbalken steht, macht ebenfalls einen sehr differenzierten und detailreichen Eindruck, was besonders auf den sehr guten Kontrastwert zurückzuführen ist. Der Balken wirkt so sehr gut durchzeichnet und daher authentisch. Die nicht ganz homogene Helligkeitsverteilung fällt nur an einzelnen Stellen auf, wenn natürlich links unten im Bild ein leichter Hotspot zu sehen ist.

Wir schalten die Zwischenbildberechnung zu und beobachten den Einfluß auf das Bildgeschehen:  Die letzten Micro-Ruckler, die bei der unbearbeiteten 24p-Darstellung noch auftreten, werden gänzlich ausgemerzt. Sofort auffallende Artefakte, die häufiger zu beobachten sind, können wir hier überhaupt nicht erkennen. Das Bild scheint sauber und artefaktefrei zu bleiben, selbst bei etwas schnelleren Bewegungen oder vielen bewegten Objekten im Bild. Auch der manchmal auftretende „Soap-Opera-Effekt“ bleibt hier aus. Motionflow scheint hier wirklich exzellent zu arbeiten und nur etwas an Detailschärfe im hochfrequenten Bereich zu verlieren. Mit Sonys Zwischenbildberechnung können Gegner des 24p-Bildeindrucks ohne großzügigen Verlust des echten Filmeindrucks einen Kinofilm authentisch genießen.

Auch über die „Distortion“ müssen wir ein Wort verlieren. Die Krümmung fällt bei sehr deutlichen und markanten Stellen vereinzelt schon auf, allerdings tritt das zu wenig auf, um wirklich von einem Nachteil zu sprechen. Außerdem ist der Umstand, da die Kurve des Sonys nicht allzu stark ausgeprägt ist, sehr gering ausgeprägt.

Blu-ray 1.080p/24 Hz, Wandlung von 2D nach 3D

Bei der Wandlung von 2D-Signalen in 3D bietet der Sony TV weiterhin eine recht natürliche Farbgebung und exzellente Helligkeitswerte. Sind nicht allzu viele und flinke Bewegungen im Bild zu sehen, bleibt das Bild auch ruhig und stabil. Bei den vielen Armbewegungen zu Beginn des zweiten Kapitels von Casino Royale sieht man aber stellenweise schon leichte Unruhen und Zittern an Kanten. Auch vor der Bildung von Doppelkonturen und Geisterbildern ist der TV nicht gänzlich gefeilt. Bei weiten Panorama-Aufnahmen macht der TV auch manchmal den Eindruck, als würde Detailschärfe verloren gehen. Sony setzt hier ja trotz der UltraHD-Auflösung nicht auf eine parallele und gleichzeitige Darstellung zweier FullHD-Bilder, sondern auf aktive Shutterbrillen. Bilanz: Wer auf die Wandlung nicht verzichten kann, findet hiermit ein recht ordentliches Werkzeug, wir würden die klassische Variante wählen.

Blu-ray, 3D nativ

Insgesamt bietet der Sony bei der 3D-Version von „Avatar“ ein sehr natürliches Bild und präsentiert  eine ähnliche Farbgebung wie im 2D-Bereich sowie ausgezeichnete Helligkeitswerte und Durchzeichnung in niedrigeren IRE-Bereichen. Allerdings hat er auch mit ein paar Schwächen zu kämpfen: Besonders im Hintergrund schleichen sich – von Szene zu Szene in der Stärke der Ausprägung unterschiedlich – Geisterbilder an Kanten und Objekten ein, die natürlich dann ein nicht ganz so angenehmes und natürliches Bild ergeben. Außerdem ist, eher in hinteren Bereichen bei weitläufigen Aufnahmen, ein Detailverlust zu sehen, der sich dann in Treppenstufenbildung und geringerer Kantenschärfe auswirkt, zu sehen. Interessant ist, dass es wohl Szenen gibt, die der S90 tadellos meistert und dann ein sehr stabiles, angenehmes und detailscharfes Bild ohne störende Geisterbilder realisiert, von einer Sekunde auf die nächste kann es aber dann wieder zur Bildung von Artefakten kommen.

Insgesamt eine solide Performance mit Schwächen – nach dem Motto „Nobody Is Perfect“. Avatar macht mit dem S90 schon auch in 3D Spaß, da der dreidimensionale Eindruck prinzipiell sehr gut übermittelt wird. Auch die Differenzierung der unterschiedlichen Bildebenen, zum Beispiel während Jake Sullys erstem Ausflug in Gestalt seines Avatars – Stichwort Flug im Helikopter – gelingt sehr gut. Die Flugdrachen und der gigantische Wasserfall erscheinen authentisch und differenziert, ebensoo die Fauna und Flora des fremden Planeten, als der Hubschrauber inmitten des Dschungels landet.

Sony KD65S9005 3D Brille3

Recht leichte aktive 3D-Brille

Sony KD65S9005 3D Brille4

Bequemer Sitz, bei Brillenträgern aber etwas rutschig durch die Bügel

Sony KD65S9005 3D Brille1

 

Leider kann sich Restlicht einen Weg von der Seite aus bahnen

Es ist etwas schade, dass Sony nicht auf passives 3D setzt, wir erinnern uns an die erste X9 UHD-Gerätegeneration von 2013. Hier konnten wir uns über erstklassige Leistungen im 3D-Betrieb freuen, und zwar praktisch ohne Einschränkungen. Zudem sind 3D-Brillen preiswerter und uneingeschränkt kompatibel zueinander – also eine Reihe von Vorzügen, die Sony vielleicht dazu bewegen könnte, zukünftig wieder UHD-TVs mit passiver 3D-Brillentechnik anzubieten. Zum Thema 3D sei aber auch erwähnt, dass oftmals die Wichtigkeit dieses Ausstattungsmerkmals überbewertet wird. Sicherlich darf man etwaige Schwächen nicht einfach vergessen – es gibt einen treue Fangemeinde, die sehr gern Filme in 3D betrachtet. Und diese wünschen sich zurecht, dass sich die Hersteller Mühe geben bei der 3D-Implementierung. Von daher ist es wichtig, hier eine Balance zu halten – 3D-Schwächen dürfen keinesfalls unerwähnt bleiben, dürfen aber auch nicht zu stark gewichtet werden. 

DVD-Upscaling von 576p auf 2.160p, Star Wars Episode III

Das niedrig auflösende SD-Material der Star Wars-DVD muss vom UltraHD-TV S90 auf die native Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten hochskaliert werden. Dank exzellenter Video-Verarbeitung, die wir schon häufig bei Sony-Geräten beobachten konnten, gelingt dieser Schritt trotz des großen Unterschiedes ausgezeichnet. Schon das Fox-Logo zu Beginn macht einen sehr scharfen und stabilen Eindruck, aber erst bei der Laufschrift erkennt man die wahren Stärken. Die Schrift läuft sehr ruhig und ohne enormes Kantenzittern der einzelnen Buchstaben nach hinten ab. Erst ab dem hinteren Drittel sieht man leichte Unruhe. Treppenstufenbildung lässt sich natürlich nicht vermeiden, fällt aber keinesfalls übermäßig stark aus. Die Farbgebung bleibt bis nach hinten sauber, das Gelb bleicht nicht aus, auch Wellenbewegungen treten nicht auf.

Der Schwenk auf den Sternzerstörer läuft ebenfalls sehr angenehm stabil ab und das große Raumschiff steht plastisch im Raum. Der im Heck liegende Bereich des Schiffes wird gut durchzeichnet und einzelne Details im Bereich der Turbine bleiben erkennbar. Die kleinen Raumjäger, die über das Schiff hinwegfliegen, machen ebenfalls einen stabilen Eindruck. Beim Abknicken an der Kante des Schiffes eröffnet sich ein weites Panorama mit klarer Trennung der verschiedenen Bildebenen. Auch die einzelnen Schiffe wirken dreidimensional und liegen nicht auf der Planetenoberfläche auf.

Im Kampfgeschehen muss der Sony vieler umherfliegender Objekte und Geschosse Herr werden, die Bildstabilität aber leidet nicht. Selbst in den Nahaufnahmen überzeugt der TV mit solider Detail- und Kantenschärfe, auch wenn sich natürlich hier und da ein paar Pixelwölkchen bilden. Die Farbtemperatur ist, wie aus dem Display Basic Check ersichtlich, ein wenig zu kalt, wirkt aber insgesamt noch natürlich und nicht überzogen. Die Farbdynamik gefällt ebenfalls sehr gut. Der Schwarzwert macht einen guten Eindruck, versierten Anwendern fällt die EDGE LED LCD-Technologie durch die nicht 100% homogene Helligkeitsversteilung aber stellenweise schon auf. Sehr gut ist die Differenzierung einzelner Schwarz- und Grauwerte dank ausgezeichnetem Kontrast.

DVB-C/S2-Tuner

Der S90 verfügt über einen Doppeltuner, so dass es möglich ist, z.B. ein Programm dank USBV-Recording aufzuzeichnen und ein anderes anzuschauen. Wie wir es seit der 2013er Generation schon von den Sony-Topmodellen her kennen, präsentiert sich der eingebaute Tuner in hervorragender Form. Bei den 720p HD-Programmen der Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF demonstriert der S90 Stärke durch natürliche Bildschärfe, geringes Rauschverhalten und sehr hohen Detailkontrast. Die Tatsache, dass die Farbgebung, wie schon öfters erwähnt, etwas kühl ist, fällt nicht allzu stark ins Gewicht. Das Bild wirkt bezüglich der Ebenen-Differenzierung glaubwürdig, zudem rauscht es kaum.

Nimmt man SD-Signale als Grundlage, erscheint das Bild aufgrund der 576i Signalqualität verwaschener, gerade kleine Details im Bildhintergrund gehen unter. In Anbetracht des schlechten Ausgangsmaterials realisiert der S90 dank kraftvoller Rechenleistung aber noch ein relativ stabiles, gefälliges Bild mit gutem Kontrast sowie vertretbarer Pixelbildung. Auch das gefürchtete Flächenrauschen ist zwar sichtbar, der Umfang aber ist auf jeden Fall zu tolerieren. Für den S90 spricht auch die zuverlässige und einfach zu handhabende USB Recordingfunktion, der Sony erkennt getimte Sendungen präzise. Auch die HbbTV-Funktion arbeitet gut, und der S90 verschafft sich zügig Zugriff zu den entsprechenden Mediatheken der Sender – Voraussetzung ist natürlich, dass die Internetverbindung schnell genug ist. 

Bilanz Bild

Der Sony S90 zeigt viele Schokoladenseiten: Der exzellente Detailkontrast, der hohe Gesamtkontrast, die erstklassige Bildschärfe und die Maßstäbe setzende visuelle Plastizität in 2D. Der TV strukturiert das Bild von der ersten bis zur letzten, hintersten Bildebene scharf und glaubwürdig durch. Absolute Kompetenz bei der Entwicklung und Programmierung von bildverbessernden Maßnahmen zeigt die Frame Interpolation (Motion Flow genannt), die mehrere schaltbare Programme offeriert. Flüssige, gleichzeitig natürliche Bewegungen, enorme Bildstabilität und praktisch keine auftretenden Artefakte: Zusammen mit Panasonic hält Sony die derzeit leistungsstärkste Zwischenbildberechnung parat. Zwar hat gerade Samsung deutlich aufgeholt, und auch Philips/TP Vision zeigt bessere Ansätze als früher.

Aber diesen enormen Standard, diesen Grad an Perfektion haben sie noch nicht erreicht. Auch das Upscaling von Full HD- und selbst von SD-Signalen gelingt dem S90 so überzeugend, dass er sich im absoluten Spitzenfeld aufhält, und zwar über alle Displaygrößen und Preisklassen gesehen. Scharfe, bewegungsstabile Bilder liefert uns der S90 an, kaum Flimmern im hochfrequenten Bildbereich, und das Ganze kombiniert mit einer exzellenten Plastizität. Der Tuner passt perfekt in dieses Bild – gerade, wenn es um die wichtige Wiedergabe der Öffentlich-Rechtlichen Sender in 720p mit entsprechendem Upscaling geht, macht dem Sony kaum ein Konkurrent etwas vor. das Bild ist so exzellent, dass man manchmal selber verwundert vor dem Screen sitzt und staunt, was der S90 aus einem 720p Tunersignal herausholen kann. Insgesamt macht der Sony deutlich, dass er seine immense interne Rechenpower nicht nur für multimediale Anwendungen Gewinn bringend einsetzen kann, sondern auch im Sinne des Erreichens einer brillanten Bildqualität.

Nach sehr viel Licht kommt nun ein wenig Schatten. Die Messergebnisse im Display Basic Check sind zwar alles andere als wirklich schlecht, halten aber Distanz zur Spitze. Unser damaliges Testgerät vom Curved-TV Samsung UE55HU8590 erzielte sensationelle Werte, mit die besten, die wir bislang gemessen haben. Der 2013er Sony KDL-65X9005 war ebenfalls überdurchschnittlich leistungsstark im Display Basic Check, gerade bei den Gamma-Messungen. Hier kann der 2014er S90 demnach nicht mithalten. Und noch in einem anderen visuellen Kapitel hält der S90 Respektabstand zu den beiden anderen hier erwähnten Devices: Im 3D-Betrieb. Was aktive Shutterbrillen-Technik kann, das beweist in aller Klarheit der Samsung UE55HU8590, und welchen Nutzen die passive Polfiltertechnologie bietet, das beweist der Sony KDL-65X9005 in beeindruckender Manier. Der Samsung beinahe ghostingfrei, der 2013er X9 wirklich ghostingfrei, beide mit ungemein stabilem Bild – die 3D-Wiedergabe ist nicht die Domäne des S90. 

Aber ist er darum der schlechtere TV im Vergleich zu den Alternativen? Keinesfalls. Die leistungsstärkste Zwischenbildberechnung und eine meisterliche Upconversion, nochmals um Nuancen besser als bei der Konkurrenz, zeigt zusammen mit dem herausragenden Detailkontrast eindrucksvoll die Vorzüge des S90 auf. Beim Schwarzwert liegt er praktisch gleichauf mit dem Samsung UE55HU8590, nach wie vor noch eine Idee besser ist hier der  Sony KDL-65X9005  aus 2013. Nicht umsonst nutzen wir dieses eindeutig besonders gut gelungene Modell nach wie vor innerhalb der Redaktion. 

Ton

Sony KD65S9005 Screenshot 27

Im neuen Sony S90 steckt, wie von uns schon beim ausführlichen Hands-On berichtet, ein 4.2 Lautsprecher-System. Hier wird nicht nur mit psycho-akustischen Kniffen gearbeitet, sondern mit echten Reflexionen und zeitlichem Delay für ein besonders räumliches Erlebnis.

Die Toneinstellungen umfassen verschiedene Modi, gelistet und sind benannt nach dem jeweiligen Anwendungsbereich (Standard, Kino, Sport, Musik, Spiel, Komprimierter Ton – es wird also sogar ein Optimierungs-Algorithmus für Internet-Radio etc. geboten) sowie Einstellungen zum Surround-Effekt, einen Klang-Verstärker, Equalizer und Regler für Balance und Lautstärkeversatz. Auch ein Live-Fußballmodus ist integriert, ferner kann die Stimme angehoben werden. Das ist praktisch, da häufig, besonders wenn man etwas leiser sehen möchte, die Dialoge in einem actionlastigen Film untergehen. Spezifische Einstellungen zum Aufstellungsort oder den Abstand zu den Wänden gibt es nicht, obwohl ja mit echten Reflexionen gearbeitet wird. Schon beim Hands-On konnten wir aber, obwohl der Abstand zu den Wänden sehr groß war, ein gutes Ergebnis attestieren. Bei uns in der Testumgebung kommt man einem typischen Wohnzimmer recht nahe, die Wände sind ein wenig, aber nicht allzu weit, entfernt.

Da der S90 in der Lage ist, Dolby Digital zu dekodieren, darf er die Aufgabe der akustischen Aufbereitung bei der Star Wars Episode III DVD sofort übernehmen. Ein Indikator, dass ein Bitstream-Signal anliegt, ist die leuchtende LED an den Seiten zwischen den Lautsprechern. Diesmal haben wir keinen zusätzlichen Subwoofer, den man optional erwerben kann. Dennoch macht der S90 einen für einen TV überdurchschnittlich guten Eindruck. Die Wiedergabe der Intro-Sequenz des dritten Teils der Star Wars-Episode gelingt mit sehr guter Dynamik und einem überraschend vollen und substantiellen Klang. Der Tiefgang natürlich bleibt etwas außen vor, hier kann der Subwoofer noch nachhelfen, das suggerierte Volumen kommt aber exzellent herüber und die Paukenschläge in den ersten Sekunden des zweiten Kapitels kann man ebenfalls exzellent nachvollziehen.

Auch die Turbinengeräusche der einzelnen Raumjäger gefallen mit Ansätzen von Struktur und Feindynamik. Sehr positiv ist auch der gebotene Pegel. Hier wird nicht nur Lautstärke geboten sondern auch Kompressions- und Artefaktefreiheit. Ein Durchschlagen bei maximalem Pegel gibt es nicht. Die Stimme, gerade mit leichter Anhebung von +1 bis +3 ist auch in den großen Star Wars-Schlachten, ausgezeichnet zu verstehen und kommt mit Charakter daher. Die Bühne ist breit und tief und die Klangkulisse nimmt den Zuschauer durchaus ein. Dass Effekte wirklich direktional von hinten kommen, können wir aber nur im rudimentären Ansatz bezeugen.

Der S90 kann natürlich kein vollwertiges Surround-System ersetzen. Insgesamt begeistert der S90 mit exzellenter Audio-Performance, die andere Flachbildschirme in allen Punkten, ohne mit der Wimper zu zucken, in den Schatten stellt. Für etwas mehr Punch –und dann kann man durchaus auch mal einen actionlastigen Film, der auch vom Sound her mitreißen soll, genießen – holt man sich den drahtlosen Subwoofer. Für echtes Surround-Feeling aber muss man weiterhin zu größeren Kalibern greifen.

Fazit

Sony KD65S9005 Front Seitlich4

 

Der Sony S90 zeigt sich bereits optisch als echtes Premium-Produkt, er ist akkurat verarbeitet und punktet durch die hohe Materialqualität. Die Ausstattung ist nahezu lückenlos und geht dort weiter, wo viele Konkurrenten aufhören: So ein klangstarkes Audiosystem wie der S90 haben nur wenige TVs überhaupt an Bord. Das 2014 erneut in weiten Zügen überarbeitete Bedienkonzept kann überzeugen, hinzu kommt, dass der Sony UHD-TV genug Rechenpower für praktisch alle Betriebssituationen mitbringt. 

Aus visueller Sicht sprechen die exzellente Bildgüte bei nativem 4K-Content, der herausragende Gesamt- und Detailkontrast, die hohe, aber zugleich natürliche Bildschärfe und die ausgeprägte Plastizität für den S90. Das Curved-Konzept bietet erkennbare Vorzüge, bedingt durch die nicht allzu deutliche Biegung halten sich potentielle Nachteile aber in sehr engen Grenzen. 

Mit einem brillanten Upscaling von niedriger auflösenden Quellen, einem ausgezeichneten Tuner und einer Zwischenbildberechnung auf Referenzniveau ergattert der Highend-TV weitere Punkte. 

Nicht überdurchschnittlich gut fallen die Resultate im Display Basic Check aus. Dies hängt aber auch mit Sonys spezieller Triluminos-Technoligie mit einem auf Wunsch aktivierbaren erweiterten Farbraum zusammen. Auch, wenn man Triluminos nicht aktiviert, hat der Sony als Hardware-Merkmal blaue anstatt sonst gängiger weißer LEDs für das Backlight. Daher sind seine Farben generell leicht kühl. In allen Praxistestreihen machten sich die kleinen Disharmonien in den Messungen allerdings praktisch nicht bemerkbar.

Einziger Wermutstropfen eines TVs, der sonst unser höchstes Masterpiece-Prädikat bekommen hätte, sind Schwächen im 3D-Betrieb. Dass Sony nicht auf passive Polfilterbrillen wie in der ersten UHD-TV-Generation 2013 setzt, sondern auf viel schwieriger zu  handhabende aktive Shutterbrillen (die überdies teurer sind), ist etwas betrüblich. Gut, die 3D-Performance ist keinesfalls schlecht, hier gibt es aber bessere Konkurrenten – aber mit einer 3D-Wiedergabe, die zum Rest des Gerätes passt, hätte sich der S90 sonst zum derzeit besten TV krönen können. 

Extrem bildstarker Ultra-HD Curved-TV mit hoher Rechenleistung und üppiger Ausstattung
referenz
TVs 65 Zoll Luxusklasse
Test 13. November 2014

+ Exzellente Bildqualität bei nativem 4K-Content

+ Überragender Gesamt- und Detailkontrast
+ Lebendige und dynamische Farben
+ Upscaling von niedriger auflösendem Material auf Referenzniveau
+ Hervorragender Tuner
+ Beste Zwischenbildberechnung auf dem Markt
+ Hohe Rechenpower und schnelle Reaktionszeiten
+ Für einen TV weit überdurchschnittliche Audioqualität
+ Hochwertige Materialqualität und Verarbeitung

– Schwächen im 3D-Betrieb

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. November 2014




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