TEST: Bose SoundLink Mini – Kompakter Bluetooth-Lautsprecher mit viel Power

Bose SoundLink Mini 01

Der Bose SoundLink Mini ist bereits seit 2013 erhältlich und kostet im Handel rund 170 EUR. Aufgrund der kompakten Gehäuse-Abmessungen von 5,1 x 18 x 5,8 cm ist er sehr transportabel. Die Verarbeitung des Aluminumgehäuses wirkt solide. Mit einem Gewicht von ca. 600 Gramm ist das Gerät etwas schwerer als es aussieht. Zum Schutz der etwas empfindlichen Oberfläche gibt es als Zubehör „Soft Cover“ in verschiedenen Farben, die vor allem die scharfen Kanten schützen und den SoundLink Mini etwas griffiger machen.

Die Verbindung zu Bluetooth-Geräten zur Musikübertragung über das A2DP-Protokoll erfolgt durch längeren Druck auf die Bluetooth-Symboltaste. AptX und NFC werden noch nicht unterstützt. Die letzten sechs gekoppelten Geräte werden gespeichert. Die Bluetooth-Reichweite liegt bei direkter Sichtverbindung bei bis zu 11 Metern und je nach Baubeschaffung ist auch die Übertragung durch eine Wohnungswand möglich – mit etwas Glück sogar durch zwei oder drei Wände, was allerdings auch von dem Bluetooth-Empfänger im gekoppelten Gerät abhängt. Die Bluetooth-Verbindung hält sich in der Praxis sehr stabil. Selbst bei stundenlanger Musikwiedergabe kommt es zu keinen Unterbrechungen.

Alternativ zu Bluetooth gibt es auch einen 3,5 mm-Klinkenstecker-Eingang für analoge Stereo-Quellen. Mit einem MicroUSB-Anschluss auf der Unterseite lassen sich Firmware-Updates installieren.

Die gummierten Tasten reagieren recht gut. Zusätzlich zu den getrennten Eingangstasten für Bluetooth/AUX gibt es einen Ein/Aussschalter, Lautstärkeregler und eine Stummschalt-Taste.

Bose SoundLink Mini 05

Der Akku hat eine Kapazität von 2330 mAh (17 Wh) und kann auf der Unterseite des Geräts mit Hilfe eines Torx-Schraubenziehers gewechselt werden. Direkt am Netzteil ohne eingebauten Akku ist der SoundLink Mini nicht nutzbar. Der Akku wird über ein kompaktes 12 V-Steckernetzteil aufgeladen. Eine USB-Lademöglichkeit gibt es beim SoundLink Mini noch nicht. Im Lieferumfang befindet sich eine kleine Docking-Station, in die der SoundLink Mini optional zum Aufladen gelegt werden kann. Die Ladezeit liegt je nach Akku-Restkapazität bei ca. zwei bis drei Stunden. Beim Einschalten oder durch längeren Druck auf den Einschaltknopf zeigt der SoundLink Mini in den drei Farben Grün, Gelb und Rot den aktuellen Akkustand an. Bose gibt als Akkulaufzeit bis zu sieben Stunden an. Das ist sehr konvervativ berechnet. In der Praxis hängt die genaue Akku-Laufzeit auch von der Lautstärke und den Inhalten ab. Bei mittlerer Lautstärke lassen sich sogar Akkulaufzeiten von bis zu 13,5 Stunden erreichen. Dabei kündigt der Lautsprecher bereits frühzeitig durch rotes Blinken an, dass die Akkukapazität zuneige geht, lässt sich aber trotzdem noch einige Zeit weiter benutzen.

Bose SoundLink Mini 06

Klang

Die große Stärke des SoundLink Mini ist der kräftige Bass, der trotz Mini-Gehäuse sehr wuchtig klingt. Bose erzeugt auf kleinstem Raum eine erstaunlich satte Basswiedergabe, die regelrecht spübar wird aber selbst bei hohem Pegel nahezu frei von Verzerrungen bleibt. Die ausgeklügelte Technik mit den zwei passiven Strahlern, die durch ihre gegenseitige Anordnung Resonanzen minimieren, sorgt dafür, dass der Schalldruck geschickt so gelenkt wird, dass das Gehäuse kaum in merkbare Vibration gerät.

Die Pegelfestigkeit ist enorm. Man kann den SoundLink Mini so laut aufdrehen, dass er schon fast an das Lautstärke-Niveau einer kompakten Mini-Anlage herankommt. Bei Annäherung an den Maximalpegel merkt man zwar, dass der Klang etwas unruhiger wird, aber es gibt kein Knacksen oder Knarzen. So eignet sich der SoundLink Mini sogar als kompakte Mini-Boombox.

Bei der Aufstellung kann man nicht viel verkehrt machen. Selbst freigestellt klingt der Bass schon sehr satt und auch bei niedrigen Lautstärken ist die Basswiedergabe sehr voluminös. Man sollte den SoundLink Mini aber nicht direkt an eine Wand stellen, damit die Luft auch nach hinten noch entweichen kann. Die Lautstärkeanpassung erfolgt nahezu stufenlos und ist sehr präzise möglich.

Bose SoundLink Mini 02

Die enorme Bassabstimmung kann mit Musik, die im Bassbereich ohnehin schon sehr stark betont ist, bei hohen Pegeln minunter auch etwas zu dick klingen. Wie die meisten Geräte dieser Klasse bietet der SoundLink Mini leider keine Möglichkeit, den Klang z.B. durch einen Bass/Höhenregler zu beeinflussen. Da hilft bei Verbindung mit einem Smartphone eine Equalizer-App, mit der man den Frequenzgang den eigenen Vorlieben anpassen kann. Bei iOS-Geräten sorgt bereits die interne Equalizer-Voreinstellung „Acoustic“ für einen etwas weniger aufdringlichen aber trotzdem immer noch voluminösen Bass und auch „Spotify“ verfügt inzwischen über einen eigenen Equalizer.

Für die Stimmwiedergabe und auch die Verständlichkeit im Outdoor-Betrieb ist der kräftige Bass von Vorteil. Er sorgt z.B. bei der Wiedergabe von Audio-Podcasts für eine voluminöse und auch bei etwas stärkeren Umgebungsgeräuschen gut verständliche Stimmwiedergabe.

Bose SoundLink Mini 04

Wer es gerne gerade unten herum noch etwas voluminöser haben will, sollte den SoundLink Mini einmal in die Mitte von einem Regalfach mit einem Abstand von mindestens 10 cm zur Wand stellen. Dann kann man dem kleinen Bose-Zwerg nochmals kräftigere Bässe entzaubern. Gerade bei Techno/Trance/Dance-Musik klingt der SoundLink Mini dann schon fast wie eine kleine Regalbox.

Die in der linken und rechten Ecke platzierten zwei „Transducer“-Lautsprecher-Treiber decken auch den Hochtonbereich gut ab, der aber nicht so auffällig wie die Bässe betont wird. Akustische Musik wie z.B. das Debütalbum von Tracy Chapman oder Stings „Ten Summoners Tales“ bietet dennoch eine ausreichend transparente Wiedergabe mit sauberen Höhen. Bei den hohen Tönen macht sich allerdings auch eine gewisse Richtwirkung der Lautsprecher bemerkbar, die dafür sorgt, dass die hohen Frequenzen nur in einem recht kleinen Winkel richtig gut zur Geltung kommen und dadurch auch die Stereo-Wiedergabe etwas eingeschränkt wird. Der Hörabstand zum Gerät ist hingegen deutlich weniger kritisch. Auch aus zwei Meter Entfernung bietet der SoundLink Mini noch eine wahrnehmbare Räumlichkeit und eignet sich damit sogar als TV-Lautsprecher.

Bose SoundLink Mini 03

Im Vergleich zur Konkurrenz besticht der SoundLink Mini vor allem durch seine hohe Pegelfestigkeit im Bassbereich. Auf vergleichbarem Niveau liegen z.B. der Denon Envaya, der zusätzlich auch den aptX-Codex unterstützt aber nicht ganz so kompakt wie der Bose SoundLink Mini ist und der vielseitige Creative Sound Blaster Roar SR 20, der zwar nicht ganz so pegelfest ist, dessen Basswiedergabe im „Tera Bass“ und „Roar“-Modus dafür aber etwas runderals beim SoundLink Mini wirkt.

 

Fazit

Der Bose SoundLink Mini ist in seiner Funktionalität auf das Wesentliche reduziert, bietet aber für die kompakten Abmessungen gerade im Bassbereich einen sehr kräftigen Klang mit einer beinahe unbegrenzten Pegelfestigkeit.

Dadurch eignet er sich nicht nur als externer Lautsprecher für Smartphones sondern bietet gleich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für alle Zwecke, wo man ohne viel Aufwand möglichst guten Sound bekommen und auch mal etwas lauter aufdrehen will.

Durch die hohe Akkukapazität lässt er sich auch stundenlang nutzen, bevor das Gerät wieder aufgeladen werden muss. Im Optimalfall kann man fast einen ganz Tag von morgens bis abends mit dem SoundLink Mini verbringen.

Mit ein paar Tricks kann man noch ein wenig mehr Sound aus dem SoundLink Mini herauskitzeln. Bei Platzierung in einem Regal dreht der Bass noch einmal richtig auf. Im Hochtonbereich ist man auf externe Hilfsmittel wie Equalizer angewiesen. Dabei bietet der Lautsprecher noch einigen Spielraum, bis er an seine Grenzen stößt.

Wer viel auf Reisen unterwegs ist, sollte sich aber möglichst eine eigene Schutzhülle oder eine druckfeste Transportverpackung zulegen, um das Gehäuse nicht zu beschädigen.


Test: 15. Oktober 2014

+ Gute Basswiedergabe mit hoher Pegelfestigkeit
+ Gute Bluetooth-Reichweite
+ Sehr lange Akkulaufzeit
+ Akku mit einfachem Werkzeug wechselbar

– Etwas eingeschränkte Hochtonwiedergabe
– Keine Klangregler am Gerät
– USB-Anschluss ohne Ladefunktion

Test: Karsten Serck

www.bose.de




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