SPECIAL: LG präsentiert neues Topmodell „G6“ auf dem MWC 2017

LG G6  Gruppe

LG präsentierte erwartungsgemäß das neue Smartphone-Flaggschiff in Barcelona, das unter anderem durch eine Art „Widescreen“-Format für echte Innovation sorgt. Die Koreaner blicken auf ein schweres Jahr zurück, denn LGs Strategie, Smartphones mit auswechselbaren Modulen zu optimieren, zog nicht den erwarteten Erfolg nach sich. Daher möchte sich das Unternehmen wieder auf bewährte Strategien konzentrieren. Erst im Gespräch unter 4-Augen gab ein Mitarbeiter offen zu, dass es bei der Qualität schlichtweg gehapert hatte. Dass ein solches Konzept auch funktionieren kann, beweist Lenovo mit ihren Moto Play Smartphones.

Neu: 18:9 Display

Auf den ersten Blick fällt es nicht weiter auf, aber tatsächlich streckt sich das 5,7-Zoll-Display im Verhältnis zu allen anderen Smartphones länger. Damit das G6 dadurch nicht unhandlich wird, reicht der Bildschirm bis zum äußersten Rand, sodass es insgesamt auch weiterhin gut in der Hand liegt.

Der qualitativ hochwertige Touchscreen mit einer Auflösung von 2.672 x 1.440 Pixel (533 Pixel pro Zoll) ist durch dieses Format besonders praktisch. So kann man beispielsweise gleichzeitig Fotos knipsen und sich das jüngst geschossene direkt darunter ansehen (siehe Foto). Auch Business-User profitieren davon, denn bei passenden Mails- oder Terminkalender-Apps lassen sich zwei Fenster nebeneinanderlegen, ohne dass es zwingend zu Formatänderungen oder Bildbeschneidungen kommt. Gut möglich daher, dass das 18:9-Formant bald Nachahmer finden wird.

Bewährte & neue Features

Auch beim Designkonzept hat sich gegenüber dem Vorgängermodell etwas getan, denn das Gehäuse ist über der Aluminiumschicht mit Gorilla-Glas überzogen. Dass wirkt insgesamt wertiger als die vorherige Generation und macht das neue Topmodell auch robuster. Der Unibody des G6 ist nämlich nach IP68-Zertifizierung staub- und wasserdicht. Einziger Wermutstropfen dabei: Der 3.300 Milliamperstunden-Akkublock ist nun nicht mehr auswechselbar. Dafür sorgen durchzogene Kupfer-Kühlkörper für eine homogene Wärmeverteilung.

LG G6 mit 18:9 Display

Bei der Kamera setzen auch die Koreaner auf eine Dual-Option. Die Hauptkamera besteht aus einem konventionellen 12-Megapixel-Knipser sowie einer 135-Grad-Weitwinkel-Linse. Durch dieses Tandem lassen sich auch Schnappschüsse in der Fischaugen-Optik aufnehmen, wie man es von ActionCams her kennt. Erste Aufnahmen zeigen bereits, dass die Kamera dadurch besonders variabel einsatzfähig ist und eine gute Qualität liefert. Gut für Selfie-Fans: Auch die Frontkamera hat ein breites Sichtfeld von 100 Grad – sehr praktisch für Gruppenaufnahmen.

Bewährte Zutaten gibt es hingegen bei der Prozessor-Architektur, denn wie schon beim G5 kommt wieder der Snapdragon 821 (2 x 2,4 und 2 x 1,8 Gigahertz) zum Einsatz. Und warum keine Steigerung? Ganz einfach: Diese CPU deckt locker alle Leistungsanforderungen ab und läuft sehr stabil. Unterstützt wird der Prozessor von 4 GB Arbeitsspeicher, 32 GB interner Speicherplatz und erwartungsgemäß der aktuellen Android-Nougat-Generation.

Deutsche Version „kastriert“

Alles super also? Jein, denn beim Blick auf die internationalen Modelle fällt auf, dass der deutschen Version einige Features vorenthalten bleiben. So dürfen sich nur US-Käufer über die Möglichkeit freuen, das G6 drahtlos aufzuladen. LG begründet diesen Schritt damit, dass diese Technologie in den USA sehr beliebt ist und weil das Unternehmen in Europa noch höhere Kosten vermeiden möchte, denn US-Geräte sind ja per se preisgünstiger. Stattdessen müssen sich Käufer des G6s mit Quick-Charge 3.0 zufriedengeben.

Auch der in einigen asiatischen Märkten populäre HiFi-DAC-Standard bleibt der deutschen Version verwehrt. Dieser Signalumwandler sorgt für eine besonders hohe Audioqualität, worauf gerade die Asiaten großen Wert legen würden.

Ebenfalls schade: Eine 64 GB Version ist aktuell ebenfalls kein Thema für Deutschland – warum auch immer.

Übrigens: Mit einer offiziellen Preisangabe und dem Erscheinungstermin geizt LG zwar, doch für 699 Euro wurde das Gerät bereits auf der Webseite eines Versandhändlers gelistet, sodass ein baldiger Release alles andere als Unwahrscheinlich ist.

Schaut man auf die Vorschusslorbeeren, dann scheint LG vieles richtig gemacht zu haben, denn das G6 heimste rekordverdächtige 31 Awards von internationalen Publikationen als beste Messe-Neuheit ein.

 

Special: Ulf Schneider
Datum: 06.03.2017




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