IFA 2014: Hands-On mit dem neuen Sound Blaster Roar SR20 von Creative

Creative Soundblaster Roar Front Seitlich1

Creative präsentiert auf der IFA in Berlin den enorm flexiblen mobilen Lautsprecher Sound Blaster Roar SR20. Bluetooth mit NFC ist obligatorisch an Bord, mit der Integration eines USB DACs und der damit einhergehenden Möglichkeit, einen Laptop direkt anzuschließen und die schwache Digital-/Analogwandlung im PC zu umgehen, beweist der Roar SR20 besonders große Funktionsvielfalt.

Hinzu kommt ein microSD-Kartenslot, der bis zu 32 GB Daten entgegen nimmt. Akustisch wartet die kompakte Box ebenfalls mit schlagkräftigen Argumenten auf: Zwei 38mm-Treiber vorne sowie ein 64mm-Treiber an der Oberseite, die von zwei separaten digitalen Endstufen angetrieben werden sowie zwei Passivradiatoren an der Seite sollen für eine exzellente Klangperformance sorgen. Der UVP des Gerätes liegt bei 199 EUR, zum Produkt-Launch zahlen Early Adopter aber einen Sonderpreis von lediglich 149 EUR. Wir haben uns den kompakten Allrounder auf der IFA genauer angesehen.

 Creative Soundblaster Roar Verarbeitung

Solide Detailverarbeitung und Materialqualität

Creative Soundblaster Roar Bedienelemente2

Bedienelemente an der Oberseite

Bei dem aufgerufenen Kampfreis waren wir gegenüber der Verarbeitungs- und Materialqualität recht skeptisch. Unsere Zweifel hat der Roar SR20 aber zu unserer Überraschung binnen Sekunden eliminiert: das Gerät fühlt sich haptisch sehr hochwertig an und ist rundum absolut sauber verarbeitet. An Front und Oberseite ist ein Metallgitter angebracht und auch die seitlichen Gitter, die die Passivradiatoren seitlich schützen, sind aus Metall gefertigt. Im hinteren Bereich oben schließt sich ein gummierter Bereich an, der obenauf und auf der Rückseite sowohl Bedienelemente als auch Anschlüsse umfasst. Die Bedienelemente auf der Oberseite besitzen einen ausgezeichneten Druckpunkt und umfassen eine Bluetooth/NFC-Taste, Lautstärkeregelung, einen Power-Button und die Roar-Taste, die die akustische Kulisse noch etwas ausweitet und breiter werden lässt.

Creative Soundblaster Roar Rueckseite Seitlich

Rückseite mit Bedienelementen und Anschlüssen

Creative Soundblaster Roar Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Die Anschlüsse sind exzellent und nahtlos zur Gummierung integriert, die rückseitigen Bedienelemente haben nicht ganz so einen exzellenten Druckpunkt wie die auf der Oberseite, geben aber ausreichend Feedback. Mit den rückseitigen Tasten kann der Creative ohne Nutzung des Smartphones gesteuert werden. Bei der Zuspielung via SD-Karte wir mit einem kurzen Druck auf „Forward“ der Track gewechselt, drückt man länger, springt der Roar SR20 zum nächsten Datei-Ordner. Mit dem Smartphone geht das natürlich etwas komfortabler, eine rudimentäre Bedienung ist aber möglich.

Auch die Tasten für die Nutzung des Roar SR20 als Diktiergerät befinden sich auf der Rückseite. „On-the-fly“ kann beispielsweise eine Telefonkonferenz – ja, auch Frei-Sprechen ist mit dem Roar möglich – schnell mitgeschnitten werden. Die Aufnahmen werden auf einer eingelegten microSD-Karte gespeichert.

Creative Soundblaster Roar Seitenansicht

Seitliche Ansicht

Auch die Unterseite ist aus Metall, zwei gummierte Leisten verhindern eine Rutschpartie des Gerätes. An dieser Stelle greift Creative zu weiteren Mitteln, um ein Rutschen des Gerätes und damit Einschränkungen in der Klangperformance und Leistungsverlust weitgehend zu eleminieren. Der Mid/Bass-Treiber ist auf der Oberseite integriert und drückt den Roar SR20 nach unten, die seitlichen Passiv-Treiber löschen die Kräfte gegeneinander aus und so soll ein besonders stabiler und rutschfreier Stand gewährleistet sein.

Das Gehäuse des Roar SR20 ist laut Creative als Monococqe-Design realisiert, das Chassis besteht also aus einem Guss. Auch dies maximiert die akustische Performance, da gerade in diesem kompakten Bereich bewegliche Elemente stets mit einem Verlust an Klangqualität einhergehen.

Mit 6000 mAh bringt das Gerät einen absolut leistungsfähigen Akku mit und soll laut Creative bis zu 8h Musik wiedergeben. Mit etwas mehr Gewicht muss man dann natürlich leben.

Creative Soundblaster Roar Bedienelemente

Gummierte Oberfläche

Klangeindrücke konnten wir vom Roar SR20 in einem kleinen Raum, ein wenig abseits des Messetrubels sammeln. Zunächst wurde uns eine Live-Aufnahme eines Gitarren-Solos präsentiert. Schon als Single-Unit scheint der Roar eine im Vergleich zu anderen Kompaktgeräten recht breite und weitläufige Stereobühne zu bieten. Sofort erkannte man die Stahlsaiten der Gitarre, insgesamt war die Wiedergabe recht klar und detailliert. Ebenfalls positiv ist die Power, die sich in dem portablen Lautsprecher verbirgt. Endgültig können wir hier noch keine Aussage treffen aber der erste Eindruck ist von hohem Pegel und auch hoher Pegelfestigkeit geprägt. Verzerrungen oder ungewünschte Klangartefakte konnten wir nicht vernehmen.

Bei einem weiteren Stick wurde die Stimmwiedergabe fokussiert, die ebenfalls klar und charakteristisch erschien. Zudem brach der Lautsprecher trotz des komplexeren Klanggeschehens nicht ein und demonstrierte gute Differenzierbarkeit.

Ist man in der glücklichen Lage, zwei Creative Sound Blaster Roar SR20 sein Eigen nennen zu können, lassen sich die Geräte via Kabel koppeln. Ein Gerät wird automatisch als Master erkannt, während der andere das rechte Signal in analoger Form erhält. Bei der Kopplung sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Im Praxisbetrieb wird so natürlich eine noch deutlich breitere Bühne erreicht. Der Klang löst sich sauber von den beiden Lautsprechern und steht zentral vor dem Zuhörer. Insgesamt ist unser Eindruck sehr positiv, endgültige Aussagen können wir natürlich erst in unseren Räumlichkeiten treffen.

Creative Soundblaster Roar Front Seitlich1

Creative Sound Blaster Roar SR20

Bilanzierend halten wir fest, dass Creative hier einen unserer Meinung nach sehr schicken und solide verarbeiteten portablen Lautsprecher auf den Markt bringt, bei dem maximale Flexibilität und akustische Performance im Fokus liegt. Gerade in Bezug auf den Startup-Preis von 149 EUR wird hier unserem ersten Eindruck nach viel Gegenwert geboten. Ein endgültiger Test folgt in Kürze.

 

Text: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 07.09.2014




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