TEST: Magnat Verstärker MA1000 + CD-Player MCD1050

Magnat MA1000 MCD1050 Gruppenbild5

Magnat konnte sich in den vergangenen Jahren auch verstärkt als Anbieter hochwertiger Stereoelektronik profilieren. Auf der IFA 2013 wurden dann der Vollverstärker MA1000 in Hybridtechnik für 1.699 EUR und der CD-Spieler MCD1050 mit hochwertigen D/A-Wandlern und OLED-Display ebenfalls für 1.699 EUR vorgestellt. Genau dieses Team hat sich nun in unserem Testraum eingefunden, um der Frage nachzugehen, ob Magnat seinen noch relativ jungen Ruf als HiFi-Komponenten-Experte weiter festigen kann. 

Beide Geräte sind perfekt aufeinander abgestimmt, und das nicht nur optisch. Der MA1000 kommt mit Röhrenvorstufe und Transistoren-Endstufe, der MCD1050 mit Audio-CD/CD-R/CD-RW/HDCD-Wiedergabe weist eine Röhren-Ausgangsstufe auf. Demnach sollten sich beide Geräte unter akustischen Gesichtspunkten ideal ergänzen. 

Magnat MA1000 Front Seitlich4

Solide Verarbeitung, Optik mit Wiedererkennungswert

Magnat MA1000 Rueckseite Seitlich4

 Sehr gutes Finish auch von hinten

Magnat MA1000 Verarbeitung2

Hochwertige Gehäuseverarbeitung beim MA1000. Dicke Alu-Front, solide Bedienelemente und stabile Standfüße

Magnat MA1000 Display

 OLED-Display in kreisrunder Form

Magnat MA1000 Roehren3

 Röhrenvorstufe

Magnat MA1000 Roehren2

 „Vorschaufenster“ für beide Röhren

Magnat MA1000 Anschluesse Rueckseite3

 Analoge Cinchanschlüsse, kein XLR. Phono MM und Phono MC

Magnat MA1000 Anschluesse Rueckseite1

 Hochwertige Lautsprecherkabelanschlüsse 

Magnat MA1000 Fernbedienung

 Die identische Fernbedienung liegt Verstärker und CD-Player bei

Magnat MA1000 Innenleben Gesamt2

 Innenleben komplett

Magnat MA1000 Innenleben1

 Ringkerntrafo

Magnat MA1000 Innenleben2

 Hochwertige ELKOs

Magnat MA1000 Innenleben3

 Alu-Kühlkörper

Magnat MA1000 Innenleben4

 Röhrenvorstufe

Magnat MA1000 Innenleben5

 Platinenlayout

Stellen wir beide Einzelkomponenten nacheinander vor und starten wir mit dem MA1000. Mit eleganter, aus gebürstetem schwarz lackiertem Alu bestehender Frontblende verkörpert er klassischen Chic. Zentriert ist ein Display mit gutem Auflösungsvermögen untergebracht. Die runde Displayform teilt sich der MA1000 mit dem MCD1050. Im Inneren fokussiert sich unser Interesse zunächst auf die Röhrenvorstufe. Um hier größtmögliche Qualität bieten zu können, setzt Magnat auf vorselektierte und 60 Stunden lang eingebrannte ECC-82 Röhren aus russischer Produktion. Aufwändig aufgebaut – das freut Vinyl-Liebhaber – ist die Phonovorstufe,  für die zwei getrennte Eingänge zur Verfügung stehen – MM und MC. Bei Anschluss von zwei Tonabnehmern kann über die mitgelieferte Fernbedienung umgeschaltet werden. Halten wir kurz inne und behandeln das Thema „Fernbedienung“. Hier legt Magnat beiden Komponenten die schwere und vom Gehäuse her hochwertig erscheinende Fernbedienung M1000 bei. Leider aber wirkt das Layout der Tasten nicht so überzeugend wie die schwere Gehäusequalität. 

Wenden wir uns wieder der Technik und den Ausstattungsmerkmalen des MA1000 zu. 2 x 115 Watt stehen an Dauerleistung zur Verfügung. Damit extreme Leistungsspitzen, wie sie z.B. beim plötzlichen Orchestereinsatz auftreten, keine Probleme verursachen, setzt Magnat besonders hochwertige Sieb-Elektrolyt-Kondensatoren (Sieb-ELKOs) ein: 4 x 10.000 Mikrofarad an Kapazität stellen sie zur Verfügung. Bei einer kurzen Stromspitze kann der Verstärker auf die insgesamt 40.000 Mikrofarad zurückgreifen – nachdem sich die ELKOs entladen haben, laden sie sich während des normalen Betriebs wieder auf und stehen anschließend wieder als Kurzzeitspeicher zur Verfügung. 

Magnat hat bei der Auswahl der Bauteile nur auf hochwertige Komponenten zurückgegriffen, was man in Anbetracht des Kaufpreises auch erwarten kann. Um die edlen Baugruppen wurde ein massives Vollmetallgehäuse drapiert. Die Bedienelemente auf der Frontblende sind ebenfalls aus Alu gefertigt, besonderes Augenmerk schenkte man der Lautstärkeregelung – hier kommen ALPS-Motor-Potentiometer zum Einsatz. Das kreisrunde Display ist in Organic-LED-Form ausgeführt. 

Der MA1000 wiegt 11 kg und ist 434 mm breit, 330 mm hoch und 380 mm inklusive Bedienelemente und Anschlussterminals 380 mm tief. 

Magnat MCD1050 Roehren

Röhrenausgangsstufe im CD-Player

Magnat MCD1050 Front Seitlich3

 Gleiches Design wie der Amplifier

Magnat MCD1050 CD Schublade2

 CD-Lade – nicht übertrieben hochwertig gelagert

Magnat MCD1050 Rueckseite Seitlich4

 Rückseite des CD-Spielers

Magnat MCD1050 Anschluesse Rueckseite1

 Analoge Ausgänge, digitale Ausgänge, drei digitale Eingangsformen inklusive USB. So können auch externe Quellen die hochwertigen D/A-Wandler nutzen

Magnat MCD1050 Innenleben4

 Geschirmtes Laufwerk

Magnat MCD1050 Innenleben3

 Sorgfältiges Layout

Magnat MCD1050 Innenleben2

 Röhrenausgangsstufe

Magnat MCD1050 Innenleben1

 Stromversorgung

Magnat MCD1050 Innenleben Gesamt1

 Gesamtübersicht innen

Der MCD1050 weist zwei besondere Merkmale auf: Die erstklassigen D/A-Wandler aus dem Hause Burr Brown können nicht nur mittels ausgelesener Daten des einbauten CD-Laufwerks bedient werden, durch den digitalen Eingang und den USB-Eingang kann er auch von anderen Digitalquellen genutzt werden, und zwar mit Auflösungen von bis zu 192 kHz/24-Bit.  Zweites Merkmal ist das „Pure CD“ Laufwerk, das enorm präzise abtastet und dabei ruhig sowie leise seiner Arbeit nachgeht. In unseren Testreihen konnte auch die Fehlerkorrektur überzeugen, CDs mit kleineren Kratzern wurden anstandslos abgespielt. Der MCD1050 verfügt auch für digital eingespeiste Quellen und CDs über eine Upsamplingmöglichkeit auf 192 kHz/24-Bit. Die Röhrenausgangsstufe arbeitet kanalgetrennt und ist mit 2 x ECC88 Doppeltrioden bestückt. Damit möchte Magnat einen linearen Frequenzgang bis weit über 40 kHz garantieren. Eingebrannte und vorselektierte Röhren aus russischer Produktion kommen auch beim CD-Spieler zum Einsatz.  Der MCD1050 wiegt 7,5 kg und ist 434 mm breit, 90 mm hoch und 330 mm inklusive Anschlussterminal und Bedienelementen breit

Wenden wir uns den klanglichen Fähigkeiten zu. In den Klangtestreihen setzten wir wie üblich auf eine hochwertige Oehlbach-Verkabelung.

Was die Magnat-Kombination kann, musste sie an den erstklassigen Piega Coax 30 beweisen. Die Verkabelung kommt, wie üblich, von Oehlbach. Als erstes haben wir uns einer besonders interessanten Fähigkeit des MCD1050 gewidmet. Er ist nämlich in der Lage, für akustisch „minderbemittelte“ PCs oder Notebooks als USB-DAC aufzutreten, was besonders bei hochauflösenden (HiRes) Audiodateien von Vorteil ist. Über den entsprechenden rückseitigen USB-Input werden bis zu 192 khz/24-Bit-Signale entgegen genommen. Wer nun frohlockt, sollte aber bedenken, dass der auf PC/Notebook verwendete Softwareplayer auch HiRes-Audiodateien, die meist in FLAC vorliegen, entsprechend unterstützt (für Windows-basierte Rechner tut dies z.B. WinAmp). Ebenfalls ist es noch nötig, auf der Magnat-Website den entsprechenden Treiber für den MCD1050 herunterzuladen. Dieser wird dann auf dem PC oder Notebook installiert. Während des Installationsvorgangs wird dann der MCD1050 über ein entsprechendes USB-Kabel mit dem PC/Notebook verbunden. Bei den Audio-Wiedergabegeräten im Menü des Rechners muss dann der MCD1050 ausgewählt werden – und schon kann es losgehen.

Natürlich haben wir mit HiRes-FLAC-Dateien getestet: „Stop This World“ (Diana Krall, 96 kHz), „La Mer“ (Von der Dämmerung bis zum Mittag, Claude Debussy, 192 kHz) und „Dronning Fjellrose“ (Hoff Ensemble, 192 kHz) kamen zum Einsatz. Und die Magnat-Kombination realisiert überragend intensiven, facettenreichen Klang: Gerade bei „La Mer“ ist es wichtig, auch feinste akustische Gebilde herauszuarbeiten, das gelingt beiden Magnat-Komponenten in Teamarbeit sehr überzeugend. So entsteht der Eindruck eines komplexen Klang-Gebildes, innerhalb dessen auch feine dynamische Unterschiede gut herauskommen. Bei der „Dronning Fjellrose“ agieren MA1000 und MCD1050 ebenfalls geschliffen und kultiviert. Die Stimmwiedergabe ist sensibel, und die Anschlagdynamik des Klaviers kommt in den Grundzügen tadellos heraus. Die erzeugte Räumlichkeit erscheint authentisch, wie ein feiner Klangteppich legt sie sich über den Hörer. Bei „Stop This World“ hören wir eine straffe, tief nach unten reichende und realistische Basswiedergabe, eine charismatische Stimm-Reproduktion und erneut ein lebendiges Piano.

Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, das 1. Allegro, ebenfalls in Hires 96 kHz FLAC, wird von den beiden Magnat-Devices ebenfalls sehr gut getroffen. Der natürliche Klang mit leicht warmem Einschlag sorgt für „Wohlfühlklima“ beim Auditorium, trotzdem wirken die Streicher nicht zu sehr auf Wärme getrimmt, sondern bieten eine gelungene Durchzeichnung und tadellose Strahlkraft im Hochtonbereich – nur sehr anspruchsvolle Musikliebhaber wünschen sich hier noch mehr Brillanz. Für diese muss man dann aber auch noch tiefer in die Tasche greifen. Relaxed und entspannt wird es bei Alessi mit „Diamante“ (FLAC, 96 kHz). Hier freuen wir uns erneut über die facettenreiche Stimmwiedergabe und können diese bei der männlichen und der weiblichen Gesangsstimme genießen. Auch die Loslösung des Klangs von den Lautsprechern ist gelungen – durch die Röhrenvorstufe des MA1000 erscheint der Klang sehr gefällig, aber gleichzeitig detailreich. Grob- und Feindynamik finden unsere Zustimmung. Die Pegelfestigkeit gibt keinen Anlass zur Klage. Ohne Schwierigkeiten marschiert der MA1000 auch bei kräftigem Pegel weiter. Die Beschallung von Hörräumen bis gut 35 Quadratmeter stellt in der Praxis kein Problem dar. 

Gerade in der HiRes-Zeit ist die Nutzung des MCD1050 als USB-DAC viel Wert, trotzdem haben wir natürlich auch die CD-Wiedergabe getestet. Andrea Bocellis „Dell’Amore Non Si Sa“ erklingt nuancenreich, mit sehr feiner, genau austarierter Betonung der Stimme. Uns scheint, dass sich die Magnat-Kombination gerade auch für den Liebhaber differenzierter Musik sehr gut eignet. Der charismatische Aufbau der Instrumente belegt dies ebenfalls. Nun fahren wir mit „Lucifer“ vom Alan Parson’s Project fort. Hier kämpft sich der MA1000 und der MCD1050 mit der harmonischen Gesamtauslegung nach vorn. Wer es schätzt, mit enormem Nachdruck zu hören, würde sich vielleicht noch etwas mehr Push nach vorn wünschen. Wer es lieber natürlich und authentisch mag, wird sich mit der Auslegung der Magnat-Komponenten bestens anfreunden können. Lobenswert ist, wie viel Struktur in das musikalische Geschehen hineingebracht wird. Richtig schwungvoll wird es mit „Sunday Afternoon“ von Maria Lopez, dem Album „Music for the Masses“ entnommen. Der kraftvolle Bass kommt homogen zum Ausdruck, alle Übergänge sowie die Darstellung der zahlreichen elektronischen Effekte wirken glaubwürdig. Allerdings wird der Fokus auch hier auf eine angenehme Darstellung gelegt – dies dürften nicht wenige potentielle Kunden befürworten, denn so kann man auch über mehrere Stunden komfortabel mit der Magnat-Anlage hören, ohne dass durch störende Untertöne Disharmonien um sich greifen. 

Multimedial stark ist man mit der Yamaha-Kombi aus Netzwerkplayer NP-S2000 und dem A-S2000 Vollverstärker unterwegs. Besonders der aufwändig aufgebaute und bis ins Detail edle NP-S2000 hat uns damals im Test begeistert. Für etwas weniger Geld im Vergleich zum Magnat-Duo begeistert der feine und gleichzeitig lebendige Klang. Im Vergleich allerdings klingen die Röhren-basierten Magnat-Devices noch eine Idee verbindlicher, das längere Hören mit hohem Pegel geht noch problemloser vonstatten. Die Qualität der Fernbedienungen liegt bei Magnat höher. Für den NP-S2000 sprechen die gelungenen Netzwerk-Nutzungsmöglichkeiten, für den MCD1050 die Verwendung als externer USB-DAC. 

Wer immer noch etwas Geld übrig hat, für den lohnt sich ein Blick nach Italien: Dort wartet ebenfalls eine Verstärker-/CD-Kombi mit Röhrentechnik. Moderne Merkmale wie USB etc. dürfen bei der Pathos-Kombination Classic One MkIII und Digit CD-Player aber nicht erwartet werden. Für insgesamt 5400 EUR gibt es aber massenhaft italienische Emotion und Finesse bei der Verarbeitung – für Liebhaber begeisternd. Wer mit seinem Geld rechnet  und möglichst viel für sein Investment erhalten möchte, liegt hingegen bei den Magnat-Komponenten richtig. 

Fazit

Magnat MA1000 MCD1050 Gruppenbild5

Mit angenehmen, harmonischen und doch natürlichen Klang erweist sich Magnats Stereo-Kombination aus MA1000 und MCD1050 als ausgesprochen hochwertiger Partner für die Wiedergabe praktisch allen Quellmaterials. Dank der Möglichkeit, mittels des MCD1050 auch HiRes-Dateien über USB vom PC/Notebook wiederzugeben, verschließen sich die Komponenten auch der Moderne nicht. Solide Verarbeitung, aufwändige Technik und zeitlose Optik sind weitere Pluspunkte der Stereo-Bausteine. Nachteil: Der MA1000 weist keine digitalen Eingänge auf, zudem sind die Komponenten nicht XLR-beschaltet. 

Röhren-typische Harmonie trifft auf feine Detaillierung – das Ganze hochwertig verpackt und technisch aufwändig bestückt
ueberragend
Stereo-/HiFi-Komponenten Obere Mittelklasse
Test 07. Februar 2014

+ Angenehmer, runder Klang
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Hervorragende Feindynamik
+ MCD1050 mit USB-DAC-Funktion
+ Massive Fernbedienung

– Keine XLR-Beschaltung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. Februar 2014




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