XXL-TEST: Vorstufe/Streamer/DAC HiFi-ROSE RS151 - Grundlegend überarbeitete Neuauflage mit Vollausstattung und bestechendem Klang

Klang in Verbindung mit der NAD C298 Zweikanal-Endstufe und den PIEGA PREMIUM 701 Gen2

Piega Premium 701 Gen 2 Gruppenbild1

PIEGA PREMIUM 701 Gen2 - hier gibt es mehr Informationen

Nad C298 Front Seitlich

NAD C298

Wir starten mit dem 2023er Remaster des Pet Shop Boys-Klassikers "West End Girls". Bei dieser technisch wirklich guten Remaster-Version nehmen wir gleich zu Beginn, während des eher subtilen Intros, eine feine Detailarbeit und eine den Hörraum fein auskleidende akustische Finesse wahr. Als der Titel dann durchstartet, punktet der RS151 mit einer sehr sauberen, auf den Punkt kommenden Stimmwiedergabe und einer enormen akustischen Harmonie, die dazu führt, dass man sehr gern auch lauter hört. Mit einem hohen Maß an Treffsicherheit navigiert der HiFi-ROSE Vorverstärker/DAC/Streamer durch den Track und holt auch, was eine plastische Präsentation angeht, nahezu alles heraus. 

"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy liefert gleich zu Beginn einen Eindruck, was der RS151 bezüglich einer erstklassigen Detailarbeit zu leisten im Stande ist. So feinfühlig, wie hier die Konturen dargestellt werden, ist es ein Leichtes, sich umgehend mitten in den legendären Song hineinzuversetzen. Alle Instrumente glänzen durch die exzellente Herausarbeitung der jeweiligen Charakteristika, und Evas Stimme "thront" über allem mit der charismatischen, fein gestuften Gesamtpräsentation. Die Anschlagdynamik des Klaviers kommt ebenfalls ausgesprochen überzeugend zum Ausdruck. 

"Nothing Else Matters" in der Jungle Cruise-Version folgt als nächster Titel. Hier geht es um die Darstellung vieler akustischer Einzelheiten, aber natürlich auch ums Management der zahlreichen, teils sehr intensiven dynamischen Sprünge innerhalb des akustischen Gefüges. Das Beeindruckende, Fesselnde dieses Stücks scheint der RS151 regelrecht zu feiern, und man muss nicht einmal extremst teure Endstufen und/oder Lautsprecher anschließen, um die Faszination wahrzunehmen, die von der Wiedergabe ausgeht. Unsere PIEGA PREMIUM 701 Gen2 sind hier genau richtig, und die uns bestens bekannte NAD C298 mit ihrem klaren, fundierten Sound erweist sich als preislich interessante sowie leistungsstarke Option. Als die enormen Dynamiksprünge stattfinden, lassen wir die entsprechenden Passagen mehrmals wiederholen, so fasziniert sind wir von der Darstellung. Wie viel Kontur der RS151 in die Wiedergabe bringt, ist wahrhaftig beeindruckend, und man vermisst keine akustische Ebene, auch nicht weiter hinten. 

Richtig in ihrem Element ist unsere Kombination mit dem RS151 auch bei "Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello). Hier, das muss auch erwähnt werden, holt sich die PIEGA PREMIUM 701 Gen2 viele Symphatien ab, denn es ist es höchst verblüffend, was sie im Bassbereich für Geschütze auffährt. Tiefgang, Kontur und Volumen sind für eine schlanke Lautsprechersäule ohne Zweifel hervorragend ausgeprägt. Der RS151 schleift zum einen die letzten Ecken und Kanten für eine absolut homogene, in sich schlüssige Wiedergabe ab, zum anderen brilliert er mit einem Auflösungsvermögen der Luxusklasse, und es ist wirklich erstaunlich, wie gut seine Qualitäten innerhalb der zwar ausgezeichneten, aber keinesfalls übertrieben kostspieligen Kette zum Ausdruck kommt. Gerade der straffe Bass, aber auch Tills virtuoses Spiel an der Trompete sind für das Können der Kette bezeichnend. 

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Boris Blank, Resonance - ein sehr vielschichtiger Titel, der sich eigentlich perfekt für die mehrkanalige Wiedergabe eignet. In Stereo, so dachten wir, vermissen wir stets den Effektreichtum, der von allen Seite zu kommen scheint. Wir machen es kurz: Mit dem RS151 und dem Rest unseres "Teams" bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Klar, wir haben nicht die 360 Grad Effekt-Kulisse in Dolby Atmos, die wir bereits genießen durften bei diesem Track. Aber wie sauber und plastisch hier die Signale im Hörraum verteilt werden und wie feinfühlig der RS151 agiert, das ist schon Hören auf Premium-Level. Es gibt Streamer der Liga um 1.000 EUR, die absolut bestechend agieren, wie zum Beispiel der Bluesound NODE ICON. Was aber ein Luxus-Device bei ansonsten identischen (!) Komponenten nochmals herausholen kann, hätten wir so nicht gedacht. Schon der NODE ICON begeistert absolut, und erst recht für den schmalen Kaufpreis. Aber was der mit absoluter Konsequenz und absoluter Liebe zum letzten Detail aufgebaute RS151 zusätzlich an akustischen Informationen bereithält, ist überwältigend - klingt sehr pathetisch, trifft aber den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. 

Es wird heftig und nachdrücklich, mit der Distburbed-Coverversion von "Land Of Confusion". Wuchtig, mit impulstreuer akustischer Macht, entfacht unsere Kette hier ein umfassendes Hörerlebnis, das man auch mit sehr kräftiger Lautstärke genießen kann. Unglaublich rund, nie zu harsch, und mit einer hervorragenden Differenzierung von Stimme sowie Instrumenten setzt unsere Kette hier eine hohe Messlatte. Der RS151 punktet ein weiteres Mal mit seiner Detailarbeit und der ungegefilterten Präsentation sämtlicher dynamischer Ereignisse. Die E-Gitarre hat, ebenso wie die Stimme, genau das gewünschte und gewollte Maß an Aggressivität, niemals aber neigen unsere Komponenten zum Übertreiben. 

No Goodbye, Paul Kalkbrenner: Bei der Wiedergabe des nachdrücklichen Tracks hören wir einen durch und durch fundierten, in sich exakt gestuften Bass auf der einen und differenzierte, sauber eingearbeitete Vocals auf der anderen Seite. Der RS151 erweist sich ein weiteres Mal als sehr impulstreu und als äußerst homogen abgestimmt. Räumlich dicht und plastisch, macht er den Electronic-Titel zu einem echten Hörerlebnis.

Faithless, Insomnia, Monster Mix: Der schon legendäre Track tritt ab Beginn ungemein vielschichtig und mit dreidimensionalem Hörgefühl auf. Wir nehmen sämtliche akustischen Ereignisse als sehr intensiv wahr, da jeder Effekt mit der korrekten Gewichtung hervorgehoben wird. Ein solider, exakt umrissener Bass und die enorme Weitläufigkeit sind ebenfalls Punkte, die für den RS151 sprechen. Er schafft es, dass man den Trance-Klassiker vollständig miterlebt und nicht nur hört. 

Oxygene, Part 8, Jean Michel Jarre: Zunächst notieren wir den sehr gut getroffenen Rhythmus und die weit in den Raum reichende Wirkung der elektronischen Effekte. Alles nehmen wir als harmonisch, in sich geschlossen wahr, zugleich jedoch entfaltet sich ein sehr dynamischer Vortrag, der überdies, was hier ausgezeichnet passt, mit sehr viel Volumen wiedergegeben wird. Alle Ebenen werden präsentiert, was zu einer kompletten, stets in sich schlüssigen Darbietung führt. 

Mozart, Figaros Hochzeit, Ouvertüre: Ganz besonders heben wir bei der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts ikonischer Oper, die eeeindruckende Detaillierung gleich von der ersten Sekunde an hervor. Jede instrumentale Kontur ist auch vom Timing her stimmig, wird aber gleichzeitig homogen und nahtlos ins akustische Gesamtgefüge integriert. Die saubere Dynamik wirkt immer echt, und die überragende Präsentation der Streicher sorgt dafür, dass wir die Eröffnung zur Oper nur selten in dieser Qualität vernehmen durften. Dazu passt auch der  massive und exakte Orchestereinsatz. Das Ergebnis beziehungsweise das Erlebnis kann man in einem Satz gut zusammenfassen: Sehr potent und zugleich filigran

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Diana Krall, The Look of Love: Auch diesen Titel nehmen wir sehr gern, um die Fähigkeiten von Komponenten beurteilen zu können. Wie es schon beinahe zu erwarten war, leistet sich der RS151 keine Schwäche und kann ein weiteres Mal mit seiner extrem homogenen Darstellung punkten. Dianas Stimme wirkt ungemein direkt, pur, klar und rein, sodass man mit geschlossenen Augen durchaus meinen könnte, sie würde gerade eine exklusive Privatdarbietung im Hörraum abhalten. Die Instrumente treten ebenfalls grandios auf, und wie auch schon in den vorangegangenen Stücken sind wir vom äußerst plastischen Klang und von der durchgehend feinfühligen Detaillierung beeindruckt. 

Konkurrenzvergleich

Eversolo Dmp A8 4

EverSolo DMP-A8 (1.980 EUR): Der Streamer/DAC/Vorverstärker punktet mit einer überragenden technischen Qualität für den Kaufpreis. Er setzt, im Gegenteil zu den HiFi-ROSE-Devices, auf AKM-DACs, genauer gesagt auf den AK4499EX und auf den AK4191EQ. Selbstredend unterstützt der DMP-A8 LPCM bis 768 kHz/32-Bit und DSD bis hoch auf DSD512. Auch ein MQA-Decoder ist vorhanden. Als Taktgeber fungieren zwei teure Accusilicon-Oszillatoren. Das doppelte Femtoclock-System ermöglicht, wie auch unsere Testreihen zeigen, einen ungemein exakten Klang mit geringstmöglichem Jitter. Hier ist beeindruckend, wie aufwändig der Aufbau des DMP-A8 für die Preisklasse ausgeführt ist. Auch bei anderen Bauteilen herrscht enorme Noblesse vor. Kondensatoren von WIMA, Nichison und Murata, Omron-Relais aus Japan sowie Texas Instruments-Operationsverstärker aus den USA. Der Vorverstärkerzug ist vollsymmetrisch aufgebaut und die Lautstärkeregelung geriet im Sinne maximaler Präzision sehr aufwändig. Das zugrunde liegende Betriebssystem des EverSolo beinhaltet auch eine moderne Streaming-Plattform, die absolut flexibel ist und alles Relevante unterstützt. Zu loben sind auch die enorm umfangreichen EQ-Optionen inklusive parametrischem Equalizer. Zudem stehen sechs unterschiedliche Filter in den DAC-Einstellungen bereit. Die Eversolo Control App dient zur Steuerung, erweist sich als komfortabel und ist optisch attraktiv gestaltet. Durch all diese Eigenschaften mausert sich der DMP-A8 zum Preis-/Leistungschampion, während der RS151 das kompromisslose Luxus-Device darstellt. Er ist noch deutlich aufwändiger verarbeitet, akustisch klingt er noch eine Idee homogener und feinfühliger. 

Hifi Rose Rs250a Frontansicht2

HiFi-ROSE RS250A (2.599 EUR): Der günstigere HiFi -ROSE Streamer verdient sich auch schon eine große Empfehlung. Die Optik ist ähnlich, wenn auch der große Bruder nochmals edler auftritt, und die Technik ist auch beim RS250A schon auf so hohem Level, dass die dadurch mögliche Performance auch für anspruchsvolle Anwender mehr als ausreichend ist. Der RS151 ist aber nicht ohne Grund sehr deutlich kostspieliger. In ihm steckt schlichtweg alles, was gut & teuer ist, die neuesten ESS-DACs zum Beispiel: Der ES9039PRO DAC sowie das HiFi-ROSE RD160-basierte interne Schaltkreis-Layout pölus Femto-Taktung sind Spezialitäten des RS151. Im RS250 werkelt der ESS ES9028PRO. Kurzum: Wer akustisch nahezu alle Details genießen möchte und auf eine praktisch optimale Signalverarbeitung höchsten Wert legt, ist mit dem teuren RS151 bestens bedient. 

Nubert Nucontrol X Frontansicht2

Nubert nuControl X (4.490 EUR): Auch der schwäbische Traditionshersteller, der dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, hat eine sehr starke Alternative im Portfolio. Der nuControl X ist Stereo-Vorstufe, Streamer, und extrem hochwertiger DAC (Premium-ESS-Bauteile mit bis zu 768 kHz/32-Bit nativer Signalverarbeitung). Die mit penibler Genauigkeit ablaufende Signalverarbeitung sowie zahlreiche Möglichkeiten, eigene Justagen im Sinne des bestmöglichen Klangs durchzuführen, gehören zum Nubert-Konzept. Integriert sind z.B. ein parametrischer 7-Band-EQ. Für die Einmessung der Lautsprecher und die Anpassung der Akustik an die Situation im Hörraum ist die weiterentwickelte „X-Room Calibration Advanced“ Einmessung zuständig. Eine umfangreiche sowie  Anschlussbestückung gehört auch dazu, leider fehlt HDMI-ARC. Streaming-Merkmale umfassen AirPlay 2, Roon ready-Support, Spotify Connect, TIDAL, Amazon Music plus Qobuz.  Das große frontseitige Touchdisplay ist ein Novum bei Nubert und ist gut ausgeführt, das XXL-Display des RS151 beeindruckt aber nochmals mehr.  Nicht ganz gelungen finden wir die Nubert-App, sie sieht nicht wirklich gut aus und wir würden es uns wünschen, dass sämtliche Menüs und Hilfetexte komplett in Deutsch verfügbar wären. Hier ist der RS151 aber auch nicht perfekt. Top beim HiFi-ROSE-Device ist die spezielle Amp-App, die für eine perfekte Zusammenarbeit zwischen HiFi-ROSE Vorstufe/Streamer und HiFi-ROSE Verstärker bereitsteht. Akustisch erweist sich die nuControl X als harter und unangenehmer Konkurrent. Dank enormer Präzision, einem räumlich authentischen Klangbild und mit einer homogenen, extrem angenehmen Spielweise ist die Nubert-Vorstufe auf Top-Level. Der RS151 detailliert noch etwas filigraner, das Klangbild ist nochmals eine Idee plastischer und zugleich luftiger - hier machen sich die neuen Flaggschiff ESS-DACs und die unglaublich hochwertige Komponentenauswahl in der Signalverarbeitung bemerkbar.

Fazit

Hifi Rose Rs151 Frontansicht2

Der HiFi-ROSE RS151 ist eine in weiten Zügen grundlegend überarbeitete Weiterentwicklung des beliebten RS150B. Er wirkt dank des größeren Displays  nochmals moderner und man kann ihn direkt am Gerät sehr gut bedienen - die Symbole sind tadellos erkennbar und eindeutig gekennzeichnet. Die einzelnen Punkte in den Submenüs sind zwar etwas klein, aber die Schrift ist sehr sauber und scharf. Exzellent ausgestattet präsentiert sich die Anschlusssektion, die zum Beispiel USB-B, HDMI-eARC und AES/EBU (Ein- und Ausgang) umfasst. Absolute Referenz-D/A-Wandler von ESS und ein hochklassiges Schaltungslayout für die perfekte Umsetzung der Qualitäten der DACs sorgen für die richtigen Voraussetzungen im Sinne bestmöglicher Akustik.

Hier finden Sie alle HiFi-ROSE x PIEGA Komponenten

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In der Praxis begeistert der RS151 dann tatsächlich ausnahmslos und kann mit enormer Plastizität, Detailtreue und erstklassiger akustischer Homogenität aufwarten, sogar Quellmaterial, das eigentlich nur durchschnittlich ist, kommt durch den RS151 zu neuem Glanz. Etwas Kritik am Rande: Bei der App würden wir uns noch mehr Liebe zum Detail (z.B. bei der Übersetzung) wünschen - aber das lässt sich ohne großen Aufwand verbessern, denken wir. Wer einen akustisch über jeden Zweifel erhabenen Vorverstärker/DAC/Streamer haben möchte, ist mit dem RS151 auf jeden Fall bestens bedient. Denn hier wird kompromissloses High-End geboten, sodass der RS151 als Musterbeispiel für technische Hochwertigkeit dienen kann.

Der Überflieger: Beste Technik für besten Klang, hinzu kommen eine lückenlose Ausstattung und ein fabelhaftes Finish
Referenz Neu
Gesamtreferenz Vorverstärker/DAC/Streamer Luxusklasse
Test 19. Februar 2025

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Februar 2025

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