SPECIAL: Hands-on mit Sonys neuem Curved UHD-TV S90

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Wie bereits in unserer News-Meldung vorweg genommen, stellt Sony einen neuen Curved UHD-Fernseher in 65 und 75 Zoll vor. Der S90 ist das Curved-Pendant zur erfolgreichen X9-Serie und weist damit auch die identische Ausstattung der Topmodelle auf. Dazu gehört Triluminos Display, der 4K X-Reality Pro Bildprozessor und natürlich sämtliche Multimedia-Features und sonstige Benefits der Flaggschiffe.

Seit der Integration hochwertiger Lautsprecher und nicht zuletzt dem „Wedge-Design“ verschiedener Sony-Geräte wissen wir: bei Sony ist auch die akustische Performance eines Flachbildschirms ein essentielles Attribut. Der S90 bildet hier keine Ausnahme sondern geht sogar noch einen Schritt weiter. Ein 4.2 Lautsprechersystem ist hier für besonders ausgesprägte Räumlichkeit integriert und natürlich ist auch die Verbindung mit Sonys drahtlosem Subwoofer SWF-BR100 – der neben weiß nun auch in schwarz erhältlich sein wird – problemlos möglich. Wir konnten den Curved UltraHD-Fernseher vor seiner offiziellen Präsentation auf der IFA in Berlin im September schon einmal Probe-Sehen – und Hören!

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Der S90 in voller Größe

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Solide Verarbeitung – hohe Materialqualität

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Geschliffenes Alu und das matte schwarz bildet einen schicken Kontrast

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Saubere, nahtlose Materialübergänge

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Die Kamera lässt sich problemlos abnehmen

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Der Fuß kann mittig oder außen platziert werden

Sehen wir uns kurz die äußerlichen Qualitäten des neuen Curved LCD-TVs an. Die Kombination aus mattschwarzen und Alu Natur-Oberflächen sowie dem glänzenden Chrom-Look der Füße ergibt einen sehr eleganten gleichwie modernen optischen Look. Auch innnerhalb der Sony-Familie integriert sich das Design problemlos und erinnert an aktuelle Modelle. Zwar ist auch im S90 ein vollwertiges 4.2 Lautsprecher-System integriert, im Gegensatz zu anderen Sony 4K-Modellen „mit Lautsprecherohren“ äußert sich dies beim S90 deutlich dezenter und optisch subjektiv ansprechender. Abgesehen von der Rückseite geizt Sony beim S90 erfreulicherweise mit Kunststoff, auch die Leisten ober- und unterhalb des Bildschirms sind aus Metall.

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Die „Curve“ des S90

Wer genau hinsieht und die Curved-Modelle von Konkurrenzanbietern kennt, dem wird auffallen, dass die „Curve“ des Sony Fernsehers weniger stark ausgeprägt und etwas flacher ist. Das ist nicht etwa Zufall, sondern bewusst von den Sony-Ingenieuren in dieser Form konzipiert und entwickelt worden. Weshalb? Die Biegung bietet zwar den Benefit einer ausgeprägteren Immersion und der effektiven Verminderung von seitlichen Reflexionen, geht aber mit einer leichten Verzerrung des Bildes als negativen Aspekt einher. Besonders einfach ist dies zum Beispiel bei einem Tennis-Match zu erkennen: Die horizontalen, weißen Linien des Spielfeldes können gekrümmt wirken.

Durch empirische Forschung hat Sony den perfekten Kompromiss gefunden und diesen in der etwas flacheren Biegung des S90 realisiert. Dabei wurden um einen sitzenden Zuschauer (sehr praxisnah – eben wie zuhause im Wohnzimmer) LED-Lichter in verschiedener Biegung und in verschiedenem Abstand platziert, bis eine Position gefunden wurde, in der die gekrümmt platzierten LED-Leuchten dem Zuschauer wie eine Linie erschien. Das Endergebnis können wir am S90 betrachten – und tatsächlich empfanden wir das Sehen am Sony-Modell als besonders angenehm und beinahe gar nicht verzerrt. Allerdings müssen wir feststellen, dass im Praxisbetrieb die Verzerrung auch bei anderen Geräten nur geringfügig auffällt. Hier müssen wir einen endgültigen Test abwarten, bei dem wir Modelle verschiedener Hersteller direkt vergleichen können.

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Erste praktische Eindrücke des S90 Curved UHD TVs

Beim ersten Clip, den wir uns am S90 ansehen konnten, handelte es sich um Naturaufnahmen in Nordamerika, unter anderem Aufnahmen der Rockies in Kanada und den USA. Die World Heritage 4K Clips liegen in der nativen UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln und der Bildwiederholrate von 60 Hz vor – Upscaling ist hier also nicht notwendig.

Bei den Aufnahmen überzeugte uns der Sony mit exzellenter Farbdynamik und damit einem sehr lebendigen und mitreißenden Bild. Die Weite der nordamerikanischen Landschaft kommt durch das sehr plastisch erscheinende Bild – und nicht zuletzt durch die hohe Bilddiagonale – besonders gut zur Geltung. Verschieden entfernte Bildsegmente waren klar gestaffelt und konnten auch im 2D-Betrieb schon problemlos voneinander differenziert werden. Nebenbei: 3D konnten wir zwar noch nicht betrachten, aber auch beim S90 kommt aktives 3D mit Shutterbrillen zum Einsatz. Zwei Brillen liegen dem Curved TV bei.

Hervorzuheben ist auch die Detailschärfe, mit der das native 4K-Material am S90 erscheint. Selbst im hochfrequenten Bereich wird hier noch überragend durchzeichnet und auch bei Bewegungen bleibt der Sony bezüglich Detail- und Kantenschärfe auf exzellentem Level. Bei einem kurzen Ausschnitt, in der ein Wasserfall zu sehen ist, können wir einzelne Tropfen noch klar erkennen und die Lichtspiele nachvollziehen, die sich bei der Spiegelung des Sonnenlichts mit den Wassertropfen ergeben.

Die Bewegungsschärfe ist ebenfalls auf hohem Niveau. Wir müssen anmerken, dass Motionflow, also Sonys Frame-Interpolationstechnologie und Zwischenbildberechnung – durchweg aktiviert war. Einen Schärfeverlust konnten wir aber nicht feststellen. Darüber hinaus verliefen Bewegungen, als z.B. ein kleines Flugzeug über die Rocky Mountains segelt oder uns Weißkopfseeadler mit hoher Spannweite begegnen, enorm flüssig und angenehm ab. Wir mussten nachhaken, ob denn Motionflow bei der Demonstration aktiv sei – denn wir waren uns nicht sicher. Schon dies zeugt von der hohen Qualität der Technologie. Wer genau aufpasst, wird immer noch kleine Berechnungsfehler erkennen, dennoch halten sich diese stark in Grenzen und auch der häufig kritisierte Video-Look wird gut vermieden.

Ein zweiter Clip, ebenfalls in UltraHD und 60 Bildern pro Sekunde, zeigt einen Skateboarder in einem Funpark mit Rampen, „Grind“-Stangen und einer Halfpipe. Auch hier sind flinke Reaktionen des Panels und des Bildprozessors gefragt, während der professionelle Skater verschiedene Tricks in relativ hoher Geschwindigkeit durchführt. Bei dieser Demo konzentrieren wir uns aber hauptsächlich – der Name „Dolby Sports Sound Demo“ verrät dies schon – auf die Audioperformance des Sony TVs.

Noch vorweg: Bei dem integrierten 4.2 Lautsprechersystem handelt es sich zum großen Teil um nochmals neu überarbeitete „Ferrofluid“-Lautsprecher, die bereits aus Sonys X9-Serie bekannt sind. Die Frage, ob es sich bei dem räumlichen Sound des Sonys ausschließlich um Psycho-akustische Kniffe handelt, beantwortet Sony mit Nein. Tatsächlich ist es eine Kombination aus echten Reflexionen und zeitlichem Delay. An den Seiten des Sony S90 sitzen jeweils zwei Lautsprecher, einer oben und einer unten. Die oberen Schallwandler strahlen nach außen hin ab und sorgen für echte Reflexionen, während die unteren direkt auf den Zuschauer strahlen.

In der Praxis konnten wir einen kräftigen und tatsächlich sehr räumlich wirkenden Sound attestieren. Prinzipiell haben wir einen relativ hohen Präzisionsverlust angenommen, besonders da ja auch die Aufstellung des TV-Gerätes und die Größe des Raumes bei echten Reflexionen eine Rolle spielt. Aber selbst in dieser Disziplin machte der Sony einen recht guten Eindruck. Insgesamt konnten wir ein sehr cleanes Klangerlebnis trotz hoher Lautstärke mit überdurchschnittlich guter räumlicher Wirkung und solider Dynamik begutachten. Trotzdem müssen wir immer noch hinzufügen: „für einen Fernseher!“. Und für ein TV-Gerät wird hier wirklich überdurchschnittliche Performance geboten.

Auch beim folgenden Film-Beispiel „Matrix“ hat uns, besonders natürlich in Kombination mit dem drahtlosen Subwoofer, der voluminöse Sound und Punch gefallen. Bei Multichannel-Wiedergabe leuchtet zwischen den beiden Lautsprechern übrigens eine LED, diese kann natürlich deaktiviert werden. Der S90 dekodiert die konventionellen Tonformate Dolby Digital und DTS. Auch die Sprachwiedergabe war ausgezeichnet und der metallische Einschlag extrem gering. Wer nur ab und zu mal eine DVD genießt, der wird hier keine zusätzlichen Investitionen tätigen müssen. Es bleibt aber dabei: Enthusiasten wollen mehr! Das weiß aber auch Sony. Nicht umsonst wird aus gleichem Hause auch mehr geboten, sei es durch Soundbars, Sounddecks oder gar AV-Receivern, etc. Sony sieht das TV-Gerät schlichtweg nicht nur als Bildschirm. Trotz der immer flacher werdenden TVs gehört nach Meinung der Japaner eine zumindest solide Audio-Performance zum Gesamtpaket dazu.

Da der Ausschnitt des ersten Teil der „Matrix“-Trilogie von Blu-ray zugespielt wurde, können wir noch 1-2 Sätze über die Upscaling-Qualitäten des S90 verlieren. Der S90 bietet ein sehr rauscharmes, von 1080p hochskaliertes Bild und beweist solide Detailschärfe und ein stabiles Bild. Die flotten Bewegungen der einzelnen Schützen während der berühmten Szene in der Eingangshalle werden sauber und scharf gezeichnet wiedergegeben. Den Filmausschnitt haben wir uns im Kino-Modus angesehen, hier scheint Sony wieder ein recht solider Film-Look gelungen sein, die Farbtemperatur stimmt. Artefaktebilder oder Fehler im Processing sind uns in der kurzen Szene nicht aufgefallen. Wundern tut uns das nicht, schließlich kommt hier dasselbe Bild-Processing wie beim aktuellen X9 zum Einsatz.

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Sony Curved UHD TV – ein gelungener Einstieg

Abschließend gehen wir mit einem sehr positiven Eindruck aus der Sony-Demo. Obwohl es sich noch nicht um ein finales Sample handelte, sind wir sowohl von der visuellen als auch der Audio-Performance begeistert. Dazu kommt ein durchdachtes, funktionales und zusätzlich sehr schickes Design. Wir hoffen, den S90 zeitnah als Test-Sample in der Redaktion begrüßen zu dürfen.

 

Special: Philipp Kind
Datum: 07.08.2014




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