SPECIAL: TV-Generation 2018: Sony XF90/Sony AF8/Philips OLED973/Samsung Q9F/Panasonic FZW804/Panasonic FXW785: Pro und Contra im Vergleich

Verschiedene Ultra HD-TVs der Generation 2018 konnten wir mittlerweile entweder in einem Preview begutachten oder ausführlich testen. Daraus ergibt sich ein Bild mit gerätespezifischen Vor- und Nachteilen, die wir hier auflisten möchten.

Sony KD-65XF9005

Der Sony KD-65XF9005 beweist, dass man für rund 2.500 EUR unverbindliche Preisempfehlung bereits einen in allen relevanten Punkten richtig guten 65 Zoll-Ultra HD-Fernseher kaufen kann. Klar, bedenkt man, dass man bereits für rund 850 (!) EUR  65-Zoll-UHD-TVs einkaufen kann, lesen sich die 2.499 EUR natürlich gigantisch. Aber die günstigen Offerten sind sicherlich ihr Geld Wert (Samsung, Sony & LG bauen ja keine schlechten Modelle), können aber mit dem 2018er Top-LCD-Produkt von Sony natürlich nicht mithalten, wenn es um eine bestmögliche Bildqualität geht. Mit einem für einen LCD-TVs sehr guten Schwarzwert (ja, OLEDs sind bei Detailkontrast und Schwarzwert sowie bei der Homogenität der Helligkeitsverteilung trotzdem noch eine Idee besser, irgendwie muss sich ja der Mehrpreis rechtfertigen) und einem lebendigen, zugleich aber angenehmen Bild wird sich der Sony viele Freude schaffen.

Sehr gute Frame Interpolation

Typisches Menü eines Android-basierten TVs

Fernbedienung

Unangenehm für den XF90 könnte der mit 2.099 EUR noch günstigere Panasonic TX-65FXW784 werden, hier muss ein Test später klären, wie er sich gegen den gelungenen Sony schlägt. Mit den beiden Bild-Modi Cinema Pro und Cinema Home zeigt sich der Sony gut gerüstet. Noch besser wären freilich THX- und/oder ISF-Betriebsarten. Die Frame Interpolation des Sony arbeitet sehr gelungen, der X1 Extreme Bild-Prozessor tut in allen Spitzen-Baureihen von Sony, gleichgültig, ob LCD oder OLED, seinen erstklassigen Dienst. Übrigens: Für 4.499 EUR gibt es den XF90 auch in 75 Zoll.

Hier die Pluspunkte:

  • Fairer Kaufpreis
  • Sehr gute maximale Helligkeit des Bildschirms
  • Gute Bildmodi Cinema Pro und Cinema Home
  • Auch in großen 75 Zoll zu haben
  • Für LCD-basierten TV sehr guter Schwarzwert
  • Zuverlässig im Betrieb

Hier die Minuspunkte:

  • Weder THX- noch ISF-Bildmodi
  • Google Assistant noch nicht voll einsatzfähig
  • Keine Unterstützung von HDR10+
Panasonic TX-75FXW785

189 cm-Bild für unter 3.000 EUR - und zwar in Spitzen-Qualität

Der Panasonic TX-75FXW785 liegt bei 2.999 EUR. Dafür gibt es riesige 189 cm Bilddiagonale, My Home Screen 3.0 als Betriebssystem und ein ausgewogenes Bild mit einer gut ausbalancierte Helligkeitsverteilung. Der TX-65FXW784 als 65-Zoll-Variante kostet sogar nur 2.099 EUR.

Bildmodi, bei diesem Modell ohne THX und ISF

Hochwertige Verarbeitung

My Home Screen 3.0

Bei beiden Modellen gilt: Der Studio HCX Bildprozessor wurde weiter entwickelt und konnte uns schon 2017 mit einer sauberen Bildsignalserarbeitung begeistern. Der Studio HCX-Bildprozessor und der Sony X1 Extreme sind, was das Upscaling von FullHD Material auf 2.160p angeht, besonders talentiert. Panasonics flexibler Quattro-Tuner ist bei den Modellen FXW784 und FXW785 grundsätzlich mit an Bord.

Hier die Pluspunkte:

  • Günstiger Kaufpreis
  • Quattro-Tuner (2 x DVB-T2/DVB-C/DVB-S2 plus TV>IP)
  • Unterstützung von HDR10+
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Leistungsstarke Zwischenbildberechnung
  • Schnelles, leicht durchschaubares My Home Screen 3.0 Betriebssystem

Hier die Minuspunkte:

  • Keine Unterstützung von Dolby Vision
  • Weder ISF (Professionell) Betriebsarten noch THX-Modi (wie die OLEDs von Panasonic)
  • Helligkeitsverteilung bauartbedingt zwar sehr gut, aber nicht auf OLED-Niveau
Panasonic FZW804

FZW804

Der Panasonic FZW804 kommt in der 65-Zoll-Variante auf 3.499 EUR. Der FZW954, das um 500 EUR teurere Modell, hat als zusätzlichen Benefit eine von Technics optimierte Soundbar sowie eine zusätzliche Touch-Fernbedienung. Eine praktische und hochwertige Hauptfernbedienung mit Metallgehäuse haben beide Serien. Unserer Meinung nach reicht daher das vom Panel und dem Bild-Processing identische FZW804er Modell in fast allen Fällen aus.

Rahmen

Bildmodi mit THX- und ISF-Betriebsarten (Bild zeigt TX-65FZW954)

Exzellentes Schwarz, typisch für OLED, und tolle Farbbrillanz

Der FZW804 in 55 Zoll ist mit 2.299 EUR der günstigste Panasonic OLED des Modelljahres 2018, dafür sind die visuellen Leistungen erstklassig und genügen höchsten Ansprüchen. Wer mittels CalMAN/AutoCal kalibrieren möchte, kann sich auch freuen: Die 2018er Panasonic-OLEDs sind CalMAN-ready.

Hier die Pluspunkte:

  • Günstig für einen 2018er Ultra HD OLED-TV in Vollausstattung
  • THX- und ISF-Betriebsarten
  • Äußerst natürliches, angenehmes Bild, dessen Helligkeit (trotz OLED-Technologie) locker für den HDR-Genuss auch bei externem Lichteinfall ausreicht
  • CalMAN-ready (auch für AutoCal)
  • Quattro-Tuner (2 x DVB-T2/DVB-C/DVB-S2 plus TV>IP)
  • Hochwertige Metallfernbedienung
  • HDR10+ Support

Hier die Minuspunkte:

  • Keine Unterstützung von Dolby Vision
  • Nicht in 77 Zoll erhältlich
  • Fuß mit langweiliger Optik
Sony KD-65AF8

Sony Bravia AF8 für 3.799 EUR in 65 Zoll

Der Sony Bravia AF8 OLED-TV liegt in 65 Zoll bei 3.799 EUR. Der formschön gestaltete Ultra HD OLED-TV hat einen schicken Rahmen und verfügt über die Acoustic Surface-Technologie für einen erstaunlich räumlichen Klang. Er läuft unter Android Nougat und für gewisse Belange steht schon jetzt die Sprachsteuerung mittels Google Assistant bereit.

Bild-Einstellmöglichkeiten

Netflix integriert, wie bei den meisten Smart-TVs

Fernbedienung mit Mikrofon

Der AF8 ist leider nicht in 77 Zoll erhältlich, dafür alternativ in 55 Zoll. Viel vorwerfen lässt sich der AF8 nicht, er ist zwar etwas teurer als der FZW804 von Panasonic, dafür aber hat er das aufwändigere Soundsystem.

Die Alternative: 2017 wurde das immer noch gebaute Topmodell Bravia A1 vorgestellt, mittlerweile kostet der 65-Zöller dasselbe wie der AF8

Sony hat ganz andere Probleme: Das immer noch gebaute 2017er Topmodell Bravia A1 kostet in 65 Zoll dasselbe (rund 3.750 EUR Marktpreis, UVP 3.999 EUR) - der Bravia A1 sieht aber noch eleganter aus, ist noch hochwertiger verarbeitet, hat ebenfalls den X1 Extreme Bildprozessor und ist visuell ebenso stark. Die Sony OLEDs unterstützen mittlerweile nach Firmware-Update Dolby Vision, aber kein HDR10+.

Hier die Pluspunkte:

  • Exzellentes Upscaling von FullHD auf 2.160p
  • Sinnvolle Unterteilung des Video-EQs
  • Cinema Home und Cinema Pro als ausgewogene Bildprogramme
  • Unterstützung von Dolby Vision
  • Sehr gute klangliche Leistung dank "Acoustic Surface" Technologie
  • Praktische, griffgünstige und relativ hochwertige Fernbedienung
  • Tadellose Betriebssicherheit
  • Elegante Optik

Hier die Minuspunkte:

  • Keine Unterstützung von HDR10+
  • Google Assistant noch nicht voll einsatzfähig
  • Fernbedienung ohne Beleuchtung
  • Keine THX- oder ISF-Bildmodi
  • Nicht in 77 Zoll erhältlich
Samsung Q9F

Der kann was: Samsung Q9F für 3.999 EUR mit Top-Bild

Das Samsung QLED-Spitzenmodell Q9F ist im 65 Zoll-Format für 3.999 EUR zu haben. Was die Bildgüte anbetrifft, so präsentiert sich das 2018er Topmodell in bestechender Verfassung. Angenehmer, homogener, klarer, augenfreundlicher im Vergleich zum 2017er Modell, bei gleichbleibend enormer maximaler Bildhelligkeit. Das Betriebssystem erlaubt eine einfache und zufgleich komfortable Bedienung.

One Connect Box

Smart Hub 2018

Fernbedienung

Wir persönlich sehen den Samsung Smart Hub und auch das Panasonic-Betriebssystem My Home Screen 3.0 als besser durchdacht im Vergleich zu Android TV an, letztendlich ist aber alles Geschmacksache. Das gilt auch für die One Connect Box: Alle Quellgeräte werden, im Gegensatz zur Konkurrenz (Anschlüsse direkt am TV), an der One Connect Box angeschlossen. Von dieser läuft dann ein einziges, sehr dünnes Kabel (das sogar den Strom mit transportiert) zum Display.

Hier die Pluspunkte:

  • Erstklassige maximale Displayhelligkeit, ohne dass das Bild aggressiv oder grell erscheint
  • Sehr ausgewogenes, klares Bild
  • Erstaunlich guter Schwarzwert, homogenes Backlight
  • Im Vergleich zu 2017 weiter verbesserter, rauscharmer TV-Tuner
  • Smart Things App für zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Samsung Devices
  • Support für HDR10+
  • Samsungs eigener HDR+ (nicht mit HDR10+ verwechseln!) Bildmodus pusht SDR-Material gekonnt auf Quasi HDR-Niveau (visuelle Natürlichkeit gegenüber 2017 optimiert)
  • Sehr einfache Erstinstallation und sehr praktische, leicht verständliche Menüs
  • Schnelle Reaktionen und hohe Zuverlässigkeit beim Betriebssystem
  • Alternativ für 6.399 EUR auch in 75 Zoll erhältlich

Hier die Minuspunkte:

  • Zwar sehr hochwertige, aber auch recht kleine Fernbedienung
  • Nur vier Bildprogramme, weder THX- noch ISF-Modi
  • Kein Support für Dolby Vision
  • Im Vergleich zur OLED-Konkurrenz verhältnismäßig hohe Bautiefe (Direct-LED)
  • Enormer Aufpreis von 65 auf 75 Zoll (rund 2.400 EUR)
Philips 65OLED973

65OLED973

Der Philips 65OLED973 kommt auf 4.999 EUR unverbindliche Preisempfehlung und ist im Handel für rund 4.500 EUR erhältlich. Er wartet mit Philips-typischen Spezialitäten auf: Die doppelseitige Hauptfernbedienung oder Amblight sorgen für Differenzierungsmerkmale. 2018 neu hinzugekommen ist eine stabförmige Fernbedienung mit Mikrofon.

Hauptfernbedienung mit Tastatur auf der zweiten Seite

Erste Seite

Stabfernbedienung für Google Assistant

Wie auch bei den Sony 2018er Modellen ist Google Assistant noch nicht voll einsatzfähig. Wer z.B. sich Filme eines bestimmten Genres anzeigen lassen möchte, muss sich aktuell noch damit abfinden, dass nicht alle potentiellen Quellen durchsucht werden.

Hochwertige 6.1 Soundbar

Ambilight

Bildprogramme

Visuell ist der 65OLE973 auf sehr gutem Niveau, der TV-Tuner überzeugt insbesondere. Auch liefert die P5 Perfect Picture Engine ein sehr gutes Upscaling. Hier muss sich der 65OLED973 nicht verstecken, er setzt aber auch nicht den Maßstab. Deutlich verbessert im Vergleich zu früheren Philips OLEDs: Das Panel rauscht sichtbar weniger. Akustisch hat Philips viel Aufwand betrieben, und installiert eine 6.1 Soundbar unter dem Display. Diese liefert auch respektable Leistungen, ähnlich wie die Technics-Soundbar bei der 2017er Serie EZW1004 (2018er Technics Soundbar noch nicht akustisch untersucht) muss sie sich aber den Sonys mit "Acoustic Surface" Technik geschlagenen geben. Samsung macht beim Q9F viel weniger Aufhebens ums Soundsystem, der Q9F klingt aber nicht schlechter.

Die Pluspunkte:

  • Zwei mitgelieferte Fernbedienungen: Eine zweiseitige Fernbedienung, mit vollwertiger Tastatur auf der zweiten Seite, und eine Stabfernbedienung mit Mikrofon für Sprachsteuerung (Google Assistant)
  • Ambilight für flexible Lichteffekt-Steuerung
  • Sehr elegantes Design, inklusive hochwertiger Details (6.1 Soundbar mit besonders hochwertigem Stoff bezogen)
  • ISF-Bildmodi
  • Im Vergleich zu früheren Modellen verbesserte Bildqualität beim Tuner

Die Minuspunkte:

  • Kein Doppeltuner
  • Nur zwei der vier HDMI-Eingänge unterstützen HDCP 2.2
  • Im Vergleich zur Konkurrenz ziemlich teuer
  • Nicht in 77 Zoll zu haben
Fazit

Klar zu erkennen ist: Viele Nachteile haben die 2018er Ultra HD-TV-Modelle nicht mehr. Das heißt aber nicht, dass die TVs der aktuellen Generation ausschließlich Vorzüge mitbringen. Die Auswahl an Bildprogrammen oder die Kompatibilität zu HDR-Normen zeigen noch Lücken auf. Ebenso wären beleuchtete Fernbedienungen oder vollständige Anschlussbestückungen wünschenswert. Was die Bildqualität anbetrifft, so herrscht ein enormer Standard vor. LCDs zeigen sich hinsichtlich der Homogenität des Backlights weiter verbessert. Natürlich hat der OLED, bei dem jedes einzelne Pixel leuchtet, hier nach wie vor einen Vorteil. Wie gut relativ preiswerte Oberklasse-2018er UHD-Fernseher sein können, beweisen uns Sony und Panasonic, für wenig Geld gibt es hier im wahrsten Wortsinne viel zu sehen. Gerade derjenige, der einen "Kino-gemäßen" Bildeindruck schätzt, wird aber nach wie vor zum OLED greifen. Der Mehrpreis hält sich mittlerweile im absolut vertretbaren Rahmen. Überraschend ist, welche Fortschritte Samsung bei den 2018er QLED-Modellen gemacht hat. Der Q9F des Modelljahres 2018 leistet sich nirgendwo eine ernsthafte Schwache und brilliert mit vielen Stärken.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 05. Juni 2018

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