TEST: Bluetooth-Lautsprecher Auluxe X1 – Top in Design und Klang?

Auluxe X1 Front Seitlich3

Der sieht aber gut aus – denkt man sich, wenn man den Bluetooth-Lautsprecher des Newcomers Auluxe das erste Mal in Augenschein nimmt. Wenn man dann den Preis von 149 EUR hört, so wird schnell klar – als „Billigheimer“ versteht sich Auluxe keinesfalls. Dabei könnte der optisch sehr gelungene X1 bei der Verarbeitung durchaus noch etwas Feinschliff vertragen: Dort, wie die Seitenwangen in Aluminium-Optik (in Wahrheit ist es – gut gemachter – Kunststoff) auf das hochglänzende Schwarz der Oberseite trifft, sind die Spaltmaße zu groß. Bei unserem Testmodell war es, von vorn gesehen, die obere linke Seite. Hier schimmert die blaue Beleuchtung des Lautstärke-Reglers durch – das geht besser. Der Lautstärkeregler, oben mittig platziert, gefällt uns sehr gut, während man ihn dreht, verändert sich die Farbe von tiefem in blasseres Blau.

Auluxe X1 Rueckseite Seitlich1

Design von hinten

Interessant ist das Design von hinten mit einem optisch sehr präsenten Henkel. Lästerliche Menschen werden dem X1 hier Ähnlichkeiten mit Isolierkannen für heiße Getränke oder großen Isolier-Kaffeebechern nachsagen. Aufgrund der soliden Ausführung kann man aber sachlich  keine Nachteile entdecken, und es ist möglich, den X1 einfach „am Henkel“ zu transportieren. 

Auluxe X1 Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse. Der X1 besitzt ein externes Netzteil und einen eingebauten Akku

Auluxe X1 Bassreflexoeffnung

Verarbeitung im Detail

Auluxe X1 Bedienelemente Oberseite2

Blau beleuchteter Lautstärkedrehregler

Der BT-Speaker ist mit der recht alten Bluetooth-Version 2.1 + Enhanced Data Rate (EDR) ausgestattet, unterstützt werden erfreulicherweise NFC und auch aptX für eine hochwertige klangliche BT-Übertragung. Des Weiteren ist der X1 als mobiler Lautsprecher konzipiert und bringt daher einen 2.000 mAH fassenden Akku mit. Dieser sorgt für eine Spielzeit von 8 bis 10 Stunden, je nach dem, wie hoch die anliegende Lautstärke ist. 2,6 Stunden dauert es, bis der Akku wieder voll geladen ist, das ist recht lange für den doch nicht allzu großen Akku. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind, hier kommt der nächste: Man kann den X1 nicht mittels USB-Kabel aufladen, sondern braucht dafür das recht sperrige Netzteil. Und: Es besteht keine Möglichkeit, ein Smartphone direkt am Lautsprecher aufzuladen.

Hier bemerkt man doch, dass denn Taiwanesen, die in ihrer Heimat einen sehr guten Ruf genießen, doch noch etwas die Erfahrung fehlt, was hier hinsichtlich Features gerade im Trend liegt. Prima sind, zumindest laut Papier, die Leistungswerte. 20 Watt Gesamtleistung ist für einen kompakten Blueooth-Aktivlautsprecher, der 210 mm hoch, 100 mm breit und 153 mm tief ist, ein tadelloser Wert. Auch sehr gut – die Kopplung klappt schnell und einfach, die Bluetooth-Verbindung erweist sich als überaus stabil. 

Klang

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was kann der X1 akustisch? Wir beginnen umgehend mit den Klangtestreihen und hören uns „San Francisco“ von Darius & Finlay and Tom Borijn an. Gut sind die maximal möglichen Pegel, ebenso gut ist die Klarheit des Klangs. Etwas enttäuschend ist die Performance im Bassbereich. Hier sind wir von den Auluxe S1 mehr gewohnt. Ok, es handelt sich auch um ein Lautsprecher-Paar, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die S1 Speaker recht kleine Gehäuse aufweisen. Andere Konkurrenten treten ebenfalls mit kräftigerem Bass auf den Plan. So der für rund 170 EUR erhältliche SoundLink Mini von Bose, der nachdrücklich beweist, dass Bose auch sehr fair kalkulierte Produkte anbieten kann. Der SoundLink Mini klingt angenehm und hat einen ausgezeichneten Bassbereich, der nicht so schlank ist wie der des X1.

Der X1 gefällt dafür mit einer ordentlichen Stimmwiedergabe und einem wirklich brauchbar auflösendem Hochtonbereich. Bei „Wake The Giant“ von Tommy Trash, ebenfalls ein aktueller Trance-Titel, verhält es sich ähnlich. Erfreuliche Stimmpräsentation und ein prima Hochtonbereich, die Dynamik ist ebenfalls tadellos. Aber im Bassbereich fehlt es auch hier an Nachdruck. Der Aufbau des Tracks gelingt sonst prima, aber der Bassbereich wirkt wie komprimiert. Bedenkt man, dass es für 129 EUR den klangstarken JBL Flip 3 gibt, der auch noch spritzwassergeschützt ist, wird es nicht leicht für den X1. Der X1 strahlt mit seiner designorientierten, trotzdem seriösen Optik zwar mehr Noblesse aus, aber der jugendlich-frisch auftretende Flip 3 kokettiert mit erstaunlich gutem Bassbereich, obwohl er vom Gehäusevolumen her noch kleiner ist als der X1. Dank zusätzlicher Passiv-Radiatoren konnte JBL beim Flip 3 die Bass-Effizienz aber merklich steigern. 

Wie sieht es bei Rick Springfields Klassiker „Celebrate Youth“ aus? Das gleiche Spiel – prima Detaillierung, gut auflösende Höhen, aber der Bassbereich ist erneut recht schlank. Ohne Fehl und Tadel trennt sich die Stimme von den Instrumenten, und der vokalen Präsenz ist sogar ein gewisses Charisma zuzugestehen. Der fade Bass allerdings sorgt dann für Einschränkungen beim Hörvergnügen. Bei der Extended Version des Alphaville-Hits „Big in Japan“ fällt diese Schwäche interessanterweise kaum ins Gewicht. Bei diesem Track gibt der X1 seine bis dato beste Vorstellung ab. Hier passt alles, obwohl das Quellmaterial aus qualitativer Sicht alles andere als hitverdächtig ist. Dynamik, Räumlichkeit, Klarheit – alles wirklich gut. Hier macht das Hören Freude.

Und bei „Nineteen“ von Pail Hardcastle tauchen zwar im Intro wieder gewisse Bass-Einschränkungen auf, diese fallen hier aber nicht gravierend ins Gewicht. Als der Song dann durchstartet, wundern wir uns wieder, wie gut der X1 verschiedene akustische Elemente voneinander differenzieren kann. Der X1 ist genau in den Belangen gut, in denen andere BT-Lautsprecher versagen. Und das, was viele Bluetooth-Speaker mittlerweile überzeugend können – eine nachdrückliche Basswiedergabe trotz kleinem Gehäusevolumen – liegt dem Taiwanesen nicht so sehr.  

Bei der bislang herausgehörten Auslegung verwundert es uns nicht, dass der Bluetooth-Lautsprecher mit „L’Attesa“ von Andrea Bocelli für ein solches Device ausgezeichnet zurecht kommt. Natürlich merkt man auch hier, dass es unten herum nicht viel Fundament gibt. Die saubere Stimmwiedergabe und die akkurate Trennung von den instrumentalen Anteilen kommt hier aber besonders positiv zur Geltung. Er ist damit etwas ähnlich ausgelegt wie der Harman Kardon BT-Speaker Esquire 2, der mit 229 EUR (UVP) allerdings deutlich teurer ist. Der Harman-Lautsprecher ist dafür erstklassig hinsichtlich Verarbeitung und Materialqualität; zudem detailliert er akustisch noch besser und ist daher seinen Mehrpreis Wert. Wer sich das Geld sparen möchte, ist mit dem X1 aber auch gut bedient, wenn es um die Wiedergabe „seriöser“ Musik geht.

Aus dem Hause Auluxe gibt es noch den Auluxe MB1, der auf 159 EUR kommt und eher für den häuslichen Einsatz bestimmt ist, Akkubetrieb ist hier nicht möglich. Der optisch gelungene Lautsprecher ist auch kein Meister des kräftigen Basses, zudem sind die maximal möglichen Pegel nicht allzu hoch. Hier stemmt der X1 mehr Lautstärke. Zurück zu Andrea Bocelli – auch bei „Perfidia“ vom Album „Passione“ gibt sich der X1 keine Blöße und erfreut mit guter Durchhörbarkeit und einer prima Stimmwiedergabe. Es ist überraschend, wie viel Atmosphäre der BT-Lautsprecher im Nahfeld vermittelt. Natürlich nimmt diese ab, wenn man sich zu weit vom X1 entfernt, hier merkt man doch die kompakten Abmessungen. Wir beenden unsere Andrea Bocelli-Hörtestreihen mit „Love In Portofino“. Schöne Herausarbeitung der Instrumente bei gleichzeitig akkurater Betonung der Stimme – was anderen Bluetooth-Speakern schwerfällt, managt der X1 souverän. 

Kommen wir nun zu 007-Titelsongs: „We Have Al The Time In The World“, aus „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, gesungen von Louis Armstrong, beweist – die Wiedergabe etwas weniger basstarker, dafür differenzierter Musik liegt dem X1. Die Höhen gefallen durch Klarheit, trotzdem werden sie nicht schneidend. Die Auflösung ist auch im Mitteltonbereich ansprechend. Die identischen Höreindrücke sammeln wir bei „You Only Live Twice“ von Nancy Sinatra. Natürlich darf man nicht mit „high-fidelen“ Ansprüchen in die Hörtestreihen gehen, aber für einen transportablen, kompakten Bluetooth-Lautsprecher schlägt sich der X1 richtig gut und bringt sogar Anflüge von Charisma bei der Stimmwiedergabe zustande. 

Fazit

Auluxe X1 Front Seitlich2

Der Auluxe X1 sieht interessant aus und ist trotz kleiner Mängel im Detail insgesamt ordentlich verarbeitet. Die stabile Bluetooth-Verbindung und die Anwesenheit von aptX und NFC sind weitere Vorzüge. Akustisch gibt sich der X1 kultiviert, seine Stärke liegt in der Wiedergabe von differenzierter, „seriöser“ Musik. Er bringt ein gutes Auflösungsvermögen mit, klingt klar und stellt Stimmen sehr gut dar. Basskraft ist weniger seine Stärke. Der Kaufpreis zeugt von einem guten Selbstbewusstsein der Taiwanesen. 

Optisch interessanter, klar und lebendig klingender Bluetooth-Lautsprecher
sehrgut
Bluetooth-Lautsprecher Mittelklasse
Test 14. Oktober 2015

+ Klarer Klang
+ Gutes Auflösungsvermögen
+ Sehr gelungene Stimmwiedergabe
+ Stabile Bluetooth-Verbindung
+ Interessantes Design

– Performance im Bassbereich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14, Oktober 2015




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