CES 2017: BRAVIA OLED TV & Dolby Atmos bei Sony

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Wir haben es schon in den News erwähnt, nun haben wir ihn auf der CES 2017 live gesehen: Den Sony Bravia OLED-TV aus der Baureihe A1. In den Größen 55, 65 und auch in 77 Zoll wird der A1 erhältlich sein. Vom Design her ist der A1 auffällig, denn er hat keinen konventionellen Standfuß, sondern steht wie ein Bilderrahmen auf dem Schreibtisch, das verleiht dem in hochwertiger Materialqualität auflaufenden TV gleich einen Touch des Besonderen. Auch der OLED-TV von Sony setzt auf den 4K X1 Extreme Videoprozessor, der beim Launch des Direct LED Flaggschiffs ZD9 mit Backlight Master Drive vergangenen Sommer in London erstmals vorgestellt wurde. Drei Themen: Dual Database Processing, Super Bit Mapping und 4K HDR Remaster (objektbasiert) zeichnen im Kern diesen Prozessor aus.

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BRAVIA OLED TV A1

Natürlich lässt Sony auf dem A1 speziell für diesen OLED-TV produziertes Bildmaterial laufen. Dazu zählen auch die bei der Konkurrenz sehr beliebten schwebenden Regenschirme, bei Sony in sehr zahlreichen Farben vertreten. Das Anliegen ist klar: Man möchte hier zeigen, wie es um die Themen Farbtreue und Farbbrillanz bestellt ist. Die Regenschirme schweben durch eine Straße in einem italienischen Städtchen, wie unschwer an der Beschilderung der kleinen Läden und Straßencafés zu erkennen ist. Sony präsentiert den A1 in Las Vegas unter vergleichsweise günstigen Bedingungen. Sehr helle Messestände sind für einen OLED-TV nämlich kaum geeignet. Der exzellente Schwarzwert fällt bei starkem externem Lichteinfall nicht wirklich auf, und die im Vergleich zu Quantum DOT-Displays geringere maximale Helligkeit verhindert, dass man die bei gedämmtem Licht überragenden Kontrast-Leistungen entsprechend würdigen kann. Darum zeigt sich der A1 auf der CES in gedämpftem Licht, so ist es einfacher möglich, die Güte des Bildes einem ersten kleinen Check zu unterziehen.

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Seitliche Ansicht, geringe Bautiefe

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Rückseite

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Detail rechts oben

Sonys OLED beeindruckt mit enormer Farbbrillanz und gleichzeitig hoher Farbtreue. Das Bild wirkt nicht zu „effekthascherisch“ und überzieht die maximale Farb-Intensität nicht,  so wie es mancher Konkurrent gern tut, um überdeutlich auf die enorme Farbdynamik hinzuweisen. Nein, bei Sony geht dieser Schuss nicht nach hinten los. Sondern wir sind ziemlich beeindruckt, was der neue Consumer-OLED der Japaner kann. Wie authentisch er Farben wiedergibt, sieht man sehr gut an den Fassaden der alten Häuser. Die Pflastersteine auf der Straße und die bunten Bänke sowie die Stühle des Straßencafes kommen sehr gut heraus. Sony thematisiert auf der CES die typischen OLED-Themen wie hohe Farbtreue, feinste Farbübergänge, aber natürlich auch extrem tiefes Schwarz und enorm großen Kontrastumfang. Das Bild erscheint auch bei den vielen Detailaufnahmen (z.B. Süßigkeiten in Großansicht) enorm augenfreundlich und gleichzeitig sehr präzise, plastisch und brillant. Wie sieht das Bild der A1 Serie im Vergleich zu Samsungs QLEDs aus? Hier muss man natürlich sagen, dass es schwer ist, einen „echten“ Vergleich zu ziehen. Aber einiges kann man schon jetzt festhalten, so, dass die maximale Leuchtkraft bei den QLED-TVs größer ist und der HDR-Effekt bezogen auf Farbe sowie Kontrastabstufung bei den QLEDs besonders beeindruckend wirkt. Gleichzeitig aber muss man feststellen, dass das Bild des Bravia OLEDs enorm angenehm ist, und das Schwarz wirkt extrem satt und tief. Der A1, ebenso wie die neuen LCD-Serien XE93/XE94, die übrigens neben dem ZD9 auch auf den X1 Extreme Bildprozessor setzen, unterstützt neben HDR10 (war schon 2016 an Bord) nun auch Dolby Vision. Alle neuen Baureihen verwenden Android inklusive „Chrome Cast“ für das komfortable Übertragen von Smartphone- oder Tablet-Inhalten zum TV.

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Rückseite 2

Wichtig ist aber auch ein guter Sound – und zwar in perfekt integrierter Form. Die Zeiten, in denen ein TV akustisch vor allem durch unzureichenden Klang „ab Werk“ auffiell, sind nicht nur bei Sony vorbei. Wobei man bei Sony schon so etwas wie ein „Sound-Trendsetter“ ist, schon vor einigen Jahren wurden in die Bravia TV-Topmodelle  am Anfang gut sichtbar, danach nahezu unsichtbar leistungsstarke Lautsprechersysteme integriert. Auch eine TV-Serie, die sogar Hi-Res-Audio unterstützt, wurde von Sony auf den Markt gebracht. Nun hat Sony den Vorteil der OLED-Struktur (aufgrund von 8 Millionen selbst leuchtender OLED-Zellen ist keine separate Hintergrundbeleuchtung erforderlich) genutzt, um „Acoustic Surface“ zu entwickeln: Der Klang kommt direkt aus dem Bildschirm, laut Sony eine echte Weltneuheit.

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Dolby Atmos Soundbar von Sony

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Zugehöriger Subwoofer

Dolby Atmos Soundbars liegen voll im Trend. Yamaha (mit dem Sound Projector YSP-5600) machte damals den Anfang (allerdings mit komplett anderer Technologie als der Rest, zudem wird neben Atmos bei Yamaha auch dt:X unterstützt), es folgte Samsung, und auch Onkyo hatte etwas Passendes zur IFA 2016 dabei, Philips ebenfalls. Nun sieht man von LG und auch von Sony Dolby Atmos-fähige Soundbars, interessanterweise verliert keiner ein Wort über dts:X. Das lässt schließen, dass dieses objektbasierte Soundformat offensichtlich zumindest derzeit nicht den identisch hohen Stellenwert wie das Format der Dolby-Konkurrent hat. Nebenbei erwähnt: Von Auro-3D spricht niemand mehr, für die Masse, was wir schon ahnten, hat dieses Format demnach keine Relevanz.  Die Sony-Soundbar namens HT-ST5000 ist ein 7.1.2 System mit Wireless-Subwoofer und 800 Watt Gesamt-Systemleistung. Zwei Lautsprecher strahlen für „Immersive Sound“ nach oben ab. Die Soundbar unterstützt auch Hi-Res-Audio. HDMI-Beschaltung mit 4K/HDCP 2.2 Support gibt es selbstverständlich auch. Die Soundbar verfügt über ein OSD-Menü, in dem unter anderem auch die Einstellungen zu den Atmos-Modulen getätigt werden können. Sony setzt auf Koaxial-Lautsprecher-Chassis mit „Super Tweeters“ für eine erweiterte Wiedergabe des Hochtonbereiches, wie von Hi-Res-Audio-Material eingefordert. Bei einem Koaxial-Chassis sitzt der Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners. Der Preis liegt mit 1.499 EUR auf dem Niveau der Samsung Dolby Atmos Soundbar.  Chrome Cast und Spotify werden unterstützt, S-Force Pro Front Surround sorgt für dichte Räumlichkeit.

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Sonys Ultra HD Blu-ray Player UBP-X800

UBP-X800 (399 EUR) heißt der neue Ultra HD Blu-ray-Player, den man auch gleich in einer Vorführung zusammen mit der Soundbar sehen kann. Extrem detailreiches sowie scharfes Bild und akustisch eine überraschend feine, gleichzeitig druckvolle Darbietung, der aktive Subwoofer integriert sich exzellent, und die Soundbar löst verblüffend gut im Hochtonbereich auf. Der Ultra HD BD-Player unterstützt auch Hi-Res-Audio inklusive Quad-DSD (DSD 11,2 MHz). Der Sony-Player kann natürlich auch 3D-BDs, BDs, DVDs und CDs wiedergeben. Sogar Super Audio CDs (SACDs) werden entgegengenommen. Wird der Ultra HD BD-Spieler in Verbindung mit einem TV, der nicht HDR-fähig ist, verwendet, gibt es einen speziellen Algorithmus, der Helligkeit sowie Farbe entsprechend anpasst. Zudem sind 2 HDMI-Outputs an Bord. Dank integriertem Bluetooth kann man sich einfach einen kabellosen Kopfhörer aufsetzen, während der Klang für weitere Zuhörer nach wie vor über den angeschlossenen TV ausgegeben wird.

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Der STR-DN1080 in der Vorführung

Sony stellt mit dem STR-DN1080 (799 EUR) auch einen Dolby Atmos- und dts:X AV-Receiver vor und führt auf der CES in 7.1.2 mit Phantom Back Surround Lautsprechern vor. 6 x HDMI als Eingänge und 2 Ausgänge, alle HDCP 2.2 kompatibel, stehen zur Verfügung. USB, Bluetooth, integriertes Chromecast, Spotify Connect sowie Wireless Multiroom Audio sind ebenfalls an Bord.

 

Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 08.01.2017




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