PREVIEW: Pioneer BDP-LX58 Universal-Player – Einer für alles?

Pioneer BDP-LX58 Front Seitlich2

Spätestens nach dem DBT-3313UD von Denon im Herbst 2012 wurde das Ende der Ära exklusiver Blu-ray Player eingeläutet. Pioneers exzellentes Schmuckstück – von uns auch sehr lange genutzt -, der BDP-LX91 liegt sogar noch deutlich länger zurück. Lediglich Oppo hielt die Stellung und hat den anspruchsvollen Heimkino-Anwender stets mit aktuellen Boliden verwöhnt. Mit einem Paukenschlag hat Pioneer seine Rückkehr in diesem Segment auf der IFA 2014 in Berlin angekündigt und direkt zwei neue, luxuriös ausgestattete Universal-Player präsentiert. Gemäß Pioneers Tradition liegt der Fokus ganz klar auf höchster audiovisueller Güte und Top-Performance. Der BDP-LX58 ist der „kleinere“ der beiden neuen Wiedergabegeräte. Er wird ab dem 27. Oktober beim Fachhändler erhältlich sein und das eigene Konto mit 699 EUR belasten. Da wir unsere Neugier nicht im Zaume halten konnten, haben wir uns ein Pre-Sample des LX-58 geschnappt und berichten von ersten Eindrücken.

Den soliden Aufbau unterstreicht sofort das Super Precision Drive-Laufwerk für geringste Vibrationen und Laufzeitfehler und daher verbesserte Signalqualität. Aktuellste HDMI-Spezifikationen stecken im Gehäuse und natürliches hochwertiges UHD-Upscaling mit 60 bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Dazu gehört auch ein umfangreicher Video-EQ. Sabre32 ES9011 D/A-Wandler sind für hochwertige Digital-Analog-Wandlung des Tonsignals integriert. Die Flexiblität ist eine wichtige Eigenschaft im Portfolio des BDP-LX58. Neben konventionellen Blu-ray Discs werden auch BD-R und BD-RE sowie DVD-Video/Audio und SACD wiedergegeben. Im Bereich Netzwerk-Streaming ist der Player in der Lage DSD 2.8MHz sowie AIFF, WAV, FLAC, ALAC (FLAC, DSD, WAV auch Mehrkanal) in 192kHz/24bit wiederzugeben. Auch Videodateien verschiedenster Formate werden unterstützt. Das künftig erhältliche Atmos-Tonformat wird an den kompatiblen, angeschlossenen AV-Receiver weitergeleitet.

Pioneer BDP-LX58 Bedienelemente Front2

Blau beleuchteter Power-Button und frontaler USB-Slot

Pioneer BDP-LX58 Bedienelemente Front1

Massive Alufront mit verschiedenen Bedienelementen

Pioneer BDP-LX58 Display

Punktmatrix-Display an der Geräte-Vorderseite

Pioneer BDP-LX58 Rueckseite Seitlich1

Rückseite des BDP-LX58

Pioneer BDP-LX58 Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Schon beim Auspacken des Universal-Players merkt man, dass man hier ein massives Stück Hardware in der Hand hält. Satte 9,9 kg bringt der BDP-LX58 auf die Waage und ist rundherum in Metall eingebettet. Haptisch besonders ansprechend ist die Frontplatte aus gebürstetem Aluminium mit solider Wandstärke. Die Druckknöpfe – ebenfalls aus Metall – sind sauber eingebettet und verfügen über einen exzellenten Druckpunkt. Mittig ist ein Punktmatrix-Display integriert, das dank seiner Größe auch bei größerem Abstand noch gut ablesbar ist. Darunter das Laufwerk, das sich mit hochglanzschwarzer Kunststoffblende vom geschliffenen Alu ein wenig abhebt. Insgesamt ist das Design der Geräte-Front bewusst geradlinig und wirkt im HiFi-Rack klassisch und elegant. Dazu gehören auch die großzügig dimensionierten Standfüße, die auch bei hochwertigen AV-Receivern von Pioneer zum Einsatz kommen. Die Frontblende schließt nahtlos an den Gehäusemantel aus Metall an, der seitlich und an der Rückseite solide mit dem Chassis verschraubt ist. Gröberes Spaltmaß oder scharfe Grate sind nirgends zu sehen.

Die Fernbedienung bietet ein solides Layout und viele Tasten mit exzellentem Druckpunkt für direkten Zugriff, z.B. Video- und Audio-Parameter, Einstellung der Auflösung aber auch zu Youtube und Netzwerk-Servern. Der Großteil der Tasten kann mit einem Knopfdruck beleuchtet werden.

Pioneer BDP-LX58 Innenleben2

Analoge Audio-Sektion

Pioneer BDP-LX58 Innenleben1

Stromversorgung

Pioneer BDP-LX58 Innenleben Gesamt

Innenleben gesamt

Spannend wird es, wenn wir das Innenleben des BDP-LX58 betrachten. Zwar sind die einzelnen Segmente nicht, wie im BDP-LX88, durch einzelne Kammern getrennt, aber lokal sauber separiert. Die analoge Sektion links ist ausschließlich für die analoge Audiosignalverarbeitung zuständig, während die Video-Sektion direkt hinter dem geschirmten Laufwerk untergebracht wird. Rechts des Laufwerks ist die Stromversorgung untergebracht. Das Innenleben wirkt insgesamt sehr aufgeräumt und auf kürzeste Signalewege hin optimiert.

Pioneer BDP-LX58 Anschluesse Rueckseite2

Analoge Stereo-Cinch Ausgänge

Pioneer BDP-LX58 Anschluesse Rueckseite1

Weitere, digitale Anschlüsse

Die Anschlüsse an der Rückseite des BDP-LX58 sind exzellent eingepasst und wirken entsprechend robust, so dass sie auch häufigem Umstecken problemlos standhalten. Sofort fallen die beiden HDMI-Ausgänge an der Rückseite auf. Damit lässt sich eine getrennte und somit unbeeinflußte Signalausgabe des Audio- und Videosignals realisieren. Der eine Anschluss wird mit dem Bildwiedergabegerät, der andere direkt mit einem AV-Receiver (o.ä.) verbunden. Für eine digitale Audio-Ausgabe ohne HDMI steht ein koaxialer Anschluss bereit, darüber ein GND-Anschluss für Masse. Außerdem ein Ethernet- und USB-Slot. Weiter links finden sich die analogen Stereo Cinch-Anschlüsse.

Pioneer BDP-LX58 Disc Schublade

„Super Precision Drive“-Laufwerk

 Einlesezeiten:

  • BD, Casino Royale: 17 Sekunden bis zum Sony-Logo
  • BD, Indiana Jones IV: 26 Sekunden bis zum Paramount-Logo
  • BD 3D, Avatar: 33 Sekunden
  • DVD, Star Wars Episode III: 16 Sekunden
  • DVD Layerwechsel, Top Gun: Tadellos, keine Verzögerung zu sehen

Im Vergleich zu aktuellen Highspeed-Lesegeräten, die bereits nach knapp über 10 Sekunden die eingelegte Scheibe wiedergeben, schneidet der BDP-LX58 eher durchschnittlich ab – ob sich hier zum finalen Gerät noch was tut, sehen wir im Test. Wirklich lange warten muss man aber schon jetzt nicht, zudem variiert die Ladezeit schon bei unserer sehr begrenzten Auswahl zwischen 17 und 33 Sekunden. Ganz klare Vorteile bietet der Pioneer Player beim Einlese- und Betriebsgeräusch. Er ist ganz klar der leiseste Blu-ray Player, den wir in den letzten Monaten in der Redaktion hatten. Selbst beim Einlesen verursacht das sanft aus- und einfahrende Laufwerk beinahe keine Geräusche. Im Betrieb muss man das Ohr schon fast direkt am Gehäuse anlegen, um vereinzelte Laufwerksgeräusche zu entdecken. Sobald man etwa 30cm vom Gerät entfernt ist, ist es absolut still – absolut perfekt für die Heimkino-Höhle. Das Display lässt sich für die dunkle Umgebung natürlich auch dimmen und komplett abschalten.

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 1

Home Menü des BDP-LX58

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 6

Display-Einstellung inkl. Auflösung

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 7

HDMI-Modus

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 8

Netzwerk-Parameter

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 9

Optionen

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 10

Setup-Navigator a.k.a. Einrichtungs-Assistent

Drei Kategorien werden beim Aufruf von Pioneers Home-Menü angeboten: Source, Internetdienste und Grundeinstellungen. Während man bei Source die Server-Auswahl findet und unter Internetdienste Youtube (s.u.) und Picasa auswählen kann, findet man in den Grundeinstellungen die eigentliche Systemkonfiguration.

Im ersten Abschnitt „Display-Einstellung“ wird das Bildformat und die Auflösung eingestellt. Die Auflösung reicht von 480p/576p über 720p und 1080i/p24 bis hin zu 4K. Auch „Auto“ oder „Source Direct“ für eine unveränderte Ausgabe des Quellmaterials ist wählbar. Beim Audio-Ausgang kann zwischen Bitstream und PCM-Ausgabe (nicht HDMI) sowie Downmix, Abtastfrequenz und DRC eingestellt werden.

Unter HDMI sind die üblichen Einstellungen wie CEC, Deep Colour, Tonausgabe, Farbraum und 3D zu finden, aber auch die „HDMI Mode“-Einstellungen, da der BDP-LX58 ja zwei Ausgänge mitbringt. Hier kann man Dual wählen, also Audio- und Videosignal aus beiden Ausgängen, „Separate“ für separete Ausgabe des Audiosignals und Videosignals oder „Pure Audio“ für ausschließliche Tonausgabe, wenn der Universal-Player als (SA)CD-Spieler genutzt wird. Bei „Single“ wird nur ein HDMI-Ausgang für die AV-Ausgabe genutzt, wie bei einem konventionellen Blu-ray Player.

Die Punkte Netzwerk, Sprache und Wiedergabe sind selbsterklärend. Darauf folgt der „Setup Navigator“, der die Funktion eines Einrichtungs-Assistenten übernimmt und Sprache, Auflösung und Bildformat konfiguriert. Unter Optionen kann schließlich eingestellt werden, ob und wann sich der Bildschirmschoner aktivieren soll, ob sich das Gerät nach 15 bzw. 30 Minuten selbständig abschalten soll sowie ein Update durchgeführt werden. Interessant ist noch die Funktion „Schnellstart“, mit der der Pioneer Player schneller bootet, allerdings etwas höheren Standby-Verbrauch hat.

Der BDP-LX58 reagiert flink auf sämtliche Eingabebefehle, Verzögerungen gibt es nicht. Beim Design und Aufbau der grafischen Benutzeroberfläche macht Pioneer keine Experimente. Wer Blu-ray Player von Pioneer kennt, wird sich sofort zurecht finden, aber auch sonst liegt in der klassischen Optik und dem geradlinigen Aufbau Stärke. Selbst wenig versierte Anwender kommen hier mit wenig Klicks zum Ziel. Auf die Video-Einstellungen greift man übrigens direkt mit der Taste „Video P.“ auf der Fernbedienung zu, dazu später mehr.

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 2

Server-Browser

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 3

Video-Wiedergabe vom Server

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 4

Youtube und Picasa

Pioneer BDP-LX58 Screenshot 5

Youtube-App

Der Pioneer Player bringt neben dem Zugriff auf DLNA-Server auch eine Youtube-Funktion mit. Nach Druck auf die rote Youtube-Taste auf der Fernbedienung benötigt das Gerät zwar ein paar Sekunden, bis der Youtube-Browser startet, danach aber erfolgt die Navigation aber reaktionsschnell und verzögerungsfrei. Die Applikation ist übersichtlich aufgebaut und schlägt zunächst populäre Videos vor. Logged man sich mit seinem Benutzernamen ein, wird die Auswahl individualisiert. Praktisch ist auch die Funktion „Pair Device“ (die Sprache des Youtube-Browsers ist stets „Englisch“). Erst einmal eingerichtet, lassen sich Videos bequem auf dem Smartphone/Tablet anwählen und dann mit dem am Pioneer angeschlossenen Wiedergabegerät anzeigen. Der Player skaliert sogar das Youtube-Signal auf UltraHD-Auflösung, sofern ein kompatibles Gerät angeschlossen ist.

Ebenso verhält es sich auch bei Videos vom DLNA-Server, die in bis zu 3840x2160p60 ans Display geleitet werden. Die „Source“-Taste öffnet eine Serverliste, nach der Auswahl des Servers gelangt man zur typischen Kategorie-Unterteilung und der Ordner- und Dateiansicht der auf dem Server befindlichen Dateien. Auch hier erfolgt die Navigation und Steuerung flüssig und reaktionsschnell. Weitere Infos zu Dateiformaten, Qualität, etc. im endgültigen Test.

Pioneer BDP-LX58 Front Seitlich1

Erste visuelle Eindrücke

Zwar warten wir mit den endgültigen Bild-Tests auf ein finales Gerät, einen kurzen Eindruck wollen wir uns aber schon verschaffen und unseren Lesern keinesfalls vorenthalten. Wir legen unsere Casino Royale Blu-ray in den BDP-LX58 ein. In Kombination mit unserem Panasonic UHD WT600 kann der Universal-Player also direkt mal seine Upscaling-Qualitäten von der nativen Blu-ray Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln auf 3840 x 2160 Pixeln beweisen. Im Menü könnten wir als Auflösung direkt 4K/24p auswählen, in der Einstellung „Auto“ wird aber automatisch 4K und 24p ausgegeben. In der ersten Einstellung der zweiten Szene von Casino Royale können wir eine tadellose 24p-Stabilität garantieren. Mit minimalem Micro-Judder wird die Kamerafahrt über die Kampfarena geschmeidig und flüssig dargestellt. Sämtliche Kanten und Linien sowie Objekte bleiben ruhig, ein sehr stabiler Gesamteindruck trotz der aufwändigen Skalierung entsteht. Die schnellen Handbewegungen der Zuschauer, die damit ihren Wetteinsätzen Geltung zukommen lassen, werden ebenfalls absolut sauber und mit klaren, stabilen Kanten wiedergegeben. Auch die Schärfe ist auf höchstem Niveau, hier werden sämtliche Details klar ausgearbeitet und Strukturen prägnant durchzeichnet, ohne dass das Bild überzogen scharf oder unnatürlich wirkt. Wir sind bisher absolut begeistert von der Skalierung des Pioneer Players, die subjektiv auch das Processing innerhalb des Panasonic TV-Gerätes klar übertrifft. Hervorragend auch die Differenzierung der verschiedenen Schwarz-und Grautöne, in der Szene als 007 am verkohlten Holzbalken lehnt und seinen Mitstreiter ermahnt, die Hand vom Ohr zu nehmen. Auch in dunklen Helligkeitsbereichen werden Details noch gut erfasst und dargestellt. Die Farbgebung in Kombination mit unserem kalibrierten Panasonic-Gerät ist dynamisch und sehr natürlich.

An dieser Stelle möchten wir kurz auf die internen Möglichkeiten des Video-Equalizing des Pioneer Players eingehen. Diese sind unheimlich umfangreich, denn neben verschiedenen, vorgefertigten Einstellungen gibt es drei Memory-Settings, die extrem präzise Konfigurationen einzelner Parameter ermöglichen. Dazu gehören neben verschiedenen Rauschfiltern selbstverständlich Schärfe, Helligkeit, Kontrast, Farbton, und mehr. Die Video-Parameter liegen bei unserem Test-Sample komplett auf Englisch vor, was sich vermutlich bis zum finalen Gerät noch ändern wird. Hier nehmen die Einstellungen aber noch kein Ende, auch „Progressive Motion“ lässt sich in Stufen einstellen, ein „Pure Cinema“-Modus kann aktiviert werden und ein „Stream Smoother“ ist integriert.

Pioneer BDP-LX58 Front Seitlich2

Räumt der BDP-LX58 auf im HiFi-Rack?

Da es sich um ein Pre-Sample handelt, belassen wir es bei der einen Blu-ray und der Skalierung auf UHD. Trotz unserer Begeisterung wurde uns von Pioneer zugesichert, dass ein finales Gerät noch etwas mehr herausholt. Im finalen Test darf sich der Universal-Player natürlich auch bei der DVD-Skalierung, nativer FullHD-Wiedergabe, etc. beweisen. Auch die akustische Performance werden wir genauer prüfen, denn nicht umsonst präsentiert sich der BDP-LX58 als Universal-Player mit D/A-Wandlern höchster Güte. Perfekt kombinieren kann man das Pioneer Gerät bspw. mit einem A-50 Verstärker. Viele audiophile Anwender scheuen sich noch vor Geräten, die auch nur ansatzweise etwas mit Videoausgabe zu tun haben, auch bezüglich dieses Aspekts werden wir den BDP-LX58 prüfen.

Sollten sich die Eindrücke aus dem Preview beim finalen Gerät bestätigen und die audiovisuelle Performance sämtliche Zweifel ausräumen, wird der BDP-LX58 ein Volltreffer. Exzellente Material- und Verarbeitungsqualität, eine kaum wahrnembare Geräuschentwicklung und ein geradliniges, einfach durchschaubares Menü sowie hervorragendes UHD-Upscaling bereiten jetzt schon den Weg für ein exklusives und erfolgreiches Produkt. Ein überdurchschnittlich umfangreicher Video-EQ rundet das Paket ab. Das Universaltalent mit HiRes-Audio- und Video-Streaming, (SA)CD-Wiedergabe und UHD-Upscaling hat das Potential, nicht nur am Markt, sondern auch im heimischen AV-Rack, kräftig aufzuräumen.

 

Special: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum 17.10.2014




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