TEST: LG K10 – Solider Allrounder zum Einstiegspreis?

Mit dem Premium-Modell der Einsteigerklasse möchte der koreanische Konzern beweisen, dass man auch zum günstigen Preisbereich eine solide Ausstattung und gute Performance erhält. Es ist immer wieder auffällig, wie sehr die beiden großen koreanischen Großkonzerne LG und Samsung im Gleichklang getaktet sind. Während beim Weltmarktführer die Einsteiger-Modelle alle mit „A“ gekennzeichnet sind, tragen die LG-Modelle den Buchstaben „K“. Die jährlichen Updates gehen dabei mit keiner Namensänderung einher, stattdessen wird einfach nur das Jahr in Klammern dahinter gesetzt.

Rund 150 bis 200 Euro kostet das K10 von LG. Das schlägt sich auch direkt in der Haptik und Verarbeitungsqualität nieder. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff und das Design sehr schlicht. Das einzige interessante optische Merkmal ist der in Kupfer eingefärbte Rahmen, der aber nur am Geräteende wirklich prägnant ist und auch nicht sonderlich hochwertig wirkt.

An der Frontseite fällt auf, dass sehr viel Platz für den umlaufenden Rahmen verschwendet wird. Die Vollverglasung zieht zudem Fingerabdrücke geradezu magisch an. In der Hand liegt das Smartphone recht gut, das Display misst moderate 5,3 Zoll.

Der Touchscreen bietet nur eine HDready-Auflösung, sodass keine 300 ppi erreicht werden – hier wurde klar der Rotstift angesetzt. Insgesamt geht aber die Darstellungsqualität noch in Ordnung, wenn man sich den günstigen Preis vor Augen führt.

Rückseite

13 Megapixel mit einer Blende von 1:2,2 bringt die Hauptkamera mit. Damit lassen sich aus der Hüfte ordentliche Schnappschüsse bei Tageslicht einfangen. Sobald aber Kunst- oder Schwachlicht einsetzt und die Distanzen größer werden, muss man schon eine sehr ruhige Hand haben, um vernünftige Fotos zu bekommen, denn der Autofokus macht leider keinen allu zuverlässigen Job. Qualitativ ist dieser Knipser daher, auch angesichts der Preisklasse keine positive Überraschung. Schade zudem, dass sich die Einstellungsmöglichkeiten stark in Grenzen halten. Der Camcorder und die Selfie-Kamera sind ebenfalls im durchschnittlichen Qualitätsbereich angesiedelt.

Motivation zum ausgiebigen Fotografieren gibt es somit nicht, was angesichts des eingeschränkten Speicherplatzes sogar ganz gut ist, denn von den internen 16 GB stehen nur 6 bis 10 GB zur freien Verfügung. Die microSD-Karte kann zudem nur maximal weitere 32 GB beisteuern.

LG K10 Foto

Aufgenommen mit dem K10

Auf den ersten Blick scheint bei den Datenbahnen alles im Lot zu sein, doch bei genauerem Hinsehen werden Schwächen entlarvt. So ist kein Dual-Band-WLAN verfügbar und die LTE-Geschwindigkeit beläuft sich im Download auf maximal 300 Mbit/s. Für schnellste Datentransfers ist dieser Koreaner somit nicht ausgelegt.

LG K10 Screenshot

Android 7.0

Überraschung: Googles aktuelles Betriebssystem Android 7.0 Nougat ist an Bord. Im Zusammenspiel mit LGs eigenem User Interface lassen sich alle relevanten Einstellung und Personalisierungen vornehmen.

Während im Großen und Ganzen das Handling in Ordnung ist, schleichen sich dennoch ein paar Fehler ein. So wünscht man sich an eigenen Stellen eine straffere Menüführung. Beispiele: Da es keinen Fingerprintscanner gibt, kann man unter anderem einen PIN zum Freischalten wählen – und das dauert unnötig lange: Gerät aus dem Standby-Modus holen, Finger nach oben wischen, um den Zahlenblock zu aktivieren, PIN eingeben und danach noch OK drücken. Warum so kompliziert? Selbst beim Widget „Direkter Anruf“ reicht ein einfacher Klick auf die App nicht aus, da man zuvor noch die Nummer bestätigen muss.

Seitliche Ansicht

Die seitliche Tastenwippe ist zudem sehr klein und flach geraten, sodass die Lautstärkeregulierung immer ein Suchspiel wird. Insgesamt fällt zudem auf, dass das Arbeitstempo nicht das allerschnellste ist.

Gar nicht mal schlecht. Die CPU hört auf den Namen MT6750, arbeitet mit acht Kernen (1,5 GHz Taktung) und wird von der Mali-T860-Grafikeinheit sowie 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Das ist zwar Anno 2017 keine Spitzenleistung mehr, reicht aber aus, um sicher die obligatorischen Abläufe zu managen. Wenn es allerdings, um hohe Arbeitsgeschwindigkeit, Multitasking oder anspruchsvolle 3D-Games geht, dann werden diesem Fernöstler schnell die Grenzen aufgezeigt.

Uneingeschränkt gut ist dafür die Akkuleistung, denn im Praxistest erreichte das K10 sogar mal sechs Tage Rufbereitschaft, wenn der Nutzer sich mit Multimedia-Sessions zurückhält. Im Schnitt sind aber vier bis fünf Tage Nonstop-Einsatz kein Problem. Auch im Dauerstresstest erreicht das Smartphone noch eine beeindruckende Laufzeit von bis zu 16 Stunden, ausgezeichnet.

Weniger gut sind die akustischen Fähigkeiten. Die Verständigungen leidet durch ein leises Hintergrundrauschen und die recht geringe Lautstärke. Der Mono-Speaker liegt zudem auf der Rückseite, sodass die Lautstärke gedämpft wird. Das ist unglücklich, denn viele vorgegebene Klingeltöne sind vom Pegel leise eingespielt. Tipp: „Life´s Good und hohe Lautstärke wählen. Der Sound geht noch in Ordnung, so lange die Lautstärke gering ist. Ab einem gewissen Pegel wird es hingegen unsauber und schrill.

Fazit

Die Bewertung fällt hier nicht ganz einfach, da man stets den günstigen Preis des Gerätes im Hinterkopf behalten muss. Das Design ist zwar schlicht, wirkt insgesamt aber, nicht zuletzt aufgrund der plan abschließenden Kameralinse, recht schick. Abgesehen vom Preis und der sehr guten Akkuleistung gibt es dennoch nicht viel positives zu berichten, denn weder die Performance noch die Handhabung oder die Leistung der Kamera sind außerordentlich gut. Unter dem Strich aber eine solide Vorstellung für ein Smartphone mit einem Online-Preis von gerade einmal 150 Euro.

Günstiges Smartphone mit guter Akkuleistung und durchschnittlicher Gesamtperformance
areadvd_gut
03.07.2017

 

+ Gute Akkuleistung
+ Günstiger Preis
+ Handlich & leicht

– Mäßige Kameraqualität
– Keine schnellen Datenbahnen
– Kleine Tastenwippe

Test: Ulf Schneider
Datum: 03.07.2017

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