XXL-TEST: Marantz Streamer/Netzwerkplayer NA6006 - zuverlässig, hochwertig und mit sehr guten DACs ausgestattet

Der Marantz NA6006 ist ein attraktiver Netzwerkplayer mit eingebautem Heos-Modul, der wahlweise in den Varianten Schwarz oder Champagnergold für Marktpreise um die 550 EUR zu haben ist. Wir haben nachgeprüft, ob der Netzwerkplayer eine sinnvolle Investition ist und starten sogleich mit der Verarbeitung des NA6006.

Verarbeitung

Großes Display, vorn mittig untergebracht

Ansicht von unten, die vibrationshemmenden Standfüße sind gut erkennbar

Standfuß in der Detailaufnahme

Absolut gleichmäßige Spaltmaße und Kupferschrauben - so loben wir uns das.

Seitliche Ansicht komplett

Ansicht von oben

Eine Gehäuseecke im Detail

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Der Marantz NA6006 ist ausgezeichnet verarbeitet und sieht gerade in Champagnergold richtig edel aus. Das große Display löst prima auf und lässt sich auch aus der Distanz bestens ablesen. Rund ums Display befinden sich die akkurat in die Frontblende integrierten Bedienelemente. Insgesamt gefällt der NA6006 durch geringe Spaltmaße und stimmige Materialübergänge. 

Multifunktions-Bedienelement, Phones-Ausgang mit Lautstärkeregelung. Das heißt: Man braucht nur den NA6006 und einen Kopfhörer, und es geht los

Weiteres Multifunktions-Element fürs Menü, Wahl des Eingangs und USB-Slot

Der Marantz Player weist nur relativ wenige Bedienelemente auf, die einfach zu handhaben sind. Dieser Minimalismus sorgt für eine saubere, elegante Linienführung und Gesamterscheinung. 

Technik

Innenleben, Gesamtansicht

Tadelloser Aufbau im Detail


Sekundärer DAC von AKM 

Audio-Board

Im Inneren arbeitet ein besonders präziser 192 kHz/24-Bit DAC (ES9016). Hier sollte Marantz bei der nächsten Generation aber überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich auf einen (mittlerweile absolut bezahlbaren) 384 kHz/32-Bit D/A-Konverter umzusatteln. Schon jetzt an Bord sind exklusive Marantz-eigene HDAM-Schaltkreise für eine reine, brillante Klangqualität - das zumindest versprechen die Japaner. Das Layout im Inneren des NA6006 gibt, betrachtet man die Preisliga, keine Anlass zur Kritik. Den aufwändigen Aufbau in unterschiedliche Kammern für analoge und digitale Sektion, Netzteil- und Steuerungs-Abteilung kann man für den Kaufpreis nicht erwarten, ganz klar.

Anschlüsse

Zwei analoge Audioausgänge, einmal mit fixem Pegel, einmal mit variablem Pegel

Alles da: Ethernet-Buchse, digitaler optischer Ausgang, digitaler optischer Eingang

Der NA6006 bringt eine Netzwerkschnittstelle ebenso mit wie ein Dualband-WLAN-Modul (2,4/5 GHz). So hat man die Wahl, ob man den NA6006 kabellos oder kabelgebunden ins Heimnetzwerk einbinden kann. Durch den optischen Eingang kann man den NA6006 auch als DAC verwenden, und die Signale intern wandeln lassen, bevor man sie über den fixen oder variablen Cinchausgang wieder ausgibt. Hat man einen Verstärker mit einem sehr hochwertigen DAC, der qualitativ noch über dem bereits hervorragenden des NA6006 liegt, ist man in der Lage, den NA6006 über eine optische Digitalverbindung mit dem Verstärker zu koppeln. 

Kopfhörerausgang mit Lautstärkeregelung

Dank eines Kopfhörerausgangs mit Lautstärkereglung braucht man, möchte man mittels Kopfhörer hören, nur den NA6006 und eben einen HiFi-Kopfhörer, das ist sehr praktisch. 

Fernbedienung 

Die Fernbedienung fällt relativ groß aus und ist zwar üppig mit Tasten bestückt - wirkt aber aufgrund der eben erwähnten Größe nicht überfrachtet. Ganz oben wählt man per dedizierter Taste (z.B. Internet Radio oder Music Servers) die gewünschte Funktion. Zentriert untergebracht, mit leichtem Versatz nach unten, ist das Navigationselement. Unten gibt es dann noch eine 10er Tastatur. Die Tasten haben eine angenehme Haptik und sind gummiert. Der Arbeitswinkel und die Reichweite des IR-Controllers sind nicht zu kritisieren. 

Heos-Modul und Streaming

Der Marantz NA60060 bringt dank des Heos-Moduls eine breite Auswahl an unterstützten Musikdiensten mit: So zum Beispiel für Amazon Music, Spotify, Deezer, Tidal oder SoundCloud. Mit TuneIn gibt es auch eine Internet Radio-Plattform. Die Bedienung des Heos-Moduls und die erste Inbetriebnahme gestalten sich so einfach, wie man sich das immer wünschen würde. Alles geht glatt, nichts hakt, und schon nach wenigen Minuten kann man mit dem Streamen des bevorzugten Inhaltes loslegen. Kritik gibt es nur für ein bekanntes Heos-Defizit: Keine MQA-Wiedergabe, und gerade aktuell wird MQA immer beliebter: Man kann hier eine Hi-Res-Datei so geschickt packen, dass nur soviel verbraucht wird wie für eine normale CD (44,1 kHz/16 Bit), im Gerät wird alles wieder decodiert, und man kann Hi-Res-Klangqualität genießen.  

Zudem möglich ist die Amazon Alexa-Sprachsteuerung via HEOS Home Entertainment Skill, hierzu sind entsprechend kompatible Amazon Echo-Geräte erforderlich. Der NA60060 unterstützt DSD (2,8/5,6 MHz), WAV, MP3, AAC, WMA, FLAC, ALAC via Streaming und USB-Geräte für Hi-Res- und Hi-Fi-Wiedergabe. Natürlich haben wir auch diesmal wieder Screenshots gemacht:

TuneIn-Menü

TuneIn Internet-Radio, Abteilung "Lokale Sender"

Wiedergabe eines Internet Radio-Titels

Auswahl der Streaming-Qualität bei "Absolute Relax"

Amazon Music

Optionen für die Wiedergabe eines Titels von Amazon Music

Räume in der Übersicht

Warteschlange

Amazon Music - Amazon-Wiedergabeliste "Club-Hits"

Übersicht bei Tidal

Unsere Tidal-Playlisten in der Übersicht

Tidal-Wiedergabeoptionen

Wiedergabe eines Titels von Tidal

Spotify Connect

Spotify Connect, Geräteübersicht

Der Marantz NA6006 ist praxisgerecht ausgestattet und solide verarbeitet. Die Heos-App funktioniert tadellos, auch die Ersteinrichtung gestaltet sich einfach. Hat man bereits Heos-Devices zuhause, kann man den Marantz Player zügig in ein Multiroom-Setup integrieren.

Klang

Natürlich haben wir den NA6006 analog mit dem hervorragenden Audiolab 6000 A Play verbunden, um mehr über die Qualität des im Marantz verbauten D/A-Wandlers zu erfahren. Nur bei analoger Verbindung kann man eine ausführliche Bewertung der Klangqualität verfassen - auch, wenn es viele gibt, die auch auf große Unterschiede bei der digitalen Ansteuerung schwören, halten wir nicht allzu viel vom "Digitalklang". Wir hören in Tidal HiFi-Quality "Jerusalema" von Master KG. Und sofort gefällt uns der verbindliche, leicht warme und zugleich aber lebendige Sound des NA6006. So, wie wir Marantz kennen und schätzen: Detailreich, auch gerade was die Konturen der Stimme angeht, mit einem räumlich glaubwürdigen Aufbau aller Ebenen und einer akustischen Weite, die es erlaubt, bildlich gesprochen "in der Musik zu versinken". 

Weiter geht es schräg und "breakbeatig" mit "Voodoo People" von The Progidy. Auch hier wieder: Die Akustik wirkt angenehm, ausgewogen, trotzdem nie fade. Der spezielle Ryhtmus des Tracks in Tidal HiFi-Qualität kommt sauber heraus, dynamische Differenzen stellt der NA6006 klar dar. Wir gehen direkt zu "Out Of Space", wiederum von der britischen Kult-Truppe, weiter und halten schriftlich fest, dass der NA6006 auch kleinere Dynamik-Unterschiede im Intro klar herausstellt. Der kräftige Beat kommt wuchtig, zugleich aber schwungvoll heraus. Insgesamt ist der Marantz optimal dafür geeignet, richtig Gas zu geben, was die Pegel angeht. Denn durch die runde Spielweise nerven hohe Lautstärken nicht, sondern man geht richtig mit.

Nun wird es wieder gesitteter, mit "Blinding Lights" von The Weeknd richten wir uns konsequent nach dem Mainstream. Dem NA6006 ist das gleichgültig, denn er nimmt sich jedem Titel mit erstaunlicher Sorgfalt an. Die Höhen ertönen klar, die Stimme charismatisch, und der straffe Bass hat richtig Nachdruck. Damit eignet sich der NA6006 sehr gut für den "Erlebnishörer", der keine analytisch-strenge Seziererei wünscht, sondern einfach Freude am Hören haben möchte. Dass man trotzdem ruhig genauer hinhören kann, ist umso schöner, denn am Auflösungsvermögen des NA6006 gibt es nichts zu kritisieren, im Gegenteil. 

Von unserem Server spielen wir nun, in Flac 48 kHz/24-Bit, die Diana Krall Adaption von "Desperado" ab. Die rauchige Stimme Dianas bereitet dem NA6006 keinerlei Probleme, und er stellt sie fokussiert auf eine exakt dimensionierte virtuelle Bühne. Die Instrumente trennen sich sauber, ohne ein harmonisches musikalisches Ganzes zu gefährden. Die Anschlagdynamik des Pianos, was erstaunlich für den günstigen Kaufpreis des NA6006 ist, kommt ordentlich heraus. 

Es folgt, in Flac 192 kHz724-Bit, Mark Knopflers "Basil". Hier kann der Marantz-Player beweisen, was er von Detailarbeit versteht: Und er macht seine Sache richtig gut. Klar, hier geht noch mehr, was feinste Konturen und die Plastizität anbetrifft. Aber kaum für den Marktpreis von aktuell 550 EUR. Fürs getätigte Investment legt der Marantz die Messlatte hoch, gerade was die sensible, tonal saubere Stimmwiedergabe angeht. Hier bietet der NA6006 eine einwandfreie Herausarbeitung der vokalen Konturen, zugleich wird die Stimme harmonisch in den akustiscen Gesamtzusammenhang eingearbeitet.  

Direkt vom iPhone aus der iTunes-Mediathek spielen wir "Live And Let Die", Titelsong des gleichnamigen 007-Films, zu. Und ein weiteres Mal beeindruckt uns der NA6006 mit tadelloser Detailarbeit, gleichzeitig aber wirken die immensen Dynamisprünge auch so wuchtig, wie sie sein sollten. Der Ryhtmus, ganz gleich, ob eher langsam oder eher sehr schnell, wird immer impulstreu herausgestellt. Und die Unterteilung in verschiedene räumliche Ebenen gelingt ohne Einschränkungen.

Wir holen uns noch "Universal Nation" von PUSH auf den Screen und zünden nun die kraftvolle Trance-Stufe unserer Wiedergabe-Rakete. Es war zu erwarten, mit vollem, zugleich exaktem Bass lässt der Marantz den Audiolab 6000A Play arbeiten, was dieser natürlich befürwortet: Er ist wie geschaffen gerade für solche Musik. Das Team leistet hier also wieder eine ganzheitlich überzeugende Leistung, mit einer räumlich tiefen Wirkung. Jeder akustische Effekt sitzt am richtigen Ort, der Aufbau des akustischen Panoramas erledigen die Komponenten souverän.

Konkurrenzvergleich

Magnat MMS730: Für einen schmalen Kaufpreis (399 EUR) gefällt der MMS730 mit sauberer Verarbeitung. Ein guter DAC ist auch eingebaut. Öffnet man den Player, herrscht allerdings gähnende Leere im großen Gehäuse mit 43 cm Rastermaß. Das kann man nicht einmal entfernt mit dem Aufbau des gar nicht so viel teureren Marantz NA6006 vergleichen,. Zudem fehlen uns beim Magnat Cinchausgänge mit variablem Pegel. Bluetooth mit aptX HD ist vorhanden, an Anschlüssen gibt es sonst nicht viel - aber einen koaxialen und einen optischen Digitalausgang. Ein Digitaleingang fehlt, als DAC kann man den MMS730 nicht nutzen. Top: Der MMS730 verfügt über einen DAB/DAB+ Radiotuner.

Cambridge Audio CXN V2: Für knapp 1.100 EUR ist der sehr gut verarbeitete CXN V2 mit Farb-Display zu haben. Er ist den Mehrpreis zum Marantz NA6006 durchaus Wert, sind doch zum Beispiel die eingebauten DACs noch hochwertiger. Durch das Chromecast-Modul kann man den CXN V2 auch in ein Google Home-basiertes Multiroom-System einbinden. AirPlay 2 ist auch an Bord, zudem ist der Streamer auch über die "Stream Magic"App von Cambridge Audio bedienen. MQA fehlt ebenso wie beim Marantz. Schade ist, dass der CXN V2 kein Bluetooth Modul mitbringt.

Fazit

Der Marantz NA6006 besticht direkt nach dem Auspacken durch seine noble optische Erscheinung. Auch bei genauerem Hinsehen kann man bezüglich der Verarbeitung keine Mängel entdecken. Der Netzwerk-Player ist schnell installiert, die Heos-App lässt eine einfache Handhabung aller Streaming-Funktionen zu. Die Anschlussbestückung ist für die Preisklasse absolut in Ordnung, ein Dualband-WLAN-Modul sorgt für stabilen Empfang bei der Verwendung im drahtlosen Netzwerk. Akustisch kann der NA6006 ebenfalls punkten, sein verbauter AKM-DAC arbeitet präzise und stellt einen dynamischen, zugleich harmonisch-runden Klang bereit. 

Hochsolider Netzwerk-Player mit edler Optik, einfacher Handhabung und hervorragenden D/A-Wandlern

Netzwerkplayer Mittelklasse
Test 18. Februar 2021

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 18. Februar 2021

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